1952: Der Streit zwischen Sartre und Camus

In einer Sondernummer zum Centenaire von Camus hat die Zeitschrift philosophie unter dem Titel Albert Camus. La pensée révoltée einen Artikel über den Streit zwischen Sartre und Camus vorgelegt: Entretien avec Frédéric Worms. La querelle avec Sartre.

1952 hat Francis Jeanson mit einer Rezension in Les Temps Modernes Camus‘ L’homme révolté zerrissen. Camus wandte sich an den Herausgeber Sartre, der in der folgenden Nummer Camus‘ Brief an ihn abdruckte („Monsieur le Directeur“) und in der gleichen Nummer Camus antwortete „Mon cher Camus…“ und ihm riet, L’être et le néant (1943) zu lesen, das für Camus, der, so Sartre, aus niedrigen Verhältnisse komme, sicher ein schwere Lektüre sei.(1) Im übrigen, so schloss Sartre seine Atnwort auf Camus‘ Vorwürfe, Camus könne ihm gerne nochmal schreiben, er werde ihm nicht mehr antworten. Beide haben sich danach bis zum Tod von Camus am 4. Januar 1960 nicht mehr wiedergesehen. Als Nachruf auf Camus veröffentlichte Sartre einen seiner schönsten Texte.

50 ans Traité de l’Élysée
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Der Beitrag über die
> deutsch-französische Expertenkommission, die die französische Verfassung und das Grundgesetz miteinander harmonisieren wollen, wurde hier am 1. April veröffentlicht.

In den 50er Jahren wollte Sartre der PCF als „compagnon de route“ folgen. Trotz diverser Äußerungen zugunsten der Partei oder der UdSSR ist es völlig abwegig, Sartre als Kommunisten zu bezeichnen.(2) Um 1952 konnte und wollte er der fundamentalen Kritik Camus‘ an den totalitären Systemen nicht folgen, sonst hätte er sein Engagement an der Seite der PCF aufgeben müssen, was er erst 1956 nach einer scharfen Kritik an dem Einmarsch in Ungarn nachholte. Sartres Art als „compagnon de route“ die PCF zu „begleiten“ war ein von vorneherein aussichtloser Versuch, die Partei zu korrigieren. Sartre hat seine grundsätzliche Auffassung von der Freiheit des Menschen nie in Frage gestellt.

Der Artikel von Frédéric Worms ist für die Diskussion um den Streit zwischen Sartre und Camus sehr bezeichnend. Diese Art der Darstellungen gehen immer zugunsten Camus‘ oder Sartres aus, je nachdem aus welchem Lager sich der Autor, der über diesen Streit schreibt, zu Wort meldet. Worms erwähnt eher nur am Rande den Inhalt des Streits und beantwortet nur die Fragen die Eammnanauel Casajus und Sven Ortoli ihm gestellt haben.

Auf die Frage was Camus und Sarftre trenne und vereinige, behauptet Worms, die Auffassung,“die „Existenz habe keinen Sinn“ sei ihnen beiden gemeinsam. Das ist zu oberflächlich und trifft so nicht zu. Sartre lässt den Autodidakten in La Nausée sagen, das Leben habe den Sinn, den man ihm gebe. Und man wird bei > Camus vergeblich nach Äußerungen suchen, das Leben oder die Existenz habe keinen Sinn. Um es noch deutlicher zu sagen: Das Absurde ist bei Camus nur eine Art Diagnose, danach folgt die Revolte als eine Haltung, die für Camus der Künstler verkörpert.

Und was trenne Sartre und Camus wird Worms gefragt? Est es nicht ganz einfach, eine wirkliche Trennungslinie zwischen Camus und Sartre zu finden, und so wirkt Worms Antwort sehr konstruiert. Camus nehme eine humanistische Position ein, die das Absurde akzeptieren wolle, weil sie nicht eliminierbart sei, und Sartre wolle die Freiheit realsieren… – Worms Bemerkung, Sartre wende sich gegen einen dogmatischen Marxismus – ist richtig, hätte aber angesichts der Kritik, die Sartre am Marxismus und seinen Folgen vorbringt -, noch deutlicher ausfallen können. Camus soll geglaubt haben, Sartre verfolge eine totalitäres Projekt… Diese Bemerkung als Zusammenfassung ihres Streits ist unzureichend und nur geeignet, Unterschiede zu konstruieren.

Beide Autoren haben ihre Werkteile durch ihre Untersuchungen zur Ästhetik und zur Position des Künstlers, seiner Freiheit und Verantwortung miteinander verbunden. Worms hat Recht, Sartre und Camus werden heute wieder gelesen: „Camus reste une boussoule pour l’antitotalitarisme“, sagte Worms (S. 125), liest man z. B. Sartres Questions de méthode, in ders. Critique de la raison dialectique, Paris 1960, wird man von Sartre das auch sagen müssen.

1. Vgl. H. Wittmann, Albert Camus and Jean-Paul Sartre, in: id. Aesthetics in Sartre and Camus. The Challenge of Freedom, translated by Catherine Atkinson, Reihe Dialoghi/ dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs. Edited by Dirk Hoeges, Band 13, Verlag Peter Lang, Frankfurt, Berlin, Bern u.a., 2009, S. 141-151.
2. Vgl. H. Wittmann, Sartre und die Kunst, Die Porträtstudien von Tintoretto bis Flaubert, Tübngen 1996, S. 73-88: Die Kritik am Marxismus. Von der „dezidiert kommunistischen Haltung Sartres“ spricht auch Nicole Colin in ihrem Lexikoneintrag über Sartre in: N. Colon, C. Defrance, U. Pfeil, J. Umlauf, Lexikon der deutsch-französischen Kulturbeziehungen nach 1945, Gunter Narr, Tübuingen 2013, S. 389. Eine > Rezension zu diesem Band folgt in Kürze.

PONS Wörterbuch online

Le rôle de l’histoire
Jean-Noël Jeanneney : Nous avons un formidable besoin de hiérarchisation du vrac

Nous avons toujours très peur, que les liens que nous proposons ici disparaissent rapidement et il nous paraît impossible de touver tous les liens qui ne fonctionnent plus sur notre blog. 1800 Articles et peut-être déjà 4000 (ou plus) liens. Soit. Cela n’est pas grave, nous vous proposons aujourd’hui une émission de France-Culture.


De même, presque tous les liens dans un des mes premiers compte-rendus (2006) en ligne du livre de Jean-Noël Jeanneney > „Quand Google défie l’Europe“ ne fonctionnent plus, mais le fond, l’idée principale du livre de Jean-Noël Jeanneney est toujours vrai et la question posé par lui est encore si actuelle. L’Europe n’a rien fait pour échapper au Google, à part une initiative si bien réussie: > www.gallica.fr.


Sur le site le site de France-Culture, la conférence au 3ème France Culture Forum, samedi 6 avirl 2013, de Jean-Noël Jeanneney (1): > Nous avons un formidable besoin de hiérarchisation du vrac est annoncée avec quelques questions qui touche au fond de nos sensibilités: „A-t-on toujours pensé que la convocation de l’Histoire permettait de mieux comprendre le présent ? L’Histoire peut-elle aussi être instrumentalisée pour les besoins du présent ? Comment penser la place du hasard dans l’Histoire ?“

Jean-Noël Jeanneney: „Cicéron disait que l’ histoire devait être une maîtresse de vie. Magistra vitae. Dans l’Antiquité déjà, on estimait à juste titre que l’on pouvait aller chercher dans le réservoir des évènements passés des données qui permettent d’éclairer à la fois l’intelligence de l’actualité et les chemins d’une action possible pour peser sur elle.“

Pas de resumé sur notre blog, juste > la proposition d’écouter cette conférence de Jean-Noël Jeanneney !

1) Jean-Noël Jeanneney historien de la politique, de la culture et des médias, a été notamment Président de Radio France, Président de la Mission d’organisation du Bicentenaire de la Révolution française, secrétaire d’État et Président de la Bibliothèque nationale de France de 2002 à 2007.

Notre Dame wird 850 Jahre: Festlichkeiten und Events im Jubiläumsjahr 2013

Notre-Dame de Paris, geistliche Hochburg und meist besichtigtes historisches Gebäude Frankreichs, feiert im Jahr 2013 ihr 850-jähriges Jubiläum. Die Kathedrale, wohl eines der berühmtesten Gebäude weltweit, zieht jedes Jahr 14 Millionen Besucher an. Auf der Ile de la Cité unmittelbar am Seineufer gelegen und nur wenige Schritte von der früheren Palastkapelle Sainte-Chapelle und der ehemaligen Conciergerie entfernt, gehört die Kathedrale zu den Symbolen der französischen Hauptstadt und ist Bestandteil des nationalen und internationalen Kulturerbes. Mit zahlreichen Feierlichkeiten, Kulturevents, Zeremonien, Veranstaltungen und Großprojekten wird 3013 das Jubiläumsjahr begangen. Ein breites Programm, das die Möglichkeit bietet, die Kathedrale einmal anders zu entdecken.

> Notre Dame de Paris 2013.pdf – Ministère des Affaires étrangères
> Notre Dame de Paris 2013_de.pdf – Außenministerium

Ein gute Gelegenheit, mal einen Blick auf die Festplatte mit den vielen Fotos aus romanischen Kirchen in Frankreich zu werfen:

Der Radio-Tipp. Deutschlandfunk, 16.03.2013 · 23:05 Uhr
Die neue Stadt die alte. Eine Lange Nacht über Le Grand Paris

Deutschlandfunk 23:05 Uhr

16.03.2013 23:05 Uhr – Unser Tipp > aufnehmen mit dem dradiorecorder

> Die neue Stadt die alte. Eine Lange Nacht über Le Grand Paris

Von Ruth Jung und Günter Liehr

„Frankreich allein hat ein Paris, eine Stadt, in der die europäische Civilisation zu ihrer vollsten Blüte sich entfaltet hat und von der in gemessenen Zeiträumen die elektrischen Schläge ausgehn, unter denen eine ganze Welt erbebt“, schrieb Friedrich Engels. Paris galt als die rebellische Stadt schlechthin….“

À l’occasion de l’anniversaire de l’inauguration officielle du métro parisien le 11 mars 1905…

Kommen Sie mit? Machen wir schnell mal einen Ausflug in die Pariser Metro: > Fotos aus der Metro – Gallica auf Facebook

Wieviele Reisende haben 2011 die Station Gare du Nord benutzt? 12 Millionen, 16 Millionen? Und welche Station wird am wenigsten benutzt? S. letzter Link in diesem Beitrag.

> Noch mehr Fotos auf www.gallica.fr

Wkipedia:

> Liste des stations du métro de Paris
> Stations fantômes du métro de Paris
> Matériel roulant du métro de Paris

> open data RATP ***

> RATP
> Plan Métro
> Visiter les coulisses du RATP
> Blog du Métro parisien
> Métro Passion
> Petite histoire du ticket du Métro parisien ***
> La Chronologie des ouvertures des Stations des Lignes 1 à 14

Ch. Tellier, Le véritable métropolitain, Paris 1891. Am unteren Bildrand befindet sich ein Rechteck, wenn Sie darauf klicken, wird dieses Buch über den ganzen Bildschrm angezegt, und Sie können darin blättern und lesen. Das Laden dieses Buches kann ein wenig länger dauern:

Und wo man mit der RATP überall hinfahren kann!
> Paris en + grand ***

> Étude Prévisions de trafic – RAT, 20120

> Stations désertes, températures : quand la RATP ouvre ses données – Blog: J’ai du bon data

Und manchmal wird in der Metro auch gekocht:

Hier kann man auch die Rezepte herunterladen: > Les grands chefs descendent dans le métro pour la 4ème année

> Une démarche de conception d’espaces de transport prospective et collaborative

> Insolite : quelle est la station de métro la moins fréquentée de Paris ? – Paris > Métro, Paris

Discours lors de la cérémonie nationale d’hommage à Stéphane HESSEL

french german 

Stéphane Hessel ist tot

LE MONDE meldet eben: „L’ancien résistant, déporté, diplomate et infatigable défenseur des droits de l’homme Stéphane Hessel est mort dans la nuit de mardi à mercredi. Il avait 95 ans.“

Auf unserem Blog:

> Bestseller: Schon fast eine Million Exemplare – Stéphane Hessel, Indignez-vous! (20. Januar 2011):

„Es gibt viele Gründe sich zu empören. Greifen wir zur Feder. Aber wie macht man das? Wie formuliert man seine guten Gründe, sich zu empören auf weniger als 13 Seiten, die man dann als kleines Büchlein innerhalb von weniger als vier Monaten 950.000 mal verkauft? Was für ein Erfolg! Das schafft man, wenn man 93 Jahre alt ist und auf eine lange historische und politische Erfahrung eines ganzen Jahrhunderts zurückblicken kann.“

> Stéphane Hessel – Wikipedia

> Der Empörte – Stéphane Hessel – Ein Mann, seine Gedichte und sein Jahrhundert
Feature von Henry Bernhard, Produktion: DLF 2011

Die Eröffnungsrede des Staatspräsidenten François Hollande anlässlich der Tagung « Fonctionnaires dans l’Europe des dictatures 1933-1948 »

Am Donnerstag, 21. Februar 2013, hat Präsident François Hollande mit einer Rede die Tagung « Fonctionnaires dans l’Europe des dictatures 1933-1948 », das vom Conseil d’Etat und der EHESS (> École des hautes études en sciences sociales)organisiert worden ist.

> Bilingualer Geschichtsunterricht ! Hier kommt eine Unterrichtsstunde – per Video – des Staatspräsidenten. – Wieder eine Seh- und Hörverstehensübung. Ansehen und auf ein/zwei Seiten zusammenfassen. Den „Plan“ seiner Rede erkennen, wei argumentiert er? Wie stellt er einen Gegenwartsbezug her? Der Präsident ist für das ordentliche Funktionen der öffentlichen Institutionen verantwortlich. Welche Bezüge gibt es zum künftigen Europa? Welche Rolle der Geschichte stellt Hollande in seiner Rede dar? Vor welchen gefahren warnt er? Welche Schlussfolgerungen zieht er aus seiner Rede? Und was kündigt er an?

> Ouverture du colloque «Faire des choix: les fonctionnaires dans l’Europe des dictatures»

> Eröffnungsrede: Ouverture du colloque «Faire des choix: les fonctionnaires dans l’Europe des dictatures» *.pdf

Er untersucht in seiner bemerkenswerte Rede, welche Wahl die Beamten im Europa der Diktaturen von 1933-1948 hatten: „Cette histoire s’est écrite de bien des façons. « L’Europe des dictatures », c’est l’Allemagne nazie ; c’est aussi l’Italie de Mussolini; c’est l’Espagne de Franco ; c’est le Portugal de Salazar. C’est aussi l’Europe occupée et la France de Vichy.“

Und er stellt einen Bezug zur Gegenwart her:

„Mais aujourd’hui, les menaces sur notre fonction publique ne sont plus celles de la dictature du pouvoir politique, mais la menace de l’influence. Influence des intérêts privés – qui ne sont bien sûr pas comparables avec les menaces que nous venons d’évoquer ; influence des forces économiques qui cherchent à accentuer encore certains avantages ; influence de l’argent facile qui ne corrompt pas simplement les esprits.

De nouvelles règles éthiques sont donc à introduire et de nouvelles vigilances sont à faire observer.

Les tentations dans toutes les démocraties peuvent être de tous ordres : trafics, y compris de diplôme, favoritisme, abus de pouvoir, marchés publics… Les situations sont très diverses, du plus grave au plus banal. Pour s’en prémunir, nous avons besoin de cadres communs de référence dans toute l’Europe et d’une véritable culture de la déontologie.“

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