Jahrestag des Deutsch-französischen Instituts
Klaus Harpprecht, „Renaissance des National-Staates?“

Die > XXVIII. Jahrestagung des Deutsch-französischen Instituts unter dem Titel „Die deutsch-französischen Beziehungen“ in Ludwigsburg vom 28.-30.6.2012 begann mit einem Vortrag von Yves Guéna (90), der auf ein langes bewegtes Leben als Politiker, Abegordneter, Senator und zuletzt als Prsident des Verfassungsrates zurückblicken kann. Der > Direktor des DFI, Prof. Frank Baasner, begrüßte den Gast. Guéna hatte im Frühjahr 1940 de Gaulle kennengelernt. Heute ist er Ehrenpräsident der > Fondation Charles de Gaulle. Als Gaullist der ersten Stunde drückte er seine Skepsis gegenüber föderalistischen Bestrebungen in Europa aus, gab aber zu erkennen, dass der Euro beibehalten werden muss.

> charles-de-gaulle.org/

https://twitter.com/FranceBlogInfo/status/220439499723902977

Am ersten Abend der Konferenz fand in der Musikhalle in Ludwigsburg ein öffentlicher Vortrag statt, den ursprünglich Klaus Harpprecht halten wollte. Leider war er verhindert, aber seine Frau Renate Lasker-Harpprecht hat ihren Mann vertreten und den Vortrag gehalten. Sie wurde von dem früheren Ministerpräsidenten Erwin Teufel begrüßt. Harpprechts zentrale Frage lautetete: „Aber ist der Nationalstaat tatsächlich die einzig zuverlässige Organisation der Völker? Zweifel
sind angebracht. Mitten in den Mühen des Sommers 2012, die von unseren Staatsleuten verlangten, Griechenland trotz aller chaotischen Wirren nicht vor die Tür der Euro-Gemeinschaft zu setzen und die wankenden Banken Spaniens vor dem Einsturz zu bewahren, darüber hinaus Italien zu stützen – mitten in dieser weiß Gott angespannten Lage fand es die Kanzlerin angebracht, mit einer europäischen Konfession vors Volk und vor die Partner zu treten: der Grundsatzerklärung, auf die wir so lange gewartet hatten, nicht immer gewiss, ob für die ostdeutsche Pastoren-Tochter Europa mehr war als ein Lippenbekenntnis.“

Die Rede Klaus Harpprecht > Renaissance des National-Staates? steht zum Downlaod auf der Website des Deutsch-französischen Instituts zur Verfügung.

Gemeinsam Geschichte schreiben?
Podiumsdiskussion zu internationalen Geschichtsbüchern

Das deutsch-französische Geschichtsbuch ist ein Exportartikel par excellence der deutsch-französischen Kooperation geworden. Das Verfahren, wie es trotz unterschiedlicher Lehrpläne und vor allem auf der Grundlage einer so schmerzlichen Erinnerung an drei Kriege ein solches Werk zu erstellen, ist eine erneute Dokumentation der deutsch-französischen Aussöhnung, die selber ein Modell für andere Staaten ist, die gerne ihr Verhältnis mit einem oder mehreren Nachbarländern neu ordnen würden. Dieses Unterrichtswerk hat es vorgemacht: Wenn zwei Staaten ihre gemeinsame Geschichte in einem Schulbuch darstellen, profitieren nicht nur die Schülerinnen und Schüler vom neuen Blick auf sich selbst. Die drei Bänden enthalten die Geschichte zweier Staaten. Das Werk ist ja eigentlich viel umfangreicher als es aussieht, weil es die deutsche und die französische Geschichte enthält und zugleich allein schon durch die Präsentation und das Zustandekommen des Werkes – abgesehen von den ausdrücklich den gemeinsamen und unterschiedlichen Sichtweisen gewidmeten Seiten – für Schüler eine Anleitung ist, zu lernen, wie man Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und bewertet.

Am 14. Juni diskutieren Fachdidaktiker und Lehrkräfte, wie sich dieses Konzept auf ein deutsch-polnisches Geschichtsbuch und ähnliche Projekte übertragen lässt.

Wie kann man verschiedene Vorstellungen der Geschichte zusammenführen? Wie im Schulbuch die nationale Perspektive überwinden? Und warum ist der neue Blickwinkel so wichtig wie nie? Bei einer deutsch-französisch-polnischen Veranstaltung beleuchten Experten die Ziele, Wege und Methoden internationaler Geschichtsbücher:
14. Juni 2012
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Grimmaische Str. 6, 04109 Leipzig
18:00 bis 19:30 – Eintritt frei

Auf dem Podium:
Dr. Ilas Körner-Wellershaus hat Religionsgeschichte, Politik und Zeitgeschichte, Kunstgeschichte in Tübingen und Bonn studiert. Seit 2005 ist er Projektleiter des deutsch-französischen Geschichtsbuchs, und seit 2007 Verlagsleiter des Ernst Klett Verlag in Leipzig.
Dr. Rainer Bendick ist Historiker, Romanist, Lehrer an dem Abendgymnasium Sophie Scholl, Osnabrück, und Herausgeber sowie einer der Autoren des ersten Bandes des deutsch-französischen Geschichtsbuches. In 1999 hat er eine Studie unter den Titel „Kriegserwartung und Kriegserfahrung. Der Erste Weltkrieg in deutschen und französischen Schulgeschichtsbüchern (1900-1939/45)“ geschrieben.
Dr. Emmanuel Droit, Dozent für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Rennes 2, z. Zeit Humboldt-Stipendiat in Potsdam und Berlin, erforscht die Erziehungspraktiken und Vorstellungen der DDR, die Geschichtsschreibung des Ostblocks, und die Erinnerungskultur Europa. Er hat das deutsch-französische Geschichtsbuch als Oberstufen-Lehrer in Straßburg in bilingualen Unterricht benutzt.
Véronique Charles ist Geschichts- und Geografie-Lehrerin in der Académie de Lyon (Frankreich) und seit einem Jahr im Rahmen des „Jules Verne Programms“ an das Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium Leipzig delegiert, wo Sie im bilingualen Zug diese Fächer unterrichtet. Sie war ein Jahr (1997-98) in Polen als Französisch-Lehrerin tätig.
Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz ist Historiker, Direktor des Willy-Brandt-Zentrums für Deutschland und Europastudien der Universität Wroclaw, wissenschaftlicher Koordinator des deutsch-polnischen Geschichtsbuches, und Mitglied des Präsidiums der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission.

Die Podiumsdiskussion „Gemeinsam Geschichte schreiben?“ ist eine Veranstaltung des Institut Francais Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Leipzig, der Ernst Klett Verlag GmbH und dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig mit freundlicher Unterstützung von Tilia Umwelt GmbH.

Institut français Leipzig
Thomaskirchhof 20
04109 Leipzig
Tel : +49 341 589 890


Articles sur ce blog / Beiträge auf diesem Blog:

> Histoire / Geschichte: Das deutsch-französische Geschichtsbuch ist komplett

> Karlsruhe : Le manuel franco-allemand d’histoire

> Tübingen : La présentation du manuel franco-allemand d’histoire

> Présentation de la version française du deuxième volume du manuel d’Histoire franco-allemand en Sorbonne 23 avril 2008

> Pressekonferenz und Festakt am 9. April 2008 in Berlin

> 70 Beiträge zur Geschichte auf diesem Blog


Deutsche Ausgabe:

> Histoire / Geschichte – Europa und die Welt von der Antike bis 1815
Schülerband – Oberstufe – 978-3-12

Festvortrag. Nicolas Beaupré (UFR Clermont-Ferrand):
Ein Krieg nach dem Krieg? Die französische Besatzung Deutschlands 1918-1930

Die französische Präsenz in Deutschland nach 1918 erfährt seit zehn Jahren neue Aufmerksamkeit von Seiten der Geschichtswissenschaft. Neue methodische Ansätze bei der Erforschung des Ersten Weltkriegs und der internationalen und transnationalen Beziehungen sowie die Postcolonial- oder Gender Studies eröffnen neue Perspektiven.

Manche Episoden dieser komplexen Geschichte – vor allem die sogenannte „schwarze Schmach“ und die Ruhrbesetzung – werden intensiv bearbeitet. Viele andere Aspekte und Vorkommnisse bleiben hingegen weithin unerforscht. Der Vortrag wird einen Überblick über das Thema und den Forschungsstand bieten. Abschließend wird diskutiert, inwiefern die verschiedenen Episoden dieser Geschichte mit der Geschichte des Ersten Weltkrieges insgesamt verknüpft sind.

Vortrag in deutscher Sprache.
Der Festvortrag findet im Rahmen der von der DVA-Stiftung geförderten Gastprofessur statt.

Termin: Do, 24. Mai 2012 19:30
Ort: Stadtbibliothek, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart

Nicolas Sarkozy und Jeanne d’Arc

Am Freitag, 6. Januar 2012, hat der Staatspräsident in Vaucouleurs (Meuse) anlässlich des 600. Geburtstages von Jeanne d’Arc (1412-1431)eine Rede gehalten.

> Discours du Président de la République à l’occasion du 600e anniversaire de la naissance de Jeanne d’Arc

Die wichtigsten Absätze seiner Rede:

„… C’est sur cette terre, la vôtre, qui refusait obstinément de se détacher de la France que Jeanne, en ce début du XVe siècle, est descendue au jardin de son père et qu’elle entendit pour la première fois un appel. Elle avait treize ans et elle jura qu’elle resterait toujours pure et toujours fidèle à ces voix. …
Ces voix s’adressaient-elles à l’âme de la Chrétienne ou bien venaient-elles directement du cœur de la petite Française ? Personne ne peut répondre à cette question. Et je crois que le plus sage, c’est de laisser à Jeanne son mystère en respectant sa foi et son courage. …
En tant que chef de l’Etat, je me devais de rendre aujourd’hui, ici, sur sa terre de naissance, cet hommage solennel que la Nation rend à ceux auxquels elle doit sa liberté et sa grandeur. Il n’y a pas d’avenir pour un pays qui ne sait pas se souvenir. Il n’y a pas d’avenir pour un pays qui oublie d’où il vient, ce en quoi il croit, ce qu’il a fait, ce qu’il a construit.

Jeanne d’Arc a sa place dans notre mémoire collective à côté de Victor Hugo, à côté du général de Gaulle, à côté de Jean Moulin, à côté d’Aimé Césaire, à côté des résistantes déportées à Ravensbrück.
Il y a une filiation. Il y a un lien, tissé mystérieusement au travers des siècles, et qui fait que certains personnages de notre histoire ont compté à ce point que le temps qui passe ne les fait pas être oubliés du peuple de France, mais au contraire, considérés au fur et à mesure que les siècles passent avec plus de force….“

Alphonse de Lamartine (1790-1869), Jeanne d’Arc, Paris 1852, S. 26:

Jules Michelet (1798-1874), Jeanne d’Arc. 1412-1432, Paris 1853, S. 43:

> Jeanne d’Arc

Der Weihnachts-Wunschzettel für 2011 zum Ausdrucken

Das Warten auf das Christkind verbringt man oft mit einem Gang durch die City, dann landet man in einem Buchladen, streift durch die Regale, mustert die Buchrücken, und guckt unschlüssig über die Büchertische. Was würde wohl den Liebsten gefallen? Ein Blick in den Katalog von Klett-Cotta, da gibt es auch Bücher, die vor einigen Jahren erscheinen sind, und die, wie das Buch von Marc Bloch zu meinen Lieblingsbüchern zählen. Die Idee des Wunschzettels als PDF zum herunterladen, stammt vom Klett-Cotta-Blog, wo es einen > Wunschzettel für Geschichte und einen > Wunschzettel für Literatur gibt. Die folgenden hier kurz angezeigten und für den Gabentisch vorgeschlagenen Bücher, stehen auf dem > PDF-Wunschzettel, hier zum Herunterladen.

Die drei Bände von > Fernand Braudel über > Frankreich sind eine Einführung und ein Reiseführer zu allen Aspekten Frankreichs zugleich: Band 1. Raum und Geschichte. Die Einleitung von Michael Jeismann trägt den Titel: Die Identitätsgeschichte Frankreichs als europäische Chance. Band 2: Die Menschen und die Dinge, Band 3: Die Dinge und die Menschen. “Man kann sich keinen besseren Reiseführer wünschen als Braudel,” hat Michael Jeismann in der F.A.Z. geschrieben. Braudel will die Vielfalt Frankreich so weit wie möglich erklären. Ganz gelingen kann das nicht. Aber die Themen der drei Bände zeigen, wie vielfältig unser Nachbarland ist. – Fernand Braudel (1902-1985) übernahm 1946 Herausgeberschaft der Zeitschrift »Annales« und galt als führender Kopf der »Nouvelle Histoire«.

Fernand Braudel > Frankreich
Mit einem neuen Vorwort von Michael Jeismann, aus dem Französischen von Peter Schöttler (Bd.1), Siglinde Summerer / Gerda Kurz (Bd.2/3) (Orig.: L’identité de la France)
1. Aufl. 2009, 1202 Seiten, drei Bände, kartoniert im Schuber, ca. 120 Abb.
ISBN: 978-3-608-94644-4


Unter den Neuerscheinungen dieses Herbstes steht auch die ergänzte Neuauflage des von Frédéric Delouche herausgegebenen Bandes > Das europäische Geschichtsbuch. Ein echtes europäisches Geschichtsbuch, das von fünfzehn Historikern aus dreizehn Ländern Europas verfasst worden ist. Sie haben eine Geschichte des alten und neuen Europas verfasst und so Leitlinien für das 21. Jahrhundert entwickelt. Der Band ist prima dafür geeignet, ein Überblickswissen über Europa zu erwerben. Wunderbar illustriert. Gerade richtig für den Gabentisch.

Frédéric Delouche herausgegebenen Bandes > Das europäische Geschichtsbuch
1. Aufl. 2011, 464 Seiten, gebunden, großzügiges Sonderformat (22,0 x 27,0 cm), innen durchgängig vierfarbiger Druck, ca. 250 bis 300 Abbildungen, ca. 40 bis 50 Karten, ISBN: 978-3-608-94650-5


Olivier Adam, hat > Gegenwinde ein sehr schönes und nachdenklich machnedes Buch verfasst. Wie kann das Leben weitergehen, wenn der Mensch, den man am allermeisten liebt, plötzlich spurlos verschwunden ist? Olivier Adam erzählt eine intensive und ergreifende Familiengeschichte, von Verlust und dem unbeirrbaren Glauben an das Unmögliche. Paul Anderen ist mit seinem neunjährigen Sohn und der siebenjährigen Tochter allein – von seiner Frau fehlt jede Spur. Die Restfamilie zieht aus der Stadt an die bretonische Küste, wo Paul aufgewachsen ist und wo er Arbeit in der Fahrschule seines Bruders findet. In der rauen, sturmgepeitschten Landschaft versuchen sie, ein neues Leben zu beginnen. Aber irgendwie kommt doch noch raus, wo die Mutter steckt…

Olivier Adam, > Gegenwinde
Roman, aus dem Französischen von Andrea Spingler (Orig.: Des vents contraires)
1. Aufl. 2011, 270 Seiten, ISBN: 978-3-608-93887-6


Die Gesamtausgabe der > Werke

Jean Amérys bringt nun zum ersten Mal in geschlossener Form alle wichtigen Werke und Schriften, darunter auch das bisher unpublizierte, frühe Romanfragment »Die Schiffbrüchigen«. Hinzu kommen eigene Bände mit Briefwechseln und Rezeptionszeugnissen. Michael Rutschky schrieb in der Frankfurter Rundschau, 28./29.6.2008: “ […] Die Zukunft wird Jean Améry zu den Gründungsvätern der Bundesrepublik zählen.« Jean Améry gehörte zu den wichtigsten Intellektuellen der sechziger und siebziger Jahre. Seine Essays sind in ihrer Bedeutung vielleicht nur mit den Schriften Hannah Arendts und Theodor W. Adornos zu vergleichen. Als Reflexion über die Existenz im Vernichtungslager stehen sie vermutlich Primo Levis Büchern am nächsten. Zugleich jedoch hat Améry wie kaum ein anderer Intellektueller die deutsche Öffentlichkeit mit französischen Denkern und Schriftstellern wie Jean-Paul Sartre bekanntgemacht und konfrontiert. – Die Jean Améry-> > Werkausgabe zum günstigen Komplettpreis (statt 316,- EUR bei Bezug einzelner Bände).

Die 9 Bände sind auch einzeln erhältlich:
Band 1: Die Schiffbrüchigen. Lefeu oder Der Abbruch
Band 2: Jenseits von Schuld und Sühne. Unmeisterliche Wanderjahre. Örtlichkeiten
Band 3: Über das Altern. Revolte und Resignation. Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod
Band 4: Charles Bovary, Landarzt. Portrait eines einfachen Mannes
Band 5: Aufsätze zur Literatur und zum Film
Band 6: Aufsätze zur Philosophie
Band 7: Aufsätze zur Politik und Zeitgeschichte
Band 8: Briefe
Band 9: Materialien

> Jean Améry, Werke, Band 1-9 19. Mai 2008 von Heiner Wittmann

Jean Améry, > Werke
1. Aufl. 2008, 6219 Seiten, alle Bände gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-93838-8



Im Katalog von Klett-Cotta steht noch das Buch von Marc Bloch, das 2002 Historisches Buch des Jahres gewesen ist. Der französische Historiker Marc Bloch, Mitbegründer der Annales-Schule, war eines der Opfer von Klaus Barbie. Er wurde am 16. Juni 1944 von der Gestapo erschossen. In seinem Nachlaß fand sich ein unvollendetes methodologisches Werk, > Apologie der Geschichtswissenschaft oder Der Beruf des Historikers – die Erstausgabe trug noch den Untertitel »Wie und warum ein Historiker arbeitet«. Mit dieser von Etienne Bloch, dem Sohn des Verfassers, besorgten Neuausgabe liegt nun erstmals der vollständige und authentische Text dieses epochalen Werks der modernen Geschichtswissenschaft vor. Blochs Buch ist auch heute noch ein Meisterwerk der Geschichtstheorie. Es bietet wertvolle Einblicke in das Selbstverständnis und die Denkweisen modernen Geschichtsforschung, in die Ziele, aber auch Grenzen historischer Erkenntnis, in die Methodik und nicht zuletzt auch in die Ethik dieser »Wissenschaft in Bewegung«.

Marc Bloch
> Apologie der Geschichtswissenschaft oder Der Beruf des Historikers
Aus d. Franz. v. Wolfram Bayer, mit Annotationen und e. Nachwort v. Peter Schöttler (Original: Apologie pour l’histoire ou métier d’historien)
2. Aufl. 2008, 280 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94170-8


Jacques Attali hat eine wunderbare Biographie über > Blaise Pascal
verfasst, den man stets und ständig neu entdecken kann. „… Es macht den Reiz dieser Biographie eines Genies aus, dass Jacques Attali dem verborgenen ich Blaise Pascals auf die Spur kommen wollte, ohne seine verschiedenen Identitäten, seine „unendlich schillernde und verführerische Persönlichkeit“ zu verleugnen,“ schrieb Manfred Geier (Süddeutsche Zeitung, 21.11.2006) und Kurt Flasch schrieb in der FAZ am 4.10. 2006: „[…] Es ist das größte Verdienst der vorliegenden Biographie, daß sie die Vielseitigkeit Pascals vor Augen führt: Er war nicht nur ein Genie; in ihm steckten sechs Genies, meist gleichzeitig […]“ Blaise Pascal (1623-1662) war ein Wunderkind und das größte Genie Frankreichs: ein rastloser, nervöser Querdenker, ein zweifelnder und verzweifelnder Christ. Seine Erkenntnisse in Mathematik und Philosophie waren bahnbrechend, und unsterblich sind seine Gedanken über Würde und Elend des menschlichen Daseins. Ohne fremde Hilfe leitete das 13jährige Wunderkind Blaise Pascal die Grundlagen der Geometrie und Mathematik ab, entwarf als junger Mann die der Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik. Pascal ist der erste, der die Dramatik, den Glanz und das Elend menschlichen Daseins hellsichtig, virtuos und vollendet formuliert hat – ein Genie für das 21. Jahrhundert.

Jacques Attali
> Blaise Pascal
Aus dem Französischen von Hans Peter Schmidt (Orig.: Blaise Pascal ou le génie français, Librairie Arthème Fayard, Paris)
2. Aufl. 2007, 486 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen, 16 Seiten Tafelteil mit 8 farbigen Abb., 16 s/w-Abb., Personenregister
ISBN: 978-3-608-94335-1


Noch ein Buch für den Gabentisch: Ludwig IX. (1214-1270), der erste und einzige heiliggesprochene König Frankreichs ist neben > Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen (1194-1250) die herausragende Herrschergestalt des 13. Jahrhunderts. Ludwig wird zur nationalen und mythischen Identifikationsfigur der Franzosen wie sein kaiserlicher Gegenspieler für die Deutschen. Jacques Le Goff, zeigt in seiner Biographie > Ludwig der Heilige den König als Heiligen, Kreuzfahrer und Friedensstifter und entfaltet das Bild seines Jahrhunderts. Le Goff erzählt die Herkunft des Königs, eine Geburt 1214, der frühe Tod des Vaters, die Bedeutung des Großvaters, die Regentschaft seiner Mutter, Blanka von Kastilien, die Heirat mit Margarete von Provence und der erste Kreuzzug (1248-1254). Der König gerät in Gefangenschaft und kommt durch die Zahlung eines Lösegeldes frei. Schließlich kehrt er nach dem Tod der Mutter in das damalige Frankreich zurück, regiert und reformiert sein Königreich und stirbt 1270 vor Tunis während eines zweiten, gescheiterten Kreuzzuges.

Jacques Le Goff, > Ludwig der Heilige
Aus dem Franz. von Grete Osterwald Leinen, Fadenheftung, 3 Lesebändchen, eingelassenes Titelschild, mit farb. Tafelteil, mehrere Stammtafeln und Karten, Schuber (Original: Saint Louis. Gallimard, Paris, 1996)
1050 Seiten, ISBN: 978-3-608-91834-2


Don und Petie Kladstrup berichten in > Wein und Kriegüber Bordeaux, Champagner und die Schlacht um Frankreichs größten Reichtum. Das Buch stand m Dezember 2002 auf der Spiegel-Bestsellerliste. Im Juni 1940 kapituliert Frankreich. Die deutsche Besatzung beginnt auf ausdrücklichen Befehl Hitlers, die wertvollsten Weine, Champagner und andere Spirituosen nach Deutschland zu transportieren. Ganz so funktionierte das nicht. Dieses unbekannte Kapitel der jüngsten Geschichte handelt vom Mut und der Phantasie der Franzosen, ihre wertvollsten Weine vor der deutschen Besatzung zu retten: Eisenbahner ließen ganze Züge mit Weinlieferungen im Nichts verschwinden. »La Tour d’Argent«, das Pariser Luxus-Restaurant, mauerte im Mai 1940 sofort 20 000 Flaschen ein. Leider wurden trotzdem 80 000 Flaschen beschlagnahmt und abtransportiert. Die beiden Autoren haben Winzer und Widerstandskämpfer veranlasst, ihre Geschichte authentisch, ungeschminkt, phantasievoll und mutig zu erzählen.

Don und Petie Kladstrup
> Wein und Krieg
Aus d. Amerik. von Dietmar Zimmer (Orig.: Wine and war)
7. Aufl. 2007, 380 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 30 s/w-Duplex-Abbildungen, Wein- und Sachregister
ISBN: 978-3-608-93511-0


Nicolas Offenstadt (Paris I): Die Soldaten im Grabenkrieg des Ersten Weltkrieges

Mi, 30. November 2011 19:30
Eine Veranstaltung des > IZKT in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart

Nicolas Offenstadt (Paris I): Die Soldaten im Grabenkrieg des Ersten Weltkrieges: Überlebens- und Durchhaltestrategien. – Il est maître de conférences en histoire médiévale à l’Université de Paris I-Panthéon-Sorbonne et il est spécialiste des pratiques de la guerre et de la paix à la fin du Moyen Age et à l’époque contemporaine.

Nicolas Offenstadt kaum auf Einladung von Prof. Dr. W. Pyta (Histoisches Seminar der Universität Stuttgart) (Foto: links) nach Stuttgart.

(Einladungstext:)Entgegen einer weit verbreiteten Vorstellung waren die Soldaten des Ersten Weltkriegs keineswegs durchgängig von patriotischer Emphase motiviert. Wie aber lässt sich dann erklären, dass sie das Grauen des Krieges über Jahre ertrugen? Der Vortrag wird anhand bisher unedierter Quellen neue Erkenntnisse über das Verhalten der Soldaten an der Front, ihre Solidarität untereinander, ihre Versuche des Widerstands und ihre Durchhalte- und Vermeidungsstrategien vorstellen.

In deutscher Sprache. Vortrag auf Einladung von Prof. Dr. Wolfram Pyta.
Die Veranstaltung wird von der DVA-Stiftung gefördert.

Voir aussi:

Ofenstadt, Nicolas, La Grande Guerre aujourd’hui, Paris, Odile Jacob, 2010.

> Collectif de Recherche International et de Débat sur la Guerre de 1914-1918 avec
> La Grande Guerre des manuels scolaires: entretien avec Nicolas Offenstadt

> La Grande Guerre dans les manuels scolaires. Entretien avec Nicolas Offenstadt. Benoît Falaize, Olivier Absalon

> Entretien avec Nicolas Offenstadt à l’occasion de la sortie de son ouvrage collectif L’espace public au Moyen Âge. Débats autour de Jürgen Habermas (PUF), qu’il co-dirige avec Patrick Boucheron, rencontre avec l’historien Nicolas Offenstadt, maître de conférences en histoire médiévale à l’université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, spécialiste également de l’histoire de la Première Guerre mondiale, dans: Hisotire pour tous, 26 octobre 2011.

> Le blog de Nicolas Offenstadt

Zwei Nationen – ein Geschichtsbuch

Das deutsch-französische Geschichtsbuch „Geschichte / Histoire“ wird am 13. Oktober 2011 in Osnabrück vorgestellt.

(Ernst Klett verlag)„Das deutsch-französische Geschichtsbuch der Verlage Klett und Nathan ist ein Meilenstein der deutsch-französischen kulturellen Zusammenarbeit“, sagt Dr. Ilas Körner-Wellershaus, Verlagsleiter beim Ernst Klett Verlag in Leipzig und Projektleiter von Histoire/Geschichte. Bis nach Korea und Japan sind die ersten zwei Bände verkauft worden. Bilinguale Schulen, Französisch- und Deutschklassen auf der ganzen Welt arbeiten mit diesem Geschichtslehrbuch. Die Bände werden nicht nur an Schulen mit bilingualem Profil, sondern auch an ganz normalen Schulen in Deutschland und Frankreich eingesetzt.

2003 hatte das deutsch-französische Jugendparlament dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Präsident Jacques Chirac die Realisierung eines deutsch-französischen Geschichtsbuchs in drei Bänden vorgeschlagen. Beide Regierungen und der damalige Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, Peter Müller, setzten sich intensiv für die Umsetzung des Projektes ein.

Das gemeinsame Geschichtsbuch ist das einzige Schulbuch, das jemals in einer Version in allen deutschen Ländern und in Frankreich genehmigt wurde. 2006 erschien mit „Europa und die Welt seit 1945“ der erste Band. 2008 wurde der zweite Band „Europa und die Welt vom Wiener Kongress bis 1945“ veröffentlicht. Nun wird mit dem dritten und letzten Band „Europa und die Welt von der Antike bis 1815“ das vollständige Gesamtwerk in Osnabrück vorgestellt.

Angesichts des völkerverständigenden Gedankens hinter dem Projekt ist die Friedensstadt Osnabrück der geeignete Ort für die Präsentation. Der historische Friedenssaal im Rathaus bietet dazu die passende Kulisse, zumal der Dreißigjährige Krieg und der Westfälische Friede zentrale Themen des zuletzt erschienen Teilbandes bilden. Daher rührt auch die Kooperation mit dem Kulturgeschichtlichen Museum, das an der Realisierung dieses Bandes beteiligt war.

Der offiziellen Präsentation im Rathaus schließt sich im Kulturgeschichtlichen Museum ein Workshop für interessierte Lehrkräfte an. Diese können sich über die inhaltlichen und methodischen Möglichkeiten des gesamten Lehrwerks informieren. Alle drei Bände liegen in einer identischen deutschen und französischen Fassung vor. Bilder, Grafiken, Lehrbuchtexte – alles ist in beiden Fassungen gleich. Für den Unterricht ist es eine große Bereicherung, historische Ereignisse aus transnationaler Perspektive zu erfahren. Methodisch neu sind zudem epochenübergreifende Längsschnitte und die Bearbeitung von Sachquellen.

Die Präsentation wird abends durch eine Podiumsdiskussion zur Aktualität der deutsch-französischen Beziehungen im Osnabrücker Abendgymnasium Sophie Scholl abgeschlossen. Diskutieren werden Prof. Dr. Etienne François (Berlin), Dr. Rainer Riemenschneider (Montpellier) und Hubert Tison (Paris).

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter:
Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück, Tel. 0541 / 323-2207
> museum@osnabrueck.de

Histoire / Geschichte:
Das deutsch-französische Geschichtsbuch ist komplett

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> Karlsruhe : Le manuel franco-allemand d’histoire

> Tübingen : La présentation du manuel franco-allemand d’histoire

> Présentation de la version française du deuxième volume du manuel d’Histoire franco-allemand en Sorbonne 23 avril 2008

> Pressekonferenz und Festakt am 9. April 2008 in Berlin


Deutsche Ausgabe:

> Histoire / Geschichte – Europa und die Welt von der Antike bis 1815
Schülerband – Oberstufe – 978-3-12-416512-1

Französische Ausgabe:
> Histoire / Geschichte – L’Europe et le monde de l’antiquité à 1815
Schülerband – Oberstufe – 978-3-12-416522-0
> Editions Nathan, Paris, ISBN: 978-3-12-416521

Deutsche Ausgabe:
> Histoire/Geschichte – Europa und die Welt vom Wiener Kongress bis 1945
385 Seiten plus CD-ROM, Ernst Klett Verlag, ISBN: 978-3-12-416511

Französische Ausgabe:
> Histoire/Geschichte – L´Europe et le monde du congrès de Vienne à 1945
385 Seiten plus CD-ROM
> Editions Nathan, Paris, ISBN: 978-3-12-416521

Deutsche Ausgabe:
Histoire / Geschichte Europa und die Welt seit 1945
Schülerband mit CD-ROM – Oberstufe
978-3-12-416510-7

Französische Ausgabe:
> Histoire / Geschichte – L’Europe et le monde depuis 1945
Schülerband mit CD-ROM – Oberstufe
978-3-12-416520-6
> Edition Nathan, Paris, ISBN: 978-2-09-172790-5

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