Die Vorstellung des deutsch-französischen Geschichtsbuchs

Im Institut français in Stuttgart gab es heute abend eine dreifache Premiere. Zuerst begrüßte der neue Hausherr, M. Christian Dumon, der als Direktor des Instituts Bernard Bessières folgt, der im August wieder nach Frankreich zurückgekehrt ist, die Gäste des heutigen Abends.

2. Premiere: M. Dumon ist zugleich auch der neue Generalkonsul in Stuttgart. Und schließlich folgte die Vorstellung des deutsch-französischen Geschichtsbuch Histoire/Geschichte. Europa und die Welt seit 1945. Das ist der Dritte Band. die beiden ersten Bände sind in Vorbereitung.

Das deutsch-französische GeschichtsbuchPhilippe Alexandre, Professor am Centre de recherches germanique de l’université de Nancy, berichtete in seinem Vortrag über die Konferenzen zur Schulbuchforschung, die schon im 19. Jahrhundert begannen. Früh hatte man die überragende Prägewirkung von Schulgeschichtsbücher auf  das Geschichtsbild der eigenen Zeit erkannt. In dem Maße wie die Nationalstaaten an Bedeutung zunahmen, nahm auch die staatliche Einflußnahme zu. Vor 1914, z.B. auf dem Welfriedenskongreß von Paris, zwischen den beiden Weltkriegen unter dem Einfluß des Völkerbundes und nach 1945 gab es verschiedene Initiativen, die auf die Gestaltung von Schulgeschichtsbüchern versuchten, Einfluß zu nehmen. Professor Alexandre erinnerte an die Beilage von DAS PARLAMENT, die 1954 die Geschichte und die Perspektiven der Schulbuchforschung vorstellte. Das deutsch-französische Geschichtsbuch knüpft an die erfolgreiche Tradition der Arbeit des > Georg-Eckert-Instituts in Braunschweig für internationale Schulbuchforschung an. 1989 veröffentlichten dort Rainer Riemenschneider und Andrea Hofmeister die Ergebnisse der Schulbuchkonferenzen von 1981-1987.

Peter Geiss, Autor des neuen Geschichtsbuches Studienrat am Bonner Friedrich-Ebert-Gymnasium mit einem deutsch-französischen Zweig – eine sehr interessante Schule, an der ich meine Referendarszeit absolviert habe – stellte den Ansatz und den Aufbau des deutsch-französischen Geschichtbuchs, berichtete über heftig diskutierte Fragen im Autorenteam und nannte Themen, die unstrittig waren. Fragen wie die Bewertung des Zweiten Weltkriegs oder des 8. Mai waren völlig unkritisch. Unterschiedliche Sichtweisen gab es bei den französischen und deutschen Autoren hinsichtlich der Rolle der transatlantischen Beziehungen: Stichworte wie die Luftbrücke oder die Kennedy-Rede in Berlin deuten auf deutsche lieux de mémoire hin, während in Frankreich die Beziehungen zu den USA, Stichwort: amerikanischer Kulturimperialismus, anders und kritischer gesehen werden. Solche Diskussionen sind nicht durch Kompromisse gelöst worden, sondern werden unter dem Stichwort „regards croisés abgehandelt. Ein anderes Beispiel ist die Behandlung des Kommunismus in deutschen Schulbüchern unter dem Eindruck der sowjetischen Bedrohung, des SED-Staates und der Stasi dargestellt, während in Frankreich an die Rolle der Kommunisten im Widerstand gegen die deutsche Besatzung erinnert wird. Auch hier werden die unterschiedlichen Sichtweisen thematisiert. Das deutsche Wirtschftswunder nach 1945 wird in einem solchen Gechichtsbuch relativiert und in den europäischen Kontext eingebettet

Noch ein Wort zum Buch selbst. In Frankreich sind die Quellen meist viel unmittelbarer mit dem Verfassertext verbunden, weil der Text die Schülermethodisch präzise zu bestimmten Fragestellungen anleitet. Diese enge Verknüpfung ist für deutsche Schüler eher ungewohnt, wobei jetzt die französischen Schüler auch neue und andere Arten von Fragestellungen kennenlernen, etwa in der Art von  „Formulieren Sie eine Antwort auf das sowjetische Berlin-Ultimatum von 1948.“ Das deutsch-französische Geschichtsbuch enthält also auch implizit einen Vergleich einen Vergleich der beiden Geschichts-Fachdidaktiken, bei dem beide Seiten voneinander lernen können. Die detailierte Form der französischen Methode zeigt sich u.a. auf den Seiten zur Explication de textes oder auf der Seite mit einer Anleitung zur Erklärung historischer Karten, die in französischen Schulbüchern aufgrund der französischen Tradition der Verbindung von Geographie und Geschichte viel häufiger als in deutschen Schulgeschichtsbüchern anzutreffen sind.

Blogeinträge sollen ja eigentlich kürzer sein, aber manchmal oreintieren sie sich auch an der Qualität der Veranstaltung. N.d.l.r.

Mehr Fotos von diesem Abend erscheinen am Donnerstag in meinem > Fotoalbum auf der Website der Freunde des Institut français de Stuttgart / Les amis de L’Institut.

Das Deutsch-französische Geschichtsbuch

Am Montag, 25.9. stellt Peter Geiss um 17.00 im Institut français in Stuttgart das jüngst erschienene deutsch-französische Gesichtsbuch vor. Nach seinem Vortrag wird er ein Gespräch mit Philippe Alexandre, Professor des Centre de recherches germanique de l’université de Nancy führen.

Peter Geiss ist Herausgeber des deutsch-französischen Geschichtsbuchs, das im August 2006 auf deutsch im Ernst Klett Verlag und auf französisch bei Nathan erschienen ist. Die Texte, die Quellen und die Abbildungen sind in beiden Ausgaben identisch, so daß französische und deutsche Schüler jetzt mit einem gemeinsamen Geschichtsbuch arbeiten können.

> http://www.freunde-ifs.de/
> http://klett-franzoesisch.de/manuel-franco-allemand.html

Französisch lernen

Bei Schülern ist immer noch die Mär von der Schwierigkeit der französischen Sprache besonders im Vergleich mit Englisch weit verbreitet. Zudem wählen viele Schüler Französisch ab, bevor sie einen Einblick in die französische Literatur bekommen haben. Sie nutzen die Chancen nicht, die ihnen die französische Sprache bietet.

Auf der Website der  Vereinigung der Französischlehrerinnen und Französischlehrer (VdF), die seit 2006 als Sektion im > Gesamtverband Moderne Fremdsprachen fortbesteht, gibt es eine nützliche > Liste aller Argumente für Französisch, die auch Empfehlungen für Französisch ab der 5. Klasse enthält.

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Lettres modernes et la linguistique

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Französische Woche in Stuttgart

Französische Woche

In diesem Herbst bietet in Stuttgart die siebte „Französische Woche in und um Stuttgart“ von Donnerstag, 12. bis Sonntag, 22. Oktober rund 100 spannende Veranstaltungen: Lesungen, Ausstellungen, Filme, Vorträge, Führungen, Podiumsdiskussionen, Kinder- und Jugendveranstaltungen, Kunst- und Kulturführungen, Präsentationen, Städtepartnerschaftsprojekte sowie Tanz, Theater, Kulinarisches und einiges mehr.

Bei der Auftaktveranstaltung der Französischen Woche am Donnerstag, 12. Oktober, um 20 Uhr tritt das Pariser Ensemble „La Petite Fabrique“ mit der Tanzproduktion „Les Fables à la Fontaine“ im Theaterhaus Stuttgart auf.

Die Programmbroschüre mit 96 Seiten liegt im Kulturamt, Institut français de Stuttgart, Europahaus, an der Infothek im Rathaus, im i-Punkt Königstraße 1a, im Treffpunkt Rotebühlplatz und in der Stadtbücherei zum Abholen bereit..

Das Programm und weitere Informationen: > www.stuttgart.de/franzoesische-woche.

Der Ernst Klett Verlag beteiligt sich an der Französischen Woche mit einem Chansonabend von Mfa Kera im Institut français, einer Führung in der Französichredaktion des Verlages „Wie entsteht ein Schulbuch?“ und einem Vortrag über Albert Camus und seinen Roman L’étranger.

> www.klett-franzoesisch.de/franzoesische-woche-2006.html

L’étranger ist zur Zeit noch „Sternchenthema“ in Baden-Württemberg. Noch immer wird dieser Roman vor allem und oft ausschließlich als ein absurder Roman gelesen. In dem Vortrag werden verschiedene Interpretationsansätze vorgestellt.

Die deutsch-französischen Beziehungen

Die Website des französischen Außenministeriums zur deutsch-französischen Zusammenarbeit bietet eine kurz und präzise Darstellung der Geschichte der Beziehungen zwischen beiden Ländern an. In einigen Absätzen werden die Strukturen der zwischenstaatlichen Abstimmung erläutert, womit im wesentlichen der Deutsch-französische Ministerrat gemeint ist, der in dieser Form bereits sechs Mal getagt hat. Weitere Seiten informieren über die kulturelle, wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit.

Aktuelle Informationen bietet das > deutsch-französische Internetportal. Der Website wird per Klick in verschiedenen Sprachen angezeigt: Français, English, Español, عربي, 中文.

Auf deutscher Seite informiert das Auswärtige Amt infomiert regelmäßig (auch zweisprachig) über die > deutsch-französische Zusammenarbeit. Am 1. August wurde ausführlich über das > Deutsch-französische Geschichtsbuch berichtet.

Die Website > Romanistik im Internet ist aus der Begleitung einer Übung an der Universität Stuttgart hervorgegangen und wird seit vier Jahren auf dem Server des Romanischen Seminars der TU Dresden beheimatet. Hier werden Linksammlungen und aktuelle Websites zu den deutsch-französischen Beziehungen angezeigt.

„Jugend in Europa – Schüler machen Zeitung“

Das Deutsch-französische Jugendwerk (DFJW) hat zum 4. Mal ein Zeitungsprojekt „Jugend und Europa-Schüler machen Zeitung“ für das Schuljahr 2006/2007 gestartet. 

Im Rahmen dieses Projekts verfassen deutsche und französische Jugendlichen während eines Schüleraustauschs gemeinsam Artikel zu europäischen Themen und veröffentlichen diese in den Tageszeitungen ihrer Heimatregionen. Im Rahmen eines abschließenden Wettbewerbs prämiert eine Jury die besten Beiträge.

Der Tipp:

Das Projekt richtet sich an Klassen der Sekundarstufen I und II, deren Schüler über Grundkenntnisse in der französischen Sprache verfügen. Bis zum 31. Oktober 2006 können Lehrer in Absprache mit der französischen Partnerschule beim DFJW die Bewerbung einreichen. Ausführliche Informationen befinden sich in den Bewerbungsunterlagen. Das DFJW gewährt den teilnehmenden Schulklassen einen Zuschuss zu den Fahrtkosten zum Ort der Begegnung.

Das Projekt den Schülern einen kompetenten Umgang mit dem Medium Tageszeitung und gibt ihnen Einblicke in die Arbeit eines Journalisten. Bewerbungen per > Anmeldeformular an:

> Deutsch-Französisches Jugendwerk
Bereich „Schulaustausch“
Molkenmarkt 1
10179 Berlin
Tel.: 030 288757-12

E-Mail:> schueler-machen-zeitung@dfjw.org

 

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