Es knirscht zwischen Paris und Berlin

Der Brexit, den die Briten nicht in den Griff bekommen, hält die EU unnötig auf. Gerade jetzt vor den Europawahlen im Mai hätte die EU Wichtigeres zu tun, als ständig neue Verschiebungen des Brexits in Kauf nehmen zu müssen.  Insoweit Präsident Emmanuel Macron hat Recht, wenn er sich gegen eine lange Verschiebung des Brexit mit immer größerer Unsicherheit über die Ansichten der Briten wendet.  Die EU hat sich die Tagesordnung von den Briten  diktieren lassen und dadurch sind viele Themen liegengeblieben. Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte offenbar einen längeren Aufschub für die Briten als Präsident Macron akzeptieren. Nun haben sich die Staats- und Regierungschefs auf den 31.10.2019 als Austrittsdatum für den Brexit geeinigt – mit der Option, dass Großbritannien auch eher austreten kann, wenn das Unterhaus den Austrittsvertrag mit der EU doch noch akzeptieren sollte.

Wie auch immer, die Entscheidungslosigkeit der Briten den anderen Mitgliedsstaaten der EU wichtige Zeit gekostet – gerade auch, um Präsident Emmanuel Macron eine wirklich substantielle Antwort auf seine europapolitischen Vorschläge zu geben: > Der Gastbeitrag von Emmanuel Macron: Ein Appell zugunsten Europas – 5. März 2019 – mit allen Links zu seinen Reden über Europa. Dei Vorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer hat auf seine Vorschläge sehr schnell geantwortet: > Der Appell von Emmanuel Macron und die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer – 12. März 2019. In der Tat greift sie viele Vorschläge des Präsidenten auf, aber ihre Gedanke, den Standort Straßburg des EU-Parlaments aufzulösen, hat in Paris ganz erhebliche Irritationen ausgelöst, wodurch kaum noch Zeit blieb, die Übereinstimmungen zu diskutieren und zu bewerten.

Ist dieses Gerangel um den Brexit es wert, die Stimmung zwischen Paris und Berlin eintrüben zu lassen? Es nicht einfach, nach den Gründen für dieses Knirschen zu suchen. Sind es innenpolitische Erwägungen, die diesen Dissens zwischen Macron und Merkel so offen zutagetreten lassen? Ist das unseelige Brexit-Problem nur ein Vorwand für Berlin, um von anderen Problemen oder Fragen abzulenken? Nach der > Unterzeichnung des Aachener Vertrags und der ersten Sitzung der Deutsch-französischen Parlamentsversammlung sollte le #francoallemand eigentlich besser funktionieren. Wichtig: Sucht man auf Twitter nach > „deutsch-französische Kooperation“ gibt es jetzt deutlich häufigere  Nachrichten als  vor der Unterzeichnung des Aachener Vertrags.

Jetzt nennt Jean Quatremer in Libération am 14. April 2019 sogar von Scheidung: > Le couple franco-allemand au bord du divorce. „Das ist übertrieben,“ sagt Christian Lequesne, Professor an Sciences Po, > Paris-Berlin. Nachgefragt: Christian Lequesne répond à nos questions – 17. April 2019, er lässt dann aber doch durchblicken, dass die Berliner Reaktionen auf die Europa-Vorschläge von Emmanuel Macron nicht ausreichen. Und ein Beamter im  Quai d’Orsay meint sogar, nach der Sorbonne-Rede von Präsident Macron habe man eine historische Chance verpasst und deutet die deutsch-französische Kooperation zunehmend als eine Zweckgemeinschaft, die doch sehr stark von den innenpolitischen Einflüssen abhängig sei.

EU-Gipfel in Brüssel zum Brexit

Wir sammeln noch. Unsere Redaktion arbeitet an einem weiteren Artikel.

https://twitter.com/EmmanuelMacron/status/1116157751779123200

> Boris Johnson und der #NONBrexit
26. Juli 2016 von H. Wittmann

Jetzt verlassen die Briten am 31.10. – oder eher, wenn das Unterhaus dem Vertrag mit der EU-zustimmt – die EU. Im Juni soll das Datum nochmal überprüft werden; auf diese Weise wird der Einspruch von Präsident Macron berücksichtigt, der sich für eine kürzere Frist bis zum Brexit ausgesprochen hat. Außerdem muss Großbritannien an der EU-Wahl teilnehmen, falls es nicht bis zum 22.5. zu einem Brexit kommt :

https://twitter.com/EmmanuelMacron/status/1116007754752245763

https://twitter.com/RegSprecher/status/1115960692723548160

A.L. Kennedy, in: MAX JOSEPH 2018/29 No. 3: „Umbrüche“, S. 70:
https://twitter.com/sarahmdeckert/status/1116230861240840192

Und es gibt wieder neue Stimmen aus England:

https://twitter.com/zeitonline/status/1116014703732506624

und die Demonstranten waren auch in Brüssel:

https://twitter.com/ByDonkeys/status/1115997289187815426

Und Mr. President schimpft auf die EU, sie sei zu streng, meint er zu nachgiebig?

https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1116172224459882496

> Historiker Adam Tooze über den Brexit„Die größte politische Katastrophe meines Lebens“ – Adam Tooze im Gespräch mit Ute Welty – Deutschlandfunk Kultur, 8.4.2019

Und in der Nationalversammlung:

https://twitter.com/ademontchalin/status/1116358889023397888?s=21

Aus unserem Artikel zum Brexit vom 13.10.2016  > #Brexit oder #nonBrexit ?

Auf unserem Blog. Vieles zum Einsatz von Twitter im Unterricht: > Schule und Politik: Vom Twittern in Frankreich und Deutschland – 20. April 2016

Anleitung für Suchausdrücke: > https://dev.twitter.com/rest/reference/get/search/tweets: Anzahl der Tweets, Zeitaum und > Query Operators und die Sprache der Tweets einstellbar:

> Tweets zum Brexit auf Englisch
> Tweets zum Brexit auf Französisch
> Tweets zum Brexit auf Deutsch

… aus einem bestimmten Profil mit dem Stichwort Brexit als Grundlage für eine Analyse benötigt, kann man in der Timeline von > twitter.com/FranceBlogInfo mit dem Stichwort Brexit => https://twitter.com/search?q=francebloginfo%20brexit&src=typd einen speziellen Textcorpus herstellen: > https://twitter.com/search?q=brexit%20%40france-blog.info&src=typd. Vorzugsweise über die normale Suchfunktion in Twitter so > “@francebloginfo brexit” einzugeben: Weitere Einstellmöglichkeiten sind: lang=all oder lang=fr. Oder die > Erweiterte Suche von Twitter nutzen.

Mit Hilfe der Erweiterten Suche und diesem Ausdruck > “brexit OR nonbrexit from:francebloginfo since:2016-01-01” kann eine spezielle Tweetline erzeugt werden, die nur die Meldungen unseres Twitteraccounts mit den Ausdrücken Brexit und Nonbrexit seit Januar 2016 enthält.

> Haben Sie im Französischunterricht schon mal mit Twitter gearbeitet? 5. Oktober 2017

Die Ergebnisse des Grand Débat National

Ergänzt am 10.4.19: Heute, am 8. April, wurden im Grand Palais von den Veranstaltern der Grand Débat National Premier Minister Édouard Philippe eine Synthese der Grand Débat National überreicht. Man rechnet damit, dass Staatspräsident Emmanuel Macron Mitte April als Antwort auf die Ergebnisse der Debatte konkrete Maßnahmen verkünden wird. Immerhin hat Premier Minister Édouard Philippe  angedeutet, „schneller“ die Steuern senken zu wollen und er scheint nicht abgeneigt zu sein, die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h auf Landstraßen überdenken zu wollen

Manchmal ist Twitter richtig gut, weil man einen Eindruck von einem Ereignis gleich vorzeigen kann:

https://twitter.com/AlexGubser/status/1115164518454386688

Allerdings verleitet Twitter dazu, dass das schnelle und oft unüberlegte Liken, Teilen und somit Weiterleiten von Nachrichten möglicherweise zur Verbreitung nicht korrekter, und nicht hinreichend überprüfter Nachrichten beiträgt. Ein Journalist prüft die Fakten, am besten aus drei Quellen und ordnet sie in seinem Text, der zur Nachricht wird, ein, damit der Leser sich einen Überblick über ein Ereignis verschaffen kann. Seien wir uns bewusst, dass die beiden hier oben zitierten Tweets vielleicht nur einen Aspekt des Ereignisses wiedergeben, oder gar einen Aspekt ungebührlich überbetonen. Unsere Redaktion wird auf dieses Thema der Nachrichtenerstellung nochmal zurückkommen.

Vgl. Die Analyse von Les décodeurs LE MONDE: > Doublons de contributions, participants frénétiques… les limites du grand débat en ligne – par Jonathan Parienté et Maxime Ferrer, 8 avril 2019 à

> Grand Débat National – Website des Elysée-Palasts

> Grand Débat national auf unserem Blog

> Le Grand Débat National sur le site de la Commission nationale du débat public.

Die Zeitung LA CROIX hat heute am 8.4.2019 eine Analyse aus der Feder von Pierre Sautreuil veröffentlicht: > Grand débat, l’heure du bilan pour l’exécutif.

Bei der Debatte von vier Monaten wurden 1 932 884 Beiträge oonline eingereicht, 10 452 lokale Versammlungen wurden abgehalten, 16 132 „cahiers citoyens“ wurden eingereicht, die später in der Bibliothèque nationale de France archiviert werden, und 15 701 Briefe, und 4 große nationale Konferenzen und 19 Bürgerversammlungen abgehalten.

> Le grand débat national à partir du 15 janvier 2019 – Dienstag, 15. Januar 2019

Diese Themen standen im Vordergrund der Debatte
1. Der ökologische Umbau
2. Steuern und öffentliche Ausgaben
3. Demokratie und Bürgerbeteiligung (la citoyenneté)
4. Die Organisation des Staates und die öffentlichen Dienste

Nach der Debatte, so die verantwortlichen Minister Emmanuelle Wargon und Sébastien Lecornu, ergeben sich die weiteren Themen: „Gesundheit, Soziales und Integration“, „Kaufkraft“, „Unternehmen und Beschäftigung“, und „Erziehung“.

Es wird nicht einfach sein, die Vielfalt der Diskussionsbeiträge auf den Punkt zu bringen. Der Grand Débat national war von der Regierung geschickt als Antwort auf die Demonstrationen und die Forderungen der Gelben Westen organisiert worden. Nun hat es den Anschein, dass der Themenkreis viele Forderungen der Gelben Westen sogar übertrifft. Alle Augen richten sich nun auf den Élysée-Palast. Wie wird Emmanuel Macron sich entscheiden? Welche Maßnahmen wird er ankündigen? Ein Referendum, von dem im Augenblick nciht mehr gesprochen wird. Ist diese Option vom Tisch?

Die gesamte Präsentation im Grand Palais am 8.4.2019:

25 mars 2019: L’assemblée parlementaire franco-allemande

Das klingt wie Zukunftsmusik. Aber sie ist ganz reell und wird von nun an zweimal im Jahr gespielt:

> Assemblée parlementaire franco-allemande : Signature de l’accord parlementaire franco-allemand par M. Richard Ferrand, Président de l’Assemblée nationale, et M. Wolfgang Schäuble, Président du Bundestag allemand – Website der Assemblée nationale

> Deutsch-französische Versammlung – Website des Deutschen Bundestages

Heute ist ein wichtiger Tag für die deutsch-französische Kooperation.

Zum ersten Mal tagt die Deutsch-französische parlamentarische Versammlung in Paris. So eine Versammlung ist einzigartig in der Welt. Symbolkraft ist auch mit dabei, aber man darf davon ausgehen, dass die 100 Parlamentarier sich keinesfalls nur zum Vergnügen treffen. U. a. geht es auch um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, deren Tore bereits mit dem > Aachener Vertrag geöffnet werden: > Sylvain Waserman hat der Regierung seinen Bericht über “Die deutsch-französischen grenzüberschreitenden Beziehungen” überreicht – 22. Mai  2018

Der Bundestag hat dem Deutsch-französischen Parlamentsabkommen zugestimmt – 24. März 2019

> > Die Nationalversammlung stimmt der Einrichtung einer Deutsch-französischen Parlamentsversammlung zu – 12. März 2019

Ein Ausschnitt aus dem Interview mit Henrik Uterwedde > Deutsch-französisches Institut, Ludwigsburg:

Pierre-Yves Le Borgn’: Frankreich, Deutschland und Europa

Jonathan Spindler Partnerschaftsverband Rheinland-Pfalz/4er-Netzwerk e.V.

Anlässlich einer Mitgliederversammlung Partnerschaftsverbandes Rheinland-Pfalz / 4er-etzwerk e.V. im Landtag von Rheinland-Pfalz hat Pierrre Yves le Borgn‘ am 22. März 2019 einen Vortrag über „Frankreich, Deutschland und Europa“ gehalten:

Hier folgt eine Fotogalerie:

© Landtag Rheinland-Pfalz/Kristina Schäfer

„Mehr als alles andere weiß ich, dass das Zusammentreffen der französischen und deutschen Unterschiede nicht nur für unsere beiden Länder notwendig ist, sondern auch als entscheidender Motor für den Aufbau Europas nützlich ist.“

En français :

> La France, l’Allemagne et l’Europe

Lesen Sie auf unserem Blog:
> Pierre-Yves Le Borgn’: “L’Europe doit retrouver le lien citoyen. “ – 28.1.2019

> Nachgefragt: Pierre-Yves Le Borgn’ : « Il faut un récit européen en complément du récit national » – 17.11.2018

Le Borgn‘ erläuterte „wie ist es möglich, dass es zwei so unterschiedlichen Länder – auch in ihren Visionen von Europa – gelingen konnte, eine gemeinsame Rolle spielen, um ihre Entwicklung zu gewährleisten?“ Außerdem hat er die künftigen Herausforderungen Europas, von denen einige mit dem Rest der Welt geteilt werden dargelegt, um auf die Bedeutung der deutsch-französischen Beziehung im Rahmen der zu ergreifenden Maßnahmen um zu handeln zu können.

Seien These: „Frankreich und Deutschland haben unterschiedliche Vorstellungen von dem europäischen Projekt“
„In Paris war die Idee lange Zeit – und sie ist noch ein bisschen –, dass Europa zwangsläufig Frankreich in Groß sein muss. Während in Berlin das Ziel darin bestand, wieder einen Platz in der internationalen Gemeinschaft zu finden.
Diese unterschiedliche Sichtweise zeigt sich auch in der Funktionsweise Europas. Für Frankreich bedeutet der zwischenstaatliche Ansatz: es geht darum, die Rolle der Mitgliedstaaten bei supranationalen Institutionen der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament in den Vordergrund zu stellen. In Deutschland dominiert dagegen die föderalistische Logik mit der Stärkung der Befugnisse des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission, um das gemeinsame Interesse und die kleinen Staaten gegen die Hegemonie großer Staaten zu schützen.“
… „Auch Frankreich und Deutschland haben nicht die gleichen Standpunkte zum geografischen Gebiet der Europäischen Union entwickelt. Bis wohin muss Europa reichen?“

Nachdem Le Borgn‘ diese und weitere Unterschiede erläutert hat, fragt er: „Wie konnte die deutsch-französische Beziehung für Europa trotz oder aufgrund dieser Unterschiede nützlich sein ?“ und seeine Anworten hören sich wie eine Interpretation des > Aachener Vertrages an. Ein Neubeginn für die deutsch-französische Kooperation:

„Visionen und letztlich divergierende Interessen können ein Vorteil sein, wenn der ursprüngliche Antagonismus als produktiv angesehen wird. Es ist das Geheimnis des deutsch-französischen Motors für Europa‚ den man in verschiedenen kritischen Momenten der Geschichte der Europäischen Union in Aktion beobachten konnte. Diese Unterschiede ermöglichen es Frankreich und Deutschland, die unterschiedlichen Standpunkte und Interessen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union weitgehend zu vertreten. Es muss noch dafür gesorgt werden, dass diese Unterschiede bei der Suche nach einem Kompromiss überwunden werden und der europäische Kontext sich dazu eignet. Dies ist heute weniger der Fall, als es unter den Kanzler-und-Präsidenten-Paaren Mitterrand- Kohl und Giscard-Schmidt war.“ …

„Wie funktioniert das deutsch-französische Paar im europäischen Raum? Es schließt die Konfrontation aus und sucht nach einem Kompromiss zu mehreren Themen, indem es regelmäßig vor den europäischen Debatten und Beschlüssen diskutiert wird. Diese Methode bewies zum ersten Mal den Nachweis ihre Wirksamkeit in den Amtszeiten von Georges Pompidou und Willy Brandt, als Präsident Pompidou das französische Veto im Hinblick auf den Beitritt des Vereinigten Königreichs zur EWG aufgehoben hat, nachdem die anderen Mitgliedstaaten die Anwendung des Grundsatzes der gemeinsamen finanziellen Verantwortung in der gemeinsamen Agrarpolitik übernommen haben. Ebenso wurde durch einen deutsch-französischen Deal mehr als 20 Jahre später die französische Ablehnung der Erweiterung der Europäischen Union im Osten zu beendet, als die EU die Garantie für die Finanzierung der gemeinsamen Agrarpolitik durch die erweiterte Union übernommen hat.

Um erfolgreich zu einem solchen Kompromiss zu gelangen, muss in Paris und in Berlin der Wille vorhanden sein, über die Meinungsverschiedenheiten hinauszugehen und sie in einen größeren Rahmen zu stellen, in dem ein Paket miteinander kombiniert wird, das mehrere unterschiedliche Themen miteinander verbindet und auch den Erwartungen der anderen Mitgliedstaaten Rechnung trägt.“

Lesen sie den ganzen Vortrag von Pierre-Yves Le Borgn’ : > Frankreich, Deutschland und Europa *.pdf

France-Allemagne: Was ist da los?


Die Reaktionen in Deutschland auf die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), die wir auf diesem Blog zitiert haben, um dann ihren Artikel mit dem Appell von Präsident Macron zu vergleichen > Der Appell von Emmanuel Macron und die Antwort von Annegret Kramp-Karrenbauer – 12. März 2019 fielen sehr kritisch aus. Wie unsere Redaktion aus gut unterrichteten Kreisen aus Paris vernimmt, ist die 🇫🇷🇩🇪 Stimmung nicht so gut, wie sie nach der Unterzeichnung des > Aachener Vertrages und der Abstimmung in der Nationalversammlung über das > Deutsch-französische Parlamentsabkommen sein  könnte oder müsste. Eine Enttäuschung scheint sich breit zu machen, und die Gründe sind nur schwer erkennbar.

Spurensuche. Zuerst fällt unserer Redaktion ein längerfristiger Grund ein, der zugleich auch das Thema ist, was im Aachener Vertrag schlecht wegkam: der Französischunterricht, der als Fundament der künftigen deutsch-französischen Kooperation jetzt ein echtes Renouveau verdient hat.

Der Blick auf die Basis ist ebenfalls ernüchternd, und lehrreich zugleich, denn von den vielen Versprechungen zum renouveau du #francoallemand kommt da außer bei den Städtepartnerschaften etc. nicht viel an. Es gibt Versprechungen und Werbeaktionen, nur der rechte Erfolg mag sich nicht einstellen: > Michaela Wiegel: Ungeliebter Französischunterricht – und was können/müssen wir tun?  – 11. März 2019. In politischer Hinsicht ist in Deutschland kein Wille erkennbar, den Französischunterricht so nachhaltig zu fördern, wie er es verdient hätte. Sind das Spätfolgen? Knapp drei Monate vor dem II. Examen wurde uns in Bonn 1986 verkündet, niemand werde übernommen. Für Französischlehrer sah die Berufsperspektive sehr lange sehr düster aus. Sie wurden nicht gebraucht. Ihre Werbung für das Fach hat lange gefehlt und heute?  80 % der Schüler/innen geben das Fach vor der Oberstufe auf. Das Fach ist schon lange nicht mehr attraktiv. Der Politik in den Ländern und im Bund ist es nicht gelungen, eine Begeisterung für das Fach und damit für Frankreich oder umgekehrt zu erzeugen. Wenn wir von den Germanisten in der französischen Regierung sprechen, fragen wir lieber nicht danach, wie es umgekehrt bei uns darum steht. Französisch gilt als ein schweres Fach, es ist ungeliebt und das überträgt sich auch auf die Beziehung zum Nachbarland. Ausnahmen sind die Schüler/innen der Gymnasien mit einem bilingualen deutsch-französischen Zweig, deren Erfolge sind bemerkenswert. Aber ungleich wichtiger ist die Arbeit der Attachés de coopération pour le français der Französischen Botschaft > www.institutfrancais.de/qui-sommes-nous/equipe, die in den Instituts français in Deutschland angesiedelt sind und die mit Geschick und großem Engagement für die französische Sprache und das Diplôme de langue française DELF werben: > Artikel zu DELF auf unserem Blog.

Abhilfe. In diesem Zusammenhang erinnern wir an unserem Artikel > Der Vergleich (XII) : L’allemand en France, Französisch in Deutschland (I) – 29. Juni 2016, in dem wir auf die Kulturinstitute und ihre Verteilung in Frankreich und Deutschland hingewiesen haben. Es wird zeit, deren Präsenz in Frankreich erheblich zu erweitern und ein Kooperations- und Austauschverfahren zwischen den Instituts français und den Goethe-Instituten jetzt in Gang zu setzen. Das kostet Geld, aber anders ist die Förderung des beiderseitigen Sprachunterrichts und die notwendige Aufmerksamkeit der Schüler nicht zu erhalten.

df-instituts

IF Deutschland Essen Kiel Saarbrücken Berlin Frankfurt/M. Köln Sachsen-Anhalt Bonn Freiburg Leipzig Stuttgart Bremen Hamburg Mainz Thüringen Dresden Hannover Mannheim Düsseldorf Heidelberg München Erlangen Karlsruhe Rostock Lille Paris Nancy Strasbourg Lyon Bordeaux Toulouse Marseille Montpellier - Maison de Heidelberg Aix-en-Provence- Cdentre franco-allemand Centre culkturel franco-allemand Nice

> Instituts français en Allemagne
> Französische Kultur in Deutschland – Website der Französischen Botschaft in Deutschland

Antisemitismus. Die Schändung des Friedhofs in Quatzenheim

Auf dem jüdischen Friedhof in Quatzenheim im Elsaß wurden in der Nacht auf den 19.2.2019 92 Grabsteine mit Hakenkreuzen geschändet. Der Präsident der Nationalversammlung verurteilte diesen Vorfall heute nachmittag :

https://twitter.com/richardferrand/status/1097862383018672128?s=21

Nach der Rückkehr aus Quatzenheim hat Präsident Macron zusammen mit dem Präsidenten des Senats, Gérard Larcher und der Nationalversammlung, Richard Ferrand, die Gedenkstätte für den Holocaust in Paris besucht und einen Kranz dort niedergelegt.

https://twitter.com/shoah_memorial/status/1097928054180065281?s=21

Prix des lycéens allemands 2019 :
Littérature en débat à Mayence !

Le jeudi 14 février 2019, les 15 élèves délégué.e.s élu.e.s participant au Prix des lycéens allemands 2019 ont débattu une nouvelle fois des 4 livres francophones de littérature jeunesse en compétition ! Un défi et une belle réussite pour les classes et leur enseignant.e de français qui se sont réunis ce jour-là à l´Institut français de Mayence !

Depuis 2004, des milliers d´élèves apprenant de français à travers les 16 Bundesländer s´emparent chaque année avec ferveur et passion des quatre livres de littérature jeunesse sélectionnés.

Rappelons d´abord que l´Institut français d´Allemagne organise avec les éditions Klett-Sprachen le Prix des lycéens allemands (PDLA) qui est remis par un jury d´élèves lors du Salon du Livre de Leipzig. Chaque ministère allemand de l’Éducation s´investit d´une manière ou d´une autre dans le projet et soutient le Bureau de coopération linguistique et éducative qui le pilote au nom de l´Institut français.

Les élèves apprenant de français découvrent et lisent les quatre livres de littérature de jeunesse…en langue originale, bien sûr !
Cette année, ces livres ont été nominés :

Jo Wittek, Une fille de …, Actes Sud Junior 2017
Éric Pessan, Dans la forêt d’Hokkaido, École des loisirs 2017
Ahmed Kalouaz, La maraude, Rouergue 2016
Romain Puértolas, Un détective très, très, très spécial, La joie de lire 2017

A l´issue des débats et des échanges de points de vue, les élèves de Rhénanie-Palatinat ont finalement exprimé leur goût pour le livre préféré, mais chut, c´est un secret !, et surtout ont voté pour la représentante ou le représentant jugé.e capable de défendre au mieux le choix de son Land lors du jury fédéral de Leipzig.

La journée du 14 février a été ponctuée de trois moments forts pour les élèves :

le matin, elles et ils ont pu en sous-jurys commencer à affuter leurs arguments en faveur de tel ou tel livre et par là-même à montrer à l’oral leurs compétences de communication et d´argumentation ;

l´après-midi, les représentant.e.s déléguée.es choisi.e.s en sous-jury ont débattu pendant plus d´une heure devant leurs professeur.e.s et camarades sur les atouts des quatre livres sélectionnés : la littérature jeunesse n´est-elle pas aussi pour les adultes ? Les thèmes graves abordés par ces livres ne manquent-ils pas un peu d´humour ? La lecture de ces livres développe-t-il le goût de lire ?…

Notre album photo:

A la suite de tous ces échanges dignes du jury d´un Prix Goncourt jeunesse, chaque délégué.e a dû convaincre ses « électrices et électeurs » (délégués et suppléants présents) de sa capacité à débattre et à convaincre en français. Et cette année, Nick Hellinger du Bertha-von-Suttner Gymnasium d´Andernach a été élu à la majorité absolue dès le premier tour !

Enfin, en clôture de cet évènement littéraire, l´Institut français a offert une « lecture d´hiver » avec Hedy Kerpitchian et Philippe Lindecker, deux violonistes de l’Orchestre philharmonique de Strasbourg. Les deux interprètes professionnels ont pu non seulement nous ravir avec un moment musical magique mais aussi dialoguer avec les élèves autour de leur parcours, des métiers de la musique et de la place des langues dans un monde musical internationalisé.

 

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