Der erste Wahlgang der Parlamentswahlen in Frankreich

Valéry Giscard d’Estaing sagte einmal: „Ma circonscription est la France.“ so wie der Präsident also einen Wahlkreis für sich hat, so hat jeder Abgeordnete, auch die Abgeordneten, > die Franzosen im Ausland repräsentieren, seinen eigenen Wahlkreis. Es gibt also keine Wahllisten, so wie in Deutschland, wo nur die Hälfte der Abgeordneten in Wahlkreisen gewählt wird (Direktmandat) und die andere Hälfte per Listen auf denen die Rangfolge – und somit die Wahlchancen – von unseren Parteien bestimmt wird. Bei uns haben also die Wähler kaum eine Möglichkeit Politiker, die von den Parteien favorisiert werden, abzuwählen. Und das Mehrheitswahlrecht in Frankreich favorisiert die starken Parteien und sichert ihnen solide Mehrheiten. Aus diesem Grund ist diese Wahl auch so spannend, weil in jedem Wahlkreis die Wähler über ihren Abgeordneten entschieden. Wie wird der FN sich verhalten? Wer tritt zugunsten von wem zurück, welche Wahlempfehlungen gibt es? Ob Hollande sich noch an seinen Wahlvorschlag, wieder das Verhältniswahlrecht einzuführen, erinnern wird? Nach seiner Wahl zum Staatspräsidenten gab es zumindest ein großes Wahlgeschenk. Die Wiedereinführung der Rente mit 60 Jahre, wenn auch an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, kommt – gegen jede Vernunft – jährlich 110.000 Arbeitnehmern zugute. Die Frage der Finanzierung wird dabei möglichst nicht gestellt. Nun folgt auch die gute Nachricht für François Hollande: Er kann möglicherweise mit einer absoluten Mehrheit für die Parti socialiste in der Nationalversammlung rechnen. 321-361 Sitze für die Linke und 218-250 Sitze für die Rechte, prognostiziert das Umfraginstitut Oponionway, gemäß einer Meldung des Figaro: La gauche obtiendrait la majorité absolue au second tour.

> Die Ergebnisse des ersten Wahlgangs der Wahl zur Nationalversammlung am 10. Juni 2012

> 36 Kandidaten wurden im ersten Wahlgang gewählt. Sie haben also die absolute Mehrheit der Stimmen in ihrem Wahlkreis erhalten + mindestens ein Viertel der Stimmen aller eingeschrieben Wähler = Wahlberechtigte. Im ersten Wahlgang wurde u.a. der Premierminister Jean-Marc Ayrault gewählt. Eine wichtige Voraussetzung für ihn, um im Amt zu bleiben. In 495 Wahlkreisen wird es eine Stichwahl geben, und in > 36 Wahlkreisen wird es eine Triangulaire geben, dort haben je drei Kandidaten mindestens 12,5 % der Stimmen erhalten. Um dort im zweiten Wahlgang gewählt zu werden, reicht die einfache Mehrheit.

Im ersten Wahlkreis von Charente-Maritime hat Ségolène Royal (32,03 %s) chlechte Karten gegenüber einem Sozialsten, Olivier Falorni, der 28,91 % der Stimmen erhalten hat und möglicherweise nicht zugunsten von Royal aufgeben wird.

> Législatives : 36 députés élus ou réélus au premier tour – LE MONDE

> Résultats des élections législatives : France entière per Departement oder Region – LE MONDE

Sonderseite: > Législatives 2012 – LE MONDE

Gemeinsam Geschichte schreiben?
Podiumsdiskussion zu internationalen Geschichtsbüchern

Das deutsch-französische Geschichtsbuch ist ein Exportartikel par excellence der deutsch-französischen Kooperation geworden. Das Verfahren, wie es trotz unterschiedlicher Lehrpläne und vor allem auf der Grundlage einer so schmerzlichen Erinnerung an drei Kriege ein solches Werk zu erstellen, ist eine erneute Dokumentation der deutsch-französischen Aussöhnung, die selber ein Modell für andere Staaten ist, die gerne ihr Verhältnis mit einem oder mehreren Nachbarländern neu ordnen würden. Dieses Unterrichtswerk hat es vorgemacht: Wenn zwei Staaten ihre gemeinsame Geschichte in einem Schulbuch darstellen, profitieren nicht nur die Schülerinnen und Schüler vom neuen Blick auf sich selbst. Die drei Bänden enthalten die Geschichte zweier Staaten. Das Werk ist ja eigentlich viel umfangreicher als es aussieht, weil es die deutsche und die französische Geschichte enthält und zugleich allein schon durch die Präsentation und das Zustandekommen des Werkes – abgesehen von den ausdrücklich den gemeinsamen und unterschiedlichen Sichtweisen gewidmeten Seiten – für Schüler eine Anleitung ist, zu lernen, wie man Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und bewertet.

Am 14. Juni diskutieren Fachdidaktiker und Lehrkräfte, wie sich dieses Konzept auf ein deutsch-polnisches Geschichtsbuch und ähnliche Projekte übertragen lässt.

Wie kann man verschiedene Vorstellungen der Geschichte zusammenführen? Wie im Schulbuch die nationale Perspektive überwinden? Und warum ist der neue Blickwinkel so wichtig wie nie? Bei einer deutsch-französisch-polnischen Veranstaltung beleuchten Experten die Ziele, Wege und Methoden internationaler Geschichtsbücher:
14. Juni 2012
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

Grimmaische Str. 6, 04109 Leipzig
18:00 bis 19:30 – Eintritt frei

Auf dem Podium:
Dr. Ilas Körner-Wellershaus hat Religionsgeschichte, Politik und Zeitgeschichte, Kunstgeschichte in Tübingen und Bonn studiert. Seit 2005 ist er Projektleiter des deutsch-französischen Geschichtsbuchs, und seit 2007 Verlagsleiter des Ernst Klett Verlag in Leipzig.
Dr. Rainer Bendick ist Historiker, Romanist, Lehrer an dem Abendgymnasium Sophie Scholl, Osnabrück, und Herausgeber sowie einer der Autoren des ersten Bandes des deutsch-französischen Geschichtsbuches. In 1999 hat er eine Studie unter den Titel „Kriegserwartung und Kriegserfahrung. Der Erste Weltkrieg in deutschen und französischen Schulgeschichtsbüchern (1900-1939/45)“ geschrieben.
Dr. Emmanuel Droit, Dozent für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Rennes 2, z. Zeit Humboldt-Stipendiat in Potsdam und Berlin, erforscht die Erziehungspraktiken und Vorstellungen der DDR, die Geschichtsschreibung des Ostblocks, und die Erinnerungskultur Europa. Er hat das deutsch-französische Geschichtsbuch als Oberstufen-Lehrer in Straßburg in bilingualen Unterricht benutzt.
Véronique Charles ist Geschichts- und Geografie-Lehrerin in der Académie de Lyon (Frankreich) und seit einem Jahr im Rahmen des „Jules Verne Programms“ an das Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium Leipzig delegiert, wo Sie im bilingualen Zug diese Fächer unterrichtet. Sie war ein Jahr (1997-98) in Polen als Französisch-Lehrerin tätig.
Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz ist Historiker, Direktor des Willy-Brandt-Zentrums für Deutschland und Europastudien der Universität Wroclaw, wissenschaftlicher Koordinator des deutsch-polnischen Geschichtsbuches, und Mitglied des Präsidiums der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission.

Die Podiumsdiskussion „Gemeinsam Geschichte schreiben?“ ist eine Veranstaltung des Institut Francais Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Leipzig, der Ernst Klett Verlag GmbH und dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig mit freundlicher Unterstützung von Tilia Umwelt GmbH.

Institut français Leipzig
Thomaskirchhof 20
04109 Leipzig
Tel : +49 341 589 890


Articles sur ce blog / Beiträge auf diesem Blog:

> Histoire / Geschichte: Das deutsch-französische Geschichtsbuch ist komplett

> Karlsruhe : Le manuel franco-allemand d’histoire

> Tübingen : La présentation du manuel franco-allemand d’histoire

> Présentation de la version française du deuxième volume du manuel d’Histoire franco-allemand en Sorbonne 23 avril 2008

> Pressekonferenz und Festakt am 9. April 2008 in Berlin

> 70 Beiträge zur Geschichte auf diesem Blog


Deutsche Ausgabe:

> Histoire / Geschichte – Europa und die Welt von der Antike bis 1815
Schülerband – Oberstufe – 978-3-12

La photo officielle de François Hollande

Raymond Depardon hat das offizielle Photo des neuen Staatspräsidenten François Hollande im Park des ELysee-Palastes aufgenommen: > Les coulisses du portrait officiel de François Hollande – LE Monde, 4 juin 2012.

Jedes Präsidentenfoto, ganz besonders unter der V. Republik wirkte immer fast wie ein Programm für die ganze Amtszeit, hängt es doch in allen Amtsstuben in Frankreich, in über 36.000 Rathäusern. Charles de Gaulle mit Orden stand in der Bibliothek, seine Faust berührte einen kleine Beistelltisch, Georges Pompidou auch mit Orden imitierte die Haltung seine Vorgängers, nur dass er mit den Fingern den kleinen Tisch berührte. Valéry Giscard d’Estaing zeigte nur den Oberkörper vor einer Trikolore also mit einem fast weißen Hintergrund – im Querformat. Mit François Mitterrand ging es zurück in die Bibliothek, dort las er in den Essais von Michel de Montaigne (Auf diesem Blog: > Une visite chez Michel de Montaigne) und schaut kurz auf, um den Besucher zu mustern. Jaques Chirac begründete ein neue Tradition. Ihn zeigt das Foto im Park des Elysee-Palastes, als wenn er auf den Besucher warten würde. Die Hände sind hinter dem Rücken versteckt. Nicolas Sarkozy steht wieder in der Bibliothek, ohne Buch in der Hand und ohne Beistelltisch und ohne Orden, dafür mit Trikolore und Europafahne. Nun hat Hollande die Tradition von Chirac wieder aufgenommen und erscheint im Park mit dem Rücken zum Elyseepalast, der im Hintergrund merkwürdig überbelichtet aussieht und scheint auf den Besucher zuzugehen. Andrerseits deutet die Haltung der Hände doch an, dass er steht. Schaut man genauer hin, sind am linken Seitenflügel des Palastes die Trikolore und die Europafahne zu erkennen. Irgendetwas stimmt mit den Flaggen nicht. Wenn die Europaflagge richtig hängt, ist die Trikolore um 90 ° verdreht? Un drapeau hollandais ? Da ist, glaube ich, mit Photoshop etwas echt schiefgelaufen. Viel spricht dafür, dass das Photo nochmal gemacht werden sollte.

L’Alsace.fr zeigt alle genannten Fotos: > Politique. Le portrait officiel de Hollande réalisé mardi par Depardon

> La photo officielle du président de la République – Website des Elysee-Palastes

Albert Weber und die frankophone Musik

Frankreich? Klar! Belgien, Westafrika, Schweiz, Québec? Klar. Aber auch sonst wo in Kanada gibt es die frankophonen Minderheiten. Und die halten auch deswegen zusammen, weil sie auf Französisch singen. Einer der Experten in Frankreich für die „Acadie“ ist Albert Weber. Von Dezember bis Februar war er drüben über dem großen Teich – und hat jede Menge Musik mitgebracht. Auf seinem Blog > www.francomag.com erzählt er fundiert vom Stellenwert der Musik bei der Erhaltung der frankophonen Kultur. Exklusiv für Deutschland stellt er das heutige akadische Chanson im RendezVous Chanson vor, Di, 5.6., 21h – www.sr2.de/webradio.

Médias, Politique, vie(s) privée(s). Table ronde heute abend in Paris

> MÉDIAS, POLITIQUE ET VIE(S) PRIVÉE(S)
Table ronde avec

Jean Quatremer, correspondant de Libération à Bruxelles, spécialiste des questions européennes, animateur du blog Coulisses de Bruxelles, auteur de » Sexe, mensonges et medias » (2012, Editions Plon),
Christian Makarian , directeur délégué de la rédaction de L’Express, et
Henri Ménudier , professeur honoraire des Universités, Paris 3

Lundi 4 juin 2012, 19h00
Maison Heinrich Heine- Cité Internationale Universitaire de Paris
27 C, Boulevard Jourdan F – 75014 Paris

François Hollande est élu Président de la République
avec 51,62 % des voix

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Festival der Kunstgeschichte auf Schloss Fontainebleau vom 1. bis 3. Juni 2012

Ehrengast des Festivals in diesem Jahr ist Deutschland

(France Atout) Fontainebleau. Der französische Minister für Kultur und Kommunikation, das nationale Institut für Kunstgeschichte und Schloss Fontainebleau organisieren 2012 mit Unterstützung durch den französischen Minister für Hochschulwesen und Forschung die zweite Ausgabe des Festivals der Kunstgeschichte, das vom 1. bis 3. Juni auf Fontainebleau stattfindet. Mit einigen Veranstaltungshighlights und einem Feuerwerk an Bildern und Talenten ist das Festival auch für fachfremde Besucher ein wichiger Termin im Kulturkalender.

Nach dem großen Erfolg der ersten Veranstaltung im Jahr 2011, die mehr als 15.000 Besucher anlockte, findet das Festival der Kunstgeschichte dieses Jahr wieder auf Schloss Fontainebleau, diesmal unter dem Motto „Reisen“, statt. Auf dem Programm stehen ein großes Forum für Kunstgeschichte, in dem aktuelle Fragestellungen auf die Welt der Künste treffen, eine große Messe für Bücher und Kunstzeitschriften sowie eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Kunst & Kamera“, die einen Überblick über und einen Ausblick auf das Thema „Kunst im Film“ bietet.

Ehrengast des Festivals in diesem Jahr ist Deutschland.

Das Festival der Kunstgeschichte ist ein großer Treffpunkt für Fachleute wie Kunststudenten, Historiker, Konservatoren, Sammler, Galeristen, Schriftsteller, Filmemacher und andere, aber auch für Laien, Kunstliebhaber und Familien, die sich mit einer Disziplin vertraut machen möchten, die mittlerweile in den Lehrplan der Schulen Einzug gehalten hat. Während der drei Festivaltage, offen und kostenlos für alle Besucher, wird sowohl innerhalb des Schlosses als auch in seinen Gärten ein abwechslungsreiches Programm aus Konferenzen, Debatten, Filmvorführungen, Konzerten, Ausstellungen, Lesungen und Führungen geboten.

Zu den Highlights der zweiten Festivalausgabe zählt die Verleihung zweier Filmpreise im Rahmen des Events „Kunst & Kamera“, zum einen der Preis der Filmförderung im Bereich Filme über die Kunst, zum anderen der Preis der Jungen Kritiker. Auf der Messe für Bücher und Kunstzeitschriften wird dieses Jahr der doppelt dotierte Preis für die Übersetzung von Kunstbüchern verliehen, um insbesondere im Ausland die Forschung über die französische Sprache zu fördern.

Eine weitere Innovation des Festivals in diesem Jahr ist ein Treffen von jungen Wissenschaftlern aus Frankreich und Deutschland. Studenten der Kunstgeschichte und junge Konservatoren haben hier Gelegenheit, sich über ihre Erfahrungen über Lehre, Forschung und Ausstellungen auszutauschen. Mehr als 300 Kunstexperten aus ganz Europa werden zu diversen Themen erwartet.

Anlässlich des Festivals wurde über drei Gemeinden des Departements Seine-et-Marne hinweg ein neuer Parcours zum Thema „Kunst“ entwickelt. Shuttlebusse bringen Besucher zu verschiedenen Standorten, an denen Künstler ihre Spuren hinterlassen haben: Bourron-Marlotte, ein Künstler- und Literatenfoyer aus dem 13. Jahrhundert, Grez-sur-Loing, wo Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche amerikanische und britische, in den 1980er Jahren skandinavische und in den 1990er Jahren japanische Künstler arbeiteten, und dritter Ort im Bunde ist Moret-sur-Loing, der letzte Wohnort des impressionistischen Malers Alfred Sisley.

> Festival der Kunstgeschichte auf Schloss Fontainebleau vom 1. bis 3. Juni 2012

La campagne présidentielle :
François Hollande und Nicolas Sarkozy

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