Michel Rybalka (1933-2026)
Den Namen von Michel Rybalka habe ich zum ersten Mal gehört, als um 1984 eine Mitarbeiterin der Universitätsbibliothek in Bonn mir den Weg in den Nebenraum der Katalogabteilung wies, damit ich dort in einem Regal der Personalbibliographien das Buch „Les écrits de Sartre. Chronologie, bibliographie commentée“, (Paris: Gallimard 1970) den Michel Contat und Michel Rybalka herausgegeben haben, einsehen konnte. Der Band enthält ein Schriftenverzeichnis von Sartre und im Anhang eine große Zahl sehr wichtiger bis dahin unveröffentlichter Texte von Sartre.
Ab etwa 1994 habe ich Michel Rybalka bei den jährlichen Treffen der Groupe d’études sartriennes kennengelernt und regelmäßig wiedergetroffen. Und dann waren wir auch zusammen bei der Tagung, der Dekade anlässlich des 100. Geburtstages von Sartre in Cérisy-La Salle 2005.
Er studierte Englisch und Russisch an der Universität von Nancy und wurde 1966 im Fach französische Literatur an der University of California, Los Angeles, promoviert. Als Dozent lehrte er von 1962-1964 an University of California in Santa Barbara. Nach weiteren Stationen bekam er 1972 einen Ruf als Professor für französische Literatur an der Washington University in St. Louis. Er gehörte zu den bedeutendsten internationalen Experten für Jean-Paul Sartre.
Er hat den Band „Théatre complet“ (Paris: Gallimard 2005) und zusammen mit Michel Contat mehrere Werke von Sartre herausgeben, darunter die „Ecrits de jeunesse“ (Paris: Gallimard 1990) und die „Qeuvres romanesques“ (Paris: Gallimard Pléiade 1981).
Am 8. Juni 2026 ist Michel Rybalka im Alter von 92 Jahren in Ascain im Département Pyrénées-Atlantiques verstorben.
Erinnerungen an die Dekade in Cérisy-la-Salle 2005 zusammen u. a. mit Maurice de Gandillac (1906-2006), Olivier Todd (1929-2024), Michel Contat, Michel Sicard, Vincent von Wroblesky, Bernard-Henry Lévy und Pierre Verstraeten (1933–2013), der 1965 ein Interview mit Sartre geführt hat: j.-P. Sartre, L’Écrivain et sa langue, in: id. Situations, IX, Paris: Gallimard 1972, S. 40-82, zuerst erschienen in: Revue d’esthétique, juillet-décembre 1965. Texte recueilli et retranscrit par Pierre Verstraeten:
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