Frankreich: Neue Bildungs- und Forschungsstrategie „France Europe 2020“

Allmählich beginnt in Frankreich das Zeitalter der Reformen. Nach so vielen Rapports > Rapports, feuilles de route, mémoires: Les projets du gouvernement français kommen jetzt die Gesetze. Zunächst sind die Hochschulen dran. In diesem Beitrag zitieren wir ausführlich einen Beitrag von Kooperation-International zum Thema Hochschulreform. Geht nicht anders, der Frankreichblog ist auf dem Sprung zu einer Interviewreise nach Berlin

> Adoption du projet de loi relatif à l’enseignement supérieur et à la recherche par l’Assemblée nationale – Website des Ministère de l’enseignement supérieur et de la recherhce

> Recherche : le retour de l’Etat stratège – LE MONDE, 21 5. 2013

> Text von Kooperation International: Die französische Ministerin für Bildung und Forschung, Geneviève Fioraso, hat am 21. Mai im traditionsreichen Institut de France die zentralen Inhalte der neuen Strategie „France Europe 2020“ vorgetragen, die Frankreich zu mehr Wettbewerbsfähigkeit führen soll. Zum ersten Mal wird diese Strategie für die Bereiche Bildung und Forschung gemeinsam angelegt, und zum ersten Mal wird sie gesetzlich verankert.

Das Gesetz hat laut Aussagen der Ministerin zwei Ziele:

– Das Qualifikationsniveau der Jugend anzuheben sowie deren Berufsorientierung und Beschäftigungsaufnahme zu unterstützen, um zu einer Hochschulabschlussquote von 50% für jede Generation zu kommen; seit Jahren habe sie kaum 40% erreicht.
– Der Forschung in Frankreich zu einem neuen Ehrgeiz zu verhelfen, um sich den großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen. Zunächst sei die unabdingbare Stetigkeit der Grundlagenforschung zu bewahren, aber vor allem sei die technologische Forschung und der Technologietransfer zu fördern, Frankreichs gegenwärtige Schwachpunkte im Verhältnis zu vergleichbaren Ländern.

In Wissen und Forschung zu investieren bedeute, sich in einer Welt der großen technologischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Veränderungen dem Wettbewerb um Qualität zu stellen. Frankreichs Nachbarn sowie die Schwellenländer seien sich dessen bewusst und hätten Bildung und Forschung in den Rang nationaler Prioritäten erhoben. Frankreichs Präsident, François Hollande, habe trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen entschieden, Bildung und Forschung zu schützen. Dies sei eine gemeinsame Investition, zu der es dem Staat als Stratege obliege, seine Rolle im Bereich der Orientierung und Programmgestaltung zu übernehmen. Das Einrichten der strategischen Agenda „France Europe 2020“ für Forschung, Technologietransfer und Innovation sei das Abbild dieses neuen Ehrgeizes. Sie werde die neuen Prioritäten definieren; die spezifischen Maßnahmen zur Förderung von Transfer und Innovation werde Frankreich seinen Platz im Europäischen Forschungsraum sichern.

> Frankreich formuliert seine neue Bildungs- und Forschungsstrategie „France Europe 2020“

Jean-Marc Ayrault: Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit

Unter der Überschrift > Jean-Marc Ayrault : „la bataille pour l’emploi se gagnera si chacun prend sa part“ wird auf der Website der Regierung in Paris wird über die Maßnahmen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit berichtet.

Zu den Maßnahmen zählen u.a.
> Le contrat de génération entre en vigueur
> Sécurisation de l’emploi : des solutions nouvelles en faveur de l’emploi
und der Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit (a suivre).

Hollande: Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Schnell handeln

Staatspräsident Françaois Hollande hat anlässlich der Eröffnung des Kolloquiums „Europe : les prochaines étapes“ in Sciences Po mehrer Initiativen zugunsten der Beschäftigung von Jugendlichen angekündigt und auf die Dringlichkeit dieser Aufgabe hingewiesen, die zusammen mit Deutschland anpacken will: „Nous sommes d’accord avec la Chancelière Angela MERKEL pour parvenir à un véritable plan pour l’emploi des jeunes, dès cette année. C’est une initiative importante qu’Allemands et Français ont décidé d’engager.“

> Intervention du président de la République au colloque „Europe : les prochaines étapes“

Wieder ein excellente Hörverstehensübun für Schüler. Es geht auch um Euch in Europa! Sehen Sie sich den Film an und schreiben Sie eine kurze Zeitungsmeldung oder einen Kommentar. Was sagt der Präsident über die Jugendarbeitslosigkeit und welche Maßnahmen schlägt er vor? Es gibt so viele Möglichkeiten mit diesem Video zu arbeiten. Wird genug zugunsten der Beschäftigung vo Jugendlichen gemacht?

Relations franco-allemandes. Le Premier ministre répond sans ambages

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Eine neue Etappe für Europa und die deutsch-französische Kooperation?

Sind die Umfragewerte erstmal im Keller, ist es schwierig, wieder Land zu gewinnen. Alle Medien wiederholen überall die schlechten Ergebnisse der Meinungsunfragen und suchen dafür auch verschiedene Gründe.

Mit der > Pressekonferenz vom 16. Mai hat François Hollande auch seinen Kritikern geantwortet. In einem gewissen Sinn hat er ihnen vermittelt, ich habe verstanden, und er wolle jetzt, Europa zu einer neuen Etappe führen.

Der Leitartikel vom 18. Mai 2013 in LE MONDE: > Hollande : une offre française pour l’Europe, enfin ! würdigt die Perspektiven, die der Präsident vorgeschlagen hat:

„Ce fut une adresse. Aux Européens et à l’Allemagne.“ Die ersten beiden Sätze des Leitartikel klingen wie Glockenschläge.

In Anpielung auf de Gaulles > Politik des leeren Stuhls zeigt sich der Autor des Leitartikels zufrieden, dass Hollande die Politik des leeren europäischen Stuhls endlich aufgebe.

“ Mon devoir est de sortir l’Europe de sa langueur „, hat der Präsident erklärt.

„Finalement, François Hollande a sauté le pas.“ Geht es jetzt richtig los?

Wettbewerbsfähigkeit, die Linke dürfe nicht als Steuererhöhungspartei betrachtet werden: Innere Reformen und ein starkes europäisches Projekt, so lauten jetzt die Vorgaben.

Frankreich solle eine „trait d’union“ zwischen Nord- und Südeuropa sein. Das ist einfach ausgedrückt und meint, dass es eine Koalition der lateinischen Länder gegen Deutschland nicht geben wird.


Vielleicht schon wieder Vergangenheit:

> In DIE WELT: Wolf Lepenies: “Frankreichs Linke träumt von Anti-Deutschland-Bund”
entre le nord et le sud de l’Europe, le chef de l’Etat renonce à fédérer les pays latins contre


Und um sich wieder in die Mitte Europas zu begeben, muss/will Hollande die verdeckten Angriffe auf Berlin aufgeben, so wie es damals Sarkozy und auch Chirac gemacht hätten, als dieser das „Kriegsbeil“ begrub und sich mit Kanzler Schröder in der Frage der gemeinsamen Landwirtschaftspolitik einigte.

Jetzt muss schnell aus dem Vorschlag einer europäischen Finanzregierung eine gemeinsame deutsch-französische Initiative werden, mit der beide Länder demonstrieren, dass sie die versprechen, stets zum Wohle Europas zu arbeiten, demonstrieren können.

Fängt jetzt ein neues Kapitel für Europa an? Eine echte Aufgabe für so manchen Französischkurs:
Jetzt würden meine Schüler ein Dossier anlegen, in dem – oder noch besser eine Website, auf der – die Fortschritte der Initiative Hollandes, der sich und Europa einen Erfolg innerhalb von zwei Jahren wünscht verfolgen. Vor einem Jahr hat Angela Merkel eine Politische Union vorgeschlagen. Damals habe Hollande den Vorschlag kritisiert, heute gebe er ihm einen „Inhalt“, so Le Monde.

Lire:
Romain Gubert, > L’Europe version François Hollande – LE POINT, 22 mai 2013

La conférence de presse du Président de la République François Hollande

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Jeudi 16 mai, 16 heures : La conférence de presse de François Hollande

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Jean-Marc Ayrault, Premier ministre, engage 107 millions pour la recherche

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