Nicolas Sarkozy : l’invité de l’émission spéciale „Face à la crise“

Hier soir, le Président de la République Nicolas Sakozy était, en direct de l’Elysée, l’invité de l’émission spéciale „Face à la crise“:

Sascha Lehnartz, > Sarkozy macht aus der Not eine deutsche Tugend, DIE WELT 28.10.2011

Was sagt Nicolas Sarkozy zum Stand der deutsch-französischen Beziehungen? Ca. ab der 7. Minute! Ohne die deutsch-französische Kooperation hätte man gestern abend die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands in Kauf genommen. Mit allen Konsequenzen für die EURO und die Weltwirtschaft.

Tipp: Eine Version des Video Films mit französischen Untertiteln wird auf der > Website des Elysée-Palastes angeboten. Und ab der 15. Minute geht es um die Renten. Lob für Bundeskanzler Schröder, weil er den Arbeitsmarkt reformiert hat. Und 38. Minute! 54. Minute: es gibt nicht genügend wirtschaftliche Integration in Europa. Es gibt einige Punkte, wo ich gerne mehr nachgefragt hätte. Wie soll Europa künftig seine wirtschaftlichen Probleme lösen? Mit weiterhin hektisch anberaumten Gipfeln? Immer wieder versprechen sich Frankreich und Deutschland künftig enger zusammenzuarbeiten. Wie das gemacht wird, ist aber nicht sehr durchsichtig. Und man muss viel zwischen den Zeilen lesen, um herauszufinden, wie der Schuldenschnitt für Griechenland erreicht worden ist.

Mon rôle comme Président de la République, sagt Sarkozy, ist es nicht zu kommentieren, sondern Entscheidungen zu treffen. Und er unterstreicht schon zu Beginn, dass er die Wahrheit (auch 48. Minute!) sagen will. Der Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl beginnt im nächsten Frühjahr.

Aber er äußerst sich mit aller Deutlichkeit und Entschiedenheit zu den > deutsch-französischen Beziehungen.

Zwei Nationen – ein Geschichtsbuch

Das deutsch-französische Geschichtsbuch „Geschichte / Histoire“ wird am 13. Oktober 2011 in Osnabrück vorgestellt.

(Ernst Klett verlag)„Das deutsch-französische Geschichtsbuch der Verlage Klett und Nathan ist ein Meilenstein der deutsch-französischen kulturellen Zusammenarbeit“, sagt Dr. Ilas Körner-Wellershaus, Verlagsleiter beim Ernst Klett Verlag in Leipzig und Projektleiter von Histoire/Geschichte. Bis nach Korea und Japan sind die ersten zwei Bände verkauft worden. Bilinguale Schulen, Französisch- und Deutschklassen auf der ganzen Welt arbeiten mit diesem Geschichtslehrbuch. Die Bände werden nicht nur an Schulen mit bilingualem Profil, sondern auch an ganz normalen Schulen in Deutschland und Frankreich eingesetzt.

2003 hatte das deutsch-französische Jugendparlament dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Präsident Jacques Chirac die Realisierung eines deutsch-französischen Geschichtsbuchs in drei Bänden vorgeschlagen. Beide Regierungen und der damalige Bevollmächtigte der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit, Peter Müller, setzten sich intensiv für die Umsetzung des Projektes ein.

Das gemeinsame Geschichtsbuch ist das einzige Schulbuch, das jemals in einer Version in allen deutschen Ländern und in Frankreich genehmigt wurde. 2006 erschien mit „Europa und die Welt seit 1945“ der erste Band. 2008 wurde der zweite Band „Europa und die Welt vom Wiener Kongress bis 1945“ veröffentlicht. Nun wird mit dem dritten und letzten Band „Europa und die Welt von der Antike bis 1815“ das vollständige Gesamtwerk in Osnabrück vorgestellt.

Angesichts des völkerverständigenden Gedankens hinter dem Projekt ist die Friedensstadt Osnabrück der geeignete Ort für die Präsentation. Der historische Friedenssaal im Rathaus bietet dazu die passende Kulisse, zumal der Dreißigjährige Krieg und der Westfälische Friede zentrale Themen des zuletzt erschienen Teilbandes bilden. Daher rührt auch die Kooperation mit dem Kulturgeschichtlichen Museum, das an der Realisierung dieses Bandes beteiligt war.

Der offiziellen Präsentation im Rathaus schließt sich im Kulturgeschichtlichen Museum ein Workshop für interessierte Lehrkräfte an. Diese können sich über die inhaltlichen und methodischen Möglichkeiten des gesamten Lehrwerks informieren. Alle drei Bände liegen in einer identischen deutschen und französischen Fassung vor. Bilder, Grafiken, Lehrbuchtexte – alles ist in beiden Fassungen gleich. Für den Unterricht ist es eine große Bereicherung, historische Ereignisse aus transnationaler Perspektive zu erfahren. Methodisch neu sind zudem epochenübergreifende Längsschnitte und die Bearbeitung von Sachquellen.

Die Präsentation wird abends durch eine Podiumsdiskussion zur Aktualität der deutsch-französischen Beziehungen im Osnabrücker Abendgymnasium Sophie Scholl abgeschlossen. Diskutieren werden Prof. Dr. Etienne François (Berlin), Dr. Rainer Riemenschneider (Montpellier) und Hubert Tison (Paris).

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter:
Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück, Tel. 0541 / 323-2207
> museum@osnabrueck.de

Sarkozy et Merkel : Können sie zusammen handeln?

Es ist nicht einfach hier auf diesem Blog über > Wirtschaft zu schreiben. Zu komplex sind die Schuldenprobleme geworden, und man muss wohl konzedieren, dass häufiger Richtungswechsel nicht nur von Wankelmütigkeit geprägt ist, sondern auch mit beherztem Re(a)gieren begründet werden kann, weil neue Erkenntnisse vorliegen, die beide Seiten, Paris und Berlin, im ständigen Dialog miteinander gewinnen.

Die gemeinsamen gut gefassten Absichten von Staatspräsident Sarkozy und Bundeskanzlerin Merkel dürfen aber jetzt nicht mehr wie so oft keine bloßen Visionen oder Versprechungen mehr bleiben:

> Merkel und Sarkozy wollen eine “neue europäische Wirtschaftsregierung” gründen – Frankreich-Blog, 17.8.2011

> Merkel und Sarkozy: Hörverstehensübung, Frankreich-Blog, 18.8.2011

Solange alles beim Alten bleibt und so manche weiterhin aus fallenden Kursen Profit ziehen können (ohne Zweifel gibt es Profiteure der Krise, die sie immer wieder anheizen…) , und die Politik nicht gewillt ist, die Banken in die Pflicht zu nehmen, werden die Nachrichten auch aus konservativen Blättern immer schlechter für die Berliner Koalition.

> Diese Krise ist zu groß für Merkel, Sarkozy & Co. – DIE WELT, 14.9.2011

Wenn schon Absichtserklärungen von Sarkozy und Merkel heute den Börsen ein kleines Plus verschaffen, was tun die dann erst, wenn die beiden sich entschließen würden, wirklich zur Tat schreiten? Manchmal spricht man von einem Europa der zwei Geschwindigkeiten. Auch das erfodert Entschlossenheit und Taten. Die zweite Liga wird dann schon nachkommen, so wie sie auch in die EU eintreten wollten. Aber die Entwicklung der EU wegen Klassenletzter in Frage zu stellen, das muss man sich wirklich ncht gefallen lassen. Ein Investitionsprogramm für Griechenland statt reinemn Schuldendienst, das wärs doch. Dann würde man auch nicht von Staatspleite reden, die führt ja doch nur dazu, dass es unter der Akropolis neuer Firmierung hinterher genauso weitergeht. Frankreich und Deutschland könnten Börsenwunder bewirken, wenn beide gemeinsam handeln und den Weg weisen. Aber in Berlin muss erstmal die FDP in Ihrem Haus aufräumen und die CSU wieder richtig mitmachen.

Die Rede von Außenminister Alain Juppé als Ehrengast der deutschen Botschafterkonferenz in Berlin

(Französische Botschaft, Berlin) Der Minister für auswärtige und europäische AngelegenheitenAlain Juppé hat am 29.8.2011 als Ehrengast zusammen mit seinem deutschen Amtskollegen Guido Westerwelle die Jahreskonferenz der deutschen Botschafter im Auswärtigen Amt eröffnet. Außerdem traf Außenminister Alain Juppé auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen.

Die Teilnahme des französischen Außenministers an der deutschen Botschafterkonferenz ist ein erneuter Beweis für die gute Qualität der Beziehungen zwischen den beiden Ländern und ihre enge Zusammenarbeit auf der internationalen Bühne.

– Rede von Außenminister Alain Juppé

– Rede von Außenminister Alain Juppé en français

FAZ, 31. August 2011: Das Interview mit Alain Juppé

Wer sich für die deutsch-französischen Beziehungen (230 Beiträge auf diesem Blog) interessiert, und wer sich ein Bild machen möchte, wie die französische Regierung diese Beziehungen einschätzt, wird in dem Interview, dass der französiche Außenminister Alain Juppé der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (31. August 2011) gegeben hat, wichtige Einschätzungen und Hinweise auf die anstehenden Aufgaben finden: > „Libyen braucht keine militärische Hilfe“, ist sein Interview überschrieben.

Mit Bezug auf Libyen hat Juppé zur Kenntnis genommen, dass die Bundeskanzlerin schon im März bei der Konferenz in Paris gesagt habe, so der Minister, „Deutschland nehme zwar nicht teil, sei aber auch nicht neutral.“ Juppé betont aber, dass man in der EU über das Ziel der Operation; Gadaffi von der Macht zu vertreiben, einig gewesen sei. Hinschtlich des deutschen Beitrags fügt er jetzt hinzu: „Heute stehen wir wieder Seite an Seite, um beim Wiederaufbau Libyens zu helfen.“

Die „Harmonisierung der Haushaltspolitik in Europa“ würde Juppé für einen „bemerkenswerten Fortschritt“ halten: Und dann kommt einer der wichtigsten Sätze in diesem Interview: „Wir brauchen in der Eurozone eine Form von europäischen Föderalismus.“ (Zur Erinnerung auf diesem Blog: > Merkel und Sarkozy wollen eine “neue europäische Wirtschaftsregierung gründen“.)

Auf die Meinungsverschiedenheiten zwischen Deutschland und Frankreich angesprochen, meint Juppé, sie seien seit Adenauer und de Gaulle normal: „Dennoch sind wir alle der Meinung, dass enge Beziehungen zwischen den beiden Ländern von fundamentaler Bedeutung sind,“ fügt der Außenminister hinzu.

Der Ausstieg aus der Atomenergie (dazu auf diesem Blog: > L’interview (I): Hervé Kempf, LE MONDE, répond à nos questions sur l’énergie nucléaire) hat Frankreich überrascht: „Das ging ein bisschen schnell,“ und Juppé gibt zu, hier gab es Meinungsverschiedenheiten, betont aber, das muss jedes Land für sich entscheiden.“

Merkel und Sarkozy: Hörverstehensübung

Das > Video von der Website des Elysée-Palastes eignet sich vorzüglich für eine Hörverstehensübung. Am besten den letzten Beitrag einmal durchlesen, dem einen oder andern Link zu einem Zeitungsartikel folgen und dann das Video einmal angucken, Notizen machen, vielleicht nochmal angucken. Dann mit einem Text, ca 30. Zeilen auf französisch zusammenfassen, und dann erst den Text der Pressekonferenz nachlesen: Auf Deutsch und Französisch: > Conférence de presse franco-allemande (Paris, 16.08.2011).

Merkel und Sarkozy wollen eine „neue europäische Wirtschaftsregierung“ gründen

Selbst ein Staatspräsident und eine Kanzlerin können nicht einfach mal die politische Struktur der EU umbauen und die bei der Einführung gescheiterte, übersehene, nicht gewollte und gekonnte Finanzunion in Form „einer europäischen Wirtschaftsregierung“ (vgl.> Website der Bundesregierung) unter Vorsitz von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy einführen. Sie versuchen es aber doch und werden diese richtige Einsicht mit allem Nachdruck im EURO-Land verteidigen. Worauf soll Van Rompuy achten? Vorrangiges Ziel: Die EURO-Länder müssen die Schulden senken. Also haben der Präsident und die Kanzlerin die Idee, eine Schuldenbremse (frz. „la règle d’or budgétaire“) zur Unterstützung von Van Rompouy in den Verfassungen der EURO-Länder zu verankern. (Bitten Sie eine quirrlige Schulklasse auf Ihr Taschengeld zu achten, damit noch was fürs Weihnachtsfest übrigbleibt.) Die Schuldenbremse ist nur ein wohlgemeintes Medikament, aber doch ein Placebo, denn die Ursachen der Schuldenkrise sind nicht nur finanzieller Art, sie haben strukturelle, institutionelle Gründe, eben weil man bei der Einführung des EURO verbindliche Regeln mit Sanktionen einander nicht zumuten wollte. Welch ein Gerangel steht nun en Mitgliedsstaaten ins Haus. Wo soll die Obergrenze festgelegt werden? Ohne Gemeinschaftssanktionen wird das nicht gehen. (Vgl.: > Sarkozy et Merkel favorables à des sanctions contre les mauvais élèves de la zone euro _ LE MONDE 18 août 2011) Und die Finanzumsatzsteuer kann zur leeren Hülse werden, wenn sie nur von den EURO-Ländern akzeptiert wird. Das Geschäft machen dann andere. Kann das gutgehen?


Hier > Sarkozy et Merkel annoncent des propositions pour répondre à la crise de l’euro – LE MONDE – 17 août 2011 – stehen alle Ausdrücke, die man braucht, um dieses Ereignis in einem Kurzreferat – fünf Minuten zur Aktualität – zusammenzufassen.


Und die EURObonds? Präsident Sarkozy denkt an die Solidarität und Kanzlerin Merkel an die Verantwortung. Schon die kurze Presseschau von > LE MONDE laisse entendre, que le courant entre les deux ne passe pas tout à fait?

„Wie beim Eurogipfel vor vier Wochen angekündigt, legen Deutschland und Frankreich jetzt Vorschläge vor, wie sich die Wirtschaftspolitik der Euroländer besser koordinieren lässt.“ > Website der Bundesregierung. Enger zusammenrücken, besser kooridinieren. das sind die allerbesten Absichten. Aber würde es nicht schon genügen, alle bisherigen Versprechungen dieser Art ohne Wenn und Aber umzusetzen? Oder ist diese Absicht auch hier nur eine Worthülse?

Haben die Märkte mehr erwartet? Nicht die Schuldenbremsunion sondern die Finanzunion muss endlich das Licht der Welt erblicken, denn hektisches Sparen, hier und da, ist immer ziellos, so oft ergebnislos und schädigt die Konjunktur.

Für eine Bewertung des gestrigen Gipfels in Paris ist es noch zu früh, in den kommenden Tagen, werden die > Medien ihre Analysen dieses Gipfels vorlegen.

Auf Deutsch und Französisch: > Conférence de presse franco-allemande (Paris, 16.08.2011)

> Deutschland und Frankreich für europäische Wirtschaftsregierung – Website der Bundesregierung:
„Neue Phase der Zusammenarbeit
‚Ziel ist es, das Vertrauen der Märkte durch Handeln zu gewinnen‘, erklärte die Kanzlerin. Schritt für Schritt. Nachdem die Schuldenkrise eine jahrelange Vorgeschichte habe, lasse sie sich nicht in einem Zug lösen.“

Stefan Simons, Paris, > Krisentreffen von Merkel und Sarkozy. Große Worte, kleine Taten – SPIEGEL-ONLINE, 17.8.2011

> Sarkozy et Merkel annoncent des propositions pour répondre à la crise de l’euro – LE MONDE – 17 août 2011

> Les Bourses européennes ouvrent en baisse après les annonces franco-allemandes – LE MONDE, 17 août 2011

> Télézapping : „Le couple franco-allemand encore une fois condamné à s’aimer“

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