Pascal Thibaut ist seit 1997 Korrespondent für RFI in Berlin. Sein Blog > L’Allemagne hors les murs bietet aus der Sicht eines Franzosen viele spannende Hintergrundberichte zu Deutsch-französischem aus der Hauptstadt un aus der deutschen Politik. Bei ihm findet man viele Gedanken und Einsichten, die man so nicht in der Presse findet. Gestern hat er einen Beitrag über die Zeitschrift Paris-Berlin > „ParisBerlin“ publie le premier baromètre de la relation franco-allemande veröffentlicht.
Elisabeth Humbert-Dorfmüller ist Beratrerin, Mitglied der PS und ihres Secrétariat International und der SPD, außerdem ist sie Conseillère Fédérale du Parti Socialiste dans les Hauts-de-Seine. Auf ihrem >Blog franco-allemand schreibt sie nicht oft, dafür aber meist längere Artikel, mit denen sie die Hintergründe der Wirtschaftspolitik auf der deutsch-französischen Bühne beobachtet. Zuletzt: > France et en Allemagne: Les véritables causes de la peur inflationniste des Allemands.
Cool. Cannes critique – Der deutsch-französische Cannes-Blog FÜr das das größte Filmfestival der Welt in Cannes ab dem 12. Mai bloggen in diesem Jahr 24 deutsche und französische Schüler. Sie wurden ausgewählt und eingeladen vom > Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW). Hier > Cannes critique – Der deutsch-französische Cannes-Blog gefunden. Ein wunderbares Training für angehende Journalisten und Filmkritiker.
Für Schüler wieder einmal eine Hör- und Sehübung. Ansehen und dann einen kurzen Bericht schreiben, danach den Text der Rede lesen und den eigenen Bericht korrigieren.
Zuallererst zeigt sich Holland als überzeugter Europäer:
„Ce qui manque à l’Europe, c’est du mouvement – et c’est un Européen de cœur qui le dit – mais pas dans n’importe quelle Europe : le mouvement vers une Europe de croissance, vers une Europe de solidarité, vers une Europe de protection. C’est la vocation de l’a France que de la construire avec l’Allemagne et avec les pays qui voudront nous accompagner.
Und der Kandidat der Sozialistischen Partei fügte hinzu: „Aucun des grands défis de l’Europe ne peut se résoudre sans le pacte d’amitié, dans l’égalité, que Français et Allemands ont noué au lendemain de la guerre. Je proposerai donc à nos amis allemands une nouvelle relation de vérité et d’égalité. De leur côté, ils devront faire preuve de solidarité. L’Allemagne ne restera pas forte dans une Europe faible. Elle ne restera pas riche dans une Europe appauvrie, voilà la vérité. Je sais que beaucoup en Allemagne le comprennent. Mais du nôtre, nous devons faire aussi des efforts, efforts de compétitivité, de justice fiscale. Voilà le pacte qu’il va falloir nouer et ouvrir un nouveau cycle en Europe, celui d’une coopération économique, industrielle, énergétique entre nos deux pays. Voilà pourquoi, en janvier 2013 – c’est tout proche, ce sera quelques mois après le rendez-vous du 6 mai –, si les Français m’en donnent mandat, je proposerai à la chancelière d’Allemagne l’élaboration d’un nouveau traité franco-allemand, traité de l’Elysée un demi-siècle après l’acte fondateur de De Gaulle et d’Adenauer qui engagea une dynamique pour nos deux pays.“
Nach seiner Überzeugung werde Deutschland in einem schwachen Europa nicht stark bleiben können. Folglich schlägt Hollande Deutschland einen neuen Pakt vor: „Je proposerai donc à nos amis allemands une nouvelle relation de vérité et d’égalité.“ Einen Elysée-Vertrag II? Es scheint, dass Hollande über die Phase der viel und immer wieder beschworenen Abstimmung und der Kooperation „Wir arbeiten künftig eher zusammen“, hinausgehen will: “ Voilà le pacte qu’il va falloir nouer et ouvrir un nouveau cycle en Europe, celui d’une coopération économique, industrielle, énergétique entre nos deux pays.“ Einige Monate nach seiner Wahl will Hollande der Bundeskanzlerin einen neuen Vertrag vorschlagen, mit dem er Elysée-Vertrag, den de Gaulle und Adenauer 1963 geschlossen haben… und das sagt Hollande nicht: ersetzt oder ergänzt werden soll? Welceh Absichten hatte de Gaulle damals? Wollte er beide Länder auf den Weg einer politischen Union bringen, die nachhaltig von der Präambel des Bundestages, die dieser dem Ratifizerungsvertrag voranstellte, unterbunden werden sollte? Wollte de Gaulle lediglich die Aussöhnung zwischen beiden Staaten feiern?
Holland macht die deutsch-französische Kooperation zur persönlichen Chefsache und nennt sie vor dem Absatz, mit dem er die wirtschaftlichen Reformen ankündigt. Die Überwindung der Schuldenkrise in Europa wird nur gemeinsam gelingen. Und Hollande wird nicht zögern, auch Deutschland in verstärktem Maße in die Pflicht zu nehmen. Es wird Zeit, den ewigen Versprechungen Taten folgen zu lassen, lautet seine Botschaft und er vermittelt den Eindruck, als wolle er sagen, wir werden den Ausstieg aus der Schuldenkrise gestalten, anstatt uns von ihr weiter treiben lassen. – Wie wird Sarkozy in den nächsten Tagen auf diese Vorlage antworten? Angela Merkel hat der UMP aktive Wahlkampfhilfe versprochen, auch ein Novum im französischen Wahlkampf. ALs ist sie mit dabei. Was wird sie zu Vorschlägen Hollandes sagen?
Am Montag, 23. Januar 2012, fand in der > neuen Stadtbibliothek am Mailänder Platz in Stuttgart der Elysée-Festvortrag von Prof. Dr. Günther Nonnenmacher Deutsch-französische Beziehungen in Zeiten der Krise statt.
Die Leiterin des Kulturamtes der Stadt Stuttgart, Frau Susanne Laugwitz-Aulbach, und Dr. Peter Theiner (Bosch-Stiftung),
Michel Charbonnnier, Französischer Generalkonsul in Stuttgart Director des Institut français Stuttgart, und Professor Dr. Wolfram Pyta begrüßten den Gast des Abends:
Aus der Ankündigung des Internationales Zentrums für Kultur- und Technikforschung IZKT: „Krisen hat es in den deutsch-französischen Beziehungen immer gegeben – sei es aus sachlichen Gründen, sei es, weil sich die handelnden Personen nicht gut verstanden. Das ist dieses Mal anders: die Finanz- oder Euro- oder Schuldenkrise stellt grundsätzliche Fragen der europäischen Integration (Stichwort Wirtschaftsregierung) und lässt nicht viel Raum für Formelkompromisse – etwa über die Rolle des künftigen ESM oder die künftige Fiskalpolitik –, auf die man sich früher geeinigt hat. Ob es zu einem qualitativen Integrationssprung oder ob es zu einer Rückbildung der Integration kommt, hängt dieses Mal davon ab, ob sich Berlin und Paris über substantielle Fragen einig werden.
Günther Nonnenmacher ist Journalist und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Er studierte in Freiburg im Breisgau, Frankfurt am Main und an der Universität Heidelberg Politikwissenschaft, Geschichte, Staatsrecht und Philosophie. Seit 2009 ist er Honorarprofessor für Politik- und Kommunikationswissenschaft an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität Leipzig.
Der Elysée-Festvortrag erinnert jährlich an die Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags am 22. Januar 1963.“
Prof. Dr. Günther Nonnenmacher vermittelte eine spannende Analyse des gegenwärtigen Stands der deutsch-französischen Beziehungen. Er zweifelt daran, ob die gegenwärtige Krise nur als Schuldenkrise bezeichnet, denn sie sei vor allem eine Krise der Währungsunion. Ihre Auflösung sei kein gangbarer Weg, bedenkt man, wie stark der Euro trotz der Krise geblieben sei. Die Folgen einer eventuellen Auflösung der Währungsunion seien unabsehbar mit einer raketenhaften Aufwertung der DM verbunden mit allen Schäden für die Exportwirtschaft. Zugleich würde die Drachme dramatisch abgewertet werden. In Bezug auf Griechenland fielen einige deutliche Worte hinsichtlich des Fehlens einer soliden Finanzverwaltung oder dem Fehlen eines Katasters. Ein Austritt aus der Währungsunion ist in den Verträgen nicht vorgesehen, für Griechenland bliebe nur der Austritt aus der EU.
Wenn die Auflösung der Währungsunion keine Perspektive ist, bleibe nur der Weg einer stärkeren Vereinheitlichung über den Fiskalpakt zu einer Fiskalunion, ein „Roßkur“, wobei auch die Unterschiede des Renteneintrittsalters in den Mitgliedstaaten anzupassen seien. Nach dem Versuch François Mitterrands 1981 das Gemeinsame Programm zu verwirklichen, das 1983 in einer schmerzlichen Prozedur „la rigueur“ zurückgestutzt wurde, mag kaum noch ein Politiker in Frankreich dieses Wort benutzen. Nonnenmacher konstatiert zwischen Deutschland und Frankreich eine Annäherung der Standpunkte in der Krise. Die Hilfen für Griechenland habe die Spekulation der Märkte erst recht angeheizt. Hier seien Fehler gemacht worden. Allerdings gebe es auch Warnungen wie die des Luxemburger Premierministers Jean-Claude Juncker vor einem deutsch-französischen Direktorium. Auf die Frage, wer in der Krise. beherzter geführt habe, antwortet Nonnenmacher, beide Staaten seien in der Krise Getriebene. Allerdings habe sich in der Krise auch wieder bestätigt, dass sie in Europa nicht zu ohne die deutsch-französische Zusammenarbeit nicht zu lösen sei.
Pour notre blog, chaque jour est une journée franco-allemande. Il est vrai, le 22 janvier possède un importance particulière depuis les deux gouvernements se sont entendus de fêter dorénavant l’anniversaire du traité franco-allemand de 1963, chaque année le 22 janvier. C’est une anniversaire, certes, mais cette journée demande aux élèves et aux professeurs de parler un peu plus des relations franco-allemandes. L’anniversaire et aussi une belle occasion pour > la société civile comme à nos gouvernants des de du côtés du Rhin de rappeler l’importance de la coopération franc-allemande.
Le 22 janvier, l’heure est toujours au bilan. Les historiens n’ont toujours pas définitivement achevé leurs analyses. Le Général de Gaulle, en proposant en janvier 1963, un traité à Konrad Adenauer, un traité d’amitié qu devait sceller et commémorer d’une manière tout à fait solennelle la réconciliation entre Allemands et Français, n’avait-il pas eu davantage en tête? Ne voulait-il pas, de Gaulle, aller un peu lion, d’attacher l’Allemagne davantage à la France? Tirer un plus grand bénéfice de la coopération entre les deux pays? La méfiance a dû être considérable à Bonn. Le Bundestag faisait précéder la loi portant sur la ratification de u traité franc-allemand par une préambule qui rappelait l’importance de l’Europe et l’attachement de l’Allemagne à l’OTAN. Il paraît que le Général n’en était pas amusée. Toutefois, le traité, en soi, était un succès formidable, Deux états stipulait de se rencontrer désormais deux fois par an au plus haut niveau donnant un exemple de leur réconciliation à tout peuple en guerre.
Plus tard, après quelques hauts et bas – pour aller vite, Valéry Gisacard d’Estaing et Helmut Schmidt fortifiaient la coopération franco-allemande en imaginant toute une série de mesures mises en œuvre entre la France et l’Allemagne au profit de l’Europe. Le serpent monétaire, embryon de l’EURO en était un.
Avec la réunification de l’Allemagne commençait une nouvelle étape. La crise des dettes en Europe semble à nouveau modifier les rapports en la France et l’Allemagne, dans le mesure où Nicolas Sarkozy prône beaucoup plus chez lui que ses prédécesseurs le modèle allemand.
Néanmoins, on note depuis un certain temps, que le moteur franco-allemand ne tourne pas suffisamment rond. Est-ce la faute aux divergences de vue, aux appréciations différentes quant aux solutions à apporter à la crise des dettes en Europe? La globalisation y a aussi son rôle à jouer. L’interdépendance mondiale des marchés financiers est une réalité qui ne disparaîtra plus. Les deux plus grands partenaires attirent aujourd’hui beaucoup plus de regards suspects sur leurs actions. Il est vrai, La France et l’Allemagne doivent compter aujourd’hui avec l’avis de leurs 24 partenaires. Il est devenu, sans, doute beaucoup plus difficile pour nous deux pays de marcher toujours à la tête de l’Union européenne. La tentation devient de plus en plus grande de laisser les promesses éternellement répétées de vouloir désormais travailler de plus en plus étroitement ensemble sans suite. Et pourtant, l’accord entre la France et l’Allemagne est toujours un facteur de stabilisation en Europe. Les marchés financiers sont très sensibles à la qualité de travail rendu par le sommets franco-allemands. Or, les sommets paraissent de plus en plus réagir aux aléas de l’actualité au lieu de reprendre l’initiative comme à l’époque de Giscard d’Estaing et de Schmidt.
Si la journée franc-allemande est l’occasion de formuler un bilan, elle est aussi une belle occasion de rappeler l’importance de la coopération franco-allemande au profit de l’Europe et au profit de la paix dans le monde. Il y avait des propositions de développer les rapports entre nos deux pays, p. ex par un > ministre franco-allemand. Oui, on devrait peut-être réfléchir sur un traité de l’Elysée bis. Mais il suffit tout simplement de bien relire le traité de l’Elysée:
Für unseren Blog ist jeder Tag ein deutsch-französischer Tag. Der 22. Januar ist es aber immer noch ein bisschen mehr, seit unsere Regierungen vorgeschlagen haben, künftig besonders in den Schulen die Unterzeichnung des Elysee-Vertrages am 2. Januar 1963 mit einem deutsch-französischen Tag zu begehen. Dieser Jahrestag ist ein Geburtstag, aber dieser Tag ist für Schüler und Lehrer auch eine Gelegenheit, einmal ein wenig mehr die deutsch-französischen Beziehungen zu untersuchen. Und für die > Zivilgesellschaft wie für unsere Politiker beiderseits des Rheins ist dieser Tag eine gute Gelegenheit, sich wieder auf die Möglichkeiten der deutsch-französischen Kooperation zu besinnen.
Der 22. Januar ist auch ein Tag der Bilanzen. Die Historiker haben ihre Analysen noch immer nicht vollständig und eindeutig. Was beabsichtigte Général de Gaulle, als er im Januar 1963 Konrad Adenauer einen Freundschaftsvertrag vorschlug, der auf eine feierliche Weise die Aussöhnung zwischen Franzosen und Deutschen bestätigen sollte? Hatte de Gaulle nicht weitergehende Absichten? Man schließt doch einen Vertrag nicht nur, um die Vergangenheit festzuschreiben? Wollte de Gaulle nicht ein bisschen weitergehen und Deutschland mehr an Frankreich binden? Daraus mehr Ergebnisse für die gemeinsamen Kooperation gewinnen? In Bonn gab es ein gewisses Misstrauen, deshalb setzte der Bundestag eine Präambel vor das Ratifizierungsgesetz, mit der der Ausbau Europas und die Bindung Deutschlands an die NATO bekräftigt wurde. De Gaulle war nicht amüsiert. Dennoch war der Vertrag ein großer Erfolg. Zwei Staaten verpflichteten sich, sich künftig zweimal im Jahr auf höchster Ebene zu treffen und einander zu konsultieren. In beispielhafter Wiese demonstrierten beide Länder ihre Aussöhnung zugunsten des Friedens in der Welt.
Später, nach vielen Höhen und Tiefen verstärkten Valéry Giscard d’Estaing und Helmut Schmidt die deutsch-französischen Beziehungen, indem sie eine ganze Reihe von Maßnahmen beschlossen zugunsten Europas. Eine von ihnen war die Einrichtung der Währungsschlange, aus der später der EURO hervorging.
Mit der deutschen Wiedervereinigung begann eine neue Etappe. Die Schuldenkrise scheint von neuem die deutsch-französischen Beziehungen zu verändern. Jetzt favorisiert Nicolas Sarkozy offener denn je das deutsche Modell in Frankreich.
Dennoch wird seit einiger Zeit immer wieder kritisiert, dass der deutsch-französische Motor nicht so richtig rundlaufe. Kommt das wegen unterschiedlicher Sichtweisen und unterschiedlicher Meinungen, wie denn die Schuldenkrise zu lösen sei? Die Globalisierung spielt dabei auch eine Rolle. Die weltweite Abhängigkeit der Finanzmärkte ist eine Realität, die nicht mehr verschwinden wird. Frankreich und Deutschland haben heute mit 22 Staaten viel mehr Partner in der EU. Es ist für beide Länder immer schwerer wie früher an der Spitze der EU voranzugehen. Die Versuchung, den ewig wiederholten Gipfel-Versprechungen, künftig immer enger zusammenzuarbeiten u wollen, keine Taten folgen zu lassen wird immer größer. Und dennoch sind Frankreich und Deutschland zusammen ein Stabilitätsfaktor in Europa. Die Finanzmärkte sind äußerst sensibel und reagieren immer sofort auf die Qualität der Arbeit, die die Gipfelteilnehmer abliefern. Aber die deutsch-französischen Gipfel vermitteln immer mehr den Eindruck nur noch zu reagieren anstatt wie zu Zeiten von Giscard d’Estaing und Schmidt die Initiative zu übernehmen.
Der deutsch-französische Tag als Bilanztag ist auch eine schöne Gelegenheit an die herausragende Bedeutung der deutsch-französischen Kooperation für Europa und zugunsten des Friedens in der Welt zu erinnern. es gab immer mal wieder Vorschläge, die deutsch-französischen Beziehungen weiterzuentwickeln, . B. mit einem > deutsch-französischen Minister. Vielleicht könnte man auch an einen Elysée-Vertrag 2 denken? Oder ganz einfach den > traité de l’Elysée nochmal genau lesen:
Am 10. Januar 2012 hat die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, uns in ihrem Büro in der Staatskanzlei zu einem Gespräch empfangen.
Nach ihrer Wahl zur Ministerpräsidentin erhielt sie auch das Amt der Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit. Dieses Amt wurde mit einer Bund-Länder-Vereinbarung vom 6. Februar 1969 auf der Grundlage des deutsch-französischen Vertrags vom Januar 1963, dem sogenannten Elysée-Vertrag, geschaffen:
Im Gespräch hat die Ministerpräsidentin auf unsere Fragen nach den Schwerpunkten bei ihrer Arbeit als Bevollmächtige geantwortet. Sie ist mit diesem Amt protokollarisch einem Bundesminister gleichgestellt. Mit dem Deutsch-französischen Vertrag von 1963 haben Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer die Bedeutung des Sprachunterrichts in beiden Ländern vertraglich vereinbart: „[…] beide Länder werden sich bemühen, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Zahl der deutschen Schüler, die Französisch lernen, und die der französischen Schüler, die Deutsch lernen, zu erhöhen. …“ Wir haben die Ministerpräsidentin gefragt, ob dafür bisher genug getan wurde? Und wie wird künftig dieser Vertrag mit Leben erfüllt werden? Und im Vertrag steht auch eine ganz besondere Klausel: Artikel I, Abs. 3a „Der Verteidigungs- und der Armeeminister treten wenigstens einmal alle drei Monate zusammen. Ferner trifft sich der französische Erziehungsminister in den gleichen Zeitabständen mit derjenigen Persönlichkeit…“, das ist in Deutschland die Bevollmächtige. Wir haben Frau Kramp-Karrenbauer gefragt, ob diese hinsichtlich der kulturellen Angelegenheiten Vorgabe eingehalten wird?
Und am Ende des Gesprächs hat Frau Kramp-Karrenbauer uns über ihre > Facebook– und Twitter-Aktivitäten berichtet.
Der Einwurf „ich sehe das Leuchten in Ihren Augen“ sollte an de Gaulle erinnern, der sich am 9. September 1962 in Ludwigsburg in einer ergreifenden Rede an die deutsche Jugend wendete:
„Man braucht ja nur die Flamme in Ihren Augen zu beobachten, die Kraft Ihrer Kundgebungen zu hören, und bei einem jeden von Ihnen die Leidenschaftlichkeit und in Ihrer Gruppe den gesamten Elan mitzuerleben, um überzeugt zu sein, dass diese Begeisterung Sie zu den Meistern des Lebens und der Zukunft auserkoren hat.“
Bei dem diesen Jahr anstehenden Jahrestag wird man daran erinnern, dass de Gaulle diese Rede auf > deutsch gehalten hat. Vielleicht wird der dann amtierende französische Staatspräsident diese Geste wiederholen, mit der er alle Schüler, die noch nicht Französisch lernen, und daher gegenüber ihren Mitschülern, die Französisch lernen, benachteiligt sind, erreichen und beeindrucken könnte.
Vor der Internetzeit habe ich am nachmittag des 31.12. immer das Verbindungskabel zwischen meinem Kofferradio mit LW und dem Cassettenrekorder gesucht, um die Neujahrsansprache der Präsidenten mit allen Zwischengeräuschen der Langwelle aufzunehmen. Heute ruft man die Website des Elyseepalastes auf, kopiert ein bisschen Code, und schon kann man das Video der Ansprache auf dem Blog zeigen.
Am besten erst das Video angucken. Dann eine kurze Zusammenfassung schreiben und dann erst den Text der Ansprache nachlesen.
Versuchen wir es mal mit ein bisschen Lexikometrie:
In Sarkozys Ansprache sind 54 Wörter negativ besetzt, nur 44 Wörter sind positiv besetzt. Als Themen werden Wirtschaft (3), Finanzen (8), Wahlen (1), Familie (1) und Geschichte (1) genannt. Unter den europäischen Nachbarn werden nur Griechenland, Spanien, Irland, Italien und Portugal genannt. 18 mal sagt der Präsident ich, wir oder unsere sagt er 54 mal.
Bundeskanzlerin Angela Merkel erwähnte bei ihrer > Neujahrsansprache, > Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin (Textversion) 18 negativ besetzte, 25 positiv besetzte Wörter, die aber nicht alle so zum Handeln aufrufen, wie die Wörter in der gleichen Kategorie bei Sarkozy. Er beschränkte sich auf 8 Themen, Frau Merkel nannte 31 Themen und verstärkt dadurch einen etwas eher allgemeinen Charakter ihrer Ansprache. Aber so werden viele Zuhörer angesprochen, und die Kanzlerin bleibt so auch eher im Vagen. Immerhin, sie sagt auch „kinderfreundlicher“ und erwähnt die Menschenrechte. 14 Wörter enthalten eine Aufforderung. Europa wird 6 mal genannt, ohne einen der Partnerstaaten beim Namen zu nennen. Sie sagt 9 mal ich und, das fällt auf: wir (zusammen mit uns/unseren) 48 mal und sie wendet sich an die Zuhörer 18 mal (Sie/Ihnen).
Fazit: Der Präsident beschränkt sich auf einige wenige Themen (Finanzkrise) und versucht, seine Zuhörer zu überzeugen, dass diese Herausforderungen gemeistert werden können: 44 positiv besetzte Ausdrücke. Er sagt doppelt so oft ich, beide sprechen etwa gleich oft von wir/uns. So richtig konkrete Absichten äußern beide nicht. Beide erwähnen die deutsch-französischen Beziehungen nicht.
Quelques suggestions: On pourrait compter combien de fois le Président évoque l’Allemagne et combien de fois la Chancellière cite la France ou les raltions franco-allemandes. Ensuite, on pourrait lire l’interview et la déclaration gouvernementale en se demandant ce que le Président et la Chancellière disent quant à la question de souveraineté et quant aux perspectives qu’ils réservent pour l’Europe. Madame Merkel évoque la Fiskalunion neuf fois. Le Président en parle aussi: „Il faut bien voir que c’est une autre Europe qui est en train de naître : celle de la zone euro, où les maîtres mots seront la convergence des économies, des règles budgétaires, de la fiscalité. Une Europe où nous allons travailler ensemble à des réformes permettant à tous nos pays d’être plus compétitifs, sans renoncer pour autant à notre modèle social. La stabilité de notre continent est à ce prix.“
Il faudrait souligner que les deux interventions qu’on compare ici, ont été faites sous des conditions bien différentes. L’une est une interview, et les journalistes demandent au Président son avis par rapport aux relations-franco-allemandes. Madame Merkel, elle, explique les résultats du sommet. Néanmoins, on aurait pu s’imaginer, quelle évoque encore une fois l’initiative franc-allemande plus largement.
Einige Vorschläge: Man könnte nachlesen, wie oft der Präsident Deutschland nennt, und wie oft dei Bundeskanzlerin Frankreich und die deutsch-französischen Beziehungen nennt, dann könnte man nachsehen, was beide zur Frag der Souveränität sagen, und welche Vision sie für Europa haben. Frau Merkel nennt die Fiskalunion neun Mal. Der Präsidents erwähnt sie auch: „Man muss schon sehen, dass gerade ein anderes Europa im Entstehen begriffen ist: ein Europa der Euro-Zone, in dem die Leitbegriffe wirtschaftliche Konvergenz, Konvergenz der Haushaltsregeln und der Steuersysteme lauten. Ein Europa, in dem wir zusammen an den Reformen arbeiten, die alle unsere Länder wettbewerbsfähiger machen, ohne allerdings auf unser Sozialmodell zu verzichten. Das ist der Preis für Stabilität auf unserem Kontinent.“ > Übersetzung der Französischen Botschaft)
Beide Stellungahmen, die hier verglichen werden, sind unter verschiedenen Umständen entstanden. Der Präsident ist ausdrücklich nach dem deutsch-französischen Verhältnis gefragt worden, während dei Bundeskanzlerin in erster Linie die Ergebnisse des Brüsseler Gipfels erläutert. Man hätte sich vorstellen können, dass sie ewas mehr auf die deutsch-französische Initiatve eingeht, die zu diesem Ergebnis geführt hat.
Le Président de la République au journal Le Monde sur l’accord de Bruxelles : “ il y a désormais clairement deux Europe“
Der Text des Interviews auf der > Website der Französischen Botschaft in Berlin
Es lohnt sich, dieses lange Interview ganz genau zu lesen, da steht auch einiges zwischen den Zeilen, manches ist außerordentlich betont, manches möchte der Präsident nicht so stark hervorheben. Der Blogbeitrag darf hier nicht zu lang werden, also gucken wir uns hier nur einige Passagen an, was aber niemanden davon abhalten sollte, das Gespräch in seiner ganzen Länge zu lesen. Wie gesagt, die Versuchung ist groß, jeden einzelnen Absatz zu kommentieren.
Am 9 Dezember haben sich die 17 Staaten der Euro-Zone auf den Entwurf eines Vertrages geeinigt, mit dem nationale Schuldenbremsen vereinbart werden. England macht nicht mit. Premierminister Cameron, meint er oder England, könnten sich nur das Beste und Schönste aus der EU herauspicken…, ob das auf die Dauer gutgeht?
Noch am 8. Dezember habe Sarkozy von einer bevorstehenden Explosion in Europa gesprochen, ist das Risiko jetzt im Griff, fragten ihn die Journalisten: Erik Izraelewicz, Patrick Jarreau et Arnaud Leparmentier:
Sarkozy: „J’aimerais pouvoir dire qu’il est totalement écarté. Je m’en garderai pourtant,“ anwortet er und wiederholt, es handle sich um eine Vertrauenskrise, die den Fortbestand der EU gefährden könne: „La crise de confiance et de crédibilité de l’euro faisait donc peser un risque sur la pérennité de l’Union européenne.“ Bei der Einführung des Euro habe man so einiges vergessen: „La vérité est qu’il nous a fallu réparer en pleine crise les insuffisances de l’euro au moment de sa création. […] certains pays ont été accueillis au sein de la zone alors qu’ils n’y étaient pas préparés. Cela a eu pour conséquence de fragiliser tout le système, comme une pilule empoisonnée, en raison de l’interdépendance des réseaux bancaires et financiers.“
Unter der Überschrift „La gouvernance économqiue“ wollen dann die Journalisten wissen: „L’accord de Bruxelles répond-il à ces éléments de la crise ?“ Sarkozy sagt nicht ja, aber er erklärt: „Il y répond d’abord par la création d’une authentique gouvernance économique. Si les économies de la zone ne convergent pas, elles ne peuvent pas conserver durablement la même monnaie. Le fait que la responsabilité de la gouvernance revienne désormais aux chefs d’Etat et de gouvernement marque un progrès démocratique incontestable par rapport à la situation précédente, où tout s’organisait autour de la Banque centrale européenne [BCE], de la Commission et du pacte de stabilité.“
Die Frage, ob es jetzt eine Übergabe von Souveränitätsrechten gibt, verneint Sarkozy: „Non, car on ne déléguera pas à d’autres notre souveraineté économique. Il s’agira d’un exercice partagé de la souveraineté par des gouvernements démocratiquement élus. On conforte sa souveraineté et son indépendance en l’exerçant avec ses amis, ses alliés, ses partenaires.“ Das ist doch Gegenteil von dem , was man meint, es sei vereinbart worden? „J’ajoute,“ so der Präsident „que pas un seul domaine nouveau de compétences ne sera transféré à une quelconque autorité supranationale.“
Außerdem wurde der Mécanisme européen de solidarité [MES] vereinbart, der Mitgliedsländern helfen soll, die auf dem Kapitalmarkt nicht die Mittel finde, um ihre Schulden zu finanzieren. In diesem Zusammenhang wird die Europäische Zentralbank ihren Zinssatz um 1 % senken. Die Haushaltsdisziplin ist die die dritte Säule. Sanktionen kommen künftig automatisch.
Der Vertrag soll im März fertig sein, so der Präsident. Dann fügt er hinzu: „Il faut bien voir que c’est une autre Europe qui est en train de naître : celle de la zone euro, où les maîtres mots seront la convergence des économies, des règles budgétaires, de la fiscalité.“
Und die Journalisten möchten wissen, was der Präsident denen sagen wird, die ihm vorwerfen, er sei Angela Merkel zu sehr gefolgt? Sollen die doch eine Alternative zur deutsch-französischen Achse vorschlagen, entgegnet der Präsident und fügt hinzu, französische Wünsche seien erfüllt worden: „C’est vrai que le sommet de Bruxelles est le fruit d’un compromis franco-allemand et, depuis le début de cette crise, nous avons fait mouvement l’un vers l’autre. Qui aurait pensé, il y a deux ans, que nos partenaires se rallieraient à l’idée d’un gouvernement économique, organisé autour des chefs d’Etat et de gouvernement ? Qu’ils souscriraient à la création d’un fonds monétaire européen, incarné par le MES ? Autant d’idées françaises !. Und er lobt den Pragmatismus und die Intelligenz der Kanzlerin.
England ist beim Euro nicht dabei. War aber in Libyen mit dabei, so der Präsident. Und was das deutsche Modell betrifft, so gibt Sarkozy zu, in den vier Jahren im Elyséepalast sich verändert zu haben: „Entre la France et l’Allemagne, il y a d’abord l’histoire. Soixante-dix ans d’affrontements suivis par soixante-dix ans de paix. Quel doit être le prochain cycle? Nous n’avons pas le droit de diverger avec l’Allemagne, car la divergence conduit à l’affrontement. Nous devons donc nous comprendre et rechercher des compromis permanents.“ Aber Sarkozy weiß auch, dass die Franzosen in dreißig Jahren so zahlreich wie die Deutschen sein werden. (Es wird Zeit, dass wir das Potential von Kindern hier in Deutschland wiederentdecken und die Gesellschaft kinderfreundlicher machen, vielleicht kann man von Frankreich etwas lernen?) Frankreich hat noch einen Trumpf, so der Präsident, nämlich billigere Energie wegen der > Atomenergie. Er und die Bundeskanzlerin hätten alles versucht, um England zu überzeugen: „Mais il y a désormais clairement deux Europe. L’une qui veut davantage de solidarité entre ses membres, et de régulation. L’autre qui s’attache à la seule logique du marché unique.“
Und was ist mit der Türkei? möchten die Journalisten wissen.: „Vous savez, mes réserves,“ antwortet der Präsident, „qui n’ont pas changé. Si, dans la crise que nous connaissons, nous avions levé ces réserves, je ne crois pas que cela aurait facilité la tâche de l’Europe. L’Union européenne, c’est d’abord pour le continent européen. A ma connaissance, nos amis turcs, grande puissance, grande nation, sont essentiellement en Asie mineure.“ Und er fügt hinzu:“Nous venons d’accueillir la Croatie. L’ouverture à la Serbie est une perspective. Réunissons d’abord la famille européenne avant de poser des questions extra-européennes. Je souhaite que nous ayons les meilleurs rapports avec la Turquie, cela va de soi. Dans mon esprit, elle a un grand rôle à jouer dans le monde, un rôle de trait d’union entre l’Orient et l’Occident. A-t-elle intérêt à quitter ce rôle de pont entre les deux rives pour en rejoindre une ? Je pense que ce serait un affaiblissement.“
Und zu den Beziehungen der Franzosen zu Europa sagt er das Folgende: „Les Français associent l’euro à leurs difficultés, mais en même temps, ils comprennent les risques qu’il y aurait à en sortir et à s’isoler. Je rends hommage à leur lucidité. Les Français ne contestent pas l’Europe, mais la façon dont sont conduites certaines politiques européennes.“
Pressekonferenz von Nicolas Sarkozy in Brüssel am 9. Dezember 2011:
Die gemeinsame Pressekonferenz von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy: