François Hollande und die Bildung

Der neue Präsident François Hollande hat es in seinem ersten Monat gleich geschafft auf dem Titelblatt der > duz-europa zu erscheinen. Tatsächlich sind die Erwartungen hoch an seine Präsidentschaft. Der Teaser des ihm gewidmeten Artikels in der DUZ fasst die Perspektiven für die Bildung unter der neuen Regierung kurz zusammen: „Paris Auf der Agenda des neuen französischen Präsidenten François Hollande steht die Bildung ganz oben. Das betrifft vor allem die Schulen. Ziel ist, den Jugendlichen wieder mehr Zukunftschancen zu geben. Jeder vierte junge Erwachsene ist arbeitslos. Die Hochschulreform seines Vorgängers Nicolas Sarkozy will Hollande korrigieren. Die neue Wissenschaftsministerin Geneviève Fioraso kündigte an, das Vertrauen zwischen Wissenschaft und Politik durch Gespräche wieder zu stärken. Wissenschaftler seien von den heftigen Veränderungen überrumpelt worden.“ Aber man darf nicht nur da weitermachen, wo die alte Regierung aufgehört oder nicht weitergemacht hat. Einige Versprechen aus sein Wahlkampf hat Hollande schon umgesetzt, sio die Aufhebung des circulaire dite « Guéant » , das die ausländischen Studenten daran hinderte, einen Job anzunehmen. (> La circulaire Guéant sur les étudiants étrangers officiellement abrogée – LE MONDE 31 mai 2012) Schon nach seiner Amtseinführung und vor seinem Antrittsbesuch bei Angela Merkel am gleichen Tag hat er am 15. Mai die Verdienste von > Jules Ferry (Vidéo, site du Palais de l’Élysée) gewürdigt und die Bedeutung der Schule in Frankreich hervorgehoben: „L’Ecole, c’est l’arme de la justice. / Die Schule, das ist eine Waffe der Gerechtigkeit.“ > Discours de M. le président de la République en hommage à Jules Ferry

Es gibt die > deutsch-französische Hochschule und eine große Anzahl deutsch-französischer und trinationaler Studiengänge. Und es gibt die > France-Mobiles, die in den letzten Jahren 1 Mio. km durch Deutschland für die französische Sprache gerollt sind. Das sind nur zwei von vielen anderen Initiativen zugunsten von Bildung und Sprache in beiden Ländern. Mit dem Regierungswechsel bietet sich ein Neuanfang auch auf dem Bildungssektor an. Das Interesse der Schüler in Frankreich und Deutschland für den Nachbarn jenseits des Rheins wächst schnell, wenn sie mehr über ihn erfahren. Und wenn ihnen die Gelegenheit geboten wird, ihre Sprachkenntnisse unter Beweis zu stellen.

Eine Aufwertung des Deutsch-französischen Jugendwerkes. Das wärs. Der bevorstehende Jahrestag der Ansprache General de Gaulles an die deutsche Jugend in Ludwigsburg im kommenden Herbst wäre für die französische Regierung eine wunderbare Gelegenheit an die gemeinsamen Perspektiven zu erinnern: „Man braucht ja nur die Flamme in Ihren Augen zu beobachten, die Kraft Ihrer Kundgebungen zu hören, und bei einem jeden von Ihnen die Leidenschaftlichkeit und in Ihrer Gruppe den gesamten Umsprung mitzuerleben, um überzeugt zu sein, dass diese Begeisterung Sie zu den Meistern des Lebens und der Zukunft auserkoren hat.“ Und de Gaulle fügte hinzu: „Während unsere beiden Staaten die wirtschaftliche, politische, und kulturelle Zusammenarbeit fördern werden, sollte es Ihnen und der französischen Jugend obliegen, alle Kreise, bei Ihnen und bei uns dazu zu bestreben, engere Bande zu knüpfen, einander immer näher zu kommen, und besser, sich besser kennen zu lernen.“ Zieht man 50 Jahre nach dieser Rede Bilanz und überlegt, dwas die deutschen und französischen Regierungen ganz praktisch für die Förderung der Nachbarsprache wirklich getan haben, fällt die Bilanz recht mager aus. uUf beiden Seiten des Rheins gehen die Zahlen der Schüler, die die Nachbarsprache lernen zurück.


> Argumente für Französisch


Zu selten hören die Schüler, dass das Erlernen der Nachbarsprache eine der allerbesten Berufsversicherungen ist. Und außer Grammatik und Vokabeln wird ihnen oft nur ein oberflächlicher Eindruck in die > Politik des Nachbarlandes geboten. Die > deutsch-französischen Beziehungen sind nur ein Kapitel unter anderen auf dem Lehrplan. Und gelungener Schüleraustausch findet längst nicht an allen Schulen statt. Investitionen in die Bildung sind genauso gut platziert wie für den EURO. Jeder Schüler, der sich für Französisch, bzw. in Frankreich für Deutsch entscheidet, sollte in den ersten beiden Jahren zumindest einmal das Angebot bekommen, an einem Schüleraustausch mit den Schülern im Nachbarland teilzunehmen.

> Hollande propose à l’Union européenne son „pacte pour la croissance“ nécessitant 120 milliards L’Aisne nouvelle – 17 juin 2012

10 Jahre France-Mobil
1.000.000 Kilometer für die französische Spache

In den letzten zehn Jahren haben junge französische Lektoren mehr als 8.400 Schulen in ganz Deutschland besucht, mit über 700.000 Schülern gearbeitet und dabei rund 1.000.000 Kilometer zurückgelegt. Das Erfolgsprinzip von FranceMobil ist einfach: Mit einem von Renault Deutschland bereitgestellten Kangoo fahren Lektoren an deutsche Schulen, um authentisch und lebendig über ihr Heimatland Frankreich zu berichten. Dabei reicht das Repertoire von Rollenspielen mit Handpuppen über Hip Hop bis zu ersten Dialogen in der Fremdsprache. Den Erfolg dieser unkonventionellen Basisarbeit für die deutsch-französischen Beziehungen belegen die steigenden Anmeldungen für Französischunterricht an den besuchten Schulen.

> Berichte über France-Mobil und DeutschMobil auf dem Frankreich-Blog

u.a. > Les France Mobil sur la foire de Leipzig – mit zwei Interviews

Das Programm FranceMobil wurde 2002 von der Robert Bosch Stiftung und der Französischen Botschaft Berlin ins Leben gerufen. Nach dem Vorbild des DeutschMobils, das seit dem Jahr 2000 Schulen in Frankreich besucht, sind jährlich 12 FranceMobil-Lektoren in Deutschland unterwegs. Sie sind an Instituts Français oder Centres Culturels français in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Erlangen, Freiburg, Hamburg, Mainz, München, Leipzig und Stuttgart angegliedert.

Die Festveranstaltung zum zehnjährigen Jubiläum findet am 8. Juni in der Französischen Botschaft in Berlin statt. Bis dahin ist das FranceMobil an Schulen in ganz Deutschland unterwegs.

> Die aktuellen Termine der Lektoren

> www.bosch-stiftung.de/francemobil

> Das Fach Französisch verdient mehr Aufmerksamkeit

> Argumente für Französisch

Le Président de la République, François Hollande, s’adresse à la presse aprés la rencontre informelle des chefs d’Etat et de gouvernement de l’Union Européenne.

Le Président de la République s’adresse à la presse à l’issue de la rencontre informelle des chefs d’Etat et de gouvernement de l’Union Européenne:

Die Anzeige der Video-Filme auf der Website des Elyseepalastes scheint kürzlich modifiziert worden zu sein. Möglicherweise sind alle früheren Videos, die hier auf dem Blog an gezeigt werden („embedded“), dadurch leider nicht mehr sichtbar. Manchmal stimmt auch etwas mit der ANzeige nicht, und einige Wochen später wird ein anderer Film angezeigt. Eine ständige Korrektur ist leider nicht möglich.

Bei dieser Pressekonferenz nach dem Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs, die am 23. Mai das nächste Treffen im kommenden Juni vorbereitet haben, hat sich der neue Staatspräsident, François Hollande, sich zuallererst zum Thema des Wachstums geäußert. Es lohnt sich, gerade diesem ersten Statements Hollandes auf internationale, europäischen Parkett in Brüssel genau zuzuhören. Die Versuchung ist groß, seine Stellungnahme mit seinen Wahlkampfreden zu vergleichen: die Wortwahl, die Gesten, die Art und Weise, wie er seine Zuhörer anspricht. Noch wichtiger ist aber, seinen Aussagen zum Wachstum zuzuhören, um herauszufinden, welche Definition er diesem Wort gibt. Und dann muss man sehen, wie er den Weg zum Wachstum beschreibt, welches Gewicht er den Eurobonds, als den europäischen Schuldverschreibungen gibt. Von vorneherein, ohne den Film angesehen zu haben, darf man vermuten, dass Wachstum auf unterschiedliche Arten definiert werden kann, es kommt darauf an, welche Stellschrauben der Präsident gerne gedreht sehen möchte. Es ist nämlich die Definition des Wachstums, die er hier vorträgt, die in sich unweigerlich die Ansätze für eine Entscheidung auf der Ebene der Regierungschefs andeuten oder erkennen lassen. Die Bundeskanzlerin steht einer Wachstumskomponente gar nicht mehr völlig ablehnend gegenüber. Es ist zu vermuten, dass die gemeinsamen Arbeitsgruppen sich auf der Arbeitsebene längst darangemacht haben, die unterschiedlichen Positionen zu vergleichen, abzugleichen und die Einigungswege anzudeuten. Und wenn Thilo Sarrazin meint, wir bräuchten den EURO nicht, dann hat Peer Steinbrück heute morgen in der FAZ in > der Rezension zu Sarrazins Buch, dessen fehlenden Einsichten in den europäischen Prozess hervorgehoben. Die ersten beiden Spalten von Steinbrücks Text sind Nachhilfeunterricht für Thilo Sarrazin. Allerdings werden auch mit Steinbrücks Rezension die wirklichen Probleme des EURO und die milliardenschweren Zahlungen, Bürgschaften und Kredite nicht besser verständlich. Für die Wähler in allen EU-Staaten haben einen Anspruch darauf, dass die Politik ihnen Beweggründe für Bekämpfung der Euro-Turbulenzen besser verständlich macht.

Vor diesem Hintergrund, die Frage nach Hollandes Definition des Wachstums, die Suche nach Kompromissansätzen in Bezug auf die vorgeschlagenen Maßnahmen und die Art und Weise, wie Hollande sich mit welchen Aussagen verständlich macht, können wir nun das oben angezeigte Video ansehen.

Hollandes Eingangsstatement dauert 7,5 Minuten. Eine richtig gute Übung für die Oberstufe: Die wesentlichen Aussagen des Präsidenten in fünf Sätzen zusammenfassen: Eurokrise, Wachstum, Zentralbank und ihre Rolle, die Positionen der andren Mitgliedsländer, er nennt nicht, wer ihn unterstützt, und Griechenland. Danach folgen die Fragen der Journalisten, und man kann hier einen ganz anderen Präsidenten als den Wahlkämpfer Hollande beobachten. Für die fortgeschrittenen Schüler. Wie argumentiert Hollande in einigen der folgenden Antworten? Und für alle zusammen, wie wird der Präsident seine Auffassungen bis zur Parlamentswahl in Frankreich vertreten, und wie wird er sie nach der Wahl artikulieren? Und wie wird Bundeskanzlerin Merkel ihre Koalition darauf einstimmen?

Wir sehen spannenden Wochen entgegen, weil in kurzer Zeit gerade jetzt sehr viel bewegt werden wird. Und das ist auch eine Chance für die deutsch-französische Kooperation jetzt gemeinsame Zeichen zu setzen. Das Gegeneinander funktioniert sowieso nicht, aber unterschiedliche Meinungen und ihre Diskussion helfen, den besten Weg zu finden.

Nachtrag: > Bundesregierung will Sonderwirtschaftszonen für Europa – DER SPIEGEL 25.5.2012

Kurswechsel in der Europapolitik? Podiumsdiskussion über die deutsch-französischen Beziehungen nach den Präsidentschaftswahlen in Frankreich

Frankreich hat einen neuen Präsidenten gewählt. Welche Auswirkungen wird dieser Politikwechsel in Frankreich auf die deutsch-französische Zusammenarbeit und die gemeinsame Europapolitik haben? Mit dieser Frage setzen sich Experten aus Deutschland und Frankreich im Rahmen einer Podiumsdiskussion am Donnerstag, 31. Mai, um 18 Uhr in der Villa Lessing in Saarbrücken auseinander. Veranstalter sind das Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes und die Villa Lessing – Liberale Stiftung Saar e. V.

Nach dem Machtwechsel in Frankreich ist nun seit 1995 erstmals wieder ein Sozialist französisches Staatsoberhaupt. François Hollande hat sich gegen Angela Merkels Sparpolitik ausgesprochen und setzt sich für Wachstumsprogramme ein, um die Schuldenkrise in Europa zu bekämpfen. Diese Umorientierung ist nur ein Beispiel für die neuen Perspektiven, die sich für die zukünftige Zusammenarbeit ergeben. Ganz aktuell zeigte sich auch auf internationalem Parkett, den G8- und NATO-Gipfeltreffen in den USA, dass das deutsch-französische Duo uneins ist.

Im Gespräch mit Lisa Huth, Journalistin beim Saarländischen Rundfunk, beleuchten Gérard Foussier (Chefredakteur der deutsch-französischen Zeitschrift „Dokumente“ und Präsident der Organisation Bureau International de Liaison et de Documentation), Dr. Gregor Halmes (Dozent an der Universität des Saarlandes) und Dr. Andreas Marchetti (Senior Fellow am Zentrum für Europäische Integrationsforschung der Universität Bonn) die bevorstehenden Herausforderungen.

Veranstaltungsort: Villa Lessing, Lessingstraße 10, 66121 Saarbrücken

Anmeldung Um Anmeldung per E-Mail oder Telefon wird gebeten.
E-Mail: info@villa-lessing.de
Tel.: +49 (0)681/96708-25

Die 1. Pressekonferenz von François Hollande und Angela Merkel

Am gleichen Tag der Amtsübergabe reiste der neue Staatspräsident François Hollande gestern zu einem Antrittsbesuch zur Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin. Antrittsbesuch? „Sicher gleich ein Arbeitstreffen,“ meinte > Henrik Uterwedde, DFI, am letzten Montag im Videointerview. Und > François Hollande schreibt auf seiner Facebook-Seite: „A Berlin, hier soir, nous avons, avec la chancelière allemande Angela Merkel, donné une conférence de presse commune.“ Lässt er dort schreiben oder schreibt er selber? 173.000 „Gefällt mir“-Klicks (genauer: „173.407 „Gefällt mir“-Angaben · 54.054 sprechen darüber“) hat er auf Facebook, > Angela Merkel hat geringeren Zuspruch („158.245 „Gefällt mir“-Angaben · 4.744 sprechen darüber“) als und ihr letzter Eintrag lautet „Angela Merkel hat bei der Pressekonferenz nach Präsidium und Bundesvorstand der CDU zusammen mit Norbert Röttgen von einer „bitteren und schmerzhaften Niederlage“ gesprochen.“ Sie schreibt wohl nicht selber, und ihr Mitarbeiter hat heute morgen wohl vergessen, ihr FB-Konto zu aktualisieren.

> Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und dem französischen Präsidenten Hollande – Auf der Website der Bundeskanzlerin

Angela Merkel und François Hollande:
Die deutsch-französischen Beziehungen
Ein Gespräch mit Prof. Uterwedde im DFI

Heute unterwegs mit dem transportablen > TV-Studio TVGUCKEN. Diesmal wieder ein Besuch im Deutsch-französischen Institut in Ludwigsburg > www.dfi.de, wo kürzlich sein Direktor > Professor Frank Baasner auf unsere Fragen zu seinem Institut geantwortet hat. Heute hat sein Stellvertreter, Professor Henrik Uterwedde uns empfangen und mit uns über die Reisevorbereitung des neuen Staatspräsidenten François Hollande auf dem Weg zur zur Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin gesprochen.

Am 15. Mai wird in Paris der neue Staatspräsident, François Hollande, in sein Amt eingeführt. Am gleichen Tag wird er zu Angela Merkel nach Berlin reisen. Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Frage, wird das nur Antrittsbesuch sein, oder werden beide gleich in medias res gehen? Obwohl Hollande kein Président bis sein möchte, hat er schon am 9. Mai den Präsidenten des Europäischen Rates Hermann Van Rompuy und am 10. Mai Jean-Claude-Juncker, den Präsidenten der Euro-Gruppe getroffen. Die Zeit drängt wohl und beide werde ihm wohl gesagt haben, was ihn in Berlin erwartet?

Es geht natürlich um den Fiskalpakt: Im Wahlkampf hat Hollande für eine Modifizierung des Fiskalpaktes, der zusammen mit Euro-Rettungsschirm (ESM) zur Ratifizierung ansteht, geworben. Z zeitweise sprach er von Neuverhandlungen, man darf sich fragen, wie schnell ob der neue Präsident – noch vor Amtsantritt – von der Wirklichkeit eingeholt wird ? Außerdem steht Griechenland wieder ganz oben auf der Tagesordung, weil sich dort keine Mehrheit für eine Regierungsbildung finden lässt. Gerade in bezug auf Griechenland, muss man fragen, sind bisher mit der rigiden Sparpolitik Fehler gemacht worden sind? Im > Entwurf zum Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM kommt das Wort Wachstum nur im Zusammenhang mit dem Stabilitäts- und Wachstumspakt vor. List man den Entwurf durch, kann man zu der Auffassung gelangen, da ist etwas vergessen worden. Hat er überhaupt eine Verhandlungsmasse, um Angela Merkel auf die von ihm gewünschte Wachstumskomponente einzustimmen? Wachstumsanreize müssen immer die Grenzen zwischen Rettungsmaßmahmen oder gar Nationalisierungen im Blick behalten. Was für Wachstumsanreize stellt sich Hollande vor, haben wir Professor Uterwedde gefragt? Und welchen Handlungsspielraum hat Angela Merkel? Sie würden den Mitgliedern der EU am liebsten eine strenge Haushaltsdisziplin verordnen.


A. Kimmel/H. Uterwedde (Hrsg),
Länderbericht Frankreich,
Bonn, Bundeszentralele für politische Bildung 2012.

Wachstum auf Pump soll es nicht geben… ? Ist das nur Streit um Begriffe? Hollande will mehr Impulse für das Wirtschaftswachstums, während Wolfgang Schäuble am 7.5. im Handelsblatt mit den Worten „Der Fiskalpakt hat ja das Ziel, durch finanzielle Konsolidierung eine Voraussetzung für dauerhaftes Wirtschaftswachstum zu schaffen?“ zitiert wird. Und wir haben Henrik Uterwedde gefragt, ob er mit einem Kompromiss in dieser Frage, also bezüglich des Verhältnisses zwischen Sparpolitik und Wachstumsanreizen, kommt oder wird es zu richtig harrten Verhandlungen kommen, z.B. beim Thema „Projektbonds“, die Frankreich wünscht, über die Frau Merkel nicht gerne reden mag?

Es gibt Pressebericht, wie im SPIEGEL, > Hollandes Sozialisten greifen Merkel an (13. Mai 2012), dass es frostig werden könnte zwischen Hollande und Merkel. Uterwedde: „Quatsch“.

Uterwedde hat hat der FAZ kürzlich gesagt „Die Staatsquote ist in Frankreich sehr hoch,“ was bedeutet das genau, ist das ein sehr großes Hemmnis für die anvisierte Konvergenz? Ist die Rolle des Staates in Frankreich größer als in Deutschland?

Zum Handlungsspielraum des neuen Präsidenten: am 11. und 17. Juni sind Parlamentswahlen, aus denen die Rechte gerne eine Art dritten Wahlgang machen würde. Was könnte passieren, wenn Hollande in der Nationalversammlung im Juni keine linke Mehrheit erhält? Hollande will ein „normaler“ Präsident werden?

Nach den Antworten Uterweddes konnte ich nur noch ein klares Nein auf eine der letzten Fragen erwarten: Erfordert der Wahlsieg von François Hollande eine Neujustierung der Achse Berlin-Paris?

„Ouvrons les portes à la vie!“

… so lautete das Motto des Französischlehrertags an der TU Dresden am 24. März 2012.

Prof. Dr. Dr. h.c. Ingo Kolboom erinnerte in seinem Grußwort an den Aufsatz „Versagen die Mittler? Was Deutschland und Frankreich voneinander wissen“ des Franzosen Alfred Grosser Anfang der 1970er Jahre (FAZ, 02.02.1973, S. 8) und sprach sich mit Nachdruck dafür aus, Politisches und kulturelles Wissen auch im Französischunterricht zu vermitteln:

„Lassen wir es nicht zu, dass ein Fach, das verantwortlich ist für die Ausbildung der Ausbilder von 1,5 Millionen Französischschüler in Deutschland, für die Vermittlung NICHT einer Fremdsprache, sondern einer FREUND- und NACHBAR- Sprache, dass dieses Fach seine Tore vor dem Leben, vor unserem Leben verschließt.“

Ingo Kolboom bedauert zu Recht, dass sein lehrstuhl nach seiner Emeritierung „Fankreichstudien und Frankophonie“ 2012 der Literaturwissenschaft übergeben wurde, der „sich nunmehr ‚Französische Literatur- und Kulturwissenschaft‘ nennen wird und zwangläufig einem Sozialwissenschaftler verschlossen bleibt. Als wäre Literatur keine Kultur!“ Kolboom sieht darin eine Tendenz, dem Vergleich mit dem Nachbarland aus dem Weg zu gehen, die er höchst bedauerlich findet.

> Grußwort / Mot d’ouverture auf dem Französischlehrertag an der TU Dresden am 24. März 2012

Europa nur mit uns!
Forum junger Menschen zur Partizipation in Europa


Das Diskussionsforum des Jugendprojekts „Europa nur mit uns!“ der Stadt Ludwigsburg und des > Deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg ist seit 2. Mai 2012 über eine Website und ein Forum zugänglich und die Website enthält Informationen zum 50. Jubiläum der > Rede de Gaulles an die Jugend in Ludwigsburg 1m 9. September 1962 und zu den aktuellen > europäischen Herausforderungen. Ab jetzt können nicht nur Teilnehmer, sondern auch alle Europa-Interessierten mitmachen.

Die Rede von Charles de Gaulle in Ludwigsburg

Werner Spec, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg und Prof. Frank Baasner, Direktor des dfi rufen gemeinsam zur Teilnahme an diesem Forum auf:
„Es geht los! C’est parti! Let’s go! Europa befindet sich im Umbruch. Ob Schuldenkrise, Alterung der Gesellschaft oder Klimawandel: Wir Europäer stehen vor großen Herausforderungen. Wie können wir diese bewältigen? Gerade jetzt ist Ihre Meinung und Ihr Engagement mehr denn je gefragt.Wir freuen uns auf Ihre Beiträge, die Gruppenarbeiten und den Austausch im „Forum online“.

Auf diesem Blog:

> De Gaulle et l’Allemagne : Discours devant la jeunesse allemande – Ludwigsburg – 9 septembre 1962
> Le miracle de la réconciliation franco-allemande. Il y a 48 ans: La signature du traité de l’Élysée

und weitere 250 Beiträge rund um die > deutsch-französischen Beziehungen.

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