Am gleichen Tag der Amtsübergabe reiste der neue Staatspräsident François Hollande gestern zu einem Antrittsbesuch zur Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin. Antrittsbesuch? „Sicher gleich ein Arbeitstreffen,“ meinte > Henrik Uterwedde, DFI, am letzten Montag im Videointerview. Und > François Hollande schreibt auf seiner Facebook-Seite: „A Berlin, hier soir, nous avons, avec la chancelière allemande Angela Merkel, donné une conférence de presse commune.“ Lässt er dort schreiben oder schreibt er selber? 173.000 „Gefällt mir“-Klicks (genauer: „173.407 „Gefällt mir“-Angaben · 54.054 sprechen darüber“) hat er auf Facebook, > Angela Merkel hat geringeren Zuspruch („158.245 „Gefällt mir“-Angaben · 4.744 sprechen darüber“) als und ihr letzter Eintrag lautet „Angela Merkel hat bei der Pressekonferenz nach Präsidium und Bundesvorstand der CDU zusammen mit Norbert Röttgen von einer „bitteren und schmerzhaften Niederlage“ gesprochen.“ Sie schreibt wohl nicht selber, und ihr Mitarbeiter hat heute morgen wohl vergessen, ihr FB-Konto zu aktualisieren.
Heute unterwegs mit dem transportablen > TV-Studio TVGUCKEN. Diesmal wieder ein Besuch im Deutsch-französischen Institut in Ludwigsburg > www.dfi.de, wo kürzlich sein Direktor > Professor Frank Baasner auf unsere Fragen zu seinem Institut geantwortet hat. Heute hat sein Stellvertreter, Professor Henrik Uterwedde uns empfangen und mit uns über die Reisevorbereitung des neuen Staatspräsidenten François Hollande auf dem Weg zur zur Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin gesprochen.
Am 15. Mai wird in Paris der neue Staatspräsident, François Hollande, in sein Amt eingeführt. Am gleichen Tag wird er zu Angela Merkel nach Berlin reisen. Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Frage, wird das nur Antrittsbesuch sein, oder werden beide gleich in medias res gehen? Obwohl Hollande kein Président bis sein möchte, hat er schon am 9. Mai den Präsidenten des Europäischen Rates Hermann Van Rompuy und am 10. Mai Jean-Claude-Juncker, den Präsidenten der Euro-Gruppe getroffen. Die Zeit drängt wohl und beide werde ihm wohl gesagt haben, was ihn in Berlin erwartet?
Es geht natürlich um den Fiskalpakt: Im Wahlkampf hat Hollande für eine Modifizierung des Fiskalpaktes, der zusammen mit Euro-Rettungsschirm (ESM) zur Ratifizierung ansteht, geworben. Z zeitweise sprach er von Neuverhandlungen, man darf sich fragen, wie schnell ob der neue Präsident – noch vor Amtsantritt – von der Wirklichkeit eingeholt wird ? Außerdem steht Griechenland wieder ganz oben auf der Tagesordung, weil sich dort keine Mehrheit für eine Regierungsbildung finden lässt. Gerade in bezug auf Griechenland, muss man fragen, sind bisher mit der rigiden Sparpolitik Fehler gemacht worden sind? Im > Entwurf zum Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM kommt das Wort Wachstum nur im Zusammenhang mit dem Stabilitäts- und Wachstumspakt vor. List man den Entwurf durch, kann man zu der Auffassung gelangen, da ist etwas vergessen worden. Hat er überhaupt eine Verhandlungsmasse, um Angela Merkel auf die von ihm gewünschte Wachstumskomponente einzustimmen? Wachstumsanreize müssen immer die Grenzen zwischen Rettungsmaßmahmen oder gar Nationalisierungen im Blick behalten. Was für Wachstumsanreize stellt sich Hollande vor, haben wir Professor Uterwedde gefragt? Und welchen Handlungsspielraum hat Angela Merkel? Sie würden den Mitgliedern der EU am liebsten eine strenge Haushaltsdisziplin verordnen.
A. Kimmel/H. Uterwedde (Hrsg), Länderbericht Frankreich,
Bonn, Bundeszentralele für politische Bildung 2012.
Wachstum auf Pump soll es nicht geben… ? Ist das nur Streit um Begriffe? Hollande will mehr Impulse für das Wirtschaftswachstums, während Wolfgang Schäuble am 7.5. im Handelsblatt mit den Worten „Der Fiskalpakt hat ja das Ziel, durch finanzielle Konsolidierung eine Voraussetzung für dauerhaftes Wirtschaftswachstum zu schaffen?“ zitiert wird. Und wir haben Henrik Uterwedde gefragt, ob er mit einem Kompromiss in dieser Frage, also bezüglich des Verhältnisses zwischen Sparpolitik und Wachstumsanreizen, kommt oder wird es zu richtig harrten Verhandlungen kommen, z.B. beim Thema „Projektbonds“, die Frankreich wünscht, über die Frau Merkel nicht gerne reden mag?
Es gibt Pressebericht, wie im SPIEGEL, > Hollandes Sozialisten greifen Merkel an (13. Mai 2012), dass es frostig werden könnte zwischen Hollande und Merkel. Uterwedde: „Quatsch“.
Uterwedde hat hat der FAZ kürzlich gesagt „Die Staatsquote ist in Frankreich sehr hoch,“ was bedeutet das genau, ist das ein sehr großes Hemmnis für die anvisierte Konvergenz? Ist die Rolle des Staates in Frankreich größer als in Deutschland?
Zum Handlungsspielraum des neuen Präsidenten: am 11. und 17. Juni sind Parlamentswahlen, aus denen die Rechte gerne eine Art dritten Wahlgang machen würde. Was könnte passieren, wenn Hollande in der Nationalversammlung im Juni keine linke Mehrheit erhält? Hollande will ein „normaler“ Präsident werden?
Nach den Antworten Uterweddes konnte ich nur noch ein klares Nein auf eine der letzten Fragen erwarten: Erfordert der Wahlsieg von François Hollande eine Neujustierung der Achse Berlin-Paris?
… so lautete das Motto des Französischlehrertags an der TU Dresden am 24. März 2012.
Prof. Dr. Dr. h.c. Ingo Kolboom erinnerte in seinem Grußwort an den Aufsatz „Versagen die Mittler? Was Deutschland und Frankreich voneinander wissen“ des Franzosen Alfred Grosser Anfang der 1970er Jahre (FAZ, 02.02.1973, S. 8) und sprach sich mit Nachdruck dafür aus, Politisches und kulturelles Wissen auch im Französischunterricht zu vermitteln:
„Lassen wir es nicht zu, dass ein Fach, das verantwortlich ist für die Ausbildung der Ausbilder von 1,5 Millionen Französischschüler in Deutschland, für die Vermittlung NICHT einer Fremdsprache, sondern einer FREUND- und NACHBAR- Sprache, dass dieses Fach seine Tore vor dem Leben, vor unserem Leben verschließt.“
Ingo Kolboom bedauert zu Recht, dass sein lehrstuhl nach seiner Emeritierung „Fankreichstudien und Frankophonie“ 2012 der Literaturwissenschaft übergeben wurde, der „sich nunmehr ‚Französische Literatur- und Kulturwissenschaft‘ nennen wird und zwangläufig einem Sozialwissenschaftler verschlossen bleibt. Als wäre Literatur keine Kultur!“ Kolboom sieht darin eine Tendenz, dem Vergleich mit dem Nachbarland aus dem Weg zu gehen, die er höchst bedauerlich findet.
Werner Spec, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigsburg und Prof. Frank Baasner, Direktor des dfi rufen gemeinsam zur Teilnahme an diesem Forum auf:
„Es geht los! C’est parti! Let’s go! Europa befindet sich im Umbruch. Ob Schuldenkrise, Alterung der Gesellschaft oder Klimawandel: Wir Europäer stehen vor großen Herausforderungen. Wie können wir diese bewältigen? Gerade jetzt ist Ihre Meinung und Ihr Engagement mehr denn je gefragt.Wir freuen uns auf Ihre Beiträge, die Gruppenarbeiten und den Austausch im „Forum online“.
Signés par Pierre-Yves Le Borgn‘ (candidat PS aux élections législatives des 3 et 17 juin prochains pour > la 7e circonscription des Français de l’étranger), Stefan Collignon est professeur de politique économique à l’École des Hautes Etudes de Sant’Anna (Pise) et Gabriel Richard-Molard, chercheur en droit public européen et comparé aux universités de Potsdam et Paris I, vice-président de la Commission Europe du SPD Berlin, le journal Libération publie aujourd’hui un article > Renouveler la relation franco-allemande. Les auteurs de cet article rappellent les échanges franco-allemand depuis 60 ans qui ont ont conduit à ce qu’on appelle aujourd’hui du couple franco-allemand et ils proposent, comme le fait, François Hollande, dans son > pacte de gouvernement de >préparer un second Traité de l’Élysée. Hm… et son contenu? est-ce vraiment nécessaire? Il faudrait appliquer le traité de 1963 sans se limiter seulement à des promesses de vouloir désormais de plus en plus étroitement travailler ensemble.
Les auteurs pensent à „l’enseignement avec le développement des filières bilingues aux fins de double certification“, oui, mais la promotion de l’enseignement de la langue du partenaire serait déjà si important! Les auteurs pensent aussi – á bon droit – à „l’emploi avec la mise en place d’une politique franco-allemande de la formation professionnelle; l’énergie avec un soutien coordonné à la sobriété énergétique et aux énergies renouvelables; et enfin la croissance économique.“
Et il rappelle la deuxième proposition qui serait „un Ministère franco-allemand en charge de la coordination de ces politiques comme des positions communes à proposer dans le concert européen et mondial.“
J’aimerais bien savoir, qui est-ce qui, en 2009, n’en voulait pas. Des réticences à cause des questions constitutionnelles? Il y a toujours une pratique à côté du texte qui pourrait la modifier sans la contredire. „Le moment est pourtant venu de faire preuve d’imagination et surtout d’ambition,“ ajoutent les trois auteurs. Oui, je voudrais bien faire une interview avec un ministre franco-allemand pour notre blog.
Les trois auteurs estiment: „L’élection d’un nouveau Président en France ce printemps et l’alternance espérée en Allemagne en 2013 nous offrent cette chance d’aller de l’avant avec de telles réformes pour le couple franco-allemand. La crise économique, la transition énergétique et la mutation écologique le requièrent. Ces réformes offrent la chance de refonder une relation fraternelle, franche et équilibrée. La France, l’Allemagne, l’Europe aussi, ont tout à y gagner.“
Les festivités à venir, le 50 e anniversaire du discours du Général de Gaulle à Ludwigsburg en octobre prochain comme celle de la signature du traité de l’Élysée présentent de belles occasions pour un bilan et une concertation autour d’un programme pour les années à venir.
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Pierre-Yves Le Borgn‘ (Kandidat der PS für die Parlamentswahlen – > la 7e circonscription des Français de l’étranger – am 3. und 17. Juni für die Franzosen im Ausland), Stefan Collignon Professor für Wirtschaftspolitik an der École des Hautes Etudes de Sant’Anna (Pise) und Gabriel Richard-Molard, (Europäisches Recht an den Universitäten Potsdam und Paris I, Vizepräsident der Europa-Kommission der SPD Berlin, haben einen Artikel unterzeichnet, den die Zeitung Libération heute veröffentlicht: > Renouveler la relation franco-allemande. Sie erinnern an die erfolgreiche 60-jährige Politik Frankreich und Deutschland, die zu der Bezeichnung des couple franco-allemand geführt hat, und sie erinnern an das Programm von François Hollande, das einen neuen Elysee-Vertrag vorsieht. Hm… was soll da drinstehen? Ist das wirklich notwendig? Würde es nicht genügen, den Vertrag richtig anzuwenden, ohne nur wie man das bei jedem deutsch-französischen Treffen macht, sich zu versprechen, künftig enger zusammenarbeiten zu wollen?
Die Autoren denken an den Ausbau des bilingualen Unterrichts – das ist bestimmt wichtig. Aber zuerst muss der Sprachunterricht der Nachbarsprache in beiden Ländern entscheidende und sehr nachhaltige Impulse erfahren. Die Autoren wünschen auch den Ausbau der beiderseitigen Beziehungen im Bereich der beruflichen Bildung, sowie einen gemeinsamen Austausch der erneuerbaren Energien und im Bereich des wirtschaftlichen Wachstums.
Außerdem erinnern sie an den zweiten Vorschlag: „ein deutsch-französischer Minister, der die Politik in beiden Ländern koordiniert und gemeinsa Positionen in bezug auf Europa und die Welt vorschlägt“
Ich möchte gerne mal wissen, warum diese Idee 2009 gescheitert ist. Hatte beide Seiten oder eine Seite verfassungsrechtliche Bedenken? Neben der bgeschriebenen Verfassung gibt es doch auch eine Auslegung, die Verfassungspraxis: „Der Moment ist gekommen, Imagination und Ehrgeiz zu beweisen,“ fügen die drei Augtoren hinzu. Sowie es einen deutsch-französischen Minister gibt, möchte ich mit ihm ein Interview für unseren Blog machen..
Die dei Autoren vertreten folgende Ansicht: „Die Wahl eines neuen Präsidenten in Frankreich in diesem Frühjahr und der erhöffte Regierungswechsel 2013 in Deutschland bietet uns die Chance mit solchen Reformen für das deutsch-französische Paar voranzukommen. Die Wirtschaftskrise, die Energiewende und die ökologische Veränderung verlangen sie. Diese Reformen bieten die Chance, die brüderliche Beziehung offen und ausgewogen wieder zu begründen. Franreich, Deutschland und auch Eruopa können damit nur gewinnen.“
Die kommenden Gedenktage, wie der 50. Jahrestag der Rede Generals de Gaulles an die deutsche Jugnd in Ludwigsburg, wie der 50. Jahrestag des Elysée-Vertrages im Januar 2013 sind eine gute Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und neue Projekte für die kommenden Jahre zu verabreden.
A l’issue d’une conférence commune, le Ministère de l’Éducation nationale, les recteurs des Académies en France et la Conférence des Ministres des Affaire culturelles en Allemagne (Kultusministerkonferenz en Allemagne, KMK) ont signé une convention avec les Ministères des transports publics en France et en Allemagne. Les élèves en Allemagne qui apprennent le français comme les élèves en France qui apprennent l’allemand depuis au moins un auront désormais droit à une réduction de 50 % dans les transports publics du pays voisin. Pour obtenir cette réduction, les autorités ont choisi une procédure assez simple. Sur la présentation du bulletin ou d’une simple attestation du collège ou du lycée,> la mairie du lieu de domicile (à Paris, à l’antenne de la préfecture de police de l’arrondissement de son choix) ajoute „François lernt Deutsch“ à la Carte d’identité, comme > les autorités en Allemagne remplissent le champ „Besondere Kennzeichen“ avec „Patrick apprend le français“.
En outre les autorités en France et en Allemagne veulent créer un Carnet culturel franco-allemand des bons pour les jeunes (CCFABJ) / Deutsch-französisches Kultur-Bonusheft für Jugendliche (DFKBJ) donnant droit à de nombreuses réductions dans le pays voisins. Toutefois, les négociations avec les partenaires culturels n’étant pas encore achevés, la date de la délivrance des premiers CCFABJ/DFKBJ n’est pas encore arrêtée.
Les deux initiatives témoignent de la détermination des nos gouvernements de promouvoir l’allemand en France comme des efforts de > promouvoir le Français en Allemagne Récemment > le directeur de l’Institut Franco-allemand, Professeur Frank Baasner, à Ludwigsburg a souligné l’importance de la la langue française pour les élèves en Allemagne. Le rapport publié par Luc Chatel > Apprendre les langues. Apprendre le monde rappelle également aux élèves en France qu’ils devraient apprendre l’Allemand: S. 13: “En 2004, à l’issue du Conseil franco-allemand des ministres, les deux pays se sont engagés à développer l’apprentissage de leurs langues respectives, sur la base de la réciprocité.”
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Zum Abschluß einer gemeinsamen Konferenz haben das französische Erziehungsministerium, die Rektoren der Akademien in Frankreich und Vertreter der Kultusministerkonferenz in Deutschland (KMK) mit den Verkehrministerien beider Länder ein Abkommen unterzeichnet. Alle deutschen Schülerinnen und Schüler sollen künftig, wenn sie die Nachbarsprache seit mindestens einem Jahr lernen, wie auch alle französischen Schülerinnen und Schüler, die seit einem Jahr Deutsch lernen, alle öffentlichen Verkehrsmittel des Nachbarlandes mit einer Ermäßigung von 50 Prozent benutzen dürfen. Um diese Ermäßigung zu erhalten, ist eine ganz einfache Prozedur vorgesehen. Es genügt die Vorlage des letzten Zeugnisses oder eine formlose Bescheinigung der Schule, dass der Schüler am Französischunterricht teilnimmt. Die > Passbehörde oder das Einwohnermeldeamt trägt dann im Feld „Besondere Kennzeichen“ den Vermerk z. B. „Patrick apprend le français“ ein.
Außerdem wollen die Regierungen in Deutschland und Frankreich ein Deutsch-französisches Kultur-Bonusheft für Jugendliche (DFKBJ) / un carnet culturel franco-allemand des bons pour les jeunes (CCFABJ) herausgeben, das zahlreiche Vergünstigungen bei Kulturveranstaltungen jeder Art im Nachbarland gewährt. Es noch nicht bekannt, wann das Bonusheft verfügbar sein wird, aber zumindest gibt es schon die Abkürzung für diese neue Initiative.
Beide Projekte bestätigen die Absicht unserer Regierungen mehr für die Nachbarsprache zu tun. In Deutschland weiß man genau, > das Fach Französisch benötigt mehr Aufmerksamkeit. Erst kürzlich hat der > Direktor des Deutsch-Französischen Insituts in Ludwigsburg, Professor Frank Baasner auf die Bedeutung der französischen Sprache hingewiesen. Der Bericht von Luc Chatel > Apprendre les langues. Apprendre le monde erinnert daran, dass beide Regierung sich immer wieder die Förderung der Nachbarsprache versprochen haben: S. 13: “En 2004, à l’issue du Conseil franco-allemand des ministres, les deux pays se sont engagés à développer l’apprentissage de leurs langues respectives, sur la base de la réciprocité.”
(SR) Der französische Publizist und Politikwissenschaftler Alfred Grosser wird mit dem Deutsch-Französischen Medienpreis 2012 geehrt.
Wenige Monate vor dem 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages würdigt der Beirat des Deutsch-Französischen Journalistenpreises (DFJP) damit einen der bedeutendsten Akteure und Wegweiser der deutsch-französischen Aussöhnung. Von 1945 bis heute hat sich Alfred Grosser unermüdlich für die deutsch-französische Verständigung eingesetzt. Durch zahlreiche Publikationen und Vorträge hat er dazu beigetragen, freundschaftliche Beziehungen zwischen den Nachbarn aufzubauen und ist dabei nie müde geworden, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen.
Der Vorsitzende des Deutsch-Französischen Journalistenpreises und Intendant des Saarländischen Rundfunks, Thomas Kleist, sagte: „Alfred Grosser nimmt im Aussöhnungsprozess eine solche Ausnahmestellung ein, dass er häufig respektvoll als „Elefant“ der deutsch-französischen Beziehungen bezeichnet wird. Dieses Bild illustriert eindringlich die Größe wie auch die Dauerhaftigkeit seines Engagements. Es ist uns eine besondere Ehre, ihn im Zusammenhang mit dem Jubiläum des Elysée-Vertrages auszeichnen zu können, zu dessen geistigen Wegbereitern er zählt.“
Der Deutsch-Französische Medienpreis wird an in den Medien tätige oder präsente Personen oder Organisationen vergeben, die sich in ihrem Schaffen besonders für die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich engagiert haben. Die Auszeichnung gehört zum > Deutsch-Französischen Journalistenpreis (DFJP), der 1983 vom Saarländischen Rundfunk ins Leben gerufen wurde und inzwischen von ARTE, dem Deutsch-Französischen Jugendwerk, Deutschlandradio, France Télévisions, Radio France, Le Républicain Lorrain, der Robert Bosch Stiftung, der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck und dem ZDF mitgetragen wird.
Mit dem Deutsch-Französischen Medienpreis wurden bisher Tomi Ungerer, Simone Veil und Volker Schlöndorff ausgezeichnet.
Die Verleihung findet am Donnerstag, 28. Juni, 18.00 Uhr, im Hauptstadtstudio der ARD in Berlin statt. Dabei werden neben dem Medienpreisträger deutsche und französische Journalistinnen und Journalisten, die mit ihren Arbeiten zu einem besseren Verständnis zwischen Frankreich und Deutschland in Europa beitragen, in den Kategorien Video, Audio, Textbeitrag und Multimedia ausgezeichnet.
Nach den Gesprächen mit > Alfred Grosser und der Ministerpräsidentin des Saarlandes, > Annegret Kramp-Karrenbauer war der Frankreich-Blog heute wieder mit dem transportablen TV-Studio auf Reise. Diesmal lud das Deutsch-Französische Institut in Ludwigsburg, > www.dfi.de, zu einem Gespräch ein. Der Leiter des Instituts, Prof. Dr. Frank Baasner hat uns empfangen, und das Gespräch wird hier als Video gezeigt.
Herr Professor Baasner hat Romanistik, Vergleichende Literaturwissenschaft und Psychologie an den Universitäten Bonn, Bologna und Tübingen studiert.1993 wurde er habilitiert und war zunächst Professor an der Universität Erlangen 1993-1995, dann in Mannheim. Dann wurde er Direktor des Deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg.
Wir haben Professor Baasner nach den Ursprüngen des Instituts, seiner Rechtsform und seiner Größe gefragt. Besonders interessant ist die > Bibliothek des Deutsch-französischen Instituts, die für alle Interessierten offensteht. Seit Anfang dieses Jahres hat das DFI auch ein Verbindungsbüro in Paris. Es befindet sich dort in der Avenue d’Iéna, wo auch das Goethe-Institut seinen Sitz hat.
Ihr Institut gibt viele Bücher – oft mit Partnern zusammen – heraus. Meistens werden Veranstaltungen anlässlich solcher Publikationen durchgeführt. Mit dem kürzlich erschienenem Band Stadtentwicklung und Integration Jugendlicher in Deutschland und Frankreich, das die Wüstenrot Stiftung zusammen mit Ihrem Institut veröffentlicht hat, kann man das besonders gut verfolgen, Podiumsdiskussion hier im Institut, Buchvorstellung in Lyon und ein Workshop in Berlin. Wir haben Herrn Baasner danach gefragt, ob das Institut auf diese Weise mehr Einfluss auf die Lösung der in diesem Band angesprochenen Probleme gewinnen kann.
Die Präsidentschaftswahlen 2012 sind für das DFI eine gute Gelegenheit Veranstaltungen zusammen mit dem Institut français in Stuttgart und dem Stuttgarter Literaturhaus anzubieten. Wir haben Herrn Baasner gefragt, wieso Schüler in Deutschland sich über diese Wahlen informieren sollten.
Bundeskanzlerin Merkel hat sich mit dem gemeinsamen Interview zusammen mit Präsident Sarkozy in den Wahlkampf eingebracht oder eingeschaltet, man hört in den Medien, so etwas entspricht nicht unbedingt den bisherigen Usancen. Aber im März 1981 hatte schon Willy Brandt Wahlkampfhilfe für François Mitterrand geleistet zum Verdruss von Bundeskanzler Schmidt. Also Wahlkampfhilfe über den Rhein hinweg. Professor Baasner meint auch, das Thema dürfe nicht überbewertet werden. Genauso wie die Berichte des SPIEGELS, Merkel wolle Hollande nicht empfangen… Das könne sich schnell ändern. – Hendrik Uterwedde, der stellvertretende Direktor des DFI, meint in einem Kommentar für den European, dass > Merkollande genauso funktionieren würde wie Merkozy… Im Aufmacher seines Artikels im European steht: „François Hollande ist keine Gefahr für die deutsch-französischen Beziehungen. Die Realität wird den Sozialisten, sollte er gewählt werden, schnell einholen. Eine Neuverhandlung des Fiskalpakts steht dann nicht mehr zur Debatte.“
Weiterhin haben wir Herrn Baasner nach dem aktuellen Stand der deutsch-französischen Beziehungen gefragt. Die Europäische Union steckt in einer weitreichenden Schulden- und Finanzkrise, Milliarden werden aufgewendet, um marode Volkswirtschaften einiger Mitgliedsländer zu stützen. Wer hat in dieser Krise den aktiveren Anteil: Frankreich oder Deutschland?
Am 9. September 1962 hielt der französische Staatspräsident Charles de Gaulle im Ehrenhof des Ludwigsburger Schlosses eine Rede, in der er sich auf deutsch direkt an die deutsche Jugend wandte: „Diese […] Solidarität müssen wir selbstverständlich organisieren. Es ist die Aufgabe der Regierungen. Vor allem müssen wir ihr aber einen lebensfähigen Inhalt geben, und das soll insbesondere das Werk der Jugend sein“. Wir haben Herrn Baasner nach der Bilanz nach 50 Jahren gefragt? In seiner Antwort geht Herr Baasner auch auf den Ablauf der geplanten Feierlichkeiten zu diesem Jubiläum in Ludwigsburg ein.
Zuletzt die wichtige Frage, warum sollten seiner Meinung nach deutsche Schüler Französisch lernen?
Es gibt verschiedene Initiativen zugunsten des Sprachunterrichts beiderseits des Rheins, könnten oder müssten Paris und Berlin nicht mehr für den Sprachunterricht tun. Das haben beide Länder doch 1963 vertraglich vereinbart: „a) Sprachunterricht. Die beiden Regierungen erkennen die wesentliche Bedeutung an, die der Kenntnis der Sprache des anderen in jedem der beiden Länder für die deutsch-französische Zusammenarbeit zukommt. Zu diesem Zweck werden sie sich bemühen, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Zahl der deutschen Schüler, die Französisch lernen, und die der französischen Schüler, die Deutsch lernen, zu erhöhen.“ Ob da in den letzten Jahrzehnten etwas versäumt worden sei, wollten wir wissen.