Ministerpräsident Winfried Kretschmann: Deutsch-französische Freundschaft noch immer bedeutend für die heutige Jugend

Festakt und Bürgerfest zum > 50. Jahrestag der Rede General Charles de Gaulles an die deutsche Jugend (9. September 1962) am 22. September 2012 im Schloss Ludwigsburg

(Aus der Pressemitteilung der Landesregierung in Baden-Württemberg) „Mit seiner Rede setzte General Charles de Gaulle ein wichtiges Zeichen für die deutsch-französische Freundschaft und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit beider Länder“, betonte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Dienstag (11. September 2012) in Stuttgart die historische Bedeutung der 1962 gehaltenen Rede General de Gaulles an die deutsche Jugend, deren 50. Jubiläum am 22. September 2012 im Schloss Ludwigsburg mit einem Festakt und einem anschließenden Bürgerfest gefeiert wird. „Die deutsch-französische Freundschaft ist heute ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Dies zeigen die vielen grenzüberschreitenden Institutionen und Projekte, die Vielzahl an Städtepartnerschaften und auch die Schüleraustausche und Jugendbegegnungen zwischen Deutschland und Frankreich“, hob der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich hervor.

Der Festakt im Innenhof des Ludwigsburger Schlosses, an dem unter anderem Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und der französische Staatspräsident François Hollande teilnehmen, beginnt um 12.30 Uhr. Unter den rund 650 geladenen Gästen, die den Festakt im unmittelbaren Sicherheitsbereich des vorderen Schlosshofes mitverfolgen können, werden auch 100 Bürgerinnen und Bürger sein, die durch eine bis Ende der Woche laufende Verlosung des Staatsministeriums, der Ludwigsburger Kreiszeitung und des Institut français ermittelt werden. Der Festakt wird auf Leinwände in den hinteren Teil des Schlosshofes und in den Südgarten des Blühenden Barocks übertragen, damit möglichst viele Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit erhalten, die Feierlichkeiten live zu verfolgen. „Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich dazu eingeladen, in den Schlosshof und ins Blühende Barock zu kommen. Wir wünschen uns ein Fest für alle Bürgerinnen und Bürger beider Länder“, betonte der Ministerpräsident.

Nach einem musikalischen Auftakt des Ensembles L’Arpeggiata gemeinsam mit dem Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele werden Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und der Staatspräsident Frankreichs, François Hollande, zu den Gästen sprechen. Ein Film der historischen Rede Charles de Gaulles und weiterer Eckpunkte der deutsch-französischen Freundschaft sowie die Nationalhymnen Deutschlands und Frankreichs beenden den offiziellen Teil.

Der Festakt wird umrahmt von einem deutsch-französischen Bürgerfest. Im Schlosshof werden europäische Institutionen und Verbände, Schulen und Hochschulen sowie Städte und Gemeinden ihre grenzüberschreitende Arbeit präsentieren. Zu bestaunen gibt es beispielsweise eine „BlueBox Installation“ der Filmakademie in Ludwigsburg, bei der sich die Besucher virtuell mit historischen Persönlichkeiten fotografieren lassen können, oder auch einen „Aromenparcours“ unter der Leitung der Hotelfachschulen Heidelberg und Illkirch. Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Frankreich präsentieren Werke aus Theater, Musik und Tanz sowie Darbietungen zur deutsch-französischen Tischkultur. Bei einem Podiumsgespräch mit Europaminister Peter Friedrich kommen Zeitzeugen der Originalrede Charles de Gaulles zu Wort und berichten von ihren Eindrücken und Erlebnissen im Jahr 1962. Ausstellungen der Stiftung Bundeskanzler Adenauer Haus und des Staatsministeriums mit historischen Ausstellungsstücken runden die Jubiläumsfeierlichkeiten ab.

Im Anschluss an den Festakt findet zudem ein Europakonzert des Ensembles L’Arpeggiata gemeinsam mit dem Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele unter Leitung von Christina Pluhar statt. Abends erwartet die Gäste ein Konzert der Pop-Gruppe Mini-Moustache.

„Das Jubiläumsfest und dessen vielfältige Beiträge zeigen, dass die deutsch-französische Freundschaft auch nach 50 Jahren noch einen großen Stellenwert bei der heutigen Jugend hat. Die Freundschaft ist lebendig, das ist ein gutes Zeichen“, betonte Ministerpräsident Kretschmann.

Der Schlosshof im hinteren Bereich ebenso wie der Südgarten des Blühenden Barocks sind während des Festakts für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich. Gleiches gilt für das anschließende Bürgerfest.

Il y 50 ans : Le 9 septembre 1962,
le discours du Général de Gaulle à la jeunesse allemande

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Die Rede von Laurent Fabius in Bonn am 5. September 2012

Am 5.September 2012 jährte sich zum 50. Mal die berühmte Rede des französischen Präsidenten Charles de Gaulle auf der Bonner Rathaustreppe, wo er anlässlich seines offiziellen Deutschlandbesuches die berühmten Worte ausrief „Es lebe Bonn, es lebe Deutschland, es lebe die deutsch-französische Freundschaft“.

Außenminister Laurent Fabius kam an diesem Gedenktag auf Einladung von Bundesaußenminister Guido Westerwelle und des Oberbürgermeisters der Stadt Bonn Jürgen Nimptsch zu dem aus diesem Anlass gefeierten Frankreichtag in die ehemalige Bundeshauptstadt, um so den bahnbrechenden de Gaulle-Besuch zu würdigen.

Anläßlich der Enthüllung einer Erinnerungsplakette am alten Rathaus hielt er dort eine Rede zu den Herausforderungen , die sich Europa stellen:

„Der Freundschaft, von der Adenauer und de Gaulle sprachen, haben wir zunächst durch den Aufbau Europas Leben eingeflößt. Wir erinnern uns an den Austausch und an die führenden Politiker, die diesen gedeihen ließen. Der Wunsch gemeinsam etwas aufzubauen, Franzosen und Deutsche zusammen, hat die Errungenschaften der Europäischen Union möglich gemacht – von der Einheitlichen Europäischen Akte, über die Grundlagen einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft bis hin zur Wirtschafts- und Währungsunion. … Ich möchte es hier noch einmal betonen: Wir Deutschen und Franzosen müssen eng zusammenarbeiten, aber auf der Basis von Gleichberechtigung und ohne Ausgrenzungen, ganz im Gegenteil. Die deutsch-französische Botschaft richtet sich an ganz Europa, und das macht ihre Kraft aus.“

> Rede (Deutsch) von Außenminister Laurent Fabius als PDF-Dokument
> Discours du ministre des Affaires étrangères, M. Laurent Fabius

Le 50e anniversiare du traité de l’Élysée en 2013

In diesem Monat beginnen die Feierlichkeiten rund um den 50. Jahrestag der Ansprache De Gaulles an die Deutsche Jugend 1962 in Ludwigsburg, die danach bis zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Elyséevertrages verlängert werden:

Un an de commémorations:

> « De Gaulle-Adenauer » Les bâtisseurs de l’amitié franco-allemande (2012-2013) – site de Radio-France

Sites Internet

> Le couple franco-allemand fête ses noces d’or en pleine crise de l’euro – L’EXPRESS – 4 septembre 2012

> Portail franco-allemand
> http://www.europa-nur-mit-uns.eu – Forum der europäischen Jugend

> Deutsch-französische Beziehungen -www.romanistik.info

Lire sur ce blog

> Appel pour la Renaissance des relations franco-allemandes>
> Nicht mehr sprachlos mit dem Lernwortschatz: Les relations franco-allemandes
> Ein Interview mit S.E.M. Gourdault-Montagne, Botschafter der Französischen Republik in Deutschland
> Le renouveau des rapports franco-allemands
> La journée franco-allemande: De Gaulle et l’Allemagne (2009) – Le discours de de Gaulle à Ludwigsburg
> Le miracle de la réconciliation franco-allemande. Il y a 48 ans: La signature du traité de l’Élysée

> Deutsch-französische Beziehungen auf diesem Blog, 275 Artikel

Saarbrücken: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Frankreich

Die Saar-Regierung will bis 2013 eine neue Frankreichstrategie erarbeiten. Das hat Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer bei der Vorstellung des Programms zum Frankreichjahr angekündigt.

In diesem Masterplan will die Regierung u.a. die Bereiche Mehrsprachigkeit, saarländisch-französische Wirtschaftsbeziehungen, Sicherheit und Großregion bündeln und weiterentwickeln.

Zu diesem Zweck soll auch die interministerielle Arbeitsgruppe für grenzüberschreitende Zusammenarbeit neu aktiviert werden. Am 22.Januar 2013 jährt sich zum 50.Mal der Elysee-Vertrag.

Quelle: Saartext

La rentrée

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Nicht mehr sprachlos mit dem Lernwortschatz
Les relations franco-allemandes

Nie wieder sprachlos mit diesem Lernwortschatz! Überall mitreden können. Dieser Band > Vokabeln und Wortschatz Abi-Thema. Thematischer Lernwortschatz Französisch. Les relations franco-allemandes von Valérie Deinert kommt gerade richtig, um ihn bei allen Gelegenheiten und allen Diskussionsrunden rund um die kommende Gedenktage zum 50. Jubiläum der > Ansprache General de Gaulles an die deutsche Jugend in Ludwigsburg im September 1962 und dann Im Januar 2013, wenn sich die Unterzeichnung des > Elysée-Vertrages zum 50. Mal jährt, immer dabei zu haben. Was sagte de Gaulle auf deutsch? „Man braucht ja nur die Flamme in Ihren Augen zu beobachten, die Kraft Ihrer Kundgebungen zu hören, und bei einem jeden von Ihnen die Leidenschaftlichkeit und in Ihrer Gruppe den gesamten Umsprung mitzuerleben, um überzeugt zu sein, dass diese Begeisterung Sie zu den Meistern des Lebens und der Zukunft auserkoren hat. Ich beglückwünsche Sie ferner, junge Deutsche zu sein, das heißt, [Applaus] das heißt, Kinder eines großen Volkes. Jawohl, eines großen Volkes, das manchmal, im Laufe seiner Geschichte große Fehler begangen hat. (…)Diese jetzt dann ganz natürliche Solidarität zwischen unseren beiden Völkern müssen wir selbstverständlich organisieren. Das ist die Aufgabe der Regierung. Vor allem müssen wir aber ihr einen lebenden Inhalt zu geben, und das ist insbesondere die Aufgabe der Jugend.“

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Diese beiden Jubiläen werden auch ein Anlass sein, eine Bilanz zu ziehen. Was ist in 50 Jahren erreicht worden? Was beabsichtigte de Gaulle, als er Bundeskanzler Adenauer 1963 diesen Freundschaftsvertrag vorschlug? Formal, hinsichtlich der regelmäßigen Treffen der Regierungschefs auf höchster Ebene ist der Vertrag erfüllt worden. Inhaltlich ist er vom Bundestag anlässlich der Verabschiedung des Ratifizierungsgesetzes, das eine Präambel vor den Vertrag setzte, mit Betonung des atlantischen Bündnisses, modifiziert worden. Möglicherweise dachte de Gaulle an eine viel engere Zusammenarbeite mit der Bundesrepublik, eine Zusammenarbeit, an die Nachfolger de Gaulles und Adenauers manchmal eher nur durch das ewige Versprechen, künftig enger zusammenarbeiten zu wollen, erinnern. Aber andererseits ist es unbestritten, dass z. B. unter Giscard d’Estaing und Helmut Schmidt viele gemeinsame Initiativen Europa ganz erheblich vorangebracht haben. Diesen gemeinsamen Geist sollte man bei einer erneuten Lektüre des Deutsch-französischen Vertrages wiedererkennen und mit neuem Leben erfüllen. Eine gemeinsame Initiative zur Belebung der kulturellen Passagen des Vertrages, besonders hinsichtlich des Erlernens der Partnersprache wäre ein wichtiges Zeichen.

Wie gesagt bei allen Diskussionen anlässlich dieser beiden Jubiläen ist es bestimmt nützlich, diesen Lernwortschatz nicht nur in der Tasche zu haben, sondern ihn auch immer wieder an der richtigen Stelle aufzuschlagen.

Der ideale Wortschatzbegleiter auf dem Weg zum Abi!
Lernen und Nachschlagen leicht gemacht:

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Mehr als 2000 Wörter und Wendungen zum Thema
Mit zahlreichen Anwendungsbeispielen für perfekte schriftliche und mündliche Formulierungen
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Valérie Deinert
okabeln und Wortschatz Abi-Thema. Thematischer Lernwortschatz Französisch.
> VLes relations franco-allemandes
11 – 12 / B1-B2
ISBN: 978-3-12-519530-1 (3-12-519530-6)
Titel vormerkbar, erscheint 08/2012

https://twitter.com/FranceBlogInfo/status/234999948977000448

Le renouveau des rapports franco-allemands

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Dieser 1500. Beitrag auf diesem Blog ist ein willkommener Anlass, den kürzlich in LE MONDE erschienenen Aufruf zu würdigen und hier gleich etwas Grundsätzliches zu den deutsch-französischen Beziehungen zu schreiben.

Am 28. Juni 2012 hat LE MONDE den Artikel > Pour un renouveau dans les rapports franco-allemands von Wolfgang Asholt, Henning Krauss, Michael Nerlich, Dietmar Rieger, Evelyne Sinnassamy, Joachim Umlauf veröffentlicht.

> Pour un renouveau dans les rapports franco-allemands
LE MONDE 28. Juni 2012

Die Autoren erwähnen u.a. Bernard de Monferrand, Jean Louis Thiérot, > France Allemagne. L’Heure de vérité (Paris: Tallandier 2011) aber auch Jacques-Pierre Gougeon, France-Allemagne: une union menacée, 2012 und > Allemagne, les défis de la puissance, La documentation française, 2012. Die Autoren dieses Beitrags verleihen ihren Sorgen angesichts der Polemik um das „deutsche Modell“ Ausdruck, die den Präsidentschaftswahlkampf im Frühjahr 2012 in Frankreich bestimmt hat. Sie haben Recht, Missverstehen hat diese Diskussion geprägt, und der damalige Präsident und die Bundeskanzlerin haben es nicht geschafft ja gerade versäumt, die bereits erzielte Aufmerksamkeit für das Thema – und das war doch schon ein gemeinsamer Erfolg – in eine produktive gemeinsame Richtung zu lenken. Deutsch-französische PR wäre angesagt gewesen. Institutionen gibt es dafür genug. Stattdessen wurde das Thema, als die Medien es aufgriffen, schnell wieder weggepackt.


Dieser Beitrag könnte
ein Thema oder Aufhänger für eine Schülerarbeit sein:

Analysez le débat actuel autour des relations franco-allemandes et formulez vos suggestions.

Erinnern wir uns, zunächst ist Angela Merkel bei einem Wahlkampfauftritt mit Nicolas Sarkozy dabei, sie werden zusammen interviewt. Diese Wahlkampfunterstützung wird aber im Verlauf des Wahlkampfes von Sarkozy nicht mehr genutzt. Mit dem Auftritt der Kanzlerin glaubt Sarkozy doch nicht so punkten zu können, wie er das anfänglich geglaubt hatte. Was war passiert? Hier geht es um die Feinmechanik in den deutsch-französischen Beziehungen: Perzeption nennt man das in der Politischen Wissenschaft. In Frankreich kam die Unterstützung der Bundeskanzlerin für Sarkozy als Einmischung in den Wahlkampf an, und Sarkozy musste schnell einsehen, dass er mit dem „deutschen Modell“ doch nicht so punkten konnte. Hinzukommt, dass die Kanzlerin zunächst sich nicht mit der Kritik von Sarkozys Herausforderer beschäftigen wollte. Eine echte Chance zum einvernehmlichen Dialog wurde (zunächst) nicht genutzt.

Vgl. > Sarkozy-Hollande : deux conceptions du modèle économique allemand – LE MONDE, Fondation Jean-Jaures | 29.02.2012 à 11h19 • Mis à jour le 15.03.2012

Friktionen, Missverständnisse, wachsende Distanz?

Betrachtet man von außen die beiderseitigen Beziehungen, so fühlt man sich wieder an die Friktionen beim Amtsantritt von Sarkozy erinnert, als es mit dem deutsch-französischen Paar nicht so recht klappen wollte. In ihrem Artikelaufmacher beklagen die Autoren, dass Deutsche und Franzosen sich von einander entfernt hätten.

Michel Serres: Ein Plädoyer für mehr Gemeinsamkeit

Anlässlich der > Verleihung des Meister Eckhart Preis 2012 in Köln hat Michel Serres > in seiner Dankesrede am 3. Mai 2012: Für die Verschmelzung plädiert: „Diese Vereinigung sollte weder die Form einer Nation noch die des Vaterlandes annehmen, da die historisch damit verbundenen Emotionen und Ideen bis in die jüngste Vergangenheit bereits zu viele Kriege und Tote nach sich gezogen haben. Das berauschende Gefühl der Zugehörigkeit wäre mit schrecklichen menschlichen Verlusten erkauft. Wie ich eingangs erwähnte, sollten wir weniger in Kategorien wie Gemeinschaften, Ländern, Einheiten, Gebieten oder Landkarten denken, sondern vielmehr an die Menschen denken.

Die Verschmelzung müsste sich also auf direktem Wege zwischen den Deutschen und den Franzosen ergeben, das heißt unmittelbar von Individuum zu Individuum vollzogen werden.“ In Deutschland denkt man nicht in diesen Kategorien, wenn auch Pierre Nora in der FAZ > Man hat sich auseinandergelebt (16.2.2012) (Hier auf dem Blog: > Pierre Nora: “Die humanistische Kultur ist am Ende.”)die immer größere Leere im deutsch-französischen Dialog beklagt hat. Und auf beiden Seiten ist es trotz vieler > Anstrengungen nicht gut um das Erlernen der Nachbarsprache bestellt.

> Dankesrede von Michel Serres französisch PDF

Pour un renouveau dans les rapports franco-allemands

Die Autoren des Artikels in LE MONDE lancieren einen Aufruf zugunsten einer Erneuerung der deutsch-französischen Beziehungen und erinnern daran, dass nach 1945 die Aussöhnung mit Frankreich ein konstitutiver Bestandteil beim Wiederaufbau einer kulturellen deutschen Identität gewesen ist. In diesem Zusammenhang erinnern die Autoren mit Nachdruck an > die wichtige Passage im Elyseevertrag von 1963, der die Absicht der beiden Länder dokumentierte, den Sprachunterricht nachhaltig fördern zu wollen. Dieser Blog mit seinen 1500 Beiträgen seit September 2006 (> Argumente für Französisch) hat nichts anderes im Sinn. Würde diese Passage des Elyseevertrages und alle sonstigen Kulturabkommen mit Leben erfüllt werden, würde sich das Blatt bald zum Guten wenden.


> Das Fach Französisch verdient mehr Aufmerksamkeit

> Appel pour la Renaissance des relations franco-allemandes. Von der Normalisierung zur Entfremdung? Aufruf zum Deutsch-Französischen Verhältnis


Die Autoren sprechen sich mit Nachdruck für ein neues deutsch-französisches Forschungszentrum aus. Der Kern ihres Anliegens ist nicht eine Wirtschafts- und Finanzpolitik „ohne Alternative“, sondern „die Schaffung günstiger Bedingungen für eine lebendige und produktive Präsenz der Geschichte und der gemeinsamen deutsch-französischen Kultur im Gedächtnis beider Völker.“

Die Defizite sind größer, als es in dem Artikel dieser Autoren anklingt. Meine Enttäuschung war riesengroß, als NRW mir nach einen Studium dreier Fächer mit zwei Jahren in Paris, einer fast beendeten Promotion und einem Referendariat in einem bilingualen Gymnasium die Einstellung in den Schuldienst verweigerte, aber gleichzeitig ein beeindruckendes Gesamtschulprogamm anwarf. Der Stachel saß lange Zeit ziemlich tief. Mehrere Generationen bestens ausgebildeter Französischlehrer wurden nicht in die Schulen gelassen, weil man glaubte, für sie keine Verwendung zu haben. Seitdem wundert man sich, dass die Zahl der Schüler die Französisch lernen, zurückgehen. Die totale Ernüchterung folgt aber erst noch: Was erfahren Französischschüler über das Nachbarland?


Ingo Kolboom > Thesen zur Zukunft des Französischen, in: DOKUMENTE 4/1999, S. 281-283.

ders., > Was wird aus der Sonderbeziehung? Plädoyer für eine neu deutsch-französische Nähe. Wider die „Normalisierung“ als Diskurs der Entfremdung, in DOKUMENTE, 3-2000, S. 207-214


Es gibt interessante Projekte, man muss mehr über sie sprechen!

Wie wird bei uns in den Schulen für das Erlernen der französischen Sprache geworben? > Prix des lycéens allemands und viele andere Initiativen, > Klett engagiert sich für das Fach Französisch könnten noch größere Wirkung entfalten, wenn die Politiker und die Regierungen beider Länder einen größeren gemeinsamen Rahmen für die Kulturarbeit in beiden Ländern eröffnen würden. Eine Website mit einem deutsch-französischen Austauschprogramm das wär’s. Viele Französischschüler bei uns kennen noch nicht das > DFJW. Mein „Poisson d’avril“ > Promouvoir la langue française en Allemagne / Mehr Deutsch lernen in Frankreich war eine gute Gelegenheit, einmal so richtig von der besten aller Welten im deutsch-französischen Kulturbereich zu träumen.

Sucht man in Google nach dem > deutsch-französischen Jugendparlament findet man Einträge von 2003, die an ein feierliches und wohl leider einmaliges Ereignis erinnern. Wie wärs mit einem deutsch-Wettbewerb, dessen Gewinner jährlich das deutsch-französische Jugendparlament medienwirksam bilden dürften? Wir brauchen in den deutsch-französischen Beziehungen mehr Phantasie, mehr Kreativität, nicht nur Finanzen, sondern Politiker, die sich die Sache der Zivilgesellschaft zu eigen machen.


> Deutsch-Französische Agenda 2020

> Les relations franco-allemandes et la société civile

> Deutsch-französische Beziehungen – 269 Artikel auf diesem Blog


Die meisten der Themen dieses Blogs kommen im Schulunterricht nicht vor und Schüler wählen oft das Fach Französisch ab, ohne viel über Frankreich zu wissen. Die > Lehrbücher zeigen, dass der Anteil der Literatur im Französischunterricht nach einer Zeit der sagen wir kommunikativen Didaktik allmählich wieder ansteigt. Mir geht das nicht schnell genug. Solange Schüler immer noch mit Albert Camus lernen, das das Leben absurd ist, statt > Camus‘ Absurdität als eine Diagnose vermittelt zu bekommen, aus der ein Aufbruch für Freiheit und Kunst erfolgt, wird sich im Literaturunterricht nicht viel ändern.

Aber ein Blick auf das > Lektüreangebot für Französisch mit 446 Titeln zeigt, das im Französischunterricht doch gelesen wird, sonst könnte ein Verlag ein solches Angebot nicht bereithalten. Viele Klagen über das deutsch-französische Verhältnis entstehen auch, weil zu wenig über unsere gemeinsamen Projekte und über die gemeinsamen Erfolge gesprochen wird. Die vielen gemeinsamen Initiativen sind zu wenig bekannt: 330 Beiträge über > deutsch-französische Veranstaltungen auf diesem Blog sind aber doch recht beeindruckend? Oder das > deutsch-französische Geschichtsbuch? Dennoch bleibt der Eindruck, dass die Politiker in der Öffentlichkeit die deutsch-französischen Beziehungen nur zu gerne als einen Anlass verstehen, den Wunsch, künftig enger zusammenarbeiten zu wollen, wieder einmal zu bekräftigen, anstatt die Ergebnisse ihrer Arbeit vorzutragen.

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