Vor 170 Jahren: 10 décembre 1848 : L’élection du premier Président de la République

Siehe auch > Louis-Napoleon (1808-1873): Erster Staatspräsident und Kaiser Napoleon III. – 30. Juni 2020

Wie hieß der erste Staatspräsident, der in Frankreich vom Volk gewählt wurde? Wie lange dauerte seine Amtszeit? Wie oft wurde er wiedergewählt?

Louis-Napoléon erschien als politischer Neuling zusammen mit dem Glanz Napoleons I., noch ohne die Unterstützung einer politischen Partei, die ihn allein in den Élysée-Palast hätte bringen können. Einem kleinen Kreis engster Vertrauter, seiner eigenen Beharrlichkeit und auch politischem Glück hat er 1848 den Aufstieg zum höchsten Amt im Staat zu verdanken. Sein Lebensweg war nicht frei von Rückschlägen, die ihn nach dilettantisch ausgeführten Aktionen ins Exil und dann sogar lebenslänglich ins Gefängnis, aber dann auf Grund günstiger Umstände in den Elysée-Palast brachte. Er hat aber auch Mut bewiesen. Es ist nicht nur sein unerschütterlicher Glaube an seine Bestimmung, sondern auch sein politischer Verstand und sein Gespür, günstige Situationen zu erkennen und zu seinem Vorteil zu nutzen, die ihm seinen Erfolg sichern. Er hatte politisches Glück, Intelligenz sicherlich, aber auch Helfershelfer, die stets im rechten Moment zur Stelle waren und den Verdacht aufkommen lassen, dass Louis-Napoléon eben doch zumindest ab etwa 1830 durch eine Organisation gestärkt worden ist, die sich im Hintergrund hält.


Colloque : > 170e anniversaire de la première élection présidentielle française
A l’occasion du 170e anniversaire de la première élection présidentielle de France, qui, le 10 décembre 1848, porta à la tête de l’État Louis-Napoléon Bonaparte, l’Institut de France et le LabEx Écrire une histoire de l’Europe (EHNE) organisent une rencontre scientifique pour en éclairer le contexte, les enjeux et la portée.
Lundi 10 décembre 2018 – Fondation Del Duca > Le programme
10 rue Alfred de Vigny – 75008 Paris Métro Courcelles ou Monceau
Inscription obligatoire : labex.ehne2@gmail.com

9h30 : Accueil
10h : Introduction Jean Tulard – Institut
10h15 : Le contexte européen de la présidentielle de 1848
Yves Bruley – EPHE, LabEx EHNE
10h45 : Enjeux, campagne et résultats de l’élection
Eric Anceau – Sorbonne Université, LabEx EHNE
11h45 : La présidentielle dans l’histoire internationale
Jean Garrigues – Université d’Orléans, président du CHPP
12h15 : Débat
Organisateurs : Marie Levant – Matthieu Labbé


Zweimal hatte > Louis-Napoléon (1808-1873) einen Staatsstreich unternommen. Nach dem ersten Mal wurde er in die USA ausgewiesen, beim Rückfall wurde er 1840 nach der versuchten Landung 1840 Boulogne-sur-Mer zu lebenslänglicher Festungshaft verurteilt, die er Dank der Mithilfe seines späteren Leibarztes und Freimaurers Henri Conneau (1803-1877) abkürzen konnte, indem er 1846 das Fort Ham als Bauarbeiter verließ. Er floh nach England, kam kurz nach der Februarrevolution nach Paris zurück, musste sich auf Bitte der Provisorischen Regierung erst einmal von den Ereignissen wieder fernhalten.

Louis Désiré Véron, > Nouveaux mémoires d’un bourgeois de Paris depuis le 10 décembre 1848 jusqu’aux élections générales de 1863, le Second Empire, Band 1, Paris, 1866, S. 12  >>>>

Bei den Nachwahlen Anfang Juni in 21 Départements werden Molé in Bordeaux, Thiers in Rouen und Louis-Napoléon Bonaparte in vier Départements (Paris, Yonne, Corse, Charente-Inférieure) gewählt. Republikaner, Legitimisten und Demagogen stimmen für ihn, und die Nation benimmt sich wie eine aufgeregte Herde, die nach allen Seiten rennt, ohne einem Weg zu folgen, erinnert sich Tocqueville und wundert sich, damals nicht geahnt zu haben, dem Kabinett Barrot einmal als Außenminister anzugehören. Er bezeichnet den gerade erst neu gewählten Abgeordneten Louis-Napoléon Bonaparte in einem Brief an Paul Clamorgan als einen „vulgären Ehrgeizling und politischen Abenteurer“. (A. de Tocqueville an P. Clamorgan, 14.5.1848, in: id., Œuvres complètes, Bd. X, Correspondance et écrits locaux, hrsg. v. L. Queffélec-Dumasy, Paris 1995, S. 467.)

<< > Journées illustrées de la Révolution de 1848: Récit historique de tous les événements accomplis depuis le 22 février jusqu’au 21 décembre 1848, jour de la prestation de serment du Président de la République

Bureau de l’Illustration, 1848.

Nach einem kurzen offenkundig erfolgreichen Wahlkampf wird Louis-Napoleon am 10./11.12.1848 mit 5,5 Millionen Stimmen zum ersten Staatspräsident Frankreichs für vier Jahre gewählt. Nicht wiederwählbar, was ihm spätesten ab dem 3. Amtsjahr Kopfzerbrechen bereitete. Als dann auch noch die Verfassungsreform scheiterte, legte er den Ordner Rubicon an und am 2. Dezember 1851 unternahm er seinen dritten und diesmal erfolgreichen > Staatsstreich, den er mit der Aufhebung des Wahlgesetzes und damit mit der Wiedereinführung des Allgemeinen Wahlrechts rechtfertigte. Des nachts geklebte Plakate und einige Scharmützel, das wars. Louis-Napoleon ließ sich mit einem Plebiszit seine Amtszeit auf 10 Jahre verlängern und akzeptierte es, dass man ihm am 2. Dezember 1852 die Kaiserwürde antrug. Das Zweite Kaiserreich sollte bis 1870 dauern.


Eric Anceau, > Napoléon III., Paris: éd. Tallandier 2008.

Heiner Wittmann, > Napoleon III. Macht und Kunst, Reihe Dialoghi/dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs. Hrsg. v. Dirk Hoeges, Band 17, Verlag Peter Lang, Frankfurt, u.a., 2013.

Unsere Redaktion zeigt hier noch einmal das Gespräch, an dass wir im Februar 2014 in der Sorbonne mit Éric Anceau geführt haben: „Am letzten Donnerstag, 12. Februar 2014, hatte wir eine Gelegenheit mit Éric Anceau in der Sorbonne zu sprechen. Éric Anceau lehrt Geschichte an der Université Paris-Sorbonne (Paris IV) wie auch an Sciences-Po. Er ist u.a. Chercheur associé am > Centre de recherches en histoire du XIXe siècle. Eric Anceau hat > zahlreiche Studien über das Zweite Kaiserreich verfasst. 2008 hat er eine Biographie über Napoléon III. Un Saint-Simon sur cheval vorlegt. Wir haben ihm u.a. folgende Fragen gestellt: ” … wieso ein Saint-Simon ? ” Bitte weiterlesen

Voir aussi: Eric Anceau, > L’empire libéral (2 Vol) T1 Genèse, avènement, réalisations T2 Menaces, chute, postérité, Paris: Editions SPM, 2017, ISBN : 978-2-917232-58-3 • 1 avril 2017 • 1426 pages.


Wie war es möglich, dass trotz aller Widrigkeiten, Louis-Napoleon schließlich doch am Ziel seiner Träume ankam und die Nachfolge seines illustren Onkels Napoleons I. antreten konnte? Sein Name und seine Abstamung – darüber diskutieren wir heute nicht – hatten einen erheblich Einfluss auf seinen politischen Erfolg. Dazu kamen seine Schriften wie 1832 Rêveries politiques, mit denen er eine Verfassung entwirft, die sich auf die Verfassungen von 1791 und 1793 bezieht. Er beginnt mit einer Bemerkung über das allgemeine Unbehagen, das in Europa daher rühre, dass die Völker nur wenig Vertrauen in ihre Herrscher haben. Sätze wie, „Versprechungen wurden nicht gehalten, und die Könige verteidigen ihre Throne als persönliches Eigentum“ (Louis-Napoléon Bonaparte, Rêveries politiques, in: ders., Œuvres, hrsg. v. Ch.-E. Temblaire, Bd. I, Paris 1848, S. 65-96, bsd. S. 70-72.) verschärfen die Kritik an den politischen Zuständen seiner Zeit, ohne dass diese näher präzisiert werden. In den e Idées napoléoniennes (1839), legt er sein politisches Programm nieder. Er hatte auch soziale Reformvorschläge gemacht: > L’extinction du paupérisme (1844). In dieser Schrift legt er seine Visionen für die Bekämpfung der Armut dar. Landwirtschaft, Industrie, Innen- und Außenhandel entscheiden über die öffentlichen Einnahmen. Jedem dieser Faktoren haftet ein grundsätzlicher Makel an. Das gilt auch für die Steuern, die ungerecht verteilt werden, und er schildert in einem drastischen Satz das Leben der Fabrikarbeiter: Die Industrie als ein Saturn der Arbeit fresse ihre Kinder und lebe nur von ihrem Tod. Das erste Kapitel schließt mit der populistischen Forderung, die Arbeiterklasse, die nicht besitzt, müsse Eigentümer werden. Ein dritter und nicht unerheblicher Faktor seiner Erfolge könnte seine Mitgliedschaft bei einer Freimaurer-Loge gewesen sein. Echte belastbare Beweise liegen dafür nicht vor, aber die kleine Zahl unbeugsamer Helfershelfer, die ihm in schwierigen Situationen beigestanden, von selbst einige Freimaurer waren, wären Grund genug, in den Archiven genauer nachzuschauen:

Mit Persigny lernt er 1835 einen seiner wichtigsten Helfer kennen. Jean-Gilbert-Victor Fialin, Duc de Persigny (1808-1872), Freimaurer, versucht schon 1830 einen Staatsstreich,der scheitert und er wird ins Zivilleben versetzt.


> Nachgefragt: Henri Murger, Scènes de la vie de bohème – 11. Dezember 2013:
„En décrivant l’indépendance et la liberté des artistes, Henri Murger montre en même temps que la littérature a un pouvoir de prédication. Il anticipe, dans son roman, la nouvelle constellation politique du Second Empire, en en faisant le cadre de son roman.“


In Straßburg am 30. Oktober 1836 ist Persigny mit dabei und wird die Landung am 6. August 1840 bei Wimereux in der Nähe von Boulogne-sur-Mer vorbereiten. 1848 leitet er den Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl, und nach dem Staatsstreich im Dezember 1851 wird er am 22. Januar 1852 Innenminister.

Der Anwalt Pierre-Antoine Berryer (1790-1868) übernimmt während des Prozesses vom 26. September bis 6. Oktober 1840 die Verteidigung von Louis-Napoléon, der zu lebenslanger Festungshaft verurteilt wird. Berryer wird am 23. Dezember 1838 von der Pariser Loge Chevaliers croisés aufgenommen; somit hat ein Freimaurer den Umstürzler verteidigt.

Louis Désiré Véron, > Nouveaux mémoires d’un bourgeois de Paris depuis le 10 décembre 1848 jusqu’aux élections générales de 1863, le Second Empire, Band 1, Paris, 1866, S. 27  >>>>

Der Präsident wurde 1848 für vier jahre gewählt und war nciht wiederwählbar. Der Staatsstreich-erfahrene Neffe des Kaisers würde sich damit trotz aller Beteuerungen wohl nicht zufriedengeben.

Während des Wahlkampfs 1848 entsteht eine unübersehbare Zahl von Clubs jeder Couleur, die die Wahlpropaganda übernehmen. Der Vizepräsident des Club républicain de la fraternité Jean-Claude Bésuchet de Saunois (1790-1867) ist Veteran der kaiserlichen Armee und Freimaurer. Mit einem Wahlplakat oder Flugblatt „Présidence de la République“, das er mit „Bésuchet, früherer Offizier der kaiserlichen Armee“ unterzeichnet, ruft Bésuchet de Saunois im Namen einer Wahlvereinigung im Departement Seine zur Wahl des Kandidaten Louis-Napoléon auf: J.-C. Bésuchet, Club républicain de la Fraternité, sous la présidence de M. Charles Lesseps. [Lettre d’invitation du 9.4.1848], Bibliothèque nationale, Paris: 8-LB53-1043. Vgl. die Studie mit einer ausführlichen Bib¬liographie der Wahlpropaganda: Pimienta, R., La propagande bonapartiste en 1848, Paris 1911; Bésuchet, Présidence de la République. (Signé : Bésuchet.), [Plakat], Paris,-1848, Bibliothèque nationale, Paris, 8-LB54-1875.

Napoléon III. hat während seiner Regierungszeit eine bemerkenswerte Modernisierung Frankreichs bewirkt. Im Zweiten Kaiserreich (1852-1870) wird ein kalkuliertes Zusammenspiel von Macht und Kunst erkennbar, das von der Konfrontation der Künstler und Intellektuellen gegen das Regime, aber auch von der staatlichen Förderung der Kunst, vor allem auf dem Weg über die Zivilliste des Kaisers bestimmt wird. Künstlern, Dichter und Schriftstellern gelingt es, gegenüber einer allgegenwärtigen Zensur, die Unabhängigkeit der Kunst zu demonstrieren und einzufordern.

> Journées illustrées de la Révolution de 1848: Récit historique de tous les événements accomplis depuis le 22 février jusqu’au 21 décembre 1848, jour de la prestation de serment du Président de la République, Bureaux de l’Illustration, 1848

Der >Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 diskreditierte das Amt des Präsidenten und damit auch seine Wahl des durch das Volk. Erst nach der Verfassungsrefom von 1962 gab es 1965 wieder eine Wahl durch das Volk: Im ersten Wahlgang erreichte General de Gaulle nicht die absolute Mehrheit und er musste im zweiten Wahlgang gegen François Mitterrand antreten.

Auf unserem Blog:

> Éric Anceau : Warum sollte man Napoléon III heute kennen?

Paris-Frankfurt Fellowship 2019

(Frankfurter Buchmesse) Ab sofort läuft die Bewerbungsphase für das Paris-Frankfurt Fellowship 2019, das vom 8. bis 22. Mai in Deutschland und Frankreich stattfinden wird. Zum ersten Mal können sich auch Interessenten aus der deutsch- und französischsprachigen Schweiz für das Förderprogramm bewerben. Das zweiwöchige, deutsch-französische Programm bietet jungen Talenten aus Buchhandel und Verlagswesen sowie Freischaffenden aus der Buchbranche die Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen aus den Nachbarländern auszutauschen und zu vernetzen.

Besonders engagierte Nachwuchskräfte, die starkes Interesse am französischen bzw. deutschen Sprachraum haben und ihre Kontakte in die Länder ausbauen sowie ihre Marktkenntnisse erweitern möchten, sind aufgerufen, sich bis zum 31. Januar 2019 zu bewerben. Grundkenntnisse in Französisch bzw. Deutsch sind Voraussetzung für die Bewerbung. Buchhändlerin Anna Anzulewicz, deutschsprachige Paris-Frankfurt Fellowship-Teilnehmerin 2018, sagt hierzu: „Man muss auf keinen Fall perfekt Französisch sprechen können. Also keine falschen Hemmungen!“

Das Paris-Frankfurt Fellowship wird von der Frankfurter Buchmesse zusammen mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) und dem Bureau International de l’Édition Française (BIEF) organisiert und finanziert. Neuer und weiterer Förderpartner ab 2019 ist die Schweizer Kultur-Stiftung Pro Helvetia.

Bärbel Becker, Leiterin Internationale Projekte bei der Frankfurter Buchmesse, sagt zum Paris-Frankfurt Fellowship: „Ich sehe, wie sehr die Teilnehmenden davon profitieren, sich mit Kolleginnen und Kollegen aus den Nachbarländern auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Dass wir mit Pro Helvetia als weiteren Partner das Programm nun auf die deutschen und französischen Sprachräume der Schweiz ausweiten können, freut mich sehr.“

Buchhändlerin Anna Anzulewicz sagt über ihre Teilnahme am Paris-Frankfurt Fellowship 2018: „Ich habe über den Tellerrand geguckt und meinen Horizont erweitert, zwischenmenschlich, beruflich, interkulturell.“ Sie ergänzt: „Mir hat gefallen, dass wir eine bunte, gemischte Gruppe mit Teilnehmenden aus den verschiedensten Verlags- und Buchhandelsbereichen waren. Das hat dazu geführt, dass man viel mitnehmen und von den anderen erfahren konnte.“

Programmablauf

Das zweiwöchige Programm (8. bis 22. Mai 2019) teilt sich in drei Module von je vier Tagen auf. Im ersten Block lernen sich die Teilnehmer auf dem mediacampus frankfurt kennen und besuchen einen sprachlichen und interkulturellen Vorbereitungskurs. Darauf folgen Studienreisen durch Deutschland und Frankreich mit Besuchen bei Verlagen, in Buchhandlungen und Distributionszentren.

Die Kosten für den interkulturellen Vorbereitungskurs sowie für Unterkunft, Verpflegung und Reisen im Rahmen des Paris-Frankfurt Fellowship-Programms werden vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) zusammen mit den Programmpartnern Frankfurter Buchmesse, dem Bureau International de l’Édition Française (BIEF) und Pro Helvetia getragen. Während des Programms erhalten die Teilnehmenden ein Stipendium des DFJW.

Bewerbungsprozess

Für das Paris-Frankfurt Fellowship können sich junge Berufstätige im Buchhandel und in Verlagen sowie Freischaffende aus der Buchbranche aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz bewerben. Die Bewerberinnen und Bewerber dürfen maximal 30 Jahre, in Ausnahmefällen 35 Jahre, alt sein. Weitere Teilnahmevoraussetzungen sind für Bewerberinnen und Bewerber aus Deutschland oder der Schweiz Französischgrundkenntnisse bzw. Deutschgrundkenntnisse für die französischsprachigen Interessenten.

Die Bewerbungsunterlagen, bestehend aus einem Motivationsschreiben, Lebenslauf und bei fest angestellten Interessenten einem Empfehlungsschreiben des Arbeitgebers, können bis zum 31. Januar 2019 per E-Mail an Alexane Lepoan (lepoan@book-fair.com) geschickt werden.

Weitere Informationen zum Bewerbungsprozess und Programm unter www.buchmesse.de/ParisFrankfurtFellowship

Interview mit Anna Anzulewicz, Paris-Frankfurt-Fellowship-Teilnehmerin 2018: www.buchmesse.de/news/interview-mit-der-buchhaendlerin-anna-anzulewicz-ueber-ihre-teilnahme-am-paris-frankfurt

Pons Wörterbuch - Dictionaire

Bundeswettbewerb La vie en BD sucht kreative Comics in französischer Sprache

Zum bereits 10. Mal ruft der Ernst Klett Verlag zum bundesweiten Comic-Wettbewerb „La vie en BD“ auf. Ab sofort finden Französischlehrkräfte unter http://www.klett.de/frankreich die aktuelle Ausschreibung für das Schuljahr 2018/19. Das diesjährige Thema lautet: > „Voyage dans le futur – Reise in die Zukunft“.

Bis zum 25. März 2019 können Schülerinnen und Schüler ihre Beiträge noch einreichen. Eine Jury aus Fachdidaktikern, Zeichnern und Redakteuren entscheidet über die besten Comics. Den Siegern winken attraktive Sachpreise rund um das Thema Comic und französische Sprache. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 aller Schularten mit eigens gezeichneten Comics, die auf maximal einer DIN A3-Seite eine Geschichte rund um das Motto des Wettbewerbs umsetzen.

Seit dem Schuljahr 2008/2009 bietet der Ernst Klett Verlag den Wettbewerb für Französischklassen an. Insgesamt sind beim Verlag so mehr als 6.500 Schüler-Comics eingegangen. Ein riesiger Fundus an kreativen Arbeiten, die die Sprachfertigkeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf charmante Weise gefördert und gefordert haben.

Unsere Projekte rund um den Französischunterricht. Der Ernst Klett Verlag setzt sich seit vielen Jahren aktiv für den Französischunterricht ein. Eine Auswahl der geförderten Projekte und Initiativen stellen wir Ihnen auf den folgenden Seiten vor: > www.klett.de/frankreich.

Was wollen die Gilets jaunes?

„Die Gilets jaunes haben heute (3.11.2018) ein Gespräch mit dem Premierminister (erstmal) abgelehnt, weil sie dem Vernehmen nach aus den eignen Reihen, so war auch der Wortlaut heute in den Tagesthemen der ARD von Hardlinern aus den eigenen Reihen bedroht worden sind.

Unsere Lektüreempfehlung:

> www.tandem-europe.eu: „Wir sind ein Netzwerk engagierter Europäer, die sich an der Diskussion über die deutsch-französische Partnerschaft und die Zukunft der EU beteiligen möchten.“

Zum Download: > Isabelle Bourgeois,> „Gilets jaunes“ : Aufstand für mehr demokratische Teilhabe, 2. Dezember 2018 – pdf

Mit freundlicher Genehmigung von Isabelle Bourgeois.

In mehrern Kapiteln „In Staudemm bricht“, Stadt-Land Gefälle, Eine „Zweiklassen“-Gesellschaft, La France périphérique ist aufs Auto (Diesel) angewiesen, „En région“ versus Paris, Basisdemokratie im digitalen Zeitalter analysiert Isabelle Bourgeois das Entstehen, die Absichten und die Zeile der Gilets jaunes.

Die Bewegung der Gilets jaunes ist im Internet entstanden und hat, so darf man hinzufügen, sich dort auch einander aufgewiegelt, man kann schon sagen in ihren Forderungen radikalisiert. In Wikipédia steht bereits ein Artikel über die > Gilets jaunes, wo die Gemeinde der Online-Enzyklopädie bereits ihr ganzes Arsenal auffahren muss, um gemäß den Zielen dieser Organisation, die Versuche, objektiv zu bleiben, zu wahren. Trotzdem wird hier die Grundidee von Wikipédia einer Prüfung unterzogen. Eigentlich ist es ja Sache der Presse, über aktuelle Ereignisse zu berichten, sie zu kommentieren und einzuordnen. Es stellt sich die Frage, ob die Prinzipien einer Online-Enzyklopädie in der Lage ist, ein Dossier bereitzustellen, das, wie gesagt, eine Aufgabe der Presse ist. Wie auch immer, Wikipédia wird genutzt, um den > Forderungen (aufgerufen am 3.11.2018) der Gilets jaunes eine Tribüne zu bieten. Es folgt sogleich ein Absatz, der die Antworten der des Präsidenten und der Regierung auf die Forderungen  darstellen will – dabei wird Macrons Hinweis auf die den 70 % Anteil der der Entwicklung der Rohstoffpreise am Spritpreis (Stand 3.11.2018) nicht genannt: vgl. auch unserem Blog > Der Aufstand der Gelben Westen und die Energiewende in Frankreich – 28. November 2018, den LE MONDE nach einem Faktencheck als richtig bewertete.

Es sieht erst einmal nach einer Fundamentalopposition der Gilets jaunes aus, wobei es der Bewegung zur Zeit nicht gelingt, sich von „Casseurs“ der letzten Samstage eindeutig zu distanzieren: > Bernard-Henry Lévy hat in einem Tweet die Bewegung aufgefordert sich zu bekennen : „Il faut que ces choses soient dites. Il faut que cesse cette génuflexion dévote, sans critique ni recul, devant les . Et il faut qu’eux, les Gilets Jaunes, disent, vite, s’ils sont ou non républicains.“

Die Furcht vor dem sozialen Abstieg und der Verlust von Kaufkraft stammen nicht erst aus den letzten zwei Jahren. DIe angekündigte Erhöhung der Spritpreise im Zusammenhang mit der Energiewende war nur ein unmittelbare Auslöser, an dem sich die Artikulation der Enttäuschung entfachte, die sich dann mit einer gewisse Ungeduld beim Warten auf die Ergebnisse der angekündigten Reformen und mit der Kritik an Staatspräsident Macron, den seinen Gegner nur zu gerne als „Präsident der Reichen“ apostrophiert haben, dem zudem Äußerungen zu Last werden, die diesen Eindruck unterstreichen sollen, verband. Eine Bewertung der Protestwelle der Giltes jaunes ist nicht leicht, denn Präsident Macron kann kaum für alle Missstände, die die Gilets jaunes aufzeigen, verantwortlich gemacht werden. Er selber hat Reformen schon im Wahlkampf zum Hauptthema seines Quinquennat gemacht. Der Code de travail wurde reformiert, die Grundschulklassen wurden halbiert, eine Übereinkunft im Streit um die SNCF wurde erzielt… aber es gelingt der Regierung nicht, die Tragweite der Reformen so zu vermitteln, dass sie in möglichst vielen Teilen der Bevölkerung akzeptiert werden. Ist das das eigentliche Problem? Der Politikstil der V. Republik?

Es gibt auch noch ein anderes Problem, das auch grundsätzlicher Natur ist. Die Wahl von Emmanuel Macron zum Präsidenten hat das politische Frankreich und sein Parteiensystem grundlegend erschüttert. Die Parti socialiste musste ihren Stammsitz in der Rue Solférino verkaufen.. von der PCF hört man eigentlich nichts,  von Seiten der Partei Les républicains LR hört man eine Unterstützung der Gilets jaunes: Laurence Sailliet, Porte-parole Les Républicains-Membre du Bureau Politique, wird von der LR auf Twitter zitiert: „. :  « Pour sortir de la spirale de la violence, Emmanuel Macron a les clés en main. Il doit sortir du déni et prendre la décision d’annuler les hausses de taxes. Sans cela, il sera impossible d’échanger avec les . Nul ne peut ignorer cette souffrance,»  und der Präsident der LR Laurent Wauquiez forderte heute auf Twitter ein Referendum. Und das Rassemblement national (vorher Front national) und La France insoumise de Jean-Luc Melanchon verlangen die Auslösung der Nationalversammlung. In dieser Situation bekommt man den Eindruck, dass es keiner Partei im Augenblick so richtig gelingt, dem Unmut der Demonstranten einen Resonanzboden zu bieten.

In diesem Zusammenhang muss nach der Größe der Bewegung der Gilets jaunes und dem Grad der Zustimmung bei den Wählern gefragt werden: LE MONDE  hat recherchiert  > Oui, les « gilets jaunes » sont bien majoritairement « soutenus » dans les sondagesPar Les Décodeurs, 3.11.2018: Zitiert wird Une troisième enquête d’opinion, vom 28. November von Elabe für BFM-TV, wobei 1000 Personen befragt wurden: « Wie stehen sie zu dieser Bewegung? » 46 % sagten, sie unterstützen die Gilets jaunes, 26 % finden sie sympathisch, 17 % lehnen sie ab und 8 % haben keine Meinung. Die Autoren dieses Artikels weisen auf den Unterschied zwischen Unterstützung und Sympathie hin, merken ab er doch an, dass eine Mehrheit für die Unterstützung erkennbar ist.

Was werden der Präsident und die Regierung tun?  Die geplanten Steuererhöhungen beim Sprit zurücknehmen? Einen anderen Politikstil erfinden? In jedem Fall müssen sie Mittel und Wege finden, mit den Gilets jaunes Kontakt aufzunehmen. Das Angebot der Regierung liegt vor, werden  die Gilets jaunes den Dialog verweigern?

Auf unserem Blog:

> Die Gilets jaunes und das Chaos rund um den Triumphbogen – 3. Dezember 2018

> Der Aufstand der Gelben Westen und die Energiewende in Frankreich – 28. November 2018

Die Gilets jaunes und das Chaos rund um den Triumphbogen

Le live du MONDE > La suite des événements autour des gilets jeaunes

Le Monde meldet, Premierminister Edouard Philippe wird am Montag Vertreter der Gilets jaunes empfangen.

Am Mittwoch, 5. Dezember, wird eine Debatte über die Ereignisse vom Samstag in der Nationalversammlung und am Donnerstag, 6. Dezember im Senat stattfinden.

Am Samstag, 1. Dezember 2018, waren die Champs-Elysée wie eine Fanmeile gesperrt und es wurden nur Demonstranten nach einer Ausweiskontrolle durchgelassen. Nicht einfach, ein vollständiges Bild der dann folgenden Ereignisse zu erhalten. Es ist auch nicht einfach, zwischen den gewalttätigen Demonstranten und den Gilets Jaunes zu unterscheiden, „ont-ils été happés par des groupes violents?“ wie Antenne 2 gestern abend berichtete ? Da die Gilets jaunes bis jetzt noch keine wirklich anerkannten Vertreter haben, gibt es von extremistischen Seiten Versuche, von der Bewegung zu profitieren, eben weil die Bewegung noch kopflos ist – und das unterscheidet sie auch vom Beginn der Maiunruhen 1968. Man kann wohl nicht behaupten, dass die Gilets jaunes diese Gewaltexzesse vom letzten Samstag gewünscht haben. Aber der von ihnen ausgedrückte Frust, der sich an der für den 1. Januar 2019 geplanten Benzinpreiserhöhung entzündet hat (Auf unserem Blog: > Der Aufstand der Gelben Westen und die Energiewende in Frankreich: LE MONDE merkte an, dass der Präsident mit den von ihm präsentierten Zahlen Recht hat: zu 70 % ist die Erhöhung der Spritpreise den Rohstoffpreisen geschuldet) schlug schnell in einen allgemeinen Protest gegen die Reformpolitik von Staatspräsident Macron um, wobei seine bisherigen Erfolge nicht berücksichtigt werden, weil die Gilets jaunes nur die sinkende Kaufkraft angesichts von Steuererhöhungen im Blick haben.

Allein in Paris ist die Bilanz vom letzten Samstag sehr schwer: Die Parolen an den Wänden des Arc de Triomphe, die Verwüstungen in seinem Inneren, das Anzünden von Autos, der Barrikadenbau mit dem Stadtmobilar und dem Material von Baustellen, das Plündern von Geschäften haben eine erschreckende Gewaltbereitschaft unter Beweis gestellt. 412 Festnahmen, – LE MONDE nennt in ihrer Ausgabe vom 4.12.2019 682 Festnahmen – von den 372 in Gewahrsam genommen wurden – gardes à vue, 55 angezündete Autos, 113 Verletzte unter den Demonstranten, 20 Verletzte unter den Sicherheitskäften. (Quelle: > „Gilets jaunes“ : 412 interpellations après les violences à Paris – RTL – 1er décembre 2018, > VIDÉO – Gilets jaunes : 412 interpellés à Paris, 55 voitures brûlées… Le lourd bilan d’une journée chaotique – lCI) Der Premierminsiter wird am 4.12.2018 von LE MONDE mit diesen Worten zitiert: „La semaine dernière, on avait 300 ou 400 casseurs à Paris. Samedi, ils étaient 3 000 ou 4 000.“

Eine Bewegung ohne wirklichen Kopf, im Internet durch Teilen entstanden, hat die Regierung in eine Krise gestürzt. Die Mechanik der sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter spielen bei der Entwicklung der Gilets jaunes eine große Rolle, aber in diesem Fall steckt auch wirklicher Frust eines Teils von Frankreich dahinter, er sich als abgehängt empfindet und der sich die Diskussion über die Spritpreise zum Anlass genommen hat, seine Forderungen zu artikulieren. Es wurden > Forderungen (Wikipédia) laut u. a. nach einer Erhöhung des SMIC, der Abschaffung der Autobahngebühren oder einer Rückkehr zum Renteneintrittsalter mit 60 Jahren und der Demission des Staatspräsidenten.

Bisher haben die Franzosen es meist noch mit einer Miene „bon enfant“ hingenommen, dass Straßen, Kreuzungen und Mautstellen besetzt wurden, damit „denen da oben“ starke Signale gesendet werden konnten, wenn es auch Berichte von Situationen gibt, in denen die Nerven blank lagen und bereits drei Todesopfer im Zusammenhang mit den Demonstrationen zu beklagen sind. Die Frage ist nun, ob man von einer Radikalisierung der Gilets jaunes sprechen darf, oder inwieweit sich gewaltbereite Personen („Casseurs“) unter die Gilets jaunes gemischt haben, oder wie hoch der Anteil gewalttätiger Personen unter den Gilets jaunes ist. Ein Teil der Gilets jaunes wünscht möglicherweise keinen Führer, weil so die Spontanität der Bewegung als direkt aus dem Volk kommend gewahrt werden könne. In dieser Situation sind Verhandlungsangebote der Regierung schwierig, solange keine von der den Gilets jaunes akzeptierten Gesprächspartner zur Verfügung stehen.

> « Gilets jaunes » : après les violences du 1er décembre, le gouvernement face à une crise majeure – LE MONDE, 2 novembre 2018

Nachgefragt: Pierre-Yves Le Borgn’ : « Parler des limites de l’Europe ne doit plus être un tabou »

Tout récemment, nous avons rencontré l’ancien député Pierre-Yves Le Borgn‘ à Paris > Nachgefragt: Pierre-Yves Le Borgn’ : « Il faut un récit européen en complément du récit national ». Les réactions à la suite de notre entretien étaient nombreuses. Certains d’entre eux nous ont demandé des précisions. Nous avons eu un nouvel entretien:

> Interview „Parler des limites de l’Europe ne doit plus être un tabou“ *.pdf

Download de l’interview de Pierre-Yves le Borgn > « Parler des limites de l’Europe ne doit plus être un tabou »

> Präsident Macron und seine Vorschläge für eine „refondation de l’Europe“

Tout un système : > Rappel : Les discours du Président de la République et l’Europe

Nos atouts : >Präsident Macron: Europa mit Hilfe der Kultur neu begründen

Un programme : > Discours du Président de la République à la conférence des Ambassadeurs

Die Bilanz nach einem Jahr: > La souveraineté de l’Europe: Eine Bilanz der Sorbonne-Rede vom 26.
September 2017
– 2. November 2018

> Nachgefragt: S. E. Anne-Marie Descôtes, Botschafterin der Französischen Republik in Deutschland antwortet auf unsere Fragen – 9. November 2018

Pierre-Yves Le Borgn’, notre entretien du 16 novembre dernier sur l’identité européenne a été très suivi. Cela confirme que cette question est centrale dans les préoccupations des Européens. Vous nous avez indiqué avoir reçu depuis lors de nombreux commentaires et des interrogations aussi. Pourriez-vous nous en dire plus ?

Cela m’a fait plaisir que le thème de l’identité européenne, que je trouve si important intellectuellement, historiquement et politiquement, suscite l’intérêt des lecteurs du Frankreich Blog et plus largement des personnes que la diffusion de notre entretien via les réseaux sociaux a permis de toucher. J’ai reçu un bon nombre de commentaires et de questions, ayant trait pour l’essentiel aux limites de l’Europe. Clairement, les lecteurs ont fait le lien entre l’identité européenne et l’appartenance à un ensemble dont les limites ou les frontières ne sont pas dans leur esprit fermement définies. En soi, l’interrogation que j’ai vu se dessiner à travers les commentaires est : « qu’est-ce qu’être européen si l’extension du territoire de l’Union européenne est un processus sans fin ni limites ? ». J’avais abordé, sans doute trop rapidement, cette question dans notre entretien du 16 novembre, indiquant que l’absence de prise en compte des limites géographiques de l’Europe constituait pour moi l’un des freins à l’émergence de l’identité européenne. C’est un sujet légitime et il apparaît cependant esquivé dans le débat public. C’est regrettable. Dans l’intérêt de l’Europe, parler de ses limites doit cesser d’être un tabou.

Lire la suite > > Interview Parler des limites de l’Europe ne doit plus être un tabou

Vous avez lu notre première interview autoru de l’Europe ? > Nachgefragt: Pierre-Yves Le Borgn’ : « Il faut un récit européen en complément du récit national »

Der Aufstand der Gelben Westen und die Energiewende in Frankreich

Am Dienstag, 27. November hat sich Präsident Macron anlässlich einer Rede über die Energiewende zu den Demonstrationen der Gelben Westen geäußert: Changeons ensemble lautete die Überschrift über der Rede, die er heute im Élysée-Palast gehalten hat.

Ursprünglich wollte unsere Redaktion hier erst einmal nur über die Gelben Westen schreiben, um die Ausgangssituation zu skizzieren, in der man nun auf eine Antwort des Staatspräsidenten wartet. Wie würde er auf die Kritik der Gelben Westen an seinen Steuermaßnahmen und an seiner Amtsführung antworten? Von oben herab? Oder mit Versprechungen?

Nun, die erwartete Rede fand schon heute morgen im Elysée-Palast statt, sie war eingebettet in ein ganzes Bündel von Maßnahmen, mit denen die Regierung den Energiewandel in Frankreich vorantreiben soll und mit Versprechungen, die auf ein stärkeres Werben für ihre Maßnahmen bei der Mittelklasse und den Arbeitern. Den Maßnahmen, so sie denn umgesetzt würden, sind nicht das Ziel der Kritik, sondern eher die Art und Weise, wie sie bisher von oben verordnet wurden. Wird damit eine Beruhigung der Bewegung der Gelben Westen eintreten? Man wird die Taten der Regierung genau beobachten.

Dans son > discours du 27 novembre 2018, Président Macron propose aus gilets jaunes: :

„Et pour faire donc des choix sur des propositions qui sont mises sur la table, des améliorations qu’incontestablement il faut pouvoir faire, et une stratégie d’accompagnement qu’il faut pouvoir mettre en place, je souhaite que partout sur le territoire, cette décision de concertation puisse être déclinée, et que partout sur nos territoires, sur les réseaux sociaux aussi, ce débat puisse se tenir, et que toutes les associations intéressées puissent, y compris localement, y participer. Et qu’ainsi les représentants des gilets jaunes dans chaque région puissent également y prendre part et proposer des solutions parce que nous ne pouvons pas être dans la dénonciation réciproque. Nous sommes au moment des solutions à apporter concrètement.“

Der Aufstand der Gelben Westen ist aufgrund eines Videos entstanden, in dem eine Frau ihre gelbe Weste auf Facebook mit einem Video ihren Unmut über Macron zu verstehen gab. Der Aufruf war erfolgreich und wurde mehrere hundertausendmal weitergeleitet. Bisher steht keine Organisation dahinter, auch wenn das Rassemblement RN oder La France insoumise deutliches Interesse an der Bewegung zeigen. jetzt gibt es mindestens zwei Lesarten: Die gelben Westen werden keine wirklichen Erfolge verbuchen können, zumal wenn radikale Kräfte die Proteste gewaltsam verstärken oder, eine andere Lesart, es entwickelt sich mit Unterstützung der sozialen Medien eine Bewegung, die die Regierung nur schwer kontrollieren wird. Aber man sollte die Bewegung der Gelben Westen ernst nehmen, da sie die Angst vor dem sozialen Abstieg artikuliert, die Angst derjenigen, die fürchten, zurückgelassen zu werden und in diesem Sinne drücken sie lautstark auch ihre Sorge aus, nicht berücksichtigt zu werden. Offenkundig gibt es eine Trennung, zwischen dem urbanen Frankreich, das im Aufstieg begriffen ist und einem anderen Teil, das sich aufgrund ökonomischer Bedingungen, Rückgang der Kaufkraft im Stich gelassen und isoliert fühlt. Ihnen müssen politische Entscheidungen besser vermittelt und erläutert werden.

Laut LIBERATION, die sich vor seiner Rede äußerte, will Macron den Kurs beibehalten aber versuchen den Aufstand zu entschärfen (auf Französisch „déminer la fronde“) und dazu „die Methode verändern“. Sein Sprecher, Benjamin Griveaux, teilte dazu mit, der Präsident werde über die Energiepolitik sprechen, er werde nicht auf die Okölogiesteuer verzichten und er werde auf die Demonstrationen eine Antwort geben. LIBERATION zitiert den Präsidenten, der sich im Ministerrat am Montag wie folgt geäußert haben soll „Das ist das verunsicherte Frankreich, das sich Gehör verschafft, das Opfer der Mondialisierung und der Desindustrialisierung“ sei. Man dürfe die „gilets jaunes“ nicht verurteilen, sie hätten was Richtiges gesagt.» Schon am Sonntag hatte Macron in Brüssel erklärt:  Es gebe kein politisches Projekt – auf nationaler und europäischer Ebene – wenn wir nicht eine klare Antwort unser Mittelschicht und der Arbeiterklasse vermitteln.

> Transcription du discours du Président de la République relatif à la stratégie et à la méthode pour la transition écologique

Heute, Montag, 26. November, hat Präsident Macron in einer Rede „Changeons ensemble“ zum  ökologischen Umbau der Energieerzeugung die Schließung von „vier bis sechs“ Atomkraftwerken bis 2030 angekündigt. Wenn die Gilets jaunes sich organisieren, wenn das von ihnen nicht bestritten werde, oder meint er ihre Demonstrationen? („qu’il n’y aura plus de contestation) werden wir zu einer Diskussion bereit sind, so zitiert LE MONDE den Präsidenten: „Une fois qu’ils seront organisés et qu’il n’y aura plus de contestation, j’ai dit hier que nous étions ouverts au dialogue, et nous le serons.“

> En direct : Macron annonce la fermeture de 4 à 6 réacteurs nucléaires d’ici à 2030. Außerdem sollen alle Kohlekraftwerke in Frankreich bis 2022 geschlossen werden. Da kann Deutschland sich echt ein Beispiel an Frankreich nehmen.

Zu den Demonstrationen sagte Macron:Ce mouvement a donné lieu à des manifestations importantes et à des violences inacceptables dans l’Hexagone comme en outre-mer. Je ne confonds pas ces actes inacceptables avec la manifestation sur laquelle ils se sont greffés. Je ne confonds pas les casseurs avec les concitoyens qui veulent faire passer un message.“ „Diese Bewegung hat umfangreiche Demonstrationen bewirkt und zur inakzeptablen Gewalt in Frankreich und Übersee geführt. Ich verwechsle diese Gewaltakte nicht mit den Demonstrationen, die von ihnen überlagert wurden. Ich verwechsle nicht die Gewalttäter mit den Bürgern, die eine Botschaft übermitteln wollen.“


Le Président Macron: „Enfin pour conclure, je veux ajouter un mot de la crise que nous connaissons comme convenu parce que celle-ci ne se limite pas au prix des carburants. Il faut là-dessus être lucide et honnête. Et je suis déterminé, non seulement à reconnaître, mais à prendre en charge tous les sentiments à mes yeux profonds qui se sont exprimés au cours de cette crise et que j’ai identifiés.

En face de ces sentiments, et même je dirais de ces ressentiments, je ne me déroberai pas. Et ce que je vous demande n’est pas la seule réponse à apporter à ce que nous entendons. Je vous le redis et je serai clair : je n’aurai aucune faiblesse à l’égard de ceux qui manipulent, instrumentalisent ou en quelque sorte cherchent la violence.(…)

Mais il y a dans ce qui s’exprime ou dans le soutien tacite ou explicite dans notre pays à ce mouvement, quelque chose qui vient de plus loin et sans doute de plusieurs décennies. L’idée que je me fais de ma mission m’empêche de me cacher derrière les responsabilités des autres, que ce soient celles des prédécesseurs ou d’autres acteurs, et je renonce ici à chercher toute forme d’excuse. Parce que je crois comprendre très profondément les attentes et les frustrations, cette colère sourde, ces rancunes et ces rancœurs qu’éprouvent les citoyens devant les pouvoirs qu’ils sentent loin d’eux, indifférents et, au fond, devant ce qu’ils sentent être comme des vies empêchées, bloquées.“


> Gérard Noiriel : « Les “gilets jaunes” replacent la question sociale au centre du jeu politique » -LE MONDE 26 novembre 2018

Was wird der Präsident ändern? „Je retiens de ces derniers jours qu’il ne faut pas renoncer au cap quand il est juste, mais qu’il faut changer de méthode car les concitoyens ont considéré qu’on leur imposait ce cap d’en haut. Par des décisions et changements de règles ou par des taxes, sans leur apporter des solutions concrètes,“ so zitiert ihn LE MONDE.  Er möchte nicht auf seine Ziele verzichten, aber er will die Methode ändern, da die Bürger den Eindruck erhalten hätten, die Reformen sollten ihnen von oben verordnet werden. Er wolle keine Regeln durch Steuern durchsetzen, ohne dass man konkrete Lösungen vermittle.

LE MONDE schreibt, der Präsident sage, 70 % der jüngsten Preiserhöhung des Benzins sei der Erhöhung des Erdölpreises geschuldet. LE MONDE hat nachgeprüft > Prix du carburant : un débat pollué par des intox –  LE MONDE -05.11.2018 – die Aussage des Präsidenten stimme.

Der Präsident kündigt die Einrichtung eines Haut Conseil pour l’action climatique. der die Tatsachen wieder ins rechte Licht rücken soll.

Am Ende seiner Rede erklärte der Präsident: „Je vais prendre des initiatives fortes dans les temps à venir. Les problèmes qui se posent aujourd’hui en France sont anciens. Cette France qui a peur des changements. On ne peut pas considérer que les changements à venir se feront malgré elle ou sans elle.“ / „Ich werde wichtige Initiativen in der kommenden Zeit ergreifen. Frankreich steht vor alten Problemen. Man kann nicht davon ausgehen, dass Reformen gegen oder ohne Frankreich vollbringen werden.“

Aline Lesclerc > « Gilets jaunes » : et les Champs-Elysées se couvrirent de gaz lacrymogènes… – LE MONDE 25 novembre 2018

Nathalie Raulin et Alain Auffray > «Gilets jaunes» : Macron ne veut pas se prendre une veste – LIBERATION — 26 novembre 2018

> « Gilets jaunes » : Macron souhaite apporter « une réponse claire » aux « classes moyennes et laborieuses » – Le Monde – 25 novembre 2018 : Am Ende dieses Artikels finden Sie eine Liste vielen weiterführenden Artikeln zu den Gelben Westen.

Vernissage der Ausstellung: Marc Chagall – Der Bibelzyklus – Sammlung Würth

28.11. – 21.12.18 | Institut français Stuttgart | Schloßstr. 51 | Eintritt frei
Vernissage: 28.11. | 19:00

Sonderführung mit Kunsthistorikerin Ursula Angelmaier:
20.12. | 17 Uhr | Eintritt frei | Anmeldung unter: info.stuttgart@institutfrancais.de

Marc Chagall (1897–1985)
gehört zu den bedeutensten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er hat seine Erinnerungen an seine jüdisch geprägte Kindheit in Russland mit den neuesten Kunstströmungen in Paris verbunden. Seine Verflechtung von Wirklichkeit und Imagination begründet die außerordentliche Popularität dieses Künstlers, der auf ganz besondere Weise befähigt war, Gefühle und Mitempfinden an den Betrachtenden heranzutragen.

Die in den Bildern Chagalls reflektierten Sehnsüchte, Gefühle und Erinnerungen sind eng mit dem Leben des Künstlers verbunden. Im weissrussischen Witebsk in der Tradition des Chassidismus – einer orthodoxen jüdischen Erweckungsbewegung, die durch Spiritualität und Mystik die in Gesetzen erstarrte Religion wiederbeleben wollte – aufgewachsen, führte Chagalls Weg ihn 1910 nach Paris.

In der Kunstmetropole an der Seine tarf er dier Avantgarde der Kunst, mit Pablo Picasso und dem Kreis der orphischen Kubisten, darunter Robert Delaunay. Hier fand er die formalen Mittel, seine naiven Visionen bildnerisch zu fassen. Als Chagall 1923 nach einigen Jahren in Russland wieder nach Paris zurückkehrte, veränderte sich sein Stil nochmals. Der geometrisch-kubistische Anklang verschwindet aus seinen Bildern, die nunmehr ganz aus der Farbigkeit heraus gestaltet sind.

Die Ausstellung im Institut français zeigt einen Zyklus zur Bibel, der aus 25 Farblithografien besteht. Alle Werke entstammen dem Spätwerk des Künstlers.

Chagall schuf mehrfach Bilderzyklen zur Bibel. Die Lithografien der Sammlung Würth entstanden 1960 und ihre Themen unterscheiden sich von den übrigen Bibelillustrationen insofern, als ihnen vor allem Berichte über Frauen und deren Beitrag zur Geschichte Israels zugrunde liegen: so begegnen wir darin Eva, Sarah, Hagar, Rahel, Naemi oder Ruth und sehen ihre Geschichten durch die Augen Chagalls, der die Bibel als die „reichste poetische Quelle aller Zeiten“ empfand.

Öffnungszeiten: 28.11. – 21.12. | Di – Do 14-18 Uhr, Fr 10 -16 Uhr
Achtung: An folgenden Tagen ist die Ausstellung geschlossen: 29./30. 11. & 05.12.
In Kooperation mit Würth GmbH & Co. KG.

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