Mit einer großen Zeremonie werden am Dienstag, 23. Juni 2026, der Historiker Marc Bloch und seine Ehefrau Simonne Bloch (geb. Vidal) im Pantheon beigesetzt. Eine „Panthéonisation“, über die der Staatspräsident entscheidet. Im Juli 1944 wurde Marc Bloch von der Gestapo ermordet. Seine Frau starb Anfang Juli 1942 in Lyon.
Comment expliquer, ou du moins interpréter, l’incompréhensible ?
Le Président disait entre autres: „Devenu nomade, entre sa maison de Fougères, Montpellier et Lyon, il lui faut sauver sa bibliothèque.
Oui, sa bibliothèque, que le Gouvernement de Vichy, comme l’occupant, veulent lui confisquer. 5 0000 livres, patiemment rassemblés par Marc Bloch tout au long de sa vie. Livres de l’étudiant, du professeur, du Républicain. 5 000 livres qui disent la vérité d’un homme, son amour de la littérature, son appétit de savoir, sa soif de transmettre. Alors, Marc Bloch résiste à cette persécution inepte, ne veut pas renoncer à ses livres, à sa vie, à ce qui donne sens à son existence.
Alors il se bat. Demande à Lucien Febvre d’activer tous les réseaux possibles, sollicite Fernand de Brinon, représentant de Vichy en zone occupée, écrit à Jérôme Carcopino, ancien élève de son père,
désormais au service de Pétain. On lui a tout pris, mais au moins qu’on lui laisse ses livres. Il ne demande rien d’autre pour lui, pour ses enfants. Mais non, rien n’y fait. La lâcheté des uns et la méchanceté des autres se conjuguent. L’antisémitisme lui a volé son métier, son appartement, son argent. Il faut qu’il lui vole aussi ses livres. Ces derniers sont expédiés en Allemagne, dispersés. Et pour beaucoup perdus. Dans la France de la collaboration, avide de prendre sa revanche sur l’affaire Dreyfus, le cas de Marc Bloch montre que dès qu’il faut s’en prendre à un Juif, il se trouve toujours un préfet pour réquisitionner. Un policier pour perquisitionner. Un juge pour condamner. Un universitaire pour justifier. Un journaliste pour approuver. Un voisin pour dénoncer. Et tant d’autres pour détourner le regard.
Wie kann man das Unfassbare erklären oder zumindest deuten?
Der Präsident sagte u.a. : „Da er (i. e. Marc Bloch) nun zwischen seinem Haus in Fougères, Montpellier und Lyon hin- und herpendelte, musste er seine Bibliothek retten. Ja, seine Bibliothek, die sowohl die Vichy-Regierung als auch die Besatzer ihm beschlagnahmen wollten. 5.000 Bücher, die Marc Bloch im Laufe seines Lebens geduldig zusammengetragen hatte. Bücher des Studenten, des Professors, des Republikaners. 5.000 Bücher, die die Wahrheit über einen Mann erzählen: seine Liebe zur Literatur, seinen Wissensdurst, sein Verlangen, Wissen weiterzugeben. Also leistet Marc Bloch Widerstand gegen diese unsinnige Verfolgung, will seine Bücher, sein Leben und das, was seinem Dasein Sinn verleiht, nicht aufgeben. Also kämpft er. Er bittet Lucien Febvre, alle möglichen Kontakte zu nutzen, wendet sich an Fernand de Brinon, den Vertreter von Vichy in der besetzten Zone, schreibt an Jérôme Carcopino, einen ehemaligen Schüler seines Vaters, der nun im Dienst Pétains steht. Man hat ihm alles genommen, aber man möge ihm wenigstens seine Bücher lassen. Er bittet um nichts anderes für sich selbst, für seine Kinder. Doch nein, nichts hilft. Die Feigheit der einen und die Boshaftigkeit der anderen vereinen sich. Der Antisemitismus hat ihm seinen Beruf, seine Wohnung, sein Geld geraubt. Nun muss man ihm auch noch seine Bücher rauben. Diese werden nach Deutschland verschickt und verstreut. Und viele gehen verloren. Im Frankreich der Kollaboration, das darauf aus ist, Rache für die Dreyfus-Affäre zu nehmen, zeigt der Fall von Marc Bloch, dass, sobald man es auf einen Juden abgesehen hat, sich immer ein Präfekt findet, der beschlagnahmt. Ein Polizist, der durchsucht. Einen Richter, der verurteilt. Einen Wissenschaftler, der rechtfertigt. Einen Journalisten, der zustimmt. Einen Nachbarn, der denunziert. Und so viele andere, die wegschauen.“
Une bonne introduction :
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Marc Bloch wurde am 6. Juli 1886 in Lyon geboren. Als Frontsoldat im Ersten Weltkrieg erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter das Croix de guerre und wurde in die Ehrenlegion aufgenommen. 1921 wurde er Professor für für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Straßburg. 1936 bekommt er einen Ruf als Professor für Wirtschaftsgeschichte an die Sorbonne in Paris. 1939 wurde er wieder Soldat und war bis zur Niederlage Frankreichs im Juni 1940 Offizier. Im Oktober 1940 gelingt es ihm, in der freien Zone wieder in die Universität von Stra8burg, die nach Clermont-Ferrand übergesiedelt war, aufgenommen zu werden. 1943 schließt er sich der Résistance in Lyon an. Am 8. März 1944 wird er von der Gestapo verhaftet und gefoltert. Am 16. Juni 1944 wurde er nahe bei Lyon von der Gestapo ermordet.
> L’exposition de l’artiste Annaëlle Vanel est à découvrir au Centre Marc Bloch du 29 avril au 6 juillet, avec un vernissage suivi d’une table ronde avec Yaëlle Biro, Jan Hüsgen, Mary-Ann Middelkoop et d’une réception le 29 avril à 16h30.
1924 erschien Les Rois thaumaturges / Die wundertätigen Könige mit dem Bloch beschrieb, wieso den Königen heilende, magische Kräfte zugesprochen wurden. 1939 erschien La société féodale / Die Feudalgesellschaft von Marc Bloch.
Es wurde zu einem Meilenstein der französischen Historiographie. 1929 hatte zusammen mit Lucien Febvre die Zeitschrift „Annales. Histoire, Sciences Sociales“ gegründet. Es handelte sich um eine Neuorientierung der Geschichtsschreibung, die nun wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Strukturen in den Blick nahm. Das Stichwort, wie Fernand Braudel, es formulierte lautet die „longue durée“, das Individuum trat zurück, im Mittelpunkt stand die Geschichte der Massen über einen längeren Zeitraum hinweg. Blochs „Feudalgesellschaft“ war eine ersten Illustration dieser neuen Geschichte und sicherte ihr große Aufmerksamkeit
An der L’apologie de l’histoire ou Métier d’historien/ Apologie der Geschichtswissenschaft oder Der Beruf des Historikers (1944): „Sag mir Papa! Wozu dient eigentlich die Gechichte?“ ( S. 5) arbeitete Bloch bis zu seiner Ermordung. Es blieb ein Fragment. Nach der Entdeckung weiterer Manuskriptteile, erschien 1997 eine ergänzte Ausgabe. Dieses Buch bietet grundlegende Einblicke in das Selbstverständnis und die Denkweisen moderner Geschichtsforschung. Marc Bloch stellt die Ziele und Grenzen historischer Erkenntnis dar und führt die Methodik der Geschichtsschreibung ein.
1946 erschien der Band L’ètrange defaite. Témoignage écrit en 1940, in dem er du.a. die Gründe für die Niederlage 1940 untersucht. Im Juni 2026 wird der Historiker und Widerstandskämpfer Marc Bloch (1886–1944) in das Panthéon aufgenommen. Das Centre Marc Bloch – Ein deutsch-französisches Forschungszentrum für Geistes- und Sozialwissenschaften – bietet im Radio Marc Bloch eine Reihe von Podcasts unter dem Titel „Marc Bloch im Panthéon!“ an. In der siebten Folge der Podcast-Reihe „Marc Bloch im Panthéon!“ kommt die in Deutschland lebende Künstlerin Anaëlle Vanel zu Wort: > #7 Dialogue avec Anaëlle Vanel, artiste Photographe In diesem Gespräch geht es um das Schicksal des Manuskripts von „L’Étrange défaite“, um Marc Bloch ausgehend von einem „Nicht-Ort“ der Erinnerung zu beleuchten und die Geschichte vom Rand her zu betrachten.
Marc Bloch: Apologie der Geschichtswissenschaft oder Der Beruf des Historikers. Mit einem Vorwort von Jaques Le Geoff.
Herausgegeben von Peter Schöttler.
Übersetzt aus dem Französischen von Wolfram Bayer.
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2002.
280 Seiten.
ISBN-10: 3608941703
La panthéonisation :
L’historien et résistant Marc Bloch fut torturé, supplicié et fusillé par les nazis. Il est tombé à 58 ans en criant "Vive la France !" Emmanuel Macron a annoncé son entrée prochaine au Panthéon, saluant "son œuvre, son enseignement et son courage". ➡️ https://t.co/ZssGB7YNllpic.twitter.com/6gD9Hs7UMZ
Face à la défaite de 1940, Marc Bloch dénonce un système éducatif sclérosé, producteur de conformisme et d’élites coupées du réel, appelant à une révolution culturelle pour former des citoyens critiques et solidaires. #RéformeÉducationhttps://t.co/3zEsKaVezC
Schöttler, Peter (Hg.), Marc Bloch. Historiker und Widerstandskämpfer
Der Band ist wohl leider vergriffen.
Campus Verlag, Frankfurt am Main – New York 1999
ISBN 9783593363332