Es muss ja nicht immer Musik, Politik oder gar Fachdidaktik auf diesem sein. Wussten Sie das schon? Die Hälfte aller aus dem Französischen ins Deutsche übersetzten Bücher sind Comics. Kein Wunder: Erstens ist das einfach zu machen, dann bringt schon eine Auflage von 500-1000 Rentabilität – und außerdem gibt es neben Asterix, Lucky Luke, den Schlümpfen und Gaston so viele andere tolle Figuren: Keine französische (oder belgische) Stadt ohne nicht mindestens einen Comicladen, mehr als 1000 (In Worten: Tausend) Neuerscheinungen im Jahr in Frankreich, Messen und Sendungen und Sonderseiten und Magazine und… und… und. Die „Neunte Kunst“ ist ein typischer Zug der französischen Kultur. Gehen Sie in Frankreich in einen Buchladen. Dort sitzen nicht nur Kinder in der Comic-Abteilung. Setzen Sie sich einen Augenblick dort unter ihre Altersgenossen und Sie werden bestimmt auch mit einem Comic zur Kasse schreiten. N’est-ce pas?
Der französischste aller ARD-Sender frönt jetzt mit dem dortigen Monsieur Chanson Gerd Heger dieser „Kulturvermittlung“ – auf der Seite > www.sr.de/bd gibt es ab sofort regelmäßig Tipps und Kritiken zu frankophonen Comics in Deutschland (und dazu immer die Angaben fürs Original) – für Fans, Frankophile, Frankophone – und solche, die es werden wollen. Oder gibt es (neben der Musik) eine witzigere Art, Französisch zu lernen?“
Gestern hat Antoine Compagnon, Professor am Collège de France in Paris, auf die Fragen unserer Redaktion geantwortet`: War 1966 ein Schlüsseljahr, um den Mai 1968 verstehen zu können?
Das Jahr 1966 ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie notwendig es ist, die Geschichte gut zu kennen, um heutige Ereignisse besser beurteilen zu können. Eine der Thesen von Alain Compagnon lautet: die Universitätsreformen von 1966, die durch den massiven Ansturm der großen Zahl von Studenten nach den Baby-Boom-Jahren in der Universität ankamen, waren nicht erfolgreich. Heute versucht die Regierung die Fehler von damals gutzumachen. Die Folgen der politischen Entscheidungen 1966 waren dramatisch und mündeten in die Revolte des Mai 68.
Antoine Compagnon führt viele weitere Ereignisse an, um mit Recht die besondere Stellung des Jahres 1966 zu erklären. Er erinnert an die zweite Wahl eines Präsidenten vom Volk (1. Mal 19848: > Louis-Napoleon diskreditiert sein Amt und damit die Wahl des Präsidenten durch das Volk mit seinem Staatsstreich vom 2. Dezember 1848, 2. Präsidentschaftswahl erst wieder im Dezember 1965: Charles De Gaulle wird durch François Mitterrand in die Stichwahl gezwungen und gewinnt im 2. Wahlgang mit 55 %, wodurch dei V. Republik eine späte Legitimierung bekommt. 1966 verlässt Frankreich die NATO, ihr Hauptquartier muss von Fontainebleau nach Brüssel umziehen. Im Herbst > 1966 hält De Gaulle seine aufsehenerregnde > Rede in Phnom-Penh und kritisiert vehement den Vietnam-Krieg:
> Discours de Phnom Penh, par Charles de Gaulle – Wikisource
Einige Zahlen verdeutlichen die Erschütterung der französischen Universitäten: 1940 gab es 1500 Hochschullehrer , 1966 25.000 und heute sind es 80.000.
1966 ist auch das Jahr des Taschenbuchs, das zunächst von vielen Intellektuellen als Teil der neuen Wegwerfgesellschaft kritisiert wird. Nur Jean-Paul Sartre äußert sich zufreden über die neuen Möglichkeiten , die Massen zu erreichen und veröffentlicht in den Temps Modernes den Aufsatz „Culture de poche et culture de masse“. Nein, sagt Compagnn, er wolle oder man solle keine Parallele zum heutigen E-Book und seine Folgen ziehen: vgl. dazu: Claire Alvarez-Meunier, > Lettres modernes. Le livre numérique, un nouveau livre de poche ? Mémoire préparé sous la direction de M. Michel Bernard, Université Sorbonne-Nouvelle 2014-2015, Anm. der Red.
1966 wird das neuen Bankengesetz verabschiedet. Frauen dürfen jetzt ohne Einwilligung ihrer Ehemänner oder Väter ein Bankkontoeröffnen und mit Aktien handeln.
les samedis et dimanches de 15h à 16h, rediffusion de 21h à 22h
„68 A-t-il commencé en 1966 ? C’est la théorie que nous soumet Antoine Compagnon, dans son cours du Collège de France en 2011, dans le cadre de sa chaire de Littérature française moderne et contemporaine.“
Freitag, 9. Februar bis Freitag 9. März, Di-Do 10-18Uhr, Fr 10-16h | Institut français Stuttgart, Schloßstr. 51, 70174 Stuttgart
Eröffnung: Donnerstag, 8. Februar, 18 Uhr, mit anschließender szenischer Lesung von Christian Reidenbach
Was wäre eine Nation ohne ihre Klassiker? Die Tragödien von Jean Racine und Vittorio Alfieri prägen das französische und das italienische Nationalbewusstsein. Literatur, Sprache und Politik gehen in einer bestimmten Zeitformation, die man im Nachhinein als „klassisch“ begreift, ein besonderes Verhältnis ein. Macht die französische Klassik Schule bildend in Europa den Anfang, ist schon hier der Zusammenhang von Tragödienpoetik und politischer Situation evident. Der absolutistische Zentralstaat unter Louis XIV definiert mittels der ,doctrine classique‘ ein national gültiges Erziehungsprojekt. Die Tragödie dient der Feier des Monarchen. Ein Jahrhundert später ist es genau diese Verstrickung von nationaler Politik und Tragödie, die Vittorio Alfieri dazu antreiben, eine Tragödientradition in Italien allererst zu gründen. Politisches Ziel ist es, in der Bevölkerung eine Idee republikanischer Freiheit gegen den Tyrannenstaat zu installieren. Nebenbei behauptet Alfieri in seinem Tragödienprojekt die kulturelle Vormachtstellung Italiens, die es in der Renaissance einst innehatte. Alfieri wendet sich gegen den Absolutismus mit den poetischen Mitteln der vom Absolutismus annektierten Gattung der Tragödie. Die Ausstellung im Institut Français Stuttgart zeigt, wie sich anhand der Klassiker ein nationales Bewusstsein prägt und weiter in Szene setzt.
Christian Reidenbach absolvierte den Diplomstudiengang Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und war am Staatsschauspiel Hannover, Schauspiel Frankfurt, Stadttheater Gießen und Schlosstheater Moers engagiert; Magisterstudium der Germanistik und Französischen Philologie an den Universitäten Tübingen und Trier; Promotion zur Ideengeschichte der Leere an den Universitäten Bonn, Paris-Sorbonne IV und Florenz, Prix de la République française 2017 für diese Arbeit (der Band erscheint im Frühjahr 2018).
Ein Projekt von der Klasse Dr. Gesine Hindemith (Universität Stuttgart, Romanische Literaturen).
Veranstalter: Institut français Stuttgart und das Deutsch-Französische Institut Ludwigsburg. Mit
freundlicher Unterstützung des IZKT der Universität Stuttgart / DVA Stiftung.
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Im Frühjahr 2018 jährt sich der französische „Mai 68“, Anlass genug, die „68er-Revolution“ und die damaligen Ereignisse aus heutiger Sicht noch einmal genauer anzuschauen: Der Vortrag von Antoine Compagnon geht der Frage nach, ob das wahre „68“ nicht eigentlich auf das Jahr 1966 rückdatiert werden müsste. Denn für Compagnon ist das Jahr 1966 ein > „annus mirabilis“ – so der Titel seiner am Pariser Collège de France gehaltenen Vorlesungsreihe –, ein bemerkenswertes und richtungsweisendes Jahr, in dem sowohl kulturell also auch politisch und gesellschaftlich viele Weichen für die „revolutionären“ Prozesse von 1968 gestellt wurden.
1966 : Annus mirabilis
Choix
> Pourquoi 1966 ? Video
Antoine Compagnon, Collège de France – 04 janvier 2011 16:30 Cours
> La culture jeunes Video
Antoine Compagnon, Collège de France – 18 janvier 2011 16:30 Cours
> Tous contre Sartre Video
Antoine Compagnon, Collège de France – 15 mars 2011 16:30 Cours
Im Frankreich des ökonomischen Aufschwungs, der allgemeinen Modernisierung und der Konsumgesellschaft erreichen die Babyboomer der Nachkriegszeit zum ersten Mal die Universität. Während im Film mit Godard, Bresson, Rivette , in der Literatur mit Genêt und Perec neue Meilensteine gesetzt werden, ernten Denker wie Roland Barthes, Michel Foucault, Jacques Lacan, oder auch Louis Althusser überraschende Publikumserfolge.
In dem Vortrag werden soziologische, politische, philosophische Aspekte mit Phänomenen der Hoch- und Populärkultur miteinander in Beziehung gesetzt und mit dem Geist von 1968 konfrontiert. Antoine Compagnon war bis Herbst 2017 Professor an der Columbia University, New York. Seit 2006 hat er den Lehrstuhl für Littérature française et contemporaine am Collège de France inne, unter dessen Dach sich 54 renommierte französische – und einige internationale – Professor*innen aller wissenschaftlichen Disziplinen versammeln.
Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Frankreich Schwerpunktes des IZKT der Universität Stuttgart und des Institut français Stuttgart. In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Stuttgart
Die Veranstaltung wird von der Robert Bosch Stiftung mit Mitteln der DVA-Stiftung gefördert.
Nous avons eu l’immense plaisir de rencontrer Denis Diderot. Bien sûr, nous avons bien préparé notre entretien, par contre, notre entretien était plutôt une conversation autour de son projet immense, l’Encyclopédie. Après notre rencontre, nous avons rapidement noté ici les questions que nous avons posées à M. Diderot. Heureusement, il avait accepté un enregistrement de notre entretien :
Voilà nos questions :
Nous vous remercions de nous accueillir. Vous êtes philosophe et écrivain, vous avez écrit du théâtre, des romans et un grand nombre d’études sur les salons annuels. Vous êtes aussi encyclopédiste.
Nous n’avons eu qu’un petit quart d’heure, pas plus, donc une seule tentative pour enregistrer notre entretien.
Cette année vous publiez un prospectus de votre Encyclopédie que vous éditez ensemble avec votre confrère Jean le Rond d’Alembert :
Quelle est l’idée principale de votre entreprise ?
Vous parlez de toutes les sciences dans votre ouvrage?
Nos bibliothèques hébergent un bon nombre d’encyclopédies. Vous pensez qu’un renouvellement était indispensable ?
Ce que vous dites annonce, sans aucun doute, un travail immense. Vous pourriez citer des exemples ?
Êtes-vous d’accord avec moi, si je dis qu’une encyclopédie et tout spécialement la vôtre n’est pas seulement une simple collection d’articles ? Quel ordre proposez-vous donc dans l’Encyclopédie ?
Écrire des articles pour votre Encyclopédie, cela demande beaucoup de recherches, même une lutte contre les préjugés et des opinions préconçue ? Comment vous en sortez-vous ?
Mit einem Klick vergrößerbar.
<< Voilà une petite une comparaison entre l'Encyclopédie de Diderot et d'Alembert et de l'Enycyclopédie (art. > Littérature, t. XXVI) de l’intelligence collective de nos jours: > Wikipédia
Où trouvez vous vos auteurs ? Vous et d’Alembert, vous ne pouvez pas tout écrire vous-mêmes ?
Je voudrais savoir, si on vous a accordé des soutiens officiels ?
Je n’ose pas vous demander, vu la complexité de votre projet, si Encyclopédie tient aussi compte des domaines qu’on a jusqu’ici un peu négligés ?
Les auteurs ont tous bien travaillé ?
Avez-vous une sorte de guideline, une idée directrice pour vos articles de l’ Encyclopédie ?
Vos planches ont déjà rendu l’ Encyclopédie si fameuse :
Vous voyez une fin de votre entreprise, ou peut-on dire que l’exécution de votre projet, de le mener aussi loin que possible, c’est cela votre but ?
M. Diderot, je vous remercie infiniment de vos réponses.
Sources : Prospectus, Sur la Diversité de nos jugements
Œuvres de Denis Diderot, t. I, Dictionnaire encyclopédique, Paris 1828, p. 1:
Mit einem Klick können die Bücher geöffnet werden.
Pour en savoir plus :
A l’occasion du Tricentenaire de Diderot
> Denis Diderot – site de Eric Vanzieleghem
– Encyclopédie, éd. A. Pons, G.-F., 1986, 2 vol. [sélection]
– Encyclopédie, éd. R. Morrissey, projet ARTLF de l’Université de Chicago, et ATILF (CNRS), depuis 1998 [en ligne] > R. Morissey
– L’encyclopédie de Diderot et D’Alembert, Redon, CD-Rom ou DVD, 1999.
– Choix d’articles de l’Encyclopédie, éd. M. Leca-Tsiomis, Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, 2001.
<< L'éditeur Hermann qui édite aussi les > Œuvres complètes de Diderot va publier tout prochainement hors collection :
> Esprit de Diderot. Choix de citations
Laurent Loty et Éric Vanzieleghem
ISBN : 9782705684754
Texte de l’éditeur: „PRÉSENTATION : Ce petit livre invite à découvrir l’ensemble de l’œuvre de Diderot, et à dialoguer avec lui sur l’art, la science, la morale ou la politique, nos sentiments ou nos espérances de bonheur.
Parce qu’il fait percevoir comment il essaie lui-même de s’éclairer, Diderot nous incite à conquérir notre liberté, et d’abord celle d’apprendre et de critiquer, d’interpréter et d’imaginer.
Pourquoi le célèbre Diderot a-t-il été méconnu et le sera-t-il encore ? La prison le décide à écrire pour la postérité, et ce dialogue par delà la mort lui offre cette liberté qui déplaît aux adeptes de la soumission. Son inventivité joyeuse et son indisciplinarité gênent les institutions dogmatiques, tandis qu’elles en font le cher ami de ses lecteurs“
– Marie Leca-Tsiomis, Écrire l’Encyclopédie: Diderot, de l’usage des dictionnaires à la grammaire philosophique, Studies on Voltaire and the eighteenth century, the Voltaire Foundation, Oxford, 1999, 528 p. 2e éd : 2008.
– Madeleine Pinault-Sorensen, L’Encyclopédie, P.U.F., «Que sais-je?», 1993, 128 p.
Notre prochaine interview. Bientôt nous rencontrerons Henri Murger au Jardin de Luxembourg. Il a écrit plusieurs romans et notamment > Scènes de la vie de bohème (1847-49). Évidemment nous allons l’interroger sur la bohème, dont il est un spécialiste : „La Bohème dont il s’agit dans ce livre n’est point une race née d’aujourd’hui, elle a existé de tout temps et partout, et peut revendiquer d’illustres origines.“
Dans une Tribune „Faire de l’Europe de la culture une réalité“ publiée dans le quotidien „Le Figaro“ (11 octobre 2017), Françoise Nyssen, la ministre de la Culture, rappelle > le discours sur l’Europe du président de la République à Athènes et à la Sorbonne > Initiative pour l’Europe – Discours d’Emmanuel Macron pour une Europe souveraine, unie, démocratique – 26. September 2017. Et la ministre explique: „C’est par la culture que l’Europe est née, c’est donc par la culture qu’elle doit être refondée. Si l’Europe des institutions a pu sortir de terre, au siècle dernier, c’est parce qu’une communauté d’esprit, de valeurs, de volontés, de lettres, de langues, de mémoires lui donnait sens. C’est avec cette âme qu’il nous faut renouer. Ce sont les citoyens, avant les institutions, qui pourront porter l’Europe. Nous réveillerons en chacun la conscience européenne qui sommeille. Nous raviverons cette Europe de la culture, pour refonder l’Europe par la culture.“
A l’occasion de la Foire du livre à Francfort, une rencontre informelle entre la ministre de la culture, Françoise Nyssen et la déléguée du gouvernement fédéral pour la Culture et les Média, Monika Grütters et leurs collègues européens a eu lieu. Mme Nyssen voulait évoquer plusieurs sujets. D’abord la protection du patrimoine avec la lutte contre le trafic illicite de biens culturels.
Ensuite elle évoque l’idée de „L’Erasmus de la culture“ qui prévoit une „expérimentation dès l’an prochain, autour des métiers du patrimoine : des jumelages entre musées pourraient faciliter la mobilité des conservateurs,“ ensuite, elle souhaite „Renforcer la circulation des citoyens, et en particulier de la jeunesse, c’est aussi l’idée du Pass culture européen, que j’ai déjà pu évoquer avec mes homologues italien et espagnol. Dès l’an prochain, la France commencera à mettre en œuvre le Pass culture au niveau national. Je proposerai que nous puissions amorcer en parallèle, dès 2018, une réflexion au niveau européen.“
Un autre volet concerne la promotion de la traduction: „Je proposerai de mobiliser davantage et mieux les fonds européens en la matière, ainsi que d’inclure la mobilité des traducteurs, dans le cadre de l’Erasmus de la culture.“ Et la ministre souhaite „soutenir en France les initiatives culturelles nombreuses à destination des réfugiés – cours de langue, activités artistiques, sorties culturelles. Chacun des ministres européens mobilisés sur ce terrain saura qu’il peut compter sur ma solidarité.“
Elle termine sa tribune avec une remarque concernant la création: „L’Europe de la culture, ce sont d’abord les créateurs et les artistes qui la font vivre.“ On ne peut que saluer la détermination de la ministre d „assurer la protection de leur modèle de rémunération, bousculé par le numérique.“ Elle promet „Une directive décisive est en cours de négociation sur le droit d’auteur, un droit qui est né en France et que nous défendrons avec vigueur. Je proposerai à mes homologues la signature d’une déclaration commune d’engagements sur ces sujets dans les semaines à venir. Je présenterai par ailleurs les ambitions de la France en matière de lutte contre le piratage, pour en faire un sujet prioritaire en Europe – j’irai à Bruxelles et à Strasbourg plusieurs fois, d’ici la fin de l’année, pour en discuter avec les commissaires et les parlementaires européens.“
Pour commencer, elle évoque le Brexit: „Je pense au lancement de la procédure officiel du Brexit. Pour la première fois de son Histoire, l’Europe a fait un pas en arrière. Regardons cette réalité en face, pour mieux la contrarier.“
Ensuite, elle déclare: „Nous avons une responsabilité : celle de refonder l’Europe par la culture, j’y reviendrai. Et nous pouvons nous appuyer, plus que jamais, sur la relation étroite qui nous relie à nos amis allemands, pour construire un nouveau projet, un nouvel espoir.“ Elel n’ignore pas que l’écrit c’est aussi un engagement, et elle rappelle ce que Jean-Paul Sartre a écrit dans Qu’est-ce que la littérature ? (1948): „De quelque façon que vous y soyez venu – disait-il, quelles que soient les opinions que vous ayez professées, la littérature vous jette dans la bataille. Écrire, c’est une certaine façon de vouloir la liberté ; si vous avez commencé, de gré ou de force, vous êtes engagé“.(1) Pour elle l’engagement est double, celui pour la langue et l’autre pour l’Europe. La ministre souhaite favoriser la lecture : „C’est l’objet de notre projet pour ouvrir « plus » et « mieux » les bibliothèques,“ comme elle promet de mieux promouvoir la traduction. Et elle rappelle ce qu’elle avait annoncé dans sa tribune au FIGARO: „C’est au niveau européen, de façon collective, que nous devons faire valoir des choix ; que passe le combat pour la défense du droit d’auteur, la répartition équitable de la valeur, la lutte contre le piratage. C’est à cette échelle que se dessine l’avenir de votre secteur. C’est donc à cette échelle que nous vous défendrons.“ et elle souligne une des ambitions phares du Président de la République : „Car la culture est la solution pour l’Europe. Chacun de nous le sait, désormais : l’Europe politique n’a de sens – et avec elle l’Europe sociale et économique – que si elle est nourrie par la conscience européenne des peuples.“
La déléguée du gouvernement fédéral pour la Culture et les Média, Monika Grütters et a ministre de la culture, Françoise Nyssen
Et elle promet „La France va renforcer les ponts avec l’Allemagne, sur tous les plans. Et notamment sur le plan culturel. Francfort constitue une occasion unique pour le faire. Je m’y appliquerai, je m’y engagerai.“
(1) Heiner Wittmann, Appeler un chat un chat. Sartre et les lettres, in: Sartre et Knopp, Peter / von Wroblewsky, Vincent (Hrsg.), > Carnets Jean Paul Sartre. Reisende ohne Fahrschein, Reihe: Jahrbücher der Sartre-Gesellschaft e.V. – Band 3, Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2012, S. 191-198.
In einem Artikel (Tribune) „Faire de l’Europe de la culture une réalité“ im FIGARO (11. Oktober 2017) erinnert die Kulturministerin Françoise Nyssen, an die > Rede über Europa von Staatspräsident Macron in Athen und in der Sorbonne > Initiative pour l’Europe – Discours d’Emmanuel Macron pour une Europe souveraine, unie, démocratique – 26. September 2017. Und die Ministerin erklärt: „Europa ist durch die Kultur entstanden, also muss es auch durch die Kultur neu begründet werden. Wenn das Europa der Institutionen im letzten Jahrhundert entstehen konnte, dann konnte das nur auf der Gemeinschaft des Geistes, der Werte, des Willens, der Literatur, der Sprachen und der Erinnerung geschehen, die allem einen Sinn gibt. An diese Seele müssen wir wieder erinnern. Es sind zuerst die Bürger, die noch vor den Institutionen, Europa schaffen werden. Wie werden in jedem das europäische Bewusstsein wecken, das noch ruht. Wir werden dieses Europa der Kultur wieder zum Leben erwecken, Europa durch die Kultur neu begründen.“
Anlässlich der Frankfurter Buchmesse gab es ein informelles Treffen, das eine Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch bot: Kulturministerin Françoise Nyssen und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Monika Grütters trafen sich mit europäischen Kollegen. Mme Nyssen wollte mehrere Themen ansprechen. Zuerst ging es um die Wahrung der Kulturgüter und den Kampf gegen den illegalen Handle mit Kulturgütern
Dann nennt sie das Projekt „Das Erasmus der Kultur“, mit dem ab nächstes Jahr versucht werden „im Rahmen der Beruf im Bereich des Kulturerbes Beziehungen zwischen den Museen zu begründen, die eine Mobilität der Konservatoren erleichtern,“ und sie wünscht „die Bewegungsmöglichkeiten der Bürger, vor allem der Jugend zu stärken. Da gibt es auch die Idee eines Pass culture européen, die ich schon meine italienischen und spanischen Kollegen vorgetragen habe. Ab nächstes Jahr wird Frankreich diesen Pass auf nationaler Ebene einführen. Ich schlage vor, dass wir 2018 darüber eine Diskussion auf europäischer Ebene beginnen.“
Ein weiteres Thema ist die Förderung der Übersetzungen. Ich werde vorschlagen, dass dafür mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, auch soll im Rahmen eines Erasmus der Kultur die Mobilität der Übersetzer gefördert werden.“ Die Ministerin wünscht „in Frankreich eine Unterstützung der zahlreichen kulturellen Initiativen zugunsten der Flüchtlinge – Sprachkurse, künstlerische Aktivitäten, kulturelle Veranstaltungen. Jeder der betroffenen europäischen Minister soll wissen, dass er mit meiner Solidarität zählen kann.“
Sie beendet ihre Tribune mit einer Bemerkung über das künstlerische Schaffen: „Das Europa der Kultur, das sind zuerst die Schaffenden und die Künstler, die es am Leben erhalten.“ Man kann die Entschlossenheit der Ministerin,
„zum Schutz der Erlösmodelle, die durch die Digitalisierung so stark verändert werden“ Sorge zu tragen, nur unterstützen.“ Sie verspricht „Eine entscheidende Direktive hinsichtlich der Autorenrechte ist zur Zeit in Vorbereitung, ein Recht, das in Frankreich entstanden ist, und das wir mit Entschlossenheit verteidigen werden. Ich werde meinen Kollegen in den kommenden Wochen die Unterzeichnung einer eine gemeinsamen Erklärung vorschlagen. Außerdem werde ich die Vorstellungen Frankreichs im Kampf gegen den Datenmissbrauch vorstellen, dafür werde ich vor Jahresende mehrmals nach Brüssel und Sraßburg reisen, um mit den Kommissaren und den europäischen Parlamentariern diese Fragen zu diskutieren.“
Zu Beginn nennt sie den Brexit: „Ich denke an den offiziellen Start des Prozesses, der zum Brexit führen soll. Zum ersten Mal in seiner Geschichte macht Europa einen Schritt zurück. Schauen wir dieser Realität ins Gesicht, um ihr besser entgegenzutreten.“
Danach erklärt sie: „Wir haben eine Verantwortung : diejenige Europa durch die neu zu begründen, darauf werde ich zurückkommen. Und wir können uns mehr als je auf die enge Verbindung berufen, die uns an unsere deutschen Freunde bindet, um ein neues Projekt zu bauen, eine neue Hoffnung.“ Sie weiß genau, dass Schreiben eine Verpflichtung ist, so wie > Jean-Paul Sartre dies in seinem Essay > Was ist Literatur? ? (1948) dargelegt hat: „Auf welche Weise Sie auch zum Schreiben gekommen sind, sagte er, welche Meinungen Sie auch vertreten, die Literatur wirft Sie in den Kampf. Schreiben ist eine gewisse Form, die Freiheit zu wollen; wenn Sie begonnen haben, aus eigenem Antrieb oder gezwungenerweise, dann sind Sie engagiert“.(1) Für Françoise Nyssen, ist das Engagement doppelter Natur. Es geht einmal um die Sprache und dann um Europa.
Die Ministerin möchte das Lesen fördern: „Es ist ein Ziel unseres Projektes, um „mehr“ und „besser“ die Bibliotheken zu öffnen. Und sie verspricht eine verstärkte Förderung der Übersetzungen. damit erinnert sie an das, was in ihrer Tribune im FIGARO stand: „Auf europäischer Ebene, müssen wir gemeinsame eine Entscheidung treffen; es möge der Kampf zugunsten des Urheberrechts erfolgreich sein, so wie die gerechte Verteilung der Wertschöpfung, wie der Kampf gegen die Datenpiraterie. Auf dieser Ebene zeichnet sich die Zukunft dieses Sektors ab. Auf diesem Niveau werden wir sie verteidigen.“ Und sie erinnert an eines der wichtigsten Projekte von Staatspräsident Macron: „Denn die Kultur ist die Lösung für Europa, jeder von uns weiß das künftig: das politische Europa hat nur Sinn – und damit hängt das soziale und wirtschaftliche Europa zusammen – wenn es vom europäischen Bewusstsein der Völker genährt wird.“
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Monika Grütters und Kulturministerin Françoise Nyssen
Und sie verspricht „Frankreich wird seine Brücken mit Deutschland auf allen Ebenen verstärken. Vor allem auf der kulturellen Ebene. Frankfurt ist eine einzigartige Gelegenheit, um dies zu machen. Dafür werde ich Sorge tragen, dafür engagiere ich mich.“
(1) Heiner Wittmann, Appeler un chat un chat. Sartre et les lettres, in: Sartre et Knopp, Peter / von Wroblewsky, Vincent (Hrsg.), > Carnets Jean Paul Sartre. Reisende ohne Fahrschein, Reihe: Jahrbücher der Sartre-Gesellschaft e.V. – Band 3, Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2012, S. 191-198.
„Car la culture est une solution pour l’Europe.“ François Nyssen
–>Staatspräsident Emmanuel Macron meint es ganz ernst mit dem „Renouveau de la culture“ en Europe. In einem Interview, das er kürzlich dem Spiegel – s. hier unten – gegeben hat, berichtet er über seine literarischen Vorlieben.
Das betrifft nicht nur den digitalen Wandel, bei dem er daraufdringt, dass die Rechte der Autoren nicht vergessen werden:
Rede in der Sorbonne > Initiative für Europa: „Wenn wir heute da stehen, wo wir sind, wenn wir alle von mir vorhin erwähnten Herausforderungen bewältigt haben, wenn wir aufrecht stehen, dann deshalb, weil wir Gefühle, eine gemeinsame Kultur haben, weil diejenigen, die die etymologischen Boten dessen sind, was uns wirklich zusammenhält, die wahre Autorität in Europa, das sind die Autoren. Deshalb müssen die Urheberrechte in diesem modernen digitalen Raum verteidigt werden. Und es ist die Würde Europas, es ist seine ureigene Fähigkeit zu existieren und sich nicht in einem derartigen Bereich aufzulösen, was dazu führt, dass wir diesen Wandel nur schaffen können, wenn wir die gerechte Entlohnung aller Autoren und aller Formen künstlerischen Schaffens in der digitalen Welt verteidigen.
Sein erster Roman sei noch in der Schublade, erklärt Staatspräsident Macron den Journalisten des Spiegels. @Emmanuel Macron : Darf www.france-blog.info den als erster rezensieren?
Und der Staatspräsident berichtet über seine Lektüreliste:
G. W. F. Hegel
Kamel Daoud, Der Fall Meursault, id., Zabor
Vgl. dazu > Albert Camus, L’étranger – 14. Februar 2016
Paul Ricœur
Michel Houellebecq > Soumission
Virginie Despentes
> Günter Grass, Die Blechtrommel
Patrick Süskind, Das Parfum, Der Kontrabass
Patrick Modiano
Thomas Mann
Leïla Slimani, > Dann schlaf auch Du
Arthur Rimbaud
Was Europa am stärksten zusammenhält, werden immer die Kultur und das Wissen sein. Denn dieses Europa, in dem jeder Europäer sein Schicksal im Profil eines griechischen Tempels oder im Lächeln der Mona Lisa erkennt, der durch die Werke von Musil und Proust in die Empfindungen ganz Europas hineinspüren konnte, dieses Europa der Cafés, von dem Steiner sprach, dieses Europa, von dem Suares sagte, es sei „ein Gesetz, eine Geisteshaltung, eine Gewohnheit“, dieses Europa der Landschaften und Folkore, von dem Erasmus, den man als seinen Lehrmeister bezeichnete, sagte, dass man jeden jungen Menschen dazu auffordern müsse, „den Kontinent zu durchstreifen, um andere Sprachen zu lernen“ und „sein wildes Naturell abzulegen“, dieses Europa, das von so vielen Kriegen und Konflikten heimgesucht wurde, was dieses Europa zusammenhält, ist seine Kultur.
Unsere Zersplitterung ist nur oberflächlich. Sie ist eigentlich unsere größte Chance. Und anstatt die Fülle unserer Sprachen zu bedauern, sollten wir daraus einen Vorteil machen! Europa soll jener Raum werden, in dem jeder Studierende bis 2024 mindestens zwei europäische Sprachen spricht. Anstatt unsere zerstückelten Gebiete zu beklagen, stärken wir lieber den Austausch! Bis 2024 soll die Hälfte einer Altersgruppe bis zu ihrem 25. Lebensjahr mindestens sechs Monate in einem anderen europäischen Land verbracht haben. Seien es Studierende oder Auszubildende. Deshalb gerade hier, wo einige Vorreiter wie in Bologna, Montpellier, Oxford oder Salamanca an die Kraft der Lehre, des kritischen Geists und der Kultur geglaubt haben, möchte ich, dass wir auf der Höhe dieses großen Entwurfs sind.
Weltempfang – Zentrum für Politik, Literatur und Übersetzung: Der Name ist Programm! Halle 3.1 L 25 16.30 – 17.30, Bühne
Eröffnung des Weltempfangs: Kann Kultur Europa retten?
Podiumsdiskussion (Deutsch/Englisch)
Wie stark ist die gemeinsame kulturelle Basis in Europa? Kann Kultur dazu beitragen, nationalstaatliche Interessen und die Logik europäischer Zusammenarbeit miteinander zu versöhnen? Ausgehend von der Publikation „Kann Kultur Europa retten?“, herausgegeben vom ifa und der Bundeszentrale für politische Bildung, fragen wir nach dem „Common Ground“, danach, was Europa zusammenhält. Mit: Chris Dercon (Berlin), Intendant der Volksbühne Berlin, zuvor u. a. Direktor des Tate Modern, London Dr. Asiem El Difraoui (Berlin/Paris), Autor, Dokumentarfilmer, Senior Fellow am Institut für Medien- und Kommunikationspolitik Berlin Dr. Andreas Görgen (Berlin), Auswärtiges Amt, Ministerialdirektor, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation, Prof. Dr. Ulrike Guérot (Berlin/Krems), lehrt Europapolitik an der Universität Krems, Direktorin des European Democracy Lab in Berlin Moderation: Sebastian Körber (Stuttgart), stellvertretender Generalsekretär des ifa Begrüßung: Juergen Boos (Frankfurt/Main), Direktor der Frankfurter Buchmesse Dr. Andreas Görgen (Berlin), Auswärtiges Amt, Ministerialdirektor, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation Ronald Grätz (Stuttgart), Generalsekretär des ifa Kooperation: ifa (Institut für Auslandsbeziehungen), Auswärtiges Amt
Archiv:
„Europa steckt in einer Krise. In Großbritannien versuchen Premierministerin Theresa May und Außenminister > Boris Johnson entgegen ihrer ursprünglichen Überzeugung den Brexit duchzusetzen. In Deutschland wettert die AfD gegen Europa und im Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl in Frankreich nennt Marine Le Pen in ihrem 144 Punkte Programm nur einmal „Europa“:“ > Nachgefragt: Ulrike Guérot und die Europäische Republik – 19. April 2017: