Hélène Grémillon: Le Confident

Wieder einmal unterwegs mit dem >transportablen Fernsehstudio. Ankommen, aufbauen und schon geht es los. Life mit dem ein oder anderen Versprecher. Diesmal im Institut français de Stuttgart:

Hélène Gremillon vient du Poitou. Elle a étudié les lettres elle s’est engagée dans la publicité et dans la production comme scénariste-réalisatrice. Son premier roman Le Confident est sortie en août 2010 chez Plon. En Allemagne, la traduction de son livre vient de paraître Das geheime Prinzip der Liebe (Hoffmann und Campe, 2012).

Hélène Grémillon und Catherine Aubert gestern abend bei der > Lesung im Institut français in Stuttgart.

Le roman commence avec une étrange lettre. 1975, Camille attend un enfant. Après la mort accidentelle de sa mère, des lettres anonymes arrivent chez Camille. Il y plusieurs narrateurs et une longue historie qui se déroule en 1939. – Comment faire une interview en faisant attention que l’auteur ne raconte pas trop de son roman, pour que vous gardiez tout suspense? La lecture de son roman révèle changement rapide des points de vues. On y retrouve du cinéma? Hélène Grémillon aparticipé à plusieurs films et courts métrages dont « La blague » en 2006. Ma question: Le cinéma et les lettres, pour elle, ils vont ensemble ?

Il y a de la psychologie dans son roman. Quel est son personnage le plus psychologisé? – le mot n’existe pas. Et bien sûr la dernière question: Qui devrait lire votre livre ?

Hélène Grémillon, Le confident, Paris : Plon, 2010

Hélène Grémillon, Le confident
Lesung im Institut français de Stuttgart

Di 20. MÄRZ 19:30 Uhr
Institut français Stuttgart, Diemershaldenstr. 11, 70184 Stuttgart
Hélène Grémillon, Le confident, dt., Das geheime Prinzip der Liebe, Hoffman und Campe, 2012.
Im Rahmen der internationalen Woche der französischen Sprache 2012

Im Gespräch mit Catherine Aubert. In frz. Sprache. Eintritt frei

Nach ihrem Literatur- und Geschichtsstudium begann Hélène Grémillon als Journalistin und Regisseurin. Sie realisierte mehrere Kurzfilme den Videoclip zum Song „La jupe en laine“ bevor sie mit 32 Jahren ihren ersten Roman „Le Confident“ veröffentlichte.

Zum Inhalt des Romans:

Nachdem dem Unfalltod ihrer Mutter findet Camille rätselhafte Briefe von einem Unbekannten, der die Geschichte der jungen Malerin Annie und ihrer wohlhabenden Gönnerin, die seit langem vergeblich versucht, schwanger zu werden, erzählt. Aus Dankbarkeit erklärt sich Annie bereit, ein Kind für sie zu empfangen und zur Welt zu bringen. Irgendwann ist Annie dann spurlos verschwunden. Allmählich wird Camille verstehen, wieviel diese Briefe mit ihr zu tun haben. Der Aufbau des Romans und die Spannung, die er durch seine aussergewöhnliche Erzähltechnik haben ihn in Frankreich zu einem großen Erfolg gemacht.

Wir sehen und im > Institut français, n’est-ce pas?

Mit der freundlichen Unterstützung der Freunde des Intitut français Stuttgart

Stuttgart: Jean-Paul Sartre, Das Spiel ist aus

Das Spiel ist aus im Schauspielhaus Stuttgart,
Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Vom 2.03.2012 bis 30.03.2012

„Das Spiel ist aus“ erzählt von einer tragischen Liebesgeschichte und ist ein faszinierendes Gedankenspiel: Pierre, ein junger Revolutionär, wird von einem Polizeispitzel ermordet. Zur gleichen Zeit wird Eve, Gattin eines hohen Polizeibeamten, von ihrem Mann vergiftet. Erst im Totenreich lernen Pierre und Eve sich kennen – und verlieben sich ineinander.

In Stuttgart: > Jean-Paul Sartre, Das Spiel ist aus

Schuspielhaus, Stuttgart: Sartre, Das Spiel ist aus

> Gespräch zwischen dem Dramaturgen Christian Holtzhauer und dem Regisseur Sebastian Baumgarten

H. Wittmann: > Sartre und die Kunst

Devons-nous retourner à la nature?
Un entretien avec Jean-Jacques Rousseau

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Isabelle Darras et Yuio

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ARTE, SWR 2 et l’Office franco-allemand pour la jeunesse vous invitent à un dialogue poétique !

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Das Ende des Flanierens im Internet
oder die „Tyrannei des Sozialen“

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Mit der „Tyrannei des Sozialen“ bezeichnet Evgeny Morozov die Vereinnahmung durch die sozialen Netzwerke, man könnte auch gleich fragen, ob es die „kollektive Intelligenz“ wirklich gibt, ob Kollektiv und Intelligenz sich wirklich reimen, oder ob unsere Aufmerksamkeit im Internet nicht ständig für die Werbung und den Konsum mehr oder weniger schamlos missbraucht wird. Evgeny Morozov erinnert an seine Modemgeräusche beim Aufrufen der ersten Websites. Das waren noch Zeiten. Das Modem, der kleine weiße Kasten mit der Telefonleitung, und dann war der PC das erste Mal online. Langsam bauten sich die Seiten auf und gaben den Blick auf die Cyberwelt frei. Und man konnte klicken, Hyperlinks oder einfach Links aussuchen und die Reise begann. Surfen hieß Links anklicken, seinen Assoziationen freien Lauf zu lassen, mal wieder zurückgehen, oder ganz neue Seiten entdecken, immer im Abgleich mit seinen eigenen Interessen, immer bereit, den eigenen Horizont zu erweitern. Jeden Tag neue Websites entdecken. 1996 hatte meine Seite „Romanistik im Internet“ über 4500 Websites für die Studenten gesammelt. Als Katalog natürlich der heutigen Sucheingabe > Romanistik überlegen, weil das heutige Suchergebnis Ordnungskriterien folgt, die der Fragenden nicht kennt. Die Anordnung ist x-beliebig könnte alphabetisch, nach Größe der Website, nach ihrem Alter oder nach der Anzahl ihrer Farben erfolgen, ein Sinn ist nicht erkennbar, er wird den Suchenden nicht nur systematisch, er wird ihnen ganz einfach abgewöhnt oder vorenthalten.

Mit dem Bild Pariser Straßenszene des Impressionisten > Gustave Caillebotte (1848-1894), das aber eigentlich > Rue de Paris, temps de pluie (1877, 212 cm x 276 cm) heißt und im Art Institute in Chicago hängt, beginnt der Spiegel in der Rubrik Netzkultur die Übersetzung eines Beitrags von > Evgeny Morozov aus der > New York Times – Sunday Review > Der Tod des Cyberflaneurs (DER SPIEGEL, 9.2.2012): „Das Spazierengehen, das Flanieren im Netz stirbt einen langsamen Tod. Schuld sind Facebook und Google. Effizienzversessenheit und die Tyrannei des Sozialen machen dem Cyberflaneur den Garaus,“ so beginnt Evgeny Morozov.

Der Flâneur erscheint schon im 19. Jahrhundert. Ohne ein bestimmtes Ziel durchstreift er die Stadt. Inkognito – und nicht mit einem Namensschild über dem Bauch, wie heute in den sozialen Netzwerken:

„Flaneur“ in: Wikipedia: „Mit Edgar Allan Poes Erzählung Der Mann in der Menge (1840, H.W. – Der Mann in der Menge -) fand der Flaneur seinen Eingang in die Literatur.“ Hm, nicht ganz richtig:

Dumersan, Brazier, Gabriel, La journée d’un flâneur, comédie en quatre actes, melée de couplets, réprésentée pour la première fois, sur le Théâtre des variétés le 3 novembre 1827, Paris 1827, S. 4:

Mit einem Klick auf das Zitat kann man das Buch bei Google-Books aufschlagen.

S. 8:

S. 35:

Der Flâneur kommt noch früher (1801 gibt Google Books an, stimmt aber nicht – die bibliographischen Angaben sind oft falsch bei Google-Books- beliebig mal so mal so, eingescannt sagt der PC-Spezialist, falsch sagt der Fachmann) vor: H. F., Courrier du Montréal, > Echo de la lecture paroissale, Vol IV, Nr. 9. Montréal – Bas-Canada 1862, S. 195:

Auguste de Lacroix, > Le Flâneur, in: Les Français peints par eux-mêmes: encyclopédie morale du 19e siècle, 3. Bd., Paris, 1841, S. 68-72, hier S. 69:

> Charles Baudelaire (1821-1867) hat den > Flâneur in > Le peintre de la vie moderne beschrieben:

Später hat > Walter Benjamin (1892-1940) den > Flaneur in seinem Passagenwerk (Vgl. W. Benjamin, Gesammelte Schriften. hg. v. R. Tiedemann, H. Schweppenhäuser. Frankfurt am Main 1972–1999: Band V/1: Das Passagen-Werk, S. 1–654., Band V/2: Das Passagen-Werk, S. 655–1350.) ausführlich vorgestellt.

Der Flaneur kann mit dem ersten Surfer, Internet-Wellenreiter, verglichen werden. Sich treiben lassen, wie oben angedeutet, seinen Assoziationen klickend freien Lauf lassen. Liest man den oben zitierten Artikel von Evgeny Morozov und sein Diktum von der Tyrannei des Sozialen wird schnell klar, was er meint. Alles begann damit, oder der Anfang vom Ende war der Wunsch eines Kollegen, eine Website so zu bauen, möglichst keine Links in die Welt des Internets, um die Besucher möglichst lange auf der Website zu halten.


< Auguste de Lacroix, > Le Flâneur, loc. cit., S. 65.


Links zu anderen Websites waren verpönt. SO sehr viel hat sich daran nicht geändert, viele Website-Autoren versuchen alles, um in Google ganz oben zu erscheinen und konzentrieren sich auf alle technischen Probleme auf SEO statt auf relevante Inhalte. Und heute haben es die großen krakenartige Fangarme von Google, Facebook – vgl. die > Kritik an Facebook – , Twitter und Co. geschafft, dass die meisten Internet-Teilnehmer auf die Frage, welche Seiten benutzen Sie regelmäßig nur eine kleine Zahl von Websites nennen. Man hat seine Gewohnheiten im Internet, das Surfen, das Cyberflanieren wird uns von den > sozialen Netzwerken, die so sozial nun wirklich nicht sind, abgewöhnt. Evgeny Morozovs Artikel ist sehr lesenswert, weil er auch klar und präzise die heutigen Missstände aufdeckt: „Facebook will ein Internet schaffen, in dem Filmesehen, Musikhören, Bücherlesen und sogar das Surfen im Web nicht nur öffentlich, sondern sozial und kollaborativ geschehen.“ Das ist nichts anderes als die Vereinnahmung des Einzelnen durch Facebook, alle FB-Teilnehmer undifferenziert und inflationär zu „Freunden“ machen. Die vielen Regeln, mit denen FB das soziale Miteinander bestimmen will, haben mit dem wirklichen Leben, mit dem anonymen Flanieren in der Großstadt nichts zu tun. Jede Art von mobilem Zugang verstärkt die Bindung an die eigene Facebook-Seite, auf der man jeden Tag aufs neue die Zahl der Freunde checken kann kann, gut dass FB so viele Funktionen hat, die alle zu verwalten.

Auf oder > in Facebook hat unser Frankreich-Blog auch eine Seite. Wie hoch ist der Aufwand im Verhältnis zum Ergebnis für das Frankreich-Blog? Das hält allenfalls so gerade eben die Waage, mehr aber auch nicht. Das Schreiben auf dieser FB-Seite erhöht den Inhalt für FB, gibt einen Teil meiner Aufmerksamkeit – die Währung des Internets – als Bezahlung an FB. Und die Besucher dieser Seite sehen sehen dort immer nur 30-40 % die wirklich unseren Blog betreffen, die anderen 60-70% sind Werbung für alles andere, mit dem FB immer mehr Geld verdient oder Aufmerksamkeit einheischt. Der schleichenden Vereinnahmung durch FB sind so kaum Grenzen gesetzt.

Bibliographie

Charles Baudelaire, > Le peintre de la vie moderne.
Dumersan, Brazier, Gabriel, La journée d’un flâneur, comédie en quatre actes, melée de couplets, réprésentée pour la première fois, sur le Théâtre des variétés le 3 novembre 1827, Paris 1827.
H. F., Courrier du Montréal, > Echo de la lecture paroissale, Vol IV, Nr. 9. Montréal – Bas-Canada 1862.
Jules Noriac, > Journal d’un Flâneur, Paris 1865.
Auguste de Lacroix, > Le Flâneur, in: Les Français peints par eux-mêmes: encyclopédie morale du 19e siècle, 3. Bd., Paris, 1841, S. 68-72.

Peut-on encore exister sans Internet?
Oder kann man ohne das Internet studieren?

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