Piraté ? Wenn Valérie Trierweiler zwitschert

Actualisé : 20 juin, 11 h 21.

> Tweetgate: Trierweiler admet „avoir commis une faute“ et fait son mea culpa

Actualisé : 14 juin, 21 h 23.

Europe 1 schreibt: > Twitter : Trierweiler pense avoir été piratée. Jemand hat bei ihr am Dienstagabend nachgefragt: Europe I gibt an „Quelques minutes plus tard, la Première dame contacte, en effet, l’AFP et assure que ce dernier tweet est „apparemment“ le fruit d’un piratage.“ Sie versichert, ihr Twitter-Konto sei anscheinend gehackt worden.

Die Wesbite télégramme.com hält das Tweet für authentisch und schreibt: > „Tweet. Pour 2 Français sur 3, Valérie Trierweiler a eu tort.“

Nehmen wir nochmal den FIGARO zur Hand: > Trierweiler utilise Twitter comme une arme politique – LE FIGARO, 12, juni 2012, 18 h30.

Man kann jetzt auch mal gucken, welche Zeitungen welcher politischer Lager das Tweet für echt halten.

> Les socialistes pressés de tourner la page Trierweiler – LE FIGARO, 14 juin 2012, 19 h 48. Ein Versuch, die Affäre noch nein bisschen am Köcheln zu halten. In Rom – berichtet der FIGARO – habe Hollande sich nicht dazu äußern wollen und der Premierminister empfiehlt Trierweiler, „diskreter“ mit den Tweets umzugehen. Und der Envoyé spécial des Firgaro schriebt in diesem Artikel: „À l’évocation du tweet de Valérie Trierweiler, il a souri. ‚Je ne pense pas que le président Monti pourra répondre à cette question et je n’y répondrai pas non plus, a-t-il éludé. Ce n’est pas le lieu.‘ En partant, il a ajouté qu’il ne parlerait pas du sujet avant les législatives. Peut-être plus tard.“

Was kann man aus dieser Affäre lernen? Zuerst den vorsichtigen Umgang mit Twitter. Ein falsches Wort und die Medien nutzen die Folgen erbarmungslos aus. Der Autor des Tweets ist oft nicht mehr in der Lage, auf Französisch hieße es corriger le tir, die Bedeutung oder gar die Tragweite seines Zwitscherns zu korrigieren. Das gilt zwar auch für andere Statements, aber die 140 Zeichen von Twitter erlauben keine große Bandbreite für eine Umdeutung des Gesagten. Die Kürze der Tweets zwingt zu einer gewissen Klarheit, die alles Drumherum nicht gebrauchen kann. Und am Ende dieses Beitrags steht die Aufgabe für die Internet-Recherche mit Hilfe der > Medien: Hat Valérie Trierweiler zugunsten von Olivier Falorni getwittert oder nicht? Glaubt sie nur oder ist Ihr Twitter-Konto gehackt worden? Welche Zeitungen oder Medien übernehmen die Version der „piratage de son compte Twitter“, welche Medien kritisieren sie für Ihr Tweet und halten es für authentisch?

Actualisé : 14 juin, 13 h 30.

Man könnte mit dem Theam dieses Beitrags, Schülern beibringen, wie Journalisten genau arbeiten müssen: Es geht um ein Tweet von Valérie Trierweiler, der Lebensgefährten des Staatspräsidenten, François Hollande. Ist ihr Tweet vom 12. Juni echt? Oder wurde ihr Twitterkonto missbraucht? Das Tweet hat schon die Medien schon zwei Tage beschäftigt. Hat der Hacker schon Erfolg gehabt? Oder war das Tweet, mit dem sie dem Gegener von Ségolène Royal im 1. Wahlkreis von La Rochelle angeblich ihre Unterstützung aussprach, gefälscht?

> Trierweiler affirme que son compte Twitter a été „piraté“ mercredi – LE MONDE – 13 juin 2012 :“Valérie Trierweiler a affirmé à l’AFP que son compte Twitter avait été „apparemment piraté“ mercredi 13 juin, après l’apparition à 17 h 49 d’un message comportant un lien renvoyant vers une brève de Rue89.“

> A La Rochelle, après le tweet de Trierweiler : „T’as lu ça ? C’est énorme“ LE MONDE

> Trierweiler affirme que son compte Twitter a été piraté – LE FIGARO 13 juin 2012

Ist das Twitter-Konto von Valerie Trierweiler gehackt worden oder nicht?

Angenommen es wäre echt: Früher haben Politiker mal den einen oder anderen Satz ausgewählten Journalisten zugesteckt. Man weiß eben schon, was man wo wem und wie sagt, damit es da oder sort seine Wirkung entfaltet. Heute ist das ganz anders. Es gibt dijenigen, die mal unüberlegt oder doch mit Absicht mal laut zwitschern, in der Hoffnung oder mit dem Wissen, dass ihr Ruf nciht ungehört bleibt. Valérie Trierweiler wollte – mit ihrem Tweet – oder ein Hacker wollte Trierweiler schden – Falorni (PS) helfen, logischerweise Segolène Royal schaden und was ist mit François Hollande? „Courage à Olivier Falorni qui n’a pas démérité, qui se bat aux côtés des Rochelais depuis tant d’années dans un engagement désintéressé,“ (Le Monde, 14. Juni 2012) so lautet das > Tweet, mit dem > Valérie Trierweiler, 1ère dame de France, mit 135 Zeichen am Dienstag, 12. Juni das politische Leben in Frankreich mal so richtig aufgemischt hat. Mit dieser Mikro-Meldung unterstützt sie den Kandidaten, der in La Rochelle Ségolène Royal den Sitz der Assemblée Nationale streitig machen will. Seitdem beherrschen diese 135 Zeichen die Medien und alle fragen sich, warum Trierweiler auf diese Weise sich öffentlich gegen ihren jüngst zum Präsidenten gekürten Lebensgefährten stellt.

Die Umfrageinstitute rechnen damit, dass Olivier Falorni 58 % der Stimmen im, 1. Wahlkreis von La Rochelle erhalten wird.

> Olivier Falorni, opposant de Royal et fidèle d’Hollande – LE FIGARO 11 juin 2012

> LA ROCHELLE – Royal montre ses griffes – LE POINT 14 juin 2012

Die Formulierung in Le Monde resümiert den Verlauf des Wahlkampfs vor dem 2. Wahlgang: „Le moment choisi (der Zeitpunkt des Tweets von Trierweiler, H.W.)- entre les deux tours du scrutin législatif – offre en outre un refuge médiatique providentiel à la droite, aux prises avec ce qui aurait dû être le sujet du jour : les embarras de l’UMP face au Front national.“ (LE Monde 14 jui 2012) – Die Twitteraffäre kommt Hollande sicher nicht gelegen. Er kann sich relativ sicher sein, am nächsten Sonntag eine sicherer Mehrheit in der Nationalversammlung uzui bekommen. Dann sind aber der Wahlkampf und Wahlgeschenke erstmal vorbei. Der politsche Alltag wird wieder da sine und es gilt was LE MONDE heute schreibt: Noch zögern der Präsident und sein Premierminister en détail zu sagen, welchen Sparanstrengungen auf die Franzosen zukommen werden: „… les deux têtes de l’exécutif rechignent à endosser les habits de Cassandre.“

Das Twewet ist eine öffetnliche Brüskierung von Hollande: LE Monde, 14 juin 2012: „Le tweet de Mme Trierweiler est une authentique erreur politique. Sa première victime en est l’image d’un président cohérent, serein et maître de son message.“ Man darf sich fragen, ob das gutgeht. 1ère dame de France und die Absicht, Jourtnalistin zu bleiben. Kann das gut gehen? Twitter war für sie eine Falle. Vielleicht aht sie die Folgen beim Zwitschern nicht bedacht? Das kann nicht sein, weil das kleien Tweet zu offenkunbdig direkt in den Wahlkampf eingreifen will. Ob das eine scène de ménage im Elyséepalast gegeben hat? Möglicherweise hat man in der Umgebung des Präsidenten zu erst gehofft, dass sich ein Spaßvogel einen Scherz erlaubt hat. Das Zwitschern soll echt gewesen sein. Und ein Berater des Präsidenten fühlte sich – so Le Monde – „littéralement scotché.“ Oder ist doch ein „Fake“, wurde ihr Twitteraccount gehackt?

Wie gesagt. Eine echte Internet-Recherche-Aufgabe: Mme Trierweiler a-t-elle envoyé un tweet pour soutenir Olivier Falorni ?

Ergänzung, 15.6.2012:

Hm, hat sie nun immer alleine von ihrem Twitter-Konto gezwitschert oder nicht?

> Les dessous du tweet de Valérie Trierweiler – France24 – 14 juin 2012

Wahrscheinlich ist es besser, dass Politiker den Umgang mit Twitter meiden. Twittern ist immer eine Gratwanderung. Man kann zu beiden Seiten runterfallen oder ein anderes Bild: Zwischen Informieren und Beeinflussen ist der Spalt so breit, dass man dort leicht hineinfällt.

Der erste Wahlgang der Parlamentswahlen in Frankreich

Valéry Giscard d’Estaing sagte einmal: „Ma circonscription est la France.“ so wie der Präsident also einen Wahlkreis für sich hat, so hat jeder Abgeordnete, auch die Abgeordneten, > die Franzosen im Ausland repräsentieren, seinen eigenen Wahlkreis. Es gibt also keine Wahllisten, so wie in Deutschland, wo nur die Hälfte der Abgeordneten in Wahlkreisen gewählt wird (Direktmandat) und die andere Hälfte per Listen auf denen die Rangfolge – und somit die Wahlchancen – von unseren Parteien bestimmt wird. Bei uns haben also die Wähler kaum eine Möglichkeit Politiker, die von den Parteien favorisiert werden, abzuwählen. Und das Mehrheitswahlrecht in Frankreich favorisiert die starken Parteien und sichert ihnen solide Mehrheiten. Aus diesem Grund ist diese Wahl auch so spannend, weil in jedem Wahlkreis die Wähler über ihren Abgeordneten entschieden. Wie wird der FN sich verhalten? Wer tritt zugunsten von wem zurück, welche Wahlempfehlungen gibt es? Ob Hollande sich noch an seinen Wahlvorschlag, wieder das Verhältniswahlrecht einzuführen, erinnern wird? Nach seiner Wahl zum Staatspräsidenten gab es zumindest ein großes Wahlgeschenk. Die Wiedereinführung der Rente mit 60 Jahre, wenn auch an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, kommt – gegen jede Vernunft – jährlich 110.000 Arbeitnehmern zugute. Die Frage der Finanzierung wird dabei möglichst nicht gestellt. Nun folgt auch die gute Nachricht für François Hollande: Er kann möglicherweise mit einer absoluten Mehrheit für die Parti socialiste in der Nationalversammlung rechnen. 321-361 Sitze für die Linke und 218-250 Sitze für die Rechte, prognostiziert das Umfraginstitut Oponionway, gemäß einer Meldung des Figaro: La gauche obtiendrait la majorité absolue au second tour.

> Die Ergebnisse des ersten Wahlgangs der Wahl zur Nationalversammlung am 10. Juni 2012

> 36 Kandidaten wurden im ersten Wahlgang gewählt. Sie haben also die absolute Mehrheit der Stimmen in ihrem Wahlkreis erhalten + mindestens ein Viertel der Stimmen aller eingeschrieben Wähler = Wahlberechtigte. Im ersten Wahlgang wurde u.a. der Premierminister Jean-Marc Ayrault gewählt. Eine wichtige Voraussetzung für ihn, um im Amt zu bleiben. In 495 Wahlkreisen wird es eine Stichwahl geben, und in > 36 Wahlkreisen wird es eine Triangulaire geben, dort haben je drei Kandidaten mindestens 12,5 % der Stimmen erhalten. Um dort im zweiten Wahlgang gewählt zu werden, reicht die einfache Mehrheit.

Im ersten Wahlkreis von Charente-Maritime hat Ségolène Royal (32,03 %s) chlechte Karten gegenüber einem Sozialsten, Olivier Falorni, der 28,91 % der Stimmen erhalten hat und möglicherweise nicht zugunsten von Royal aufgeben wird.

> Législatives : 36 députés élus ou réélus au premier tour – LE MONDE

> Résultats des élections législatives : France entière per Departement oder Region – LE MONDE

Sonderseite: > Législatives 2012 – LE MONDE

Les élections législatives en France 2012

Die Parlementswahlen finden in Frankreich in zwei Wahlgängen am 10. und 17. Juni 2012 statt.

Zum ersten Mal können bei dieser Wahl – nach der Verfassungsänderung vom Juli 2008 – die etwa 1 Million Franzosen außerhalb Frankreichs ihre eigenen Abgeordneten wählen: 178 Kandidaten in > 11 Wahlkreisen (außerhalb Frankreichs) stehen zur Wahl. Abgestimmt werden konnte via Internet (ab 22. Mai) und am 2. und 3. Juni in den Botschaften und Konsulaten. Sie stimmen im 2. Wahlgang am 16. und 17. Juni ab. Im 7. Wahlkreis, der auch Deutschland umfasst – daran muss man sich erst noch gewöhnen -, freut sich
> Pierre-Yves Le Borgn‘ (PS) über seinen Erfolg: „Je suis largement en tête dans ma circonscription avec une nette avance sur le candidat de l’UMP.“ – Jeder Abgeordnete hat so seinen eigenen Wahlkreis – im Gegensatz zum Bundestag, dessen Abgeordnete nur zur Hälfte direkt gewählt werden.

> Résultats provisoires pour le 1er tour des élections législatives en particulier pour la 7ème circonscription (dont Allemagne) – PDF auf der Website des Außenministeriums, Paris

> Législatives : la gauche en tête dans 6 des 11 circonscriptions des Français de l’étranger – francetvinfo

Das Wahlverfahren ist ziemlich kompliziert: Es gilt ein Mehrheitswahlrecht. Die genau Bezeichnung ist „scrutin uninominal majoritaire à deux tours“. Auf der Website der Nationalversammlung wird das > > Wahlverfahren erläutert.

„Pour être élu dès le premier tour, il faut obtenir la majorité absolue, c’est-à-dire plus de la moitié des suffrages exprimés, et un nombre de suffrages au moins égal au quart des électeurs inscrits.
Si aucun candidat n’y parvient, il y a lieu de procéder à un second tour de scrutin auquel ne peuvent se présenter que les candidats ayant obtenu au premier tour un nombre de suffrages au moins égal à 12,5 % des électeurs inscrits. Pour être élu au second tour, la majorité relative suffit : le candidat ayant obtenu le plus grand nombre de suffrages l’emporte.
Le scrutin a lieu un dimanche, le second tour se déroulant, s’il y a lieu, le dimanche qui suit le premier tour.“

Die Kandidaten eines Wahlkreises, die im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit + die Stimmen eines Viertel der eingeschriebenen Wähler erhalten, sind gewählt. Im zweiten Wahlgang stehen die Kandidaten zur Wahl, die im ersten Wahlgang 12,5 % der Stimmen erhalten haben. Aus diesem Grund kann es im zweiten Wahlgang zu sogenannten Triangulaires, also einem Wahlgang mit drei Abgeordneten kommen. Gewählt ist, wer die einfache Mehrheit der Stimmen erhält. Wiederum wird es richtig spannend werden. Welcher der unterlegenen Abgeordneten wird welche Empfehlung zugunsten welchen Kandidaten aussprechen? Wie werden sich die Kandidaten des FN verhalten? Für den neuen Staatspräsidenten François Hollande steht viel auf dem Spiel. Wird er eine linke Mehrheit in der Nationalversammlung bekommen oder wird es zu einer Kohabitation kommen. Das würde bedeuten, dass die Regierung Ayrault, die gerade erste ernannt worden ist, wieder zurücktreten müsste und der Präsident einen PM aus den Reihen des rechten Lagers ernennen würde. Dieser Fall scheint aber, folgt man den letzten Meinungsunfragen – nciht einzutreten:

> Législatives : la gauche toujours en tête des sondages

> Élections législatives: les expatriés votent en avance pour le premier tour – RFI 2. Juni 2012
> L’élection des députés – Website der Assemblée Nationale

Intervention du Président de la République au journal télévisé de France 2

(ergänzt, 30.5.2012, 16 h 18)

Le Président de la République, François Hollande, a été interviewé au journal télévisé de France 2 (29 mai 2012, 20 h) par David Pujadas: Fühlen Sie sich schon als richtiger Präsident? Lernt man Präsident zu werden? – Dazu habe ich keine Zeit gehabt, das Treffen mit Frau Merkel war ja schon am Tag der Investitur, dann die Reise in die USA, der Nato-Gipfel, die Reise nach Afghanistan. Seit Monaten habe er sich vorbereitet, der Präsident der Franzosen zu sein. Er sein kein „Président de transition“, er sei ein „Président en action“: Er schließt eine Intervention in Syrien nicht aus unter der Bedingung, dass sie nach internationalem Recht geschehe. Sie muss aber auch nicht unbedingt militärischer Art sein. Wird Frankreich, so wie der Journalist fragt, aufhören in das deutsche-französische Paar zu investieren? (9 min 05) Das sei nicht der „einzige Motor“ in Europa, der Präsident will ein gutes Gleichgewicht zwischen Frankreich und Deutschland finden. Und er habe mit Frau Merkel über das Wachstum gesprochen. Der Journalist wirft ein, Merkel versteht darunter etwas anderes? Nein, wir haben alles auf den Tisch gelegt, antwortet Hollande. Sie möchte keine Eurobonds. Sie sage nicht niemals, sie sage nicht sofort… aber das eröffnet schon Kompromisse, fügt Hollande hinzu.

ZU Syrien: Wortlaut des Staatspräsidenten:

Staatspräsident Hollande: Ein bewaffnetes Eingreifen in Syrien durch einen Beschluss des Sicherheitsrates ist nicht ausgeschlossen

Im Gespräch mit France 2 nahm Staatspräsident François Hollande zur Lösung des Konflikts in Syrien Stellung (Paris, 29. Mai 2012)

Sie beschließen, wie andere westliche Hauptstädte auch, die Botschafterin Syriens in Paris auszuweisen, bzw. zur Persona non grata zu erklären. Glauben Sie wirklich, dass Baschar al-Assad durch Diplomatie dazu gebracht werden kann, sich zu beugen, so hart die getroffenen Entscheidungen auch sein mögen?

„Zunächst musste ich auf das, was in den vergangenen Tagen in Syrien passiert ist, auf das Massaker, einfach reagieren. Mit unseren engsten Partnern – ich habe gestern mit dem britischen Premierminister David Cameron gesprochen – sind wir übereingekommen, dass die Botschafter die Staatsgebiete unserer Partner verlassen müssen. Dann werden Sanktionen vonnöten sein. Und diese Sanktionen müssen sehr viel härter für das syrische Regime sein.

Sie müssen verschärft werden und ich werde darüber mit Präsident Putin sprechen, wenn er am Freitag nach Paris kommt. Denn im Moment ist er es, zusammen mit China, der am meisten Zurückhaltung bei der Frage der Sanktionen zeigt. Nun, wir müssen ihn überzeugen, dass es einfach unmöglich ist, dabei zuzusehen, wie das Assad-Regime sein eigenes Volk massakriert.

Und müssen wir noch weiter gehen und (…) ein militärisches Eingreifen in Erwägung ziehen, wie dies in Libyen geschehen ist?

Ein bewaffnetes Eingreifen ist nicht ausgeschlossen, vorausgesetzt es geschieht unter Einhaltung des Völkerrechts, also durch einen Beschluss des Sicherheitsrates.

An mir und an anderen, Russen und Chinesen zu überzeugen, aber auch eine Lösung zu finden, die nicht zwangsläufig militärisch sein muss, denn Druck muss ab sofort ausgeübt werden, um das Regime von Baschar al-Assad zu beseitigen.“

(Übersetzung: Französische Botschaft, Berlin)

> François Hollande „n’exclut pas“ une intervention militaire internationale en Syrie – francetvinfo

Le Président de la République, François Hollande, s’adresse à la presse aprés la rencontre informelle des chefs d’Etat et de gouvernement de l’Union Européenne.

Le Président de la République s’adresse à la presse à l’issue de la rencontre informelle des chefs d’Etat et de gouvernement de l’Union Européenne:

Die Anzeige der Video-Filme auf der Website des Elyseepalastes scheint kürzlich modifiziert worden zu sein. Möglicherweise sind alle früheren Videos, die hier auf dem Blog an gezeigt werden („embedded“), dadurch leider nicht mehr sichtbar. Manchmal stimmt auch etwas mit der ANzeige nicht, und einige Wochen später wird ein anderer Film angezeigt. Eine ständige Korrektur ist leider nicht möglich.

Bei dieser Pressekonferenz nach dem Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs, die am 23. Mai das nächste Treffen im kommenden Juni vorbereitet haben, hat sich der neue Staatspräsident, François Hollande, sich zuallererst zum Thema des Wachstums geäußert. Es lohnt sich, gerade diesem ersten Statements Hollandes auf internationale, europäischen Parkett in Brüssel genau zuzuhören. Die Versuchung ist groß, seine Stellungnahme mit seinen Wahlkampfreden zu vergleichen: die Wortwahl, die Gesten, die Art und Weise, wie er seine Zuhörer anspricht. Noch wichtiger ist aber, seinen Aussagen zum Wachstum zuzuhören, um herauszufinden, welche Definition er diesem Wort gibt. Und dann muss man sehen, wie er den Weg zum Wachstum beschreibt, welches Gewicht er den Eurobonds, als den europäischen Schuldverschreibungen gibt. Von vorneherein, ohne den Film angesehen zu haben, darf man vermuten, dass Wachstum auf unterschiedliche Arten definiert werden kann, es kommt darauf an, welche Stellschrauben der Präsident gerne gedreht sehen möchte. Es ist nämlich die Definition des Wachstums, die er hier vorträgt, die in sich unweigerlich die Ansätze für eine Entscheidung auf der Ebene der Regierungschefs andeuten oder erkennen lassen. Die Bundeskanzlerin steht einer Wachstumskomponente gar nicht mehr völlig ablehnend gegenüber. Es ist zu vermuten, dass die gemeinsamen Arbeitsgruppen sich auf der Arbeitsebene längst darangemacht haben, die unterschiedlichen Positionen zu vergleichen, abzugleichen und die Einigungswege anzudeuten. Und wenn Thilo Sarrazin meint, wir bräuchten den EURO nicht, dann hat Peer Steinbrück heute morgen in der FAZ in > der Rezension zu Sarrazins Buch, dessen fehlenden Einsichten in den europäischen Prozess hervorgehoben. Die ersten beiden Spalten von Steinbrücks Text sind Nachhilfeunterricht für Thilo Sarrazin. Allerdings werden auch mit Steinbrücks Rezension die wirklichen Probleme des EURO und die milliardenschweren Zahlungen, Bürgschaften und Kredite nicht besser verständlich. Für die Wähler in allen EU-Staaten haben einen Anspruch darauf, dass die Politik ihnen Beweggründe für Bekämpfung der Euro-Turbulenzen besser verständlich macht.

Vor diesem Hintergrund, die Frage nach Hollandes Definition des Wachstums, die Suche nach Kompromissansätzen in Bezug auf die vorgeschlagenen Maßnahmen und die Art und Weise, wie Hollande sich mit welchen Aussagen verständlich macht, können wir nun das oben angezeigte Video ansehen.

Hollandes Eingangsstatement dauert 7,5 Minuten. Eine richtig gute Übung für die Oberstufe: Die wesentlichen Aussagen des Präsidenten in fünf Sätzen zusammenfassen: Eurokrise, Wachstum, Zentralbank und ihre Rolle, die Positionen der andren Mitgliedsländer, er nennt nicht, wer ihn unterstützt, und Griechenland. Danach folgen die Fragen der Journalisten, und man kann hier einen ganz anderen Präsidenten als den Wahlkämpfer Hollande beobachten. Für die fortgeschrittenen Schüler. Wie argumentiert Hollande in einigen der folgenden Antworten? Und für alle zusammen, wie wird der Präsident seine Auffassungen bis zur Parlamentswahl in Frankreich vertreten, und wie wird er sie nach der Wahl artikulieren? Und wie wird Bundeskanzlerin Merkel ihre Koalition darauf einstimmen?

Wir sehen spannenden Wochen entgegen, weil in kurzer Zeit gerade jetzt sehr viel bewegt werden wird. Und das ist auch eine Chance für die deutsch-französische Kooperation jetzt gemeinsame Zeichen zu setzen. Das Gegeneinander funktioniert sowieso nicht, aber unterschiedliche Meinungen und ihre Diskussion helfen, den besten Weg zu finden.

Nachtrag: > Bundesregierung will Sonderwirtschaftszonen für Europa – DER SPIEGEL 25.5.2012

Kurswechsel in der Europapolitik? Podiumsdiskussion über die deutsch-französischen Beziehungen nach den Präsidentschaftswahlen in Frankreich

Frankreich hat einen neuen Präsidenten gewählt. Welche Auswirkungen wird dieser Politikwechsel in Frankreich auf die deutsch-französische Zusammenarbeit und die gemeinsame Europapolitik haben? Mit dieser Frage setzen sich Experten aus Deutschland und Frankreich im Rahmen einer Podiumsdiskussion am Donnerstag, 31. Mai, um 18 Uhr in der Villa Lessing in Saarbrücken auseinander. Veranstalter sind das Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes und die Villa Lessing – Liberale Stiftung Saar e. V.

Nach dem Machtwechsel in Frankreich ist nun seit 1995 erstmals wieder ein Sozialist französisches Staatsoberhaupt. François Hollande hat sich gegen Angela Merkels Sparpolitik ausgesprochen und setzt sich für Wachstumsprogramme ein, um die Schuldenkrise in Europa zu bekämpfen. Diese Umorientierung ist nur ein Beispiel für die neuen Perspektiven, die sich für die zukünftige Zusammenarbeit ergeben. Ganz aktuell zeigte sich auch auf internationalem Parkett, den G8- und NATO-Gipfeltreffen in den USA, dass das deutsch-französische Duo uneins ist.

Im Gespräch mit Lisa Huth, Journalistin beim Saarländischen Rundfunk, beleuchten Gérard Foussier (Chefredakteur der deutsch-französischen Zeitschrift „Dokumente“ und Präsident der Organisation Bureau International de Liaison et de Documentation), Dr. Gregor Halmes (Dozent an der Universität des Saarlandes) und Dr. Andreas Marchetti (Senior Fellow am Zentrum für Europäische Integrationsforschung der Universität Bonn) die bevorstehenden Herausforderungen.

Veranstaltungsort: Villa Lessing, Lessingstraße 10, 66121 Saarbrücken

Anmeldung Um Anmeldung per E-Mail oder Telefon wird gebeten.
E-Mail: info@villa-lessing.de
Tel.: +49 (0)681/96708-25

Die 1. Pressekonferenz von François Hollande und Angela Merkel

Am gleichen Tag der Amtsübergabe reiste der neue Staatspräsident François Hollande gestern zu einem Antrittsbesuch zur Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin. Antrittsbesuch? „Sicher gleich ein Arbeitstreffen,“ meinte > Henrik Uterwedde, DFI, am letzten Montag im Videointerview. Und > François Hollande schreibt auf seiner Facebook-Seite: „A Berlin, hier soir, nous avons, avec la chancelière allemande Angela Merkel, donné une conférence de presse commune.“ Lässt er dort schreiben oder schreibt er selber? 173.000 „Gefällt mir“-Klicks (genauer: „173.407 „Gefällt mir“-Angaben · 54.054 sprechen darüber“) hat er auf Facebook, > Angela Merkel hat geringeren Zuspruch („158.245 „Gefällt mir“-Angaben · 4.744 sprechen darüber“) als und ihr letzter Eintrag lautet „Angela Merkel hat bei der Pressekonferenz nach Präsidium und Bundesvorstand der CDU zusammen mit Norbert Röttgen von einer „bitteren und schmerzhaften Niederlage“ gesprochen.“ Sie schreibt wohl nicht selber, und ihr Mitarbeiter hat heute morgen wohl vergessen, ihr FB-Konto zu aktualisieren.

> Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und dem französischen Präsidenten Hollande – Auf der Website der Bundeskanzlerin

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