Discours de M. le président de la République en hommage à Jules Ferry

Nach seiner > Antrittsrede heute morgen im Elyseepalast und vor dem Abflug zu Angela Merkel nach Berlin hat der neue Staatspräsident noch die Zeit gefunden, eine Rede zu Ehren > Jules Ferrys (1832-1893) zu halten. Ihm verdankt Frankreich 1881 Einführung des kostenlosen und verpflichtenden Grundschulbesuchs und das Gesetz, mit der laizistische Charakter der Schule festgelegt wurde und ihr Besuch zu Pflicht gemacht wurde. Die Kolonialpolitik Ferrys bezeichnete Hollande als einen moralischen und politischen Fehler. – Hollande wollte aber mit seiner Rede ausschließlich auf die Erfolge Ferrys in der Schulpolitik hinweisen und so ein Zeichen zu Beginn seiner Präsidentschaft setzen. Dann folgt u. a. der Satz: „L’Ecole, c’est l’arme de la justice. / Die Schule, das ist eine Waffe der Gerechtigkeit.“

„L’école comme émancipation. La connaissance, le goût d’apprendre, la jubilation de la découverte, le sens de la curiosité intellectuelle, sont des trésors auxquels l’Ecole a pour vocation de préparer toutes les jeunes consciences, tous les enfants de la Nation.

L’Ecole, comme lieu de la véritable égalité. Celle des chances, celle qui ne connaît comme seuls critères de distinction que le mérite, l’effort, le talent car la naissance, la fortune, le hasard établissent des hiérarchies que l’Ecole a pour mission, sinon d’abolir, du moins de corriger.

Cette égalité impose la justice entre les territoires : comment accepter qu’un enfant ait plus de chances de réussir s’il a grandi ici plutôt que là ? L’Ecole, c’est l’arme de la justice. Et la justice, c’est la mixité sociale. C’est à cette tâche noble entre toutes que l’Ecole se dévoue depuis plus d’un siècle.

Faire de l’Ecole un lieu d’intégration de tous les enfants de la République reste la plus belle de nos ambitions nationales. (…)“

Hollande kündigte an die Schaffung von 60.000 Lehrerstellen während seines Amtszeit und eine Neuordnung der Lehrerausbildung an.

„Je veux qu’elle retrouve tous les moyens d’être fidèle à sa vocation. Je veux lui rendre sa confiance en elle-même, sa foi dans ses propres capacités, sa volonté d’être conforme à son histoire et à son avenir,“ fügte Hollande u. a. hinzu.

Auf diesem Blog:

> Luc Chatel : La circulaire sur les leçons de morale à l’école

Cf. “Im Gegenteil, es schien ganz natürlich zu sein, dass der Lehrer, so wie er den Kindern Lesen und Schreiben beibringt, ihnen auch die grundlegenden Regeln des moralischen Lebens vermittelt, die nicht weniger wichtig sind als das die Sprache oder das Rechnen,” sagte Jules Ferry in seinem > Brief an die Lehrer ( 17 novembre 1883)

Pierre Nora: „Die humanistische Kultur ist am Ende.“

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Les vœux du Président de la République
und die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin

Voici les vœux du Président de la République :

Vor der Internetzeit habe ich am nachmittag des 31.12. immer das Verbindungskabel zwischen meinem Kofferradio mit LW und dem Cassettenrekorder gesucht, um die Neujahrsansprache der Präsidenten mit allen Zwischengeräuschen der Langwelle aufzunehmen. Heute ruft man die Website des Elyseepalastes auf, kopiert ein bisschen Code, und schon kann man das Video der Ansprache auf dem Blog zeigen.

Am besten erst das Video angucken. Dann eine kurze Zusammenfassung schreiben und dann erst den Text der Ansprache nachlesen.

> Voeux de M. le Président de la République aux Français

Versuchen wir es mal mit ein bisschen Lexikometrie:

In Sarkozys Ansprache sind 54 Wörter negativ besetzt, nur 44 Wörter sind positiv besetzt. Als Themen werden Wirtschaft (3), Finanzen (8), Wahlen (1), Familie (1) und Geschichte (1) genannt. Unter den europäischen Nachbarn werden nur Griechenland, Spanien, Irland, Italien und Portugal genannt. 18 mal sagt der Präsident ich, wir oder unsere sagt er 54 mal.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erwähnte bei ihrer > Neujahrsansprache, > Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin (Textversion) 18 negativ besetzte, 25 positiv besetzte Wörter, die aber nicht alle so zum Handeln aufrufen, wie die Wörter in der gleichen Kategorie bei Sarkozy. Er beschränkte sich auf 8 Themen, Frau Merkel nannte 31 Themen und verstärkt dadurch einen etwas eher allgemeinen Charakter ihrer Ansprache. Aber so werden viele Zuhörer angesprochen, und die Kanzlerin bleibt so auch eher im Vagen. Immerhin, sie sagt auch „kinderfreundlicher“ und erwähnt die Menschenrechte. 14 Wörter enthalten eine Aufforderung. Europa wird 6 mal genannt, ohne einen der Partnerstaaten beim Namen zu nennen. Sie sagt 9 mal ich und, das fällt auf: wir (zusammen mit uns/unseren) 48 mal und sie wendet sich an die Zuhörer 18 mal (Sie/Ihnen).

Fazit: Der Präsident beschränkt sich auf einige wenige Themen (Finanzkrise) und versucht, seine Zuhörer zu überzeugen, dass diese Herausforderungen gemeistert werden können: 44 positiv besetzte Ausdrücke. Er sagt doppelt so oft ich, beide sprechen etwa gleich oft von wir/uns. So richtig konkrete Absichten äußern beide nicht. Beide erwähnen die deutsch-französischen Beziehungen nicht.

Hier die > Auswertung zum Herunterladen.

DFI in Ludwigsburg: „Stadtentwicklung und Integration Jugendlicher“ – Podiumsdiskussion am 16. 12. 2011

Aus der Ankündigung des DFI: in Deutschland und in Frankreich ist die kulturelle und wirtschaftliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zu einer zentralen Aufgabe geworden. Beide Gesellschaften sind zur Sicherung ihrer langfristigen Zukunftschancen darauf angewiesen, eine bessere Teilhabe vor allem der jungen Generationen aus Zuwandererfamilien zu erreichen. Der kommunalen Ebene kommt dabei in beiden Ländern eine herausragende Bedeutung zu, denn dort muss die jeweilige Integrationspolitik umgesetzt werden.

Anlässlich der Veröffentlichung einer vergleichenden Untersuchung des Deutsch-Französischen Instituts und der Wüstenrot Stiftung diskutieren Fachleute aus Wissenschaft und Praxis zum Thema „Stadtentwicklung und
Integration Jugendlicher in Deutschland und Frankreich“.

Datum: 16. Dezember 2011
Zeit: 18:30 Uhr
Ort: > Deutsch-Französisches Institut Ludwigsburg, Asperger Straße 34, 71634 Ludwigsburg

Weitere Informationen finden Sie hier:
http://www.dfi.de/de/Projekte/projekte_jugendliche.shtml#podium

> Einladungsflyer _16.12.2011.pdf

Das Deutsch-französische Institut lädt herzlich zu dieser Veranstaltung ein und bittet um Anmeldung bis 12. Dezember 2011.

Présidentielle 2012 (I) – Sarkozy face à Hollande

So nach und nach werden hier immer mehr Beiträge Zum Wahlkampf um die Präsidentschaft in Frankreich erscheinen. Fünf Jahre sind schon fast wieder rum: 2007 sind hier 126 Beiträge zur > élection présidentielle erschienen. Viele Infos in diesen Beiträgen behandeln die > Machtfülle des Präsidenten und sind noch ganz aktuell:

> France 24: La soirée électorale du 2e tour – 10. Mai 2007

> La présidentielle en France : Discussion à Ludwigsburg – 9. Mai 2007

> Le rendez-vous d’un homme avec la nation – 9. April 2007

> Le Président de la République: un roi élu ? – 9. April 2007

Wörter zählen! Das war eine spannender Beitrag:
> Election présidentielle: Programmes, propositions, projets. Qui dit quoi? – 3.4.2007

> La présidentielle et la coopération franco-allemande (I) – 4. März 2007

> Enseigner l’élection présidentielle – 24. Februar 2007

Am 8.11.2001 hat sich Nicolas Sarkozy in Straßburg vor Studenten über die Sparmaßnahmen geäußert: wie macht man das wohl vor den Wahlen? Die deutsche Regierung probiert es mit kleinen Steuererleichterung auf, die aber gleich an anderer Stelle durch das Drehen verschiedener Klemmschrauben mehrfach wieder abgeführt werden müsste, wenn der Bundesrat überhaupt zustimmmt. Sarkozy hingegen sagt, es muss gespart werden. Ob er die richtige Dosis an Einsparungen den Franzosen verkaufen kann? Und er spricht von einem alten Thema: Das Europa der zwei Geschwindigkeiten, die 17 Länder der Euro-Zone sind etwas schneller als die anderen 10:

Hier der Kommentar:
> Rigueur : le gros coup de griffes de Sarkozy à Hollande – RTL, 8. November 2012.

> Sarkozy fait la leçon à Strasbourg – Le Républicain Lorrain, 9. November 2011

Rente: Mehr Freiheit für Eigeninitiative

Premierminister François Fillon hat eine gemeinsame Anhebung der Altersgrenze in Deutschland und Frankreich vorgeschlagen: „Il faudra aller vers un temps de travail commun, il faudra aller vers un âge de retraite commun, il faudra aller vers une convergence progressive de l’organisation économique et sociale de nos deux pays,“ mit diesen Worten wird er von RTL zitiert.

RTL: > Va-t-on vers la retraite à 67 ans ?

In Deutschland gibt es ein Gesetz, das die allmähliche > Anhebung des Rentenalters bis 67 bis 2030 vorsieht. Bis 2030? Das ist so geplant, dass die Kritik an diesem Vorhaben künftige Politiker trifft. Heute schiebt man eine Lösung vor sich her. In beiden Ländern könnte es zum Einstieg eine einfache Lösung geben: Wer sich für eine Rente mit 67 entscheidet, soll seinen Arbeitsplatz behalten können. Anreize könnten eine Reduktion der Wochenarbeitszeit oder eine Erleichterung der Lohnsteuer sein. Sind unsere Politiker kreativ genug?

> Bundesregierung legt Bericht zur Rente mit 67 vor

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