Le Président de la République, François Hollande, s’adresse à la presse aprés la rencontre informelle des chefs d’Etat et de gouvernement de l’Union Européenne.

Le Président de la République s’adresse à la presse à l’issue de la rencontre informelle des chefs d’Etat et de gouvernement de l’Union Européenne:

Die Anzeige der Video-Filme auf der Website des Elyseepalastes scheint kürzlich modifiziert worden zu sein. Möglicherweise sind alle früheren Videos, die hier auf dem Blog an gezeigt werden („embedded“), dadurch leider nicht mehr sichtbar. Manchmal stimmt auch etwas mit der ANzeige nicht, und einige Wochen später wird ein anderer Film angezeigt. Eine ständige Korrektur ist leider nicht möglich.

Bei dieser Pressekonferenz nach dem Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs, die am 23. Mai das nächste Treffen im kommenden Juni vorbereitet haben, hat sich der neue Staatspräsident, François Hollande, sich zuallererst zum Thema des Wachstums geäußert. Es lohnt sich, gerade diesem ersten Statements Hollandes auf internationale, europäischen Parkett in Brüssel genau zuzuhören. Die Versuchung ist groß, seine Stellungnahme mit seinen Wahlkampfreden zu vergleichen: die Wortwahl, die Gesten, die Art und Weise, wie er seine Zuhörer anspricht. Noch wichtiger ist aber, seinen Aussagen zum Wachstum zuzuhören, um herauszufinden, welche Definition er diesem Wort gibt. Und dann muss man sehen, wie er den Weg zum Wachstum beschreibt, welches Gewicht er den Eurobonds, als den europäischen Schuldverschreibungen gibt. Von vorneherein, ohne den Film angesehen zu haben, darf man vermuten, dass Wachstum auf unterschiedliche Arten definiert werden kann, es kommt darauf an, welche Stellschrauben der Präsident gerne gedreht sehen möchte. Es ist nämlich die Definition des Wachstums, die er hier vorträgt, die in sich unweigerlich die Ansätze für eine Entscheidung auf der Ebene der Regierungschefs andeuten oder erkennen lassen. Die Bundeskanzlerin steht einer Wachstumskomponente gar nicht mehr völlig ablehnend gegenüber. Es ist zu vermuten, dass die gemeinsamen Arbeitsgruppen sich auf der Arbeitsebene längst darangemacht haben, die unterschiedlichen Positionen zu vergleichen, abzugleichen und die Einigungswege anzudeuten. Und wenn Thilo Sarrazin meint, wir bräuchten den EURO nicht, dann hat Peer Steinbrück heute morgen in der FAZ in > der Rezension zu Sarrazins Buch, dessen fehlenden Einsichten in den europäischen Prozess hervorgehoben. Die ersten beiden Spalten von Steinbrücks Text sind Nachhilfeunterricht für Thilo Sarrazin. Allerdings werden auch mit Steinbrücks Rezension die wirklichen Probleme des EURO und die milliardenschweren Zahlungen, Bürgschaften und Kredite nicht besser verständlich. Für die Wähler in allen EU-Staaten haben einen Anspruch darauf, dass die Politik ihnen Beweggründe für Bekämpfung der Euro-Turbulenzen besser verständlich macht.

Vor diesem Hintergrund, die Frage nach Hollandes Definition des Wachstums, die Suche nach Kompromissansätzen in Bezug auf die vorgeschlagenen Maßnahmen und die Art und Weise, wie Hollande sich mit welchen Aussagen verständlich macht, können wir nun das oben angezeigte Video ansehen.

Hollandes Eingangsstatement dauert 7,5 Minuten. Eine richtig gute Übung für die Oberstufe: Die wesentlichen Aussagen des Präsidenten in fünf Sätzen zusammenfassen: Eurokrise, Wachstum, Zentralbank und ihre Rolle, die Positionen der andren Mitgliedsländer, er nennt nicht, wer ihn unterstützt, und Griechenland. Danach folgen die Fragen der Journalisten, und man kann hier einen ganz anderen Präsidenten als den Wahlkämpfer Hollande beobachten. Für die fortgeschrittenen Schüler. Wie argumentiert Hollande in einigen der folgenden Antworten? Und für alle zusammen, wie wird der Präsident seine Auffassungen bis zur Parlamentswahl in Frankreich vertreten, und wie wird er sie nach der Wahl artikulieren? Und wie wird Bundeskanzlerin Merkel ihre Koalition darauf einstimmen?

Wir sehen spannenden Wochen entgegen, weil in kurzer Zeit gerade jetzt sehr viel bewegt werden wird. Und das ist auch eine Chance für die deutsch-französische Kooperation jetzt gemeinsame Zeichen zu setzen. Das Gegeneinander funktioniert sowieso nicht, aber unterschiedliche Meinungen und ihre Diskussion helfen, den besten Weg zu finden.

Nachtrag: > Bundesregierung will Sonderwirtschaftszonen für Europa – DER SPIEGEL 25.5.2012

Kurswechsel in der Europapolitik? Podiumsdiskussion über die deutsch-französischen Beziehungen nach den Präsidentschaftswahlen in Frankreich

Frankreich hat einen neuen Präsidenten gewählt. Welche Auswirkungen wird dieser Politikwechsel in Frankreich auf die deutsch-französische Zusammenarbeit und die gemeinsame Europapolitik haben? Mit dieser Frage setzen sich Experten aus Deutschland und Frankreich im Rahmen einer Podiumsdiskussion am Donnerstag, 31. Mai, um 18 Uhr in der Villa Lessing in Saarbrücken auseinander. Veranstalter sind das Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes und die Villa Lessing – Liberale Stiftung Saar e. V.

Nach dem Machtwechsel in Frankreich ist nun seit 1995 erstmals wieder ein Sozialist französisches Staatsoberhaupt. François Hollande hat sich gegen Angela Merkels Sparpolitik ausgesprochen und setzt sich für Wachstumsprogramme ein, um die Schuldenkrise in Europa zu bekämpfen. Diese Umorientierung ist nur ein Beispiel für die neuen Perspektiven, die sich für die zukünftige Zusammenarbeit ergeben. Ganz aktuell zeigte sich auch auf internationalem Parkett, den G8- und NATO-Gipfeltreffen in den USA, dass das deutsch-französische Duo uneins ist.

Im Gespräch mit Lisa Huth, Journalistin beim Saarländischen Rundfunk, beleuchten Gérard Foussier (Chefredakteur der deutsch-französischen Zeitschrift „Dokumente“ und Präsident der Organisation Bureau International de Liaison et de Documentation), Dr. Gregor Halmes (Dozent an der Universität des Saarlandes) und Dr. Andreas Marchetti (Senior Fellow am Zentrum für Europäische Integrationsforschung der Universität Bonn) die bevorstehenden Herausforderungen.

Veranstaltungsort: Villa Lessing, Lessingstraße 10, 66121 Saarbrücken

Anmeldung Um Anmeldung per E-Mail oder Telefon wird gebeten.
E-Mail: info@villa-lessing.de
Tel.: +49 (0)681/96708-25

Die 1. Pressekonferenz von François Hollande und Angela Merkel

Am gleichen Tag der Amtsübergabe reiste der neue Staatspräsident François Hollande gestern zu einem Antrittsbesuch zur Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin. Antrittsbesuch? „Sicher gleich ein Arbeitstreffen,“ meinte > Henrik Uterwedde, DFI, am letzten Montag im Videointerview. Und > François Hollande schreibt auf seiner Facebook-Seite: „A Berlin, hier soir, nous avons, avec la chancelière allemande Angela Merkel, donné une conférence de presse commune.“ Lässt er dort schreiben oder schreibt er selber? 173.000 „Gefällt mir“-Klicks (genauer: „173.407 „Gefällt mir“-Angaben · 54.054 sprechen darüber“) hat er auf Facebook, > Angela Merkel hat geringeren Zuspruch („158.245 „Gefällt mir“-Angaben · 4.744 sprechen darüber“) als und ihr letzter Eintrag lautet „Angela Merkel hat bei der Pressekonferenz nach Präsidium und Bundesvorstand der CDU zusammen mit Norbert Röttgen von einer „bitteren und schmerzhaften Niederlage“ gesprochen.“ Sie schreibt wohl nicht selber, und ihr Mitarbeiter hat heute morgen wohl vergessen, ihr FB-Konto zu aktualisieren.

> Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und dem französischen Präsidenten Hollande – Auf der Website der Bundeskanzlerin

Discours de M. le président de la République en hommage à Jules Ferry

Nach seiner > Antrittsrede heute morgen im Elyseepalast und vor dem Abflug zu Angela Merkel nach Berlin hat der neue Staatspräsident noch die Zeit gefunden, eine Rede zu Ehren > Jules Ferrys (1832-1893) zu halten. Ihm verdankt Frankreich 1881 Einführung des kostenlosen und verpflichtenden Grundschulbesuchs und das Gesetz, mit der laizistische Charakter der Schule festgelegt wurde und ihr Besuch zu Pflicht gemacht wurde. Die Kolonialpolitik Ferrys bezeichnete Hollande als einen moralischen und politischen Fehler. – Hollande wollte aber mit seiner Rede ausschließlich auf die Erfolge Ferrys in der Schulpolitik hinweisen und so ein Zeichen zu Beginn seiner Präsidentschaft setzen. Dann folgt u. a. der Satz: „L’Ecole, c’est l’arme de la justice. / Die Schule, das ist eine Waffe der Gerechtigkeit.“

„L’école comme émancipation. La connaissance, le goût d’apprendre, la jubilation de la découverte, le sens de la curiosité intellectuelle, sont des trésors auxquels l’Ecole a pour vocation de préparer toutes les jeunes consciences, tous les enfants de la Nation.

L’Ecole, comme lieu de la véritable égalité. Celle des chances, celle qui ne connaît comme seuls critères de distinction que le mérite, l’effort, le talent car la naissance, la fortune, le hasard établissent des hiérarchies que l’Ecole a pour mission, sinon d’abolir, du moins de corriger.

Cette égalité impose la justice entre les territoires : comment accepter qu’un enfant ait plus de chances de réussir s’il a grandi ici plutôt que là ? L’Ecole, c’est l’arme de la justice. Et la justice, c’est la mixité sociale. C’est à cette tâche noble entre toutes que l’Ecole se dévoue depuis plus d’un siècle.

Faire de l’Ecole un lieu d’intégration de tous les enfants de la République reste la plus belle de nos ambitions nationales. (…)“

Hollande kündigte an die Schaffung von 60.000 Lehrerstellen während seines Amtszeit und eine Neuordnung der Lehrerausbildung an.

„Je veux qu’elle retrouve tous les moyens d’être fidèle à sa vocation. Je veux lui rendre sa confiance en elle-même, sa foi dans ses propres capacités, sa volonté d’être conforme à son histoire et à son avenir,“ fügte Hollande u. a. hinzu.

Auf diesem Blog:

> Luc Chatel : La circulaire sur les leçons de morale à l’école

Cf. “Im Gegenteil, es schien ganz natürlich zu sein, dass der Lehrer, so wie er den Kindern Lesen und Schreiben beibringt, ihnen auch die grundlegenden Regeln des moralischen Lebens vermittelt, die nicht weniger wichtig sind als das die Sprache oder das Rechnen,” sagte Jules Ferry in seinem > Brief an die Lehrer ( 17 novembre 1883)

Pierre Nora: „Die humanistische Kultur ist am Ende.“

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Les vœux du Président de la République
und die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin

Voici les vœux du Président de la République :

Vor der Internetzeit habe ich am nachmittag des 31.12. immer das Verbindungskabel zwischen meinem Kofferradio mit LW und dem Cassettenrekorder gesucht, um die Neujahrsansprache der Präsidenten mit allen Zwischengeräuschen der Langwelle aufzunehmen. Heute ruft man die Website des Elyseepalastes auf, kopiert ein bisschen Code, und schon kann man das Video der Ansprache auf dem Blog zeigen.

Am besten erst das Video angucken. Dann eine kurze Zusammenfassung schreiben und dann erst den Text der Ansprache nachlesen.

> Voeux de M. le Président de la République aux Français

Versuchen wir es mal mit ein bisschen Lexikometrie:

In Sarkozys Ansprache sind 54 Wörter negativ besetzt, nur 44 Wörter sind positiv besetzt. Als Themen werden Wirtschaft (3), Finanzen (8), Wahlen (1), Familie (1) und Geschichte (1) genannt. Unter den europäischen Nachbarn werden nur Griechenland, Spanien, Irland, Italien und Portugal genannt. 18 mal sagt der Präsident ich, wir oder unsere sagt er 54 mal.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erwähnte bei ihrer > Neujahrsansprache, > Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin (Textversion) 18 negativ besetzte, 25 positiv besetzte Wörter, die aber nicht alle so zum Handeln aufrufen, wie die Wörter in der gleichen Kategorie bei Sarkozy. Er beschränkte sich auf 8 Themen, Frau Merkel nannte 31 Themen und verstärkt dadurch einen etwas eher allgemeinen Charakter ihrer Ansprache. Aber so werden viele Zuhörer angesprochen, und die Kanzlerin bleibt so auch eher im Vagen. Immerhin, sie sagt auch „kinderfreundlicher“ und erwähnt die Menschenrechte. 14 Wörter enthalten eine Aufforderung. Europa wird 6 mal genannt, ohne einen der Partnerstaaten beim Namen zu nennen. Sie sagt 9 mal ich und, das fällt auf: wir (zusammen mit uns/unseren) 48 mal und sie wendet sich an die Zuhörer 18 mal (Sie/Ihnen).

Fazit: Der Präsident beschränkt sich auf einige wenige Themen (Finanzkrise) und versucht, seine Zuhörer zu überzeugen, dass diese Herausforderungen gemeistert werden können: 44 positiv besetzte Ausdrücke. Er sagt doppelt so oft ich, beide sprechen etwa gleich oft von wir/uns. So richtig konkrete Absichten äußern beide nicht. Beide erwähnen die deutsch-französischen Beziehungen nicht.

Hier die > Auswertung zum Herunterladen.

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