Une interview avec Frédéric Lemaître, correspondant du journal LE MONDE à Berlin

In Berlin hat Frédéric Lemaître, der Deutschland-Korrespondent von LE MONDE, auf unsere Fragen zu den deutsch-französischen Beziehungen geantwortet. Das Gespräch wurde im Lichthof der Bundespressekonferenz aufgezeichnet.

Frédéric Lemaître ist Absolvent der Ecole supérieure de Journalisme de Lille. 1995 kam er zu LE MONDE. Von 2003 bis 2007 war er Chefredakteur der der Rubrik Wirtschaft und Unternehmen. Lemaître ist Autor mehrerer Bücher Comprendre la mondialisation (1986), Les 35 heures (1998), Grands patrons, la fin d’un monde (2003). Seit Mai 2007 schreibt er auch Leitartikel für LE MONDE.

Eine Auswahl unserer Fragen: Gibt es Unterschiede im Verhältnis zwischen Journalisten, den Medien und den Politik in Berlin im Vergleich zu Paris? Nein, eigentlich nicht, wenn auch seine deutsche Kollegen, dies in Bezug auf Paris finden würden.

Jeder deutsch-französische Gipfel bestätigt die Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten, und man verspricht regelmäßig eine Intensivierung der Zusammenarbeit. Vor einer Woche hat Angela Merkel in Reims erklärt, Europa sei mehr als nur eine Währung und die deutsch-französische Zusammenarbeit sei unumgehbar in dieser Hinsicht, allerdings hat sie auch hinzugefügt, die Zusammenarbeit sei nicht „exklusiv“. Lemaître hat erläutert, wie er diese Aussage versteht: Hollande hätte seiner Meinung nach, sich genauso äußern können, was er auch am Tage seiner Amtseinführung anlässlich seines Besuches bei Angela Merkel bestätigt hat.

François Hollande hat in Reims erklärt : „Unsere Freundschaft inspiriert Europa: Wir wollen keine Lektion erteilen. Wir wollen nur ein Beispiel geben“, und der Präsident wünscht, eine neue TÜr zu öffnen, so dass die Freundschaft zwischen unseren beiden Nationen noch enger werde.“ Ende Juni, schrieb Lemaître in LE MONDE: „Selbst wenn sie noch nicht ganz auf gleicher Wellenlänge sind, spürt man, dass die Beziehung sich formt.“ Zwischendurch haben der Präsident und die Kanzlerin sich mehrmals getroffen. Vom formalen Händedruck sind sie mittlerweile zur Umarmung übergegangen, aber es bleiben doch noch unterschiedliche Sichtweisen? Aber in Reims habe man nicht von einem neuen Vertrag gesprochen.

Hollande wünscht eine „Vertiefung der Solidarität“, die wenn sie auf eine Vergemeinschaftung der Schulden hinausläuft , von Merkel (noch) strikt abgelehnt wird. Andererseits ist hat sie sich für sie für die Vertiefung der politischen Union. Ist das eher eine Frage der Prioritäten? Denn soweit sind ihre Vorstellungen nicht auseinander, die Reihenfolge ist unterschiedlich. Beide Länder haben verschiedene Lösungsansätze für die Krise. Frankreich wünscht mehr Solidarität, Deutschland mehr Integration. Wir seien alle Teil einer europäischen Innenpolitik, habe Merkel erklärt.

In einem Leitartikel der WELT meint Clemens Wergin am 9. Juli 2012, Hollande möchte die Länder anführen, die eine Reform der Institutionen verhindern. Wergin glaubt auch, dass einige der Mitgliedsländer, Merkel auf dem Weg einer stärkeren Integration nicht folgen wollen. In diesem Zusammenhang erwähnt Wergin eine „deutsch-französische Entfremdung“. Dazu meinte Lemaître, er sei nicht ganz einverstanden mit seinem Kollegen der WELT. Ein Referendum über die politische Integration, das Hollande in Frankreich vermeiden möchte, hätte möglicherweise nicht den gewünschten Erfolg in Deutschland.

Außerdem habe wir über den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM und die Project Bonds gesprochen. Die Problem der Vergemeinschaftung der Schulden müsse man auch aus deutscher Sicht verstehen, wo es eine eigen Auffassung dazu gebe; schließlich trete hier beim Länderfinanzausgleich auch der Bund nicht las Gesamthafter auf.

Ist der ESM eine Art Pflaster? Groß genug. Lemaître nennt ihn auch eine Art Fonds monétaire européen, ein Beginn der Vergemeinschaftung der Schulden.

Manchmal befürchten die Mitgliedsländer eine deutsch-französisches Direktorium, die Nachfolge von Jean-Claude Juncker als Chef der Eurogruppe wird unter Frankreich und Deutschland ausgemacht. Angesichts des Gewichts beider Länder – 47 % – in der Eurogruppe findet Lemaître dieses Vorgang ganz normal.

In einem Spiegel-Interview sprach Wolfgang Schäuble von einem Recht zu Gesetzesinitativen für das Europäische Parlament, einer zweiten Kammer und mehr Rechten für Brüssel. In Bezug auf das Parlament, würden ihm die Franzosen ihm folgen, findet Lemaître – jedoch hat die Kanzlerin schon gesagt, diese Ideen seien für übermorgen.

Bundespräsident Joachim Gauck hat Frau Merkel gebeten, den Deutschen die Umstände der Krise besser zu erklären?. Die Frage liegt nahe, ob die Regierung in Paris ihren Landsleuten die Krise besser erklärt. Nein, nicht unbedingt, antwortet Lemaître.

Am 8. Kuli 2012 veröffentlichte LE MONDE unter dem Titel „Pour un nouveau traité franco-allemand“ einen Leitartikel, in dem einige Fragen zum 50. Jubiläum des Elyseevertrages gestellt werden: „Genauso wie Frankreich hat auch Deutschland keine Absicht haben Direktorium in Europa zu bilden, so muss doch ihre enge Zusammenarbeit in Europa ein Modell für die anderen Mitglieder der Gemeinschaft sein. Es ist notwendig, dass mit an diesem Geburtstag einige Themen in Erinnerung gerufen werden: Warum ist man auch 50 Jahre nach Abschluss des Elyseevertrages auf dem Gebiet der Militärkooperation immer noch so zögerlich? Warum gibt es keine gemeinsame Botschaft? Warum sind Frankreich und Deutschland in der Uno und anlässlich der G 20 – Treffen, immer noch nicht in der Lage mit einer Stimme zu sprechen? Warum machen sie sich im Maghreb und Nahen Osten Konkurrenz? Warum sind ihre energiepolitischen Vorstellungen so widersprüchlich? Warum zählt bei der EADS die Nationalität mehr als die Kompetenz? Bei dieser Liste, kann man sich nicht damit zufriedengeben, dass unsere Politiker bei ihren Antworten zunächst nur den nationalen Wählern gefallen wollen.“ Wir haben nicht jeden dieser Punkte angesprochen, aber wir haben in dem Gespräch erwähnt, dass die Klausel hinsichtlich der Sprachvermittlung im Elyseevertrag in den letzten 50 Jahren nicht erfüllt worden ist. Auf jeden Fall muss man zuerst einmal eine Bilanz des Vertrages machen.

> Frédéric Lemaître, Éditorialiste, Le Monde

> Artikel von Frédéric Lemaître in LE MONDE

> So funktionert der ESM – Website der Tagesschau

Stichwort: > Länderfinanzausglaich – Website der Tagesschau

Discours lors de la céremonie du 50e anniversaire de la rencontre du Général de Gaulle et de Konrad Adenauer à Reims

„Europa ist mehr als eine Währung,“ verkündete Angela Merkel in Reims, sichtlich erleichtert, mal etwas richtig Gutes zum Euro sagen zu dürfen. Mit ihrem von Wind und Wetter zerzaustem Haar sah die Bundeskanzlerin echt unternehmungslustig aus.

Thomas E. Schmidt, > Die Physikerin. Über die Langeweile in der deutschen Politik – Gratis lesen, in: > MERKUR 7/2012.

Mit der Kamera wäre ich gerne dabeigewesen. Nicht nur wegen der Fotos, sondern auch wegen des denkwürdigen Ereignisses, das François Hollande und Angela Merkel an diesem Sonntag in Reims gefeiert haben. Und vom formalen steifen, gar distanzierten Händedruck gingen Präsident und Kanzlerin endlich zu der Umarmung und den Küsschen über, die zeigen, wir arbeiten gut zusammen. Vor 50 Jahren auf den Tag genau trafen sich hier General de Gaulle und Konrad Adenauer, um bei und mit einer Messe in der Kathedrale von Reims, um die deutsch-französische Aussöhnung nach drei furchtbaren Kriegen zu besiegeln. Die Begegnung in Reims war damals ein Auftakt zu einer neuen Epoche der deutsch-französischen Beziehungen, die die beiden Staatsmänner im Januar 1963 mit der Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages dokumentierten. So wie ohne die deutsch-französische Aussöhnung der Auf- und Ausbau der EU nicht möglich gewesen wäre, so ist das Einverständnis zwischen Frankreich und Deutschland auch heute ein Dreh- und Angelpunkt der Europas.

Und hier in Auszügen auf Deutsch:
> Berlin muss die Frankreich-Politik überdenken – Von Clemens Wergin, in DIE WELT, 8.72012

> Fotos auf der Website der Bundesregierung

> Fotos auf der Website des Elyseepalastes

Le Premier ministre Jean-Marc Ayrault:
Déclaration de politique générale du Gouvernement à l’Assemblée nationale

97 Minuten hat heute am 3. Juli 2012 die erste Regierungserklärung des neuen Premierministers Jean-Marc Ayrault gedauert. Und hinterher sprachen ihm die Abgeordneten ihr Vertrauen aus.

> Déclaration de politique générale du Gouvernement à l’Assemblée nationale – Video – Website der Regierung

Früher habe ich bei solchen Anlässen immer leere Kassetten für meinen Langwellenradiorekorder gesucht, heute wird ein bisschen Code kopiert, und das Video wird angezeigt.

Wieder eine perfekte Übungsaufgabe: Das Film der Rede des Premierministers ansehen, einen kurzen Artikel als Zusammenfassung schreiben und dann oder gar vorher > die Rede des Premierministers im Wortlaut lesen.

> http://www.gouvernement.fr/sites/default/files/interventions/07.03_discours_de_politique_generale_de_jean-marc_ayrault_premier_ministre_devant_lassemblee_nationale.pdf

Kein Wahlversprechen zurücknehmen und trotzdem in das Haushaltsloch der fehlenden 40 Milliarden EUROS hineingucken. Einige Maßnahmen wie die Erhöhung der Steuern für die Großindustrie oder der Reichensteuer wurden angekündigt. Aber die so notwendigen Reformen für den Arbeitsmarkt wie die Rücknahme oder am besten Annullierung des Gesetzes über die 35-Stunden-Woche fehlten. Aber immerhin, das Wort emploi kommt 28 in seiner Rede vor und 5 mal nennt er die Arbeitslosigkeit: chômage. Die heftigen Angriffe auf die Vorgänger Regierung, ach, das ist Tradition in unserem Land, meinte ein französischer Freund, gehört halt zum politischen Klima mit dazu. Und die Tagesthemen haben heute abend bei uns auch richtig lang und ausführlich über die Rede Ayraults berichtet. Neue Regierung. Eine neue Politik? Es lohnt sich schon, diese Rede genau anzusehen. Gerade auch im Dialog mit den Abgeordneten, die teilweise dem Premierminister stehende Ovationen gewähren. Andere Abgeordnete gucken ganz mürrisch drein. – Wird François Hollande, wie er es vor seiner Wahl zum Staatspräsidenten versprochen hat, dem Premierminister die Führung der Politik der Nation gemäß Artikel 20 der Verfassung der V. Republik überlassen? Ayrault nennt Europe 10 mal, Allemagne kommt in seiner Rede nicht vor. Aber seine Stellungnahme zu den deutsch-französischen Beziehungen lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Oui mes chers collègues, Mesdames et Messieurs les Députés, les nations ne vont pas disparaître, il n’y aura pas de dilution de notre identité, mais nous savons aussi – et c’est notre devoir de le dire – que dans un contexte de mondialisation, notre avenir est indissociablement lié à celui de nos voisins, avec lesquels nous partageons une culture et un modèle social. La relation franco-allemande occupe à cet égard une place centrale. Vous connaissez ma conviction personnelle sur cette relation. Elle demeure le socle de la construction européenne, car l’histoire nous a donné une responsabilité particulière. Ouverts aux autres pays de l’Union, qui demandent légitimement leur part d’initiative dans la décision, nos deux pays permettront ensemble à l’Europe de progresser chaque fois, et ce Conseil l’a prouvé, que la solidarité avance, eh bien c’est l’intégration politique qui devient possible.“

François Hollande und die Bildung

Der neue Präsident François Hollande hat es in seinem ersten Monat gleich geschafft auf dem Titelblatt der > duz-europa zu erscheinen. Tatsächlich sind die Erwartungen hoch an seine Präsidentschaft. Der Teaser des ihm gewidmeten Artikels in der DUZ fasst die Perspektiven für die Bildung unter der neuen Regierung kurz zusammen: „Paris Auf der Agenda des neuen französischen Präsidenten François Hollande steht die Bildung ganz oben. Das betrifft vor allem die Schulen. Ziel ist, den Jugendlichen wieder mehr Zukunftschancen zu geben. Jeder vierte junge Erwachsene ist arbeitslos. Die Hochschulreform seines Vorgängers Nicolas Sarkozy will Hollande korrigieren. Die neue Wissenschaftsministerin Geneviève Fioraso kündigte an, das Vertrauen zwischen Wissenschaft und Politik durch Gespräche wieder zu stärken. Wissenschaftler seien von den heftigen Veränderungen überrumpelt worden.“ Aber man darf nicht nur da weitermachen, wo die alte Regierung aufgehört oder nicht weitergemacht hat. Einige Versprechen aus sein Wahlkampf hat Hollande schon umgesetzt, sio die Aufhebung des circulaire dite « Guéant » , das die ausländischen Studenten daran hinderte, einen Job anzunehmen. (> La circulaire Guéant sur les étudiants étrangers officiellement abrogée – LE MONDE 31 mai 2012) Schon nach seiner Amtseinführung und vor seinem Antrittsbesuch bei Angela Merkel am gleichen Tag hat er am 15. Mai die Verdienste von > Jules Ferry (Vidéo, site du Palais de l’Élysée) gewürdigt und die Bedeutung der Schule in Frankreich hervorgehoben: „L’Ecole, c’est l’arme de la justice. / Die Schule, das ist eine Waffe der Gerechtigkeit.“ > Discours de M. le président de la République en hommage à Jules Ferry

Es gibt die > deutsch-französische Hochschule und eine große Anzahl deutsch-französischer und trinationaler Studiengänge. Und es gibt die > France-Mobiles, die in den letzten Jahren 1 Mio. km durch Deutschland für die französische Sprache gerollt sind. Das sind nur zwei von vielen anderen Initiativen zugunsten von Bildung und Sprache in beiden Ländern. Mit dem Regierungswechsel bietet sich ein Neuanfang auch auf dem Bildungssektor an. Das Interesse der Schüler in Frankreich und Deutschland für den Nachbarn jenseits des Rheins wächst schnell, wenn sie mehr über ihn erfahren. Und wenn ihnen die Gelegenheit geboten wird, ihre Sprachkenntnisse unter Beweis zu stellen.

Eine Aufwertung des Deutsch-französischen Jugendwerkes. Das wärs. Der bevorstehende Jahrestag der Ansprache General de Gaulles an die deutsche Jugend in Ludwigsburg im kommenden Herbst wäre für die französische Regierung eine wunderbare Gelegenheit an die gemeinsamen Perspektiven zu erinnern: „Man braucht ja nur die Flamme in Ihren Augen zu beobachten, die Kraft Ihrer Kundgebungen zu hören, und bei einem jeden von Ihnen die Leidenschaftlichkeit und in Ihrer Gruppe den gesamten Umsprung mitzuerleben, um überzeugt zu sein, dass diese Begeisterung Sie zu den Meistern des Lebens und der Zukunft auserkoren hat.“ Und de Gaulle fügte hinzu: „Während unsere beiden Staaten die wirtschaftliche, politische, und kulturelle Zusammenarbeit fördern werden, sollte es Ihnen und der französischen Jugend obliegen, alle Kreise, bei Ihnen und bei uns dazu zu bestreben, engere Bande zu knüpfen, einander immer näher zu kommen, und besser, sich besser kennen zu lernen.“ Zieht man 50 Jahre nach dieser Rede Bilanz und überlegt, dwas die deutschen und französischen Regierungen ganz praktisch für die Förderung der Nachbarsprache wirklich getan haben, fällt die Bilanz recht mager aus. uUf beiden Seiten des Rheins gehen die Zahlen der Schüler, die die Nachbarsprache lernen zurück.


> Argumente für Französisch


Zu selten hören die Schüler, dass das Erlernen der Nachbarsprache eine der allerbesten Berufsversicherungen ist. Und außer Grammatik und Vokabeln wird ihnen oft nur ein oberflächlicher Eindruck in die > Politik des Nachbarlandes geboten. Die > deutsch-französischen Beziehungen sind nur ein Kapitel unter anderen auf dem Lehrplan. Und gelungener Schüleraustausch findet längst nicht an allen Schulen statt. Investitionen in die Bildung sind genauso gut platziert wie für den EURO. Jeder Schüler, der sich für Französisch, bzw. in Frankreich für Deutsch entscheidet, sollte in den ersten beiden Jahren zumindest einmal das Angebot bekommen, an einem Schüleraustausch mit den Schülern im Nachbarland teilzunehmen.

> Hollande propose à l’Union européenne son „pacte pour la croissance“ nécessitant 120 milliards L’Aisne nouvelle – 17 juin 2012

Die Wahlen zur Nationalversammlung – Resultate des 2. Wahlganges

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Die Parti socialiste hat die absolute Mehrheit gewonnen

300 Sitze für die Parti socialiste, das sind 11 Sitze mehr als für die absolute Mehrheit notwendig sind. François Bayrou (MoDem) und Ségolène Royale sind nicht wiedergewählt worden. Sie wurde von Olivier Falorni (vorher PS, den die Partei schon ausgeschlossen hatte) geschlagen, den > Valérie Trierweiler unterstützt hatte. Dafür wurden alle Minister der Regierung Ayrault gewählt. Zwei Abgeordnete des Front National ziehen in das Palais Bourbon ein. Im 7. Wahlkreis für die Franzosen im Ausland wurde Pierre-Yves Le Borgn‘ (PS) mit 56 % der abgegebenen Stimmen gewählt. Die Zeit der Wahlgeschenke ist jetzt vorbei. Die Linke weiß, dass das Defizit nicht zu groß werden darf. Sowie das Wahlgetöse endgültig vorbei ist und jeder auf seinem Posten ist, wird die Regierung bestimmt damit beginnen, den Franzosen einige unangenehme Wahrheiten zu verkünden.

> Législatives 2012 – 2e Tour : les résultats circonscription par circonscription – LE MONDE 18 juin 2012

> Un palais rose Bourbon – Libération 18 juin 2012

Morgen wird in Frankreich gewählt

289 Parlamentssitze benötigt François Hollande für eine absolute Mehrheit der Parti socialiste PS. Die Meinungsforscher glauben zwar an 295-330 Sitze, aber es stellt sich doch die Frage, ob das > Tweet seiner Lebensgefährten Valérie Trierweiler, mit dem sie sich im ersten Wahlkreis von La Rochelle für Olivier Falorni zum Nachteil von von Ségolène Royal aussprach, am Eindruck, eines „normalen Präsidenten“ ein wenig kratzen könnten. Auf diese scène de ménage in den Medien hätte Hollande sicher gerne verzichtet. Hat er in gewisser Weise auch, weil er sich dazu gar nicht geäußert haben soll. Bis zur Wahl wurden Wahlkampfgeschenke – Wiedereinführung der Rente mit 60 Jahren – verteilt, danach wird man wieder zur seriösen Politik zurückkehren. Hollande hat versprochen, dass ein Schwerpunkt seiner Präsidentschaft der Bildung gewidmet werden wird. Und der EURO-Rettung sowieso. Der schnelle Empfang der SPD-Troika in Paris ist Teil seines indirekten Wahlkampfs, aus dem er sich ja eigentlich heraushalten wollte. Bekommt er seine erwünschte Mehrheit am Sonntag, wird Frau Merkel sich noch ein bisschen mehr auf den neuen Präsidenten einstelllen müssen. Grundlegende Veränderungen sind in den deutsch-französischen Beziehungen nicht zu erwarten. Es gibt aber eine Chance, ihnen ab Montag wieder mehr Gewicht im Sinne der Gestaltung der Politik zu verleihen.

Auf diesem Blog:
> Angela Merkel und François Hollande: Die deutsch-französischen Beziehungen
Ein Gespräch mit Prof. Uterwedde im DFI

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