Jacqueline Hénard (Paris):
Wohin bewegt sich Frankreich?

Di, 13. November 2012 19:30
Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart

Seit Jahren wird in Frankreich über den Niedergang des Landes diskutiert. Sinkende Innovationskraft, hohe Arbeitslosigkeit, die soziale Desintegration in den Vorstädten – die Republik scheint in einer Krise. Die Regierung des neuen Präsidenten François Hollande hat einen Neuanfang auf allen Politikfeldern versprochen. Aber wie sehen die Maßnahmen konkret aus? Sind die Ansätze überzeugend und werden sie in einer stark verflochtenen Weltwirtschaft greifen? Die Politikwissenschaftlerin, Journalistin und Autorin Jacqueline Hénard analysiert und kommentiert die politischen Entwicklungen für die angesehensten Medien in beiden Ländern. Ihr Vortrag wird eine Antwort auf die Frage versuchen, wohin sich Frankreich unter François Hollande bewegt.

Vortrag in deutscher Sprache.

Der Vortrag wird von der DVA-Stiftung gefördert.

Le rapport de la Commission de rénovation et de déontologie de la vie publique

Gestern ist der Bericht der Commission de rénovation et de déontologie de la vie publique unter Leitung des früheren Premiministers Lionel Jospin > Pour un renouveau démocratique (131 S., Vorschläge, S. 114-117, Synthèse du rapport, S: 118-124) Präsident Hollande im Elysée-Palast übergeben worden:

> Communiqué – Rapport de la commission présidée par M. Lionel JOSPIN
Auf der Website des Elyseepalastes.

Auf der Banderole des Berichts stehen die Stichorte: „Election présidentielle, élection des dépputés et des sénateurs, cumul des mandats, Statut juridictionnel du du chef de l’État et des ministres, Prévention des conflits d’intérêts.“ Bie uns hat gerade der Bundestag das Wahlrecht novelliert – fast unbemerkt, zügig und ohne viel Aufhebens mit wenig öffentlicher Diskussion. Dabei würde es sich so sehr lohnen mal ein wenig über den Rhein zu gucken: > Der Blick nach Frankreich: Das Wahlrecht für die Abgeordneten.

Besonders interessant sind die Überlegungen der Kommission bezüglich der Nationalversammlung. Schlagen wir Seite 120 des Berichts auf: Die Kommission votiert für dei Beibehaltung des bisherigen Wahlrechts + einer Dosis Verhältniswahlrecht. 10 % der Abgeordnete oder mehr sollten auf einer Liste in einem nationalen Wahlkreis aufgestellt werden und nach dem Verhältniswahlrecht gewählt werden… „sans compromettre les acquis majoritaire.“ Der Bericht der Kommission wird sicher öffentlich diskutiert werden. In Berlin geht das ganz anders, die Fraktionen verkünden den Wählern, auf welches Wahlrecht sie sich geeinigt haben. Nämlich auf einen Kompromiss, mit dem alle von der erhöhten Zahl der Anbgeordneten profitieren können.

> Pour un renouveau démocratique (131 S.)

Auf der Website der Commission de rénovation et de déontologie de la vie publique schreibt Lionel Jospin:

„Le mot du Président

Lors de son intervention devant les Français le 14 juillet dernier, le Président de la République a annoncé la création d’une commission chargée de réfléchir à la rénovation et à la déontologie de notre vie publique. (…)

Nos thèmes de travail sont nombreux : déroulement de l’élection présidentielle, statut juridictionnel du chef de l’Etat, cumul des mandats pour les parlementaires et pour les ministres, modes de scrutin aux élections législatives et aux élections sénatoriales, règles déontologiques et prévention des conflits d’intérêts… Vous en trouverez la liste complète dans > la lettre de mission que m’a adressée le Président de la République.“

> Commission de rénovation et de déontologie de la vie publique

Jean-Louis Trintignant im Alten Schauspielhaus in Stuttgart

Am 15. November 2012 im > Alten Schauspielhaus

Jean-Louis Trintignant rezitiert drei freiheitsliebende Dichter des 20. Jahrhunderts – Boris Vian, Jacques Prévert, Robert Desnos

Vom Theater tri-bühne in Kooperation mit den Schauspielbühnen veranstaltet

Der französische Film- und Theaterschauspieler Jean-Louis Trintignant ist einer der berühmtesten Künstler Frankreichs. Kürzlich erhielt Michael Hanekes Film „Liebe“ mit ihm in der Hauptrolle in Cannes die Goldene Palme.

Neben der Darstellenden Kunst beschäftigt er sich aber mit großer Leidenschaft mit einer weiteren Disziplin: Er ist verrückt nach Poesie, er hält nicht inne, sie zu verschlingen und sie seinen Mitmenschen vorzutragen. Um uns an seiner Passion Teil haben zu lassen, hat er drei Dichter des zwanzigsten Jahrhunderts gewählt, drei Menschen, die die Freiheit so unabdingbar liebten, wie er selbst es tut. Trintignant rezitiert Prévert, Vian und Desnos. Sie sprechen vom Widerstand und vom Kampf, von der gegenwärtigen Liebe und derjenigen, die fortging. Er spielt mit den Worten, bringt uns, jene wie Waffen schwingend, zum Lachen. Sein Vergnügen ist höchst ansteckend.

Diese Vorstellung ist die Eröffnung des vom Theater tri-bühne veranstalteten 11. Stuttgarter Europa Theater Treffens (SETT 2012).
In französischer Sprache (mit Übersetzungshilfe)

Inszenierung: Gabor Rassov
Licht: Orazio Trotta

Mit Jean-Louis Trintignant (Rezitation)
Daniel Mille (Akkordeon)
Grégoire Korniluk (Violoncello)

Do 15.11.2012 – 20:00 Uhr im > Alten Schauspielhaus
In französischer Sprache – mit Übersetzungshilfe
Eintrittspreis 24,- /19,-

> Kartenvorverkauf

Kinoliebhaber gesucht

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Au plaisir de lire
Leseatelier, Bücherstand und Flohmarkt

Sa 10. November 11 bis 14 Uhr
Deutsch-französische Grundschule Stuttgart Sillenbuch, Silberwaldstraße 22, 70618 Stuttgart

Im Rahmen ihres Projekts „Lust am Lesen“ lädt die deutsch-französische Grundschule in Stuttgart-Sillenbuch Sie ein, gemeinsam mit der Jugend- und Kinderbuchautorin Florence Jenner-Metz verschiedene Bücher und Kamishibaïs (japanisches Erzähltheater mit Lichtbildern) in deutscher und französischer Sprache zu entdecken. Die Straßburger Buchhandlung „La Bouquinette“ wird anlässlich dieses Projekts nach Stuttgart kommen und exklusiv ihr vielfältiges Sortiment an bewährten Klassikern und interessanten Neuheiten präsentieren.

Zudem können Sie sich auch als Privatpersonen an einem Bücherflohmarkt beteiligen, auf dem deutsche und französische Bücher für Kinder und Erwachsene angeboten werden sollen.

Eintritt: frei

Tischreservierung für den Bücherverkauf auf dem Flohmarkt unter: Tel. 0711/4792138 oder direction.dfgs@gmail.com (mit einem Unkostenbeitrag von 8 Euro pro Stand unterstützen Sie den Elternverein der Schule)

Veranstalter: Deutsch-französische Grundschule Stuttgart

> Institut français de Stuttgart

Kalifornien votiert für die Todesstrafe

In einer Volksabstimmung wurde heute in Kalifornien für die Beibehaltung der Todesstrafe gestimmt.

„Proposition 34 lost by about 6 percentage points, dimming the hopes of death penalty opponents who were trying to abolish the death penalty in California and clear the largest death row in the nation.“ MercuryNews.com

Aus diesem Anlass erinnern wir wieder an > Les réflexions sur la guillotine (1957, dt. Die Guillotine. Betrachtungen zur Todesstrafe) von Albert Camus:

> L’abolition de la peine de mort

IZKT: Vortrag von Ulrich Pfeil (Metz): Frankreichs Meistererzählung vom „Land der Menschenrechte“. Anspruch und Wirklichkeit

Mi, 07. November 2012 19:30
Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart

Historische Meistererzählungen reduzieren komplexe Zusammenhänge auf ein einfaches Grundmuster, transportieren eine ideologische Botschaft mit konkreten Handlungsanweisungen und dienen damit der kollektiven Identitätsbildung. Frankreichs kulturelle Identität von heute bildete sich nach 1789 heraus und ist weiterhin mit einer großen kollektiven Prägekraft für die Republik versehen. Wie sich die Meistererzählung vom « Land der Menschenrechte » etabliert und durchgesetzt hat, welche Akteure dabei eine wichtige Rolle spielten, über welche Wege sie verfügte, um sich öffentliches Gehör zu verschaffen und welche Rolle sie in den aktuellen geschichtspolitischen Debatten spielt, soll in diesem Vortrag vorgestellt werden. Im Zentrum der Ausführungen soll die Frage stehen, welche Rolle diese Meistererzählung bei dem Umgang Frankreichs mit den düsteren Perioden der eigenen Geschichte spielte, wie vor allem bei der Vichy-Zeit und der kolonialen Vergangenheit.

Vortrag in deutscher Sprache.
Vortrag auf Einladung von Prof. Dr. Wolfram Pyta vom Historischen Institut.
Der Vortrag wird von der DVA-Stiftung gefördert

> Frankreich-Schwerpunkt des IZKT

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