Prof. Dr. Frank Baasner (dfi): 50 Jahre Élysée-Vertrag
Wie steht es um die deutsch-französischen Beziehungen?

50 Jahre Elysée-Vertrag
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[Ankündigung der LPB] Der Élysée-Vertrag zog 1963 einen Schlussstrich unter die zur „Erbfeindschaft“ stilisierten spannungsreichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. Durch einen intensiven Austausch auf politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene wurden aus vormaligen Feinden Freunde. Die deutsch-französischen Beziehungen entwickelten sich darüber hinaus zum Motor der europäischen Einigung. Doch wie steht es heute um diese Beziehung?

Prof. Dr. Frank Baasner schildert in seinem Vortrag die Genese der deutsch-französischen Beziehungen seit dem Zustandekommen des Vertrages. Er erklärt, wie es heute im Zeichen der Eurokrise um den „Motor Europas“ steht und wie sich die deutsch-französischen Beziehungen in Zukunft voraussichtlich gestalten werden. 50 Jahre nach Unterzeichnung des Élysée-Vertrages ist Zeit für einen „Rückblick mit Ausblick“.

Prof. Dr. Frank Baasner ist Direktor des Deutsch-Französischen Instituts Ludwigsburg.
In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
Ort: Vortragsraum der Württembergischen Landesbibliothek
Zeit: Dienstag, 29. Oktober 2013, 18 Uhr

> Ein Interview mit Professor Baasner im Deutsch-französischen Institut in Ludwigsburg – 7. März 2012, auf unserm Blog

Die deutsch-französischen Beziehungen und die Europapolitik. Ein Gespräch mit Alfred Grosser

Heute zeigten wir hier das hundertste Video auf unserem TV-Kanal, dessen Filme hier und auf dem > Blog von Klett-Cotta erscheinen:

Am Donnerstag, 12. September, hat Professor Alfred Grosser uns in Paris zu einem Gespräch über den Stand der deutsch-französischen Beziehungen empfangen.

Alfred Grosser (Jg. 1925) stammt aus Frankfurt. Er war von 1948-1967 Generalsekretär des Comité d’échanges pour l’Allemagne nouvelle, das Emmanuel Mounier gegründet hatte. – > La réconciliation franco-allemande après 1945 – Er lehrte über dreißig Jahr am Institut d’Études Politiques in Paris. Kürzlich hat er den > Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis für sein Lebenswerk erhalten.

> Zur Erinnerung: Bei seiner Rede > Die Bundesrepublik, der internationale und innere Friede anlässlich der Entgegennahme des > Friedenspreises des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels 1975 erwähnte Alfred Grosser seine Rolle als Mittler zwischen Frankreich: „Ich darf annehmen, dass durch die Preisverleihung ein besonderer Aspekt der Mittlerfunktion, die ich versuche auszuüben, besonders gutgeheißen wird. Nämlich mein ständiger Versuch, meine ständige Versuchung, auf die Entwicklung der Bundesrepublik etwas Einfluss auszuüben, indem ich die deutschen Verhältnisse für deutsche Leser und Hörer so darstelle, wie ich sie als wohlwollend besorgter Außenstehender sehe.“ A. Grosser, Wider den Strom. Aufklärung als Friedenspolitik, München: dtv 1975, S. 181.

Ab 1976 habe ich in seinen Vorlesungen gelernt, wie man Deutschland von Frankreich aus beobachten kann. Warum sind heute gerade im deutsch-französischen Verhältnis Mittler so nötig? Wir haben doch die Medien? lautete meine erste Frage, und Grosser wies auf die Defizite in der Berichterstattung in den Medien hin. Mittler sein bedeutet für ihn, regelmäßig Vorgänge von beiden Seiten zu sehen eine dieser Seiten in Frankreich oder in Deutschland zu vertreten. Immer wieder geduldig erklären: Ein Beispiel: Arte zeigt einen Film über Adenauer. Der Mittel zeigt Lücken auf: Die Bewunderung Adenauers für Robert Schuman und den 9. Mai 1950 oder der deutsch-israelische Vertrag vom 10. September 1952 wurden nicht erwähnt. Außerdem äußert sich Grosser kritisch über die Europapolitik in Paris und Berlin, für die aus nationalen Rücksichtsmaßnahmen viel zu wenig getan werde:

Das deutsch-französische Jahr 2012/2013 anlässlich des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages hatte mehrere Höhepunkte: in Ludwigsburg wurde der 50. Jahrestag der Rede de Gaulles an die deutsche Jugend gefeiert, im Januar kam das französische Parlament in den Bundestag, im Juli wurde der 50. Jahrestag der Gründung des deutsch-französischen Jugendwerks gefeiert und zuletzt kam Bundespräsident Joachim Gauck nach > Oradour-sur-Glane. War dieser Besuch eine weitere Etappe der deutsch-französischen Aussöhnung?

Im Januar zeigte sich A. Grosser in La Croix, die Zeitung, für die er als Kolumnist seit 1955 regelmäßig schreibt – erfreut, dass so viele Themen über alle Themen, die bei diesen deutsch-französischen Festtagen erwähnt worden sind. Und was alles nicht gesagt wurde! Supranationalität, Robert Schumann, 9.Mai 1950, das ungleich deutsch-französische Paare mit großen Erfolgen, das Auseinanderdriften der deutschen und französischen Wirtschaftsleistungen, die europäische Außenpolitik! Der 50. Geburtstag des Deutsch-französischen Jugendwerks ist in den Medien erwähnt worden, aber die besondere Bedeutung des Jugendwerks kam dabei kaum rüber. Andere private Organisationen wie das Centre d’échanges internationaux oder die Fondation Seligmann sind noch weniger bekannt.

Die Arbeitsebene der Deutsch-französische Beziehungen: Das deutsch-französische Jahr wurde mehrmals offiziell gefeiert, derweil im täglichen Politikbetrieb die Probleme nicht kleiner werden. Das gibt für den Euro, die Wirtschaftspolitik wie für die Energiepolitik. Um Kompromisse und Konzessionen wird weiterhin immer hart gerungen. Erst danach gibt es eine deutsch-französische Position. Beruhen alle Entscheidungen immer auf einer Art Gleichgewicht?

Im Januar erwähnte Grosser in La Croix den Besuch des französischen Parlaments im Bundestag: „Mais la crainte d’au moins une partie du gouvernement français, et sans doute de François Hollande, est de voir le « couple » franco-allemand aller vers un déséquilibre non plus seulement économique, mais politique.“ François Hollande und Angela Merkel haben zusammen einen nicht ganz einfachen Start gehabt. In La Croix hat Grosser am 3. April die tiefgreifende Unterschiede erwähnt, die sich weniger auf Kanzlerin und Präsident beziehen, sonder eher auf die wirtschaftlichen und historischen Ausgangspositionen Deutschlands und Frankreichs. Wieso ist es notwendig, die Geschichte beider Länder gut zu kennen? haben wir Alfred Grosser gefragt. Im Januar 2013 hat er in La Croix geschrieben: Man suche eingegangene Verpflichtungen zu umgehen oder zu reduzieren anstatt von einer Vision für die Zukunft zu entwickeln. Warum fällt das in Paris und Berlin so schwer? Anlässlich des 100. Geburtstages von Robert Schuman haben Sie in einem Artikel für La Croix gefragt, was ist ein Staatsmann? Ihre Antwort: Das ist jemand der regiert und nicht auf die Umfragen schaut, um zu wissen, was er tun darf oder was er nicht tun darf. Solche mutigen Entscheidungen, wie Schuman sie bezüglich der Gemeinschaft von Kohle und Stahl getroffen hat, gibt es heute nicht mehr.

Man spricht immer wieder vom Stottern des deutsch-französischen Motors in Europa. Warum fällt es der Kanzlerin und dem Präsidenten so schwer, auf die Zukunft Europas mehr Einfluss zu nehmen? Die erfolgreichen Initiativen von Schmidt und Giscard d’Estaing oder Kohl und Mitterrand sind Geschichte?
Gibt es noch Chancen für eine gemeinsame deutsch-französische Außenpolitik?

Wir haben auch über Syrien gesprochen. Präsident Hollande ist bereit einzugreifen, aus Deutschland kommen viele warnende Stimmen, derweil Bundespräsident Gauck unmissverständlich von einem „Tabubruch“ spricht und daran erinnert, dass deutsche Truppen für einen Einsatz nicht zur Verfügung ständen. Eine deutsch-französische Position gegenüber Syrien ist in weiter Ferne? Nach dem Rundgang in Oradour sagte Hollande, dass ein Einsatz in Syrien auch Ausdruck einer Verantwortung gegenüber der Vergangenheit sei? Stimmen Sie ihm zu?

Und wir haben die Gelegenheit dieses Gesprächs genutzt, um Alfred Grosser zu fragen, warum sollen deutsche Schüler Französisch lernen?

> Wer ist eigentlich … Prof. Alfred Grosser ? Website des Gymnasiums im Alfred-Grosser-Schulzentrums in Bad Bergzabern

Auf unserem Blog:

> Der Videofilm. Nachgefragt: Alfred Grosser, Die Freude und der Tod. Eine Lebensbilanz, 4. Mai 2011

Und noch aus der Zeit, als wir noch keine Videokamera hatten:

> Ein Gespräch mit Alfred Grosser, 19. Juni 2008

Französische Botschaft lud zum Forum „Zukunft des Buches, Zukunft Europas“

Die Entwicklung des E-Books beschert der Buchbranche neue Perspektiven

Am 9. September 2013 fand in Berlin das Buchforum „Zukunft des Buches, Zukunft Europas“ statt. Die Veranstaltung wurde vom Büro für Buch- und Verlagswesen der französischen Botschaft in Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des deutschen Buchhandels, der Frankfurter Buchmesse, dem Deutschen Kulturrat und dem internationalen literaturfestival berlin ausgerichtet.

FR – Forum „Zukunft des Buches, Zukunft Europas“ – en vidéo
DE – Forum „Zukunft des Buches, Zukunft Europas“ – Alle Beiträge als Videofilme

Mots de bienvenue:

Hochrangige Gäste aus Kultur und Politik diskutierten mit Schriftstellern, Verlegern und Buchhändlern in der Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin über folgende Fragen: Wie entwickelt sich der Buchsektor im Umfeld des schnell wachsenden E-Bookmarktes? Welche politischen Ansätze gibt es zur Unterstützung des Buches? Welche Rolle kann und muss Europa dabei spielen?

Das Forum wurde von Matthias Petschke, dem Hausherrn und Leiter Europäischen Kommission in Deutschland, dem > Botschafter der Französischen Republik S. E. Maurice Gourdault-Montagne >> und Christophe Musitelli, dem Bereichsleiter Französische Sprache, Buch und Wissensvermittlung, Institut français eröffnet.

Alexander Skipis, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Börsenvereins e.V., erklärte, jetzt würden die Weichen für das digitale Zeitalter gestellt, daraus ergäben sich Forderungen an die Buchbranche und an die Politik:

Die Nachfrage für das Buch sei zwar weiterhin ungebrochen. Er unterstrich die Notwendigkeit, dass Verlage in der Lage bleiben müssen, auch unbekannten Autoren eine Chancen zu geben: Was wäre, wenn Kafka nie verlegt worden wäre? Der Buchmarkt sei das Rückgrat der Buchindustrie und er verwies auf den vorbildlichen Buchmarkt in Frankreich und Deutschland, wo die Preisbindung, das Urheberrecht und der ermäßigte Mehrwertsteuersatz den Markt schütze. Aber dieser Status quo beginne zu brökeln. Kultur könne aber aufgrund solcher Rahmenbedingungen entstehen. Mit Nachdruck wies Skipis auf die Notwendigkeit hin, dass die Buchbranche ihren digitalen Wandel gestaltet: „Wir brauchen den Partner Politik für flankierende Maßnahmen.“

Anschließend diskutierten Julia Claren, Geschäftsführerin des Dussmann Kulturkaufhauses in Berlin, Nicolas Georges, Beauftragter für Buch und Lesen im Ministerium für Kultur und Kommunikation, Paris, Michael Kleeberg, Schriftsteller, Thomas Macho, Professor für Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität Berlin und > Matthieu de Montchalin, Präsident des französischen Buchhändlerverbandes über „Die Bedeutung der Buchhandlung für das 21. Jahrhundert“.

Matthieu de Montchalin warnte vor den Folgen der Digitalisierung: Chaque fois qu’un maillon se casse, on risque de perdre toute la chaîne.“ Er wies auch auf die Folgen und Gefahren hin, wenn alle, die an der Wertschöpfungskette für das Buch (> la chaîne du livre) beteiligt sind, in einer Hand konzentriert werden. Deutschland und Frankreich hätten zusammen das dichteste Netz von Buchhandlungen weltweit, das es zu verteidigen gelte.

> Roger Chartier (Professor am > Lehrstuhl „Schriften und Kulturen im modernen Europa“ des Collège de France, Direktor an der EHSS in Paris) vor, hielt den Eröffnungsvortrag und warnte eindringlich vor der Illusion, ein Text auf digitaler Basis sei das Gleiche wie ein Text in Buchform: „Le texte n’est plus le même lorsque le support change:“

„Schreiben, Veröffentlichen und Lesen im digitalen Zeitalter“ war das Thema des folgenden Panels, auf dem > Jean Claude Bologne, Schriftsteller und Präsident des französischen Schriftstellerverbandes, Xavier Darcos, Präsident des Institut français in Paris, Thomas Hettche, Schriftsteller, > Vincent Montagne, Verleger und Präsident des französischen Verlegerverbandes, und René Strien, Verleger, Aufbau Verlag, miteinander disktuierten.

<< > Jacques Toubon

Voir aussi:

> Jacques Toubon: „Il faut inscrire la culture en ligne dans l’économie de l’immatériel“ – La Tribune, 25.4.2013

In der folgende Runde hielten Jacques Toubon, ehemaliger Justiz- und Kulturminister, Beauftragter für Internet und Kulturgüter, Französischer Präsident des > Deutsch-Französischen Kulturrates, und Kristin Schreiber, Stellvertretendes Kabinettschefin des > EU-Kommissars für Binnenmarkt und Dienstleistungen Michel Barnier Impulsreferate zum Thema „Die Wirtschaft des Buches und seine Besonderheit als Kulturgut“.

Anschließend diskutierten sie mit Peter Krauss vom Cleff, Kaufmännischer Geschäftsführer der Rowohlt Verlag GmbH. Diese Runde wurde von Anne Bergmann-Tahon, Direktorin der European Publishers moderiert.

N.B. > Nomination de Jacques Toubon président du Conseil d’orientation de l’Établissement public du Palais de la Porte Dorée

Die letzte Diskussionsrunde vereinte Jürgen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, Thibaut Kleiner, Mitglied im Kabinett der > EU-Kommissarin für die Digitale Agenda Neelie Kroes (> Thibaut Kleiner auf Twitter), Regine Möbius, Schriftstellerin, Vizepräsidentin des Deutschen Kulturrats, Kunst- und Kulturbeauftragte von ver.di auf Bundesebene, > Camille de Toledo, Schriftsteller, Gründer der > Société europénne des auteurs (S.E.A). Die Runde wurde von Lena Bopp (FAZ) moderiert.

Tenor und Ergebnisse dieses Forums wurden von der gemeinsamen Erklärung aufgegriffen, die vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., vom Deutschen Kulturrat sowie vom Syndicat National de l’Edition unterzeichnet wurde. In dieser Erklärung wird u.a. gesagt: „Die Entwicklung des digitalen Buchmarktes in Europa ist eine große Chance für eine Branche, deren Aufgabe das Schaffen und Verbreiten von Inhalten ist. In ganz Europa arbeiten Verlage und Buchhandlungen an der Entstehung und Umsetzung von neuen Geschäftsmodellen und Initiativen, die sich durch die Digitalisierung von Büchern und Lesestoffen eröffnen.“ Die vier Verbände richten folgende Forderungen an die Adresse der Regierungen Deutschlands und Frankreichs: „Die in 11 Ländern der Europäischen Union geltende Buchpreisbindung ist unantastbar und darf ebenso wie andere nationale Maßnahmen zum Erhalt der kulturellen Vielfalt nicht Gegenstand internationaler Handelsabkommen werden. Sie ist darüber hinaus als Instrument zur Stärkung des Bucheinzelhandels auch für andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union empfehlenswert.“ Sie sprechen sich dafür aus, „die EU-Mehrwertsteuerrichtlinie dahingehend anzupassen, dass die Mitgliedstaaten den reduzierten Mehrwertsteuersatz auch auf elektronische Bücher anwenden können.“ Sie nennen ihr Sorge vor zunehmenden „Wettbewerbsverzerrungen durch einseitige Steuervorteile, wie sie z.B. durch eine entsprechende Firmensitzpolitik international tätiger Unternehmen entstehen“, die beseitigt werden sollten. Mit großem Nachdruck erinnern die vier Verbände an die Bedeutung des Urheberrechts:“ Das Autorenrecht ist der Kern des europäischen Urheberrechts. Der Urheber steht im Mittelpunkt dieses Rechts, er allein entscheidet, ob und wie sein Werk veröffentlicht wird. Dieser Grundsatz des europäischen Urheberrechts muss auch in der digitalen Welt mit ihren neuen Publikationsmöglichkeiten Bestand haben und darf nicht durch Anpassungen an die digitalen Gegebenheiten aufgeweicht werden.“ (Hervorhebungen: H.W.)

> Deutscher Kulturrat und Börsenverein verabschieden mit französischen Partnern eine gemeinsame Erklärung zum digitalen Buchmarkt in Europa:


> Erklärung „Zukunft des Buches – Zukunft Europas“ von Deutscher Kulturrat, Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Syndicat national de l’édition und Syndicat de la Librairie Française

> Déclaration franco-allemande du 9 septembre 2013 du Deutscher Kulturrat, du Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., du Syndicat national de l’édition et du Syndicat de la Librairie Française


> Französische Botschaft lädt zum Forum „Zukunft des Buches, Zukunft Europas“ – > Programm (siehe PDF-Dokument)
> Forum du livre « Avenir du livre, avenir de l’Europe » – > Programme (format PDF)

Links zu diesem Beitrag:
> www.romanistik.info/e-book.html

> Syndicat de la librairie française

H. Bleicher-Nagelsmann, > Freiheit, die sie meinen. Das »Gespenst« der Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP), schrieb u. a.: „Hier (das ist das geplante Freihandelsabkommen, H.W.) geht es um alle Bereiche der Kultur und insbesondere den Rundfunk- und Filmbereich. Die Gefährdung dieses Sektors war es, der die Franzosen aber auch die europäischen Medien- und Kulturgewerkschaften auf die Barrikaden gebracht hatte. Auf Druck der französischen Handelsministerin mit Präsident François Hollande im Rücken, konnte dann in der entscheidenden Runde der Handelsminister eine »kulturelle Ausnahmeregelung« in das Verhandlungsmandat zum TTIP aufgenommen werden. Dies gilt jetzt; vorerst jedenfalls.“

Ein Gespräch mit Claire Demesmay, DGAP: Die deutsch-französischen Beziehungen und die Konsenswerkstatt

Gestern waren wir mit unserem > transportablen TV-Studio in Berlin unterwegs und haben mit in der Gesellschaft für Auswärtige Politik DGAP mit Claire Demesmay über das Buch „Die Konsenswerkstatt“ gesprochen, das sie zusammen mit Martin Koopmann und Julien Thorel gerade herausgegeben hat. Claire Demesmay leitet seit Februar 2009 das Frankreich-Programm der DGAP.

Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, Berlin:
> Dr. Claire Demesmay, Programmleiterin Frankreich / Deutsch-französische Beziehungen

Bei jedem deutsch-französischen Gipfel versprechen sich Kanzlerin und der französische Staatspräsident eine Intensivierung der Zusammenarbeit, dieser Textbaustein darf in keinem deutsch-französischen Kommuniqué fehlen. Wir wollten wissen, wie es steht zur Zeit n um die Realisierung solcher Versprechungen steht? Abgesehen von diesen Gipfelbegegnungen gibt es tatsächlich eine sehr enge Kooperation zwischen beiden Regierungen, auch auf allen Ebenen der Ministerien, worüber die Öffentlichkeit nur bei bestimmten Anlässen explizit informiert wird. Wie kann man diesen deutsch-französischen Alltag beschreiben? Funktioniert dieser Austausch am besten auf den persönlichen Ebenen außerhalb der offiziellen deutsch-französischen Gremien?

Das Buch Die Konsenswerkstatt untersucht mit elf Beiträgen, die deutsch-französische Kooperation auf den Feldern der Wirtschafts- und Finanzpolitik, der Außen- und Sicherheitspolitik, der Energie- und Umweltpolitik und schließlich auch unter den Gesichtspunkten Integration und Vertiefung. In ihrer Einleitung umreißen die Herausgeber den thematischen Rahmen ihres Buches: „Die Institutionalisierung der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich hat einen Grad erreicht, der in der Geschichte der internationalen Beziehungen einzigartig ist.“ Unsere Frage: Darf man das gelegentliche Stottern des deutsch-französischen als ein normales Betriebsgeräusch anhören?
Der zweite Satz gibt zu verstehen, dass der Wille vorhanden ist, man aber noch ein gutes Stück vor sich habe: „Sie (die Zusammenarbeit, H.W.) ist Ausdruck des Willens beider Staaten, eine neue Form des Regierens zu schaffen, die im europäischen Mehrebenensystem zwischen der nationalen und der europäischen Ebene angesiedelt ist.“(S. 9) Was ist das genau: „eine neue Form des Regierens“?
In einem Beitrag für die Zeitschrift Internationale Politik (Juli/August 2013) > Kollektive Obsession spricht Frau Demesmay vom „Auseinanderdriften des europäischen Tandems“ und erklärt dies mit der „Fokussierung der Politik auf Wirtschaftsthemen“ als Folge der Wirtschafts- und Sozialkrise. Und in einem Artikel für The European > Zusammen ist man weniger allein plädiert Sie dafür das „Gleichgewichts-Paradigma“ zischen Frankreich und Deutschland aufzugeben. Warum wird heute, gerade auch wegen aller intensiven Kooperation noch immer in Berlin und Paris nicht mehr vom deutsch-französischen Interesse gesprochen?

Claire Demesmay erwähnt in Ihrem Artikel eine „wachsende Asymmetrie“ zischen Deutschland und Frankreich, die Kontroversen anlässlich der Verhandlungen über den EU-Haushalt 2014-2020, die Probleme bei einer gemeinsamen Klima- und Energiepolitik und damit verbunden französische Zweifel, „ob die deutsche Politik ‚noch Lust auf die deutsch-französischen Beziehungen hat und Frankreich immer noch braucht.‘“ Ist das so dramatisch, wie das klingt?

Gerade ist in der Reihe DAGPanalyse aus Ihrer und Klemens Kobers Feder ein Aufsatz > Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 2013, 231 S., Broschiert,
ISBN 978-3-8487-0528-3

Rezension: > Wie arbeiten Paris und Berlin zusammen?

Bundespräsident Joachim Gauck auf Staatsbesuch in Frankreich

Zum ersten Mal seit 17 Jahren, seit dem Besuch von Roman Herzog, besucht wieder ein Bundespräsident unser Nachbarland. Bundespräsident Joachim Gauck reist vom 3. bis 5. September zu einem Staatsbesuch in die Französische Republik

> Staatsbesuch in Frankreich – Website des Bundespräsidenten

> Staatsbesuch des Bundespräsidenten und von Daniela Schadt in der Französischen Republik – Das Programm der Reise

> Rede von Bundespräsident Joachim Gauck während seines Staatsbesuchs in der Französischen Republik bei einem festlichen Abendessen, gegeben von Präsident François Hollande und Valérie Trierweiler.
Bundespräsident Gauck sagte u.a.: „Vielleicht sollten wir dankbar dafür sein, dass die gegenwärtige Krise uns Europäer zwingt, mit uns selbst ehrlich zu sein, Schwächen offen zu legen und zu beheben. Unser Anspruch ist doch, als freies und friedliches, starkes und fortschrittliches, offenes und wettbewerbsfähiges, soziales und humanes Europa auch morgen eine gestaltende Rolle in dieser Welt zu spielen! Wenn wir dem gerecht werden wollen, werden wir noch viel offener sein müssen, jeweils vom Besten und den Besten in Europa zu lernen – in der Forschung, in der Innovation oder der beruflichen Bildung junger Menschen, um nur einige Beispiele zu nennen. Und wir müssen, genau dies lehrt die Krise, Europa selbst achten, indem wir treu und fest zu unseren europäischen Verpflichtungen stehen.

Unsere Ausgangspositionen in wichtigen Fragen können dabei ruhig unterschiedlich sein – wie sollte es auch anders sein bei zwei Nationen, die so unterschiedliche Geschichten, Erfahrungsschätze und damit auch Prägungen haben. Und warum sollten wir leugnen, dass es auch „freundschaftliche Spannungen“ gibt beim Streit um den richtigen gemeinsamen Weg? Gerade dass unsere Länder traditionell unterschiedliche Positionen vertreten, macht ihre Kooperation wertvoll – wenn wir denn bereit sind, Kompromissen zu finden. „Wir lassen unsere Meinungsunterschiede nicht von anderen entscheiden“, soll Francois Mitterrand einmal gesagt haben.

Wenn wir uns einig geworden waren, kam oft auch Europa weiter. Das hat sich in schwierigen Situationen in den letzten Jahrzehnten immer wieder gezeigt. Das bleibt auch künftig unsere Verantwortung innerhalb der Europäischen Union – gerade in der heutigen Krise, deren Überwindung nichts dringlicher als Verlässlichkeit und Vertrauen erfordert. „Vielleicht sollten wir dankbar dafür sein, dass die gegenwärtige Krise uns Europäer zwingt, mit uns selbst ehrlich zu sein, Schwächen offen zu legen und zu beheben. Unser Anspruch ist doch, als freies und friedliches, starkes und fortschrittliches, offenes und wettbewerbsfähiges, soziales und humanes Europa auch morgen eine gestaltende Rolle in dieser Welt zu spielen! Wenn wir dem gerecht werden wollen, werden wir noch viel offener sein müssen, jeweils vom Besten und den Besten in Europa zu lernen – in der Forschung, in der Innovation oder der beruflichen Bildung junger Menschen, um nur einige Beispiele zu nennen. Und wir müssen, genau dies lehrt die Krise, Europa selbst achten, indem wir treu und fest zu unseren europäischen Verpflichtungen stehen.

Unsere Ausgangspositionen in wichtigen Fragen können dabei ruhig unterschiedlich sein – wie sollte es auch anders sein bei zwei Nationen, die so unterschiedliche Geschichten, Erfahrungsschätze und damit auch Prägungen haben. Und warum sollten wir leugnen, dass es auch „freundschaftliche Spannungen“ gibt beim Streit um den richtigen gemeinsamen Weg? Gerade dass unsere Länder traditionell unterschiedliche Positionen vertreten, macht ihre Kooperation wertvoll – wenn wir denn bereit sind, Kompromissen zu finden. „Wir lassen unsere Meinungsunterschiede nicht von anderen entscheiden“, soll Francois Mitterrand einmal gesagt haben.

Wenn wir uns einig geworden waren, kam oft auch Europa weiter. Das hat sich in schwierigen Situationen in den letzten Jahrzehnten immer wieder gezeigt. Das bleibt auch künftig unsere Verantwortung innerhalb der Europäischen Union – gerade in der heutigen Krise, deren Überwindung nichts dringlicher als Verlässlichkeit und Vertrauen erfordert.“

> Discours prononcé par Monsieur Joachim Gauck, Président de la République fédérale d’Allemagne, lors du dîner d’État offert à l’occasion de sa visite d’État en France au Palais de l’Élysée à Paris, le mardi 3 septembre 2013

> Visite d’Etat de M. Joachim GAUCK, président fédéral d’Allemagne Site du Palais de l’Élysée

> Dossier de presse
> Les photos

> Point de presse conjoint avec M. Joachim GAUCK, président fédéral d’Allemagne

Bundespärsident Gauck sagte u.a.:
„Monsieur le président de la République, vous avez évoqué quelque chose qui nous anime l’un et l’autre du point de vue politique et du point de vue humain. Il ne s’agit pas simplement de se remémorer les crimes du passé mais il y a aussi les crimes de l’époque présente. Nous trouvons insupportable, inacceptable, que l’on viole des tabous, que l’on viole le droit par des actes qui nous paraissaient révolus, appartenant au passé, et que l’on puisse de nouveau assister à l’utilisation d’armes chimiques, de gaz toxiques. Ceci appelle une réaction appropriée.“

Allocution lors du dîner d’Etat en l’honneur de M. Joachim GAUCK, président fédéral d’Allemagne:

> Le texte intégral du toast

Präsident Hollande sagte u.a.:

C’est l’amitié entre l’Allemagne et la France, au-delà de ces malheurs, qui a permis de construire l’Europe, de bâtir cet espace de paix, de droit et de liberté qui est un exemple pour le monde, qui doit rester une référence pour le monde.

Cette construction européenne, nous en connaissons les étapes. Choix de mettre en commun nos ressources du charbon, de l’acier, puis de faire le marché commun, de réussir la libre circulation des personnes, d’accomplir les élargissements qui ont unifié le continent tandis que la démocratie s’y ancrait. Et enfin, la monnaie unique.“

> Oradour attend la reconnaissance de son martyre par l’Allemagne – La Croix, 4.9.2013

> La justice allemande se penche sur le massacre d’Oradour-sur-Glane – La Croix, 6.12.2013

> Gauck dringt auf Reformen nach Vorbild Schröder – DIE WELT, 3.9.2013

Die Bundestagswahl am 22. September 2013 aus französischer Sicht

Nach Tweets suchen: Sprachen, zu bestimmten Zeiten, etc.: > Erweiterte Suche in Twitter

Schauen wir mal auf französische Websites und was das OFAJ/DFJW twittert. Alle Medien in Frankreich scheinen von der Wiederwahl von Angela Merkel überzeugt zu sein. Aber dennoch ist es sehr spannend, mal nachzugucken, auf welche Aspekte des deutschen Wahlkampfes in Frankreich besonders geachtet wird.


> Junge Wahlbeobachter – Ein Projekt des OFAJ/DFW ****

Sandra Jumel > Les liaisons dangereuses – 26 août 2013
Les questions que vous posez, à la fin de votre billet, sont bonnes. Pas facile de donner une bonne réponse.


> Les élections législatives en Allemagne – L’EXPRESS, Stand: 26. Oktober 2013. Hier wird zitiert:
Sébastien Vannier sur le blog Electorallemand: > Allemagne : la campagne démarre (enfin) bercihtet über den Eintritt Angela Merkels in den Wahlkampf, wie üblich, sehr spät und er bringt den Wahlkampf der CDU auf den Punkt: „Avec un mot d’ordre : on ne change rien!“

> Élections Allemagne 2013 – TNS Sofres

> Objectif Chancellerie. L’Allemagne en campagne. Le Blog de Fredéric Lemaître du MONDE

> Artikel über Deutschland – La Croix


<< Lesebericht:
Ralph Bollmann, Die Deutsche. Angela Merkel und wir

> Ralph Bollmann

> Die Deutsche. Angela Merkel und wir
Klett-Cotta, 1. Aufl. 2013, 224 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94750-2

„“Das völlig Unpathetische ihrer Person” (S. 13), der fehlende aufwändige Lebensstil und ihre “Bodenständigkeit” beobachtet der Openhausfachmann Bollman (> Walküre in Detmold. Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz) mit etwas Erstaunen, wenn die Kanzlerin zu Wagner Opern nach Bayreuth reist. Fazit: Konturlos mag sie sein, aber sie habe sich ihre Persönlichkeit weitgehend bewahrt, (vgl. S. 25) berichtet Bollmann. Konturlos?“ H.W:

Foto: Heiner Wittmann


> L’Allemagne hors les murs Le blog de Pascal Thibaut – rfi: Ganz nüchtern stellt Thibaut fest, wie inhaltsleer die TV-Spots sind: > Spots électoraux: 90 secondes de Merkel, 9 secondes de Steinbrück

> Dossier France-Allemagne – La Croix

Der Frankreich-Blog auf Reisen
Das Forum „Zukunft des Buches, Zukunft Europas“ in Berlin

Wie wird der Buchmarkt im 21. Jahrhundert aussehen?

Die Französische Botschaft in Berlin organisiert am 9. September in Berlin ein Forum zum Thema „Zukunft des Buches, Zukunft Europas“.

Das > Programm dieses Forums wurde mit der Verlagsvertretung Frankreichs, dem ehemaligen Kultur- und Justizminister Jacques Toubon und mit deutschen Partnern – Deutscher Kulturrat, Börsenverein und Frankfurter Buchmesse – erstellt. Ziel der Veranstaltung sei es, „die europäische Zivilgesellschaft und Politik für die Herausforderungen des Buchsektors zu sensibilisieren und Handlungsansätze zu entwickeln“, so werden die Partner zitiert. Die Veranstaltung will zu einen Dialog zwischen den EU-Ländern führen, „in dem sich gemeinsame politische Ansätze zur Unterstützung des Buchsektors entwickeln lassen, gerade auch im Hinblick auf neue Fragestellungen rund um das Thema E-Book“, heisst es in der Ankündigung.

ZUKUNFT DES BUCHES, ZUKUNFT EUROPAS- > Programme
Gesprächsforum am 9. September 2013 – 9:00 – 18:00
in der Vertretung der Europäischen Kommission
Europäisches Haus, Unter den Linden 78, 10117 Berlin (1. Stock)

Engagez-vous !

Sie sind zwischen 16 und 30 Jahre alt?
Sie haben Interesse am Partnerland und erste deutsch-französische Erfahrungen?
Sie sind motiviert, sich für das DFJW und den Ausbau der deutsch-französischen Beziehungen zu engagieren?

Wollen Sie mal was ganz Aufregendes machen?

> Recherche de Jeunes Ambassadeurs OFAJ pour l’année 2013-2014!

> DFJW-Juniorbotschafter für 2013/2014 gesucht!

Die Jugendbotschafter und Premierminister Jean-Marc Ayrault auf der Treppe des Hôtel Matignon am 5. Juli 2013 zusammen mit der Generalsekretärin des Deutsch-französischen Jugendwerks Béatrice Angrand und ihrem Kollegen Dr. Markus Ingenlath

Foto: H. Wittmann

1 48 49 50 51 52 90