Berlin: Deutsch-Französische Woche 2024 @CFB 19.-26.01.24

Es wird bald gefeiert und wir würden uns extrem freuen, euch bei unseren kommenden Veranstaltungen zu begrüßen! Anlässlich des symbolischen Datums des Deutsch-Französischen Tages 2024 initiiert das CFB ein einwöchiges Festival rund um die Themen Bürgerengagement und nachhaltige Entwicklung. Im deutsch-französischen Quervergleich wird diese Woche die Festlichkeiten um diese Freundschaft nutzen, um die Aufmerksamkeit auf lokale Initiativen, Filme und Persönlichkeiten zu lenken, die als Referenzen in diesen Bereichen gelten!

Dank der Unterstützung des Deutsch-Französischen Bürgerfonds und tollen Partnerschaften mit u.a. der Humboldt Universität, Institut Français Deutschland, Marc Bloch Institut und der europäischen Kommission bereiten wir euch ein buntes Programm mit unterschiedlichen Formaten vor. Siehe Programm hier weiter unten.

Es erwartet euch eine Woche voller Begegnungen und Austausch, um sich inspirieren zu lassen, sich zu treffen und über die Veränderung unserer Städte und unserer Beziehung zur Umwelt nachzudenken.

Wo: Centre Francais de Berlin, Müllerstr. 74, 13349 Berlin
Wann: am 19., 22., 24., 26. Januar 2024
Karten: Hier: https://centre-francais.de/jfa-dft24/

>> 19.01.2024 /18:00-19:45/deutsch-französische kulinarische Reise: Grünkohl & Galette des rois: Hier Plätze buchen

/20:00-22:30/ Feierliches Eröffnungskonzert mit Singersongwriter Lukas Meister: Hier Plätze reservieren!

>> 22.01.2024: /19:00-22:00/ Premiere des Dokumentarfilms „Gemeinschaftsgärten in Paris und Berlin: zwei Perspektiven – gleiche Konflikte?“ über Pariser und Berliner Gemeinschaftsgärtner*innen mit einschließender Diskussion über essbare Städte [in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk EdiCitNet und der Humboldt Universität zu Berlin]. Hier Plätze reservieren! [Eintritt frei]

>>24.01.24: /09:30-12:30/ Filmvormittag für Schüler und Schülerinnen – Animalvon Cyril Dion (original Fassung Französisch mit französischen Untertiteln) und Q&A [in Zusammenarbeit mit dem Institut français Deutschland]. Anmeldung Schulklassen: gautin@centre-francais.de  [Eintritt frei]

>>26.01.24 /19:00-21:00/ Paneldiskussion über die Einführung von Umweltgesetzen und die rechtliche Anerkennung von Ökoziden – Perspektiven aus Deutschland und Frankreich, zu Gast Corinne Lepage [In Zusammenarbeit mit der Humboldt Universität, Centre Marc Bloch und Institut français Deutschland] [Eintritt frei]

Mit dem Nachtzug von Berlin nach Paris

Les tâches pour les élèves :

Regardez le film du FAZ sur YouTube Mit dem Nachtzug in 14 Stunden von Berlin nach Paris, vous y trouverez la transcription de cette vidéo en allemand, traduisez-la et racontez ou écrivez en français sur cet événement. (Mediationsübung)

Résmumez l’entretien avec Maxim Rubin et Thmoas Villaret. Écrivez un article pour le blog en 200 mots.

Cet article contient des ressources supplémentaires : Lisez-les, faites un choix, et écrivez une revue de presse:
PONS vous soutient toujours :

Am 11. Dezember 2023 war es endlich so weit: Der Nachtzug von Berlin nach Paris startete durch. Unsere Redaktion hat zwei der Fahrgäste getroffen und mit ihnen über dieses deutsch-französische Ereignis und seine Bedeutung überhaupt für das franco-allemand gesprochen. Zugleich stellen wir die beiden Juniorbotschafter des Deutsch-französischen Jugendwerkes DFWJ, Maxim Rubin (Stuttgart) und Thomas Villaret (Avignon) hier unseren Lesern vor. Beide  sind mit diesem Zug in je eine Richtung mitgefahren und erzählen hier in unserem Gespräch von heute Abend welche Bedeutung dieser Zug auch für das franco-allemand hat.

In der tat, das ist etwas ganz Besonderes. Man steigt abends in Berlin in den Zug. Und im Schlafwagen geht es dann in die französsiche Hauptstadt, wo man morgens ausgeruht ankommt. Drei Mal pro Woche fährt jetzt der Nachtzug von Berlin nach Brüssel und Paris. Un ab Oktober 2024 wird der Nightjet dann täglich Paris anfahren.

Die FAZ war mit dabei: Mit dem Nachtzug in 14 Stunden von Berlin nach Paris:

Maxim Rubin (Stuttgart) und Thomas Villaret (Avignon) berichten von Ihrern Premierenfahrt mit dem Nightjet von Berlin nach Paris und in die andere Richtung:


Des informations supplémentaires :

> Nachtzug von Berlin nach Paris: Renaissance der Schlafwagen? -Tagesschau, 11 Dezember 20213

> Le train de nuit Paris-Berlin, c’est reparti : ce qu’il faut savoir avant de l’emprunter
Par Jean-Marc De Jaeger – Le Figaro – 11 décembre 2023

> Le train de nuit Berlin-Paris de retour le 11 décembre – Les Échos -7 septembre 2023

> REPORTAGE – Retour des trains de nuit : on a testé le Paris-Berlin – TF1 – par V. F | Reportage : Jean-Marie Bagayoko, Justine Corbillon et Marine Derre

> L’OFAJ à bord du premier train de nuit Berlin – Paris

> Paris se rapproche de Berlin par le rail – Website der Deutschen Botschaft in Paris – 27.06.2023

> Nachtzug Berlin-Paris: Das muss man zum „Nightjet“ wissen – Beriner Morgenpost, 11.12.2023

Bientôt un nouveau gouvernement en France

Ergänzung:

Die Ernennung von Gabriel Attal zum Premeirminister war keine so sehr große Überraschung mehr, zu viel war doch vorher schon durchgesickert. Am 11. Januar hat der Generalsekretär des Élysée-Palastes die namen der 15 Mitglieder der Regierung Attal bekanntgegeben:

> Qui sont les ministres du gouvernement de Gabriel Attal ? – LE MONDE


Article 8 de la Constitution du 4 octobre 1958 :

Le Président de la République nomme le Premier ministre. Il met fin à ses fonctions sur la présentation par celui-ci de la démission du Gouvernement.

Sur la proposition du Premier ministre, il nomme les autres membres du Gouvernement et met fin à leurs fonctions.

Les rumeurs :

Rappel : Die Rede des Erziehungsministers Gabriel Attal anlässlich des Welttages der Lehrerin und des Lehrers – 8. Oktober 2023

À suivre

Wieso soll man eigentlich Französisch lernen?

| 222 Gründe für Französisch | Ein Jahr Französischunterricht auf Schloss Bieberstein | 10. Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung (DFPV) in Bonn | COP28 – La crise climatique nous concerne tous | Nachgefragt: Christophe Braouet, Deutschland und Frankreich schaffen das | Geopolitik | Mobbing | Antisemitismus | L’ouverture de la Cité internationale de la langue française : Und was macht Deutschland? | Goethe-Institute: ” fermeture à Lille, Bordeaux et Strasbourg décidée, Toulouse a déjà perdu son service linguistique” | ChatGPT |


222 Gründe sind immer noch nicht ausreichend, um alle zu überzeugen, endlich Französisch zu lernen, oder es nicht mehr aufzugeben. Es gibt noch ein Argument:

Zweierpasch en live à la maison de la culture de Kehl

Le 24 février 2024, Zweierpasch jouera samedi soir à 20 heures à la maison de la culture de Kehl. Les billets sont disponibles en prévente au prix de 15 €. Le groupe de six musiciens est connu pour son mélange international de hip-hop avec d’autres genres comme le reggae, le dancehall et l’électro. Outre les deux rappeurs, le guitariste et chanteur Stefan Harth, le trompettiste et chanteur Kata, le bassiste Michael Holland et le batteur Max Büttner seront également sur scène.

> Kulturhaus Kehl, 24.02.24, 20h

Infos sur le groupe : linktr.ee/zweierpasch

Zweierpasch. Concert filmé : Live dans le tram de Strasbourg

french german 

Rappel : Concert dans le tram Strasbourg Kehl : Zweierpasch roulent sur le Rhin le 19 septembre 2023


Vor 8 Jahren. Das Attentat auf Charlie Hebdo
Philippe Lançon, Der Fetzen, Tropen 2019

„Manchmal gibt es Momente, Stunden oder Tage, die ein ganzes Leben zweiteilen, ein Vorher und ein Nachher. Für Philippe Lançon war dieser Tag der 7. Januar 2015, als etwa gegen 11 h 28 als zwei bewaffnete Attentäter in die Redaktionsräume von Charlie Hebdo in Paris eindrangen, elf Personen töteten und mehrere verletzten:

> L’attentat sur CharlieHebdo: “Un attentat terroriste, cela ne fait pas de doute” François Hollande – 7. Januar 2015

Der Journalist Philippe Lançon überlebt das Attentat, aber eine Kugel hatte ihm den Unterkiefer zerschmettert. Für ihn beginnt ein langer Leidensweg. 17 Operationen werden notwendig sein, um die Folgen der Verletzung zumindest visuell ein wenig abzumildern. In dem Roman > Der Fetzen in der Übersetzung von Nicola Denis schildert er die Rekonstruktion seines Unterkiefers und damit auch seines Lebens, die so schwierige Rückkehr in seinen Beruf als Journalist bei Libération und Charlie-Hebdo.

Als er nach der ersten Notoperation wieder erwacht, steht sein Bruder Arnaud neben ihm. Der Schock, der Trauer um die Freunde, die Schmerzen: Lançon fällt nicht ganz ins Bodenlose, sein Bruder, seine Eltern, seine Freundin Gabriela und viele andere wie auch die Ärzte, besonders seine Chirurgin Chloé, die sogar Staatspräsident Hollande bei seinem Besuch bei Lançon  beeindruckt (vgl. S. 270 f., 275 f.) , stehen ihm bei, sorgen für ihn und ebnen ihm den Weg in die Realität zurück.

Seine anderen Helfer und Unterstützer sind die Schriftsteller. Eigentlich sollte Lançon noch im Januar zu einer Vortragsreise über Literatur nach Princeton in die USA aufbrechen. Daraus wird nichts. Aber sein beeindruckendes Wissen über die Literatur hilft ihm über seine düsteren Stunden hinweg. Zuerst erzählt er von dem Stück Was ihr wollt von Shakepeare, das er am Vorabend des Attentats zusammen mit Nina im Théâtre des Quartiers Ivry besucht hatte. Die Details der Aufführung? Was ihn umtreibt ist die Suche nach Zeichen für das Kommenden, für das was über ihn nach dem Stück hereinbrechen wird. Er liest das Stück immer wieder auf der Suche nach der Passage.

Würde unsere Redaktion alle Schriftsteller nennen, die Lançon zitiert, wäre unser Lesebericht doppelt so lang. Nun, er soll blogmäßig nicht so lang werden. Aber darin steckt die Leseempfehlung für dieses Buch: Mit der Literatur solche Wunden und Schmerzen überstehen.

Und dann ist da Michel Houellebecqs Roman Unterwerfung, das gerade in diesen Tagen erschien. Lançon hatte eine Rezension in Libération veröffentlicht – Houellebecq et le Coran ascendant  erinnerte sich daran, dass er es vermieden hatte, irgendetwas über das Buch irgendwo zu lesen, um sich klugerweise den Blick auf das Buch nicht verstellen zu lassen. Für den nächsten Sonntag war ein Gespräch mit Houellebecq geplant: „Er sollte mir nicht erklären, was ich hätte lesen sollen und ich wollte nicht erklären, was ich vermeintlich gelesen hatte. Die meisten Interviews mit Schriftstellern oder Künstlern sind überflüssig. Sie paraphrasieren nur das zu Grunde liegende Werk. Sie befeuern den Werbe- und Personenrummel. Meiner Funktion entsprechend trug ich mit dazu bei. Meinem Naturell entsprechend stieß er  mich ab. Ich sah darin eine Verletzung der Intimsphäre der Autonomie des Lesers, die durch die neu aufgebotene Information nicht auszugleichen war. Der Leser hätte Stille gebraucht und ich etwas Neues, aber wie alle, die das Buch für Sonderveröffentlichung gelesen hatten, wusste ich, dass es um Unterwerfung nicht still bleiben würde …“ (S. 29)

Während Lançon am Morgen des 7. Januar zu Hause seine Turnübungen macht, bereiten sich die Mörder auf ihr Verbrechen vor, und Houellebecq als Gast in France-Inter ordnet seinen Roman als „Satire“ und als „’nicht übermäßig glaubwürdige Politik-Fiktion“ ein: „Die Welt , in der Houellebecq lebte, hatte noch mehr Fantasie als die er beschrieb.“ (S. 41)

Auf dem Frankreich-Blog: > Michel Houellebecq, Soumission – 29. Januar 2015

Die Textnachweise S. 550 f. deuten nur an, dass dieses Buch neben der Leidensgeschichte von Lançon vor allem verrät, wie er die Qualen und Schmerzen mit Hilfe der Literatur überstanden hat. Es stehen aber bei weitem nicht alle Namen der Schriftsteller auf dieser Liste, die Lançon in den Monaten nach dem Attentat begleiten.

Malerei und Literatur und Filme sind die Koordinaten, zwischen denen sich der Intellektuelle Lançon bewegt. Visuelle Eindrücke, wichtige Passagen der Literatur und das eigene Schreiben werden zu seinen Haltegriffen, die ihm Orientierung vermitteln: „Diese kleine Zeitung, die niemandem am Leder flicken wollte.“ (S. 126) Als Schreibender ist er wieder unter den Lebenden.  Als er später in eines der Hefte sieht,  findet er das, was er in den Tagen nach der ersten OP geschrieben hat: „Ich nehme eine Fackel und gehe durch die Höhle, über die ich zurückgekehrt bin.“ (S. 129)

Am Tag nach dem Attentat denkt er an Pascal (1623-1662), Pensées: „Alles Unglück der Menschen kommt daher, das sie nicht verstehen, in Ruhe in einem Zimmer zu bleiben.“ (S. 139) Xavier de Maistre (1763-1852) in Reise um mein Zimmer (1794) konnte das und beschreibt in seinem Buch seine Reise, die 42 Tage dauerte. Lançon denkt dabei an seine 52 Schritte über den Krankenhausflur, 52 hin 52 zurück. Lançon ordnet sich die Welt neu mithilfe von Big Brothers Neusprech aus George Orwells (1903-1950) Roman 1984: Vg. S. 141 f. Die ersten Duschen werden zu einer Qual. Er übersteht sie und denkt an Omaatas, der von den Ureinwohnern in Die Insel, dem Roman seiner Jugend, von Robert Merle (1908-2004) betreut wird. (vgl. S. 151)

Unter Polizeischutz bleibt er monatelang im Krankenhaus. Emergeny Room (1994) hatte er nicht gesehen, dafür aber Dr. House. Einen seiner Pfleger nannte Lançon Bill: „Wer durch diese Pforte tritt, lass jede Hoffnung fahren,“ stand auf seinem Spind: Dante (1265-1321), Inferno. Zwei Schwestern bewachen seine Aufwachphase und lösen Kreuzworträtsel: „Madame Bovary mit vier Buchstaben,“ sagt die eine, Lançon kritzelt „Emma“ auf sein Whiteboard: Gustave Flaubert, Madame Bovary, 1857: „Danke Flaubert“ (s. 214)

Bei der schwersten Operation wird ein Stück Knochen aus seinem Wadenbein entnommen, damit der Kiefer wieder geflickt werden kann. Und ein Fetzen (S. 263), ein Hautfetzen sollte transplantiert werden.  Marcel Proust (1871-1922): Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (in der alten Pléiade-Ausgabe von Pierre Clarac) „diente mir als permanenter Fundus, um über meinen Zustand und über Chloé nachzudenken oder zu lachen.“ (S. 238) Und er liest immer wieder die Passagen über die Krankheit und den Tod der Großmutter.

Auf dem Frankreich-Blog > Nachgefragt: Luc Fraisse, Lire Marcel Proust aujourd’hui – 3. März 2016

Und er erinnert sich an Coupeau aus Der Totschläger von Émile Zola (1840-1902) und Oscar Thibault aus Die Thibauilts von Roger Martin du Gard (1881-1958). (vgl. S. 267). Kurz vor dem Einschlafen vor einer neuen Operation erinnert er sich an „Weder Wolke noch Sonne wird es geben…“ ein Gedicht von John D0nne (1572-1631).

Paul Valéry (1871-1945) schrieb Die Palme, ein Gedicht, das Rainer Maria Rilke 1875-1926) übersetzt hat: „Diese Tage, die leer dir scheinen / und wertlos für das All / haben Wurzeln zwischen den Steinen / und trinken dort überall,“ das durch seine Morphiumvisionen geisterte: S. 302.

Er hatte eine Maske mit einer Sauerstoffsonde und memoriert Charles Baudelaires (1821-1867) Die Reise: „Tod! alter Seemann – auf zum ankerlichten! /dies land hier sind wir müd – o tod voraus.“ Und noch der letzte Vers vor dem Schlaf: „Zum Unbekannte nach des Neuen spur!“ Il arrive à l’inconnu, sagte Rimbaud über den Dichter.

Thomas Mann (1875-1955), Der Zauberberg (1924) berichtet von Castorp, der im Sanatorium ankommt und sich so denkt, er werde drei Wochen dableiben: „Die springen hier um mit der menschlichen Zeit, das glaubst Du gar nicht.“ (S. 366)

„Schreiben ist das beste Mittel, um aus sich herauszutreten, selbst wenn nur von einem selbst die Rede ist.“ S. 390

> Tous les articles de Philippe Lançon publiés dans Libération.

Und wieder Marcel Proust. An ihm hat sich Lançon abgearbeitet: „Hör endlich auf den Überlegenen zu spielen…“ (S. 406, vgl. S. 406 f.) raunzte er den Autor der Recherche an: „Die Empörung gab meiner Bewunderung Nachrung.“ S. 406 – Ein richtig guter Satz: „Die Zeit rief sich von mir selbst ins Gedächtnis.“ (S. 408)

Franz Kafka (1883-1924) schriebt im Frühjahr 1920 aus Meran: „Im übrigen ist das Nachdenken über diese Dinge unnütz. Es ist so wie wenn man sich anstrengen wollte, einen einzigen Kessel in der Hölle zu zerschlagen, erstens gelingt es nicht und zweitens, wenn es gelingt, verbrennt man zwar in der glühenden Masse, die herausfließt, aber die Hölle bleibt in ihrer ganzen Herrlichkeit bestehen, Man muss es anders anfangen. Zunächst aber jedenfalls sich in einem Garten legen und aus der Krankheit, besonders wenn es keine eigentliche ist, so viel Süßigkeit ziehen, als nur möglich. Es ist viel Süßigkeiten darin.“ Lançon: „Diese Sätze dient mir fortan als Brevier, ja als Wegzehrung. (S. 410 f.)

Sogar Ernst Jüngers Bericht  vom 11. Juni 1940, wie er in Laon das zerstörte Portal der Bibliothek durchschreitet, wird zitiert, als Lançon von Hôpital de la Salpêtrière ur Rehabilitation in das Hôpital des Invalides verlegt wird.

Weiter kämpft Lançon gegen die Schmerzen, zuweilen muss er zu Operationen wieder zurück in das Hôpital de la Salpêtrière. Der Pholosoph Nicolas Malebranche (1638-1715) steht ihm zur Seite: „An all diesen Dingen ist zu erkennen, dass man beständig den Anstrengungen des Körpers gegen den Geist widerstehen und sich nach und nach daran gewöhnen muss, nicht zu glauben, was uns die Zimmer von den umgebenden Körper zutragen, welche sich immer  unserem Augenmerk und unserer  Wertschätzung empfehlen, denn es gibt nichts Sinnhaftes, bei dem wir verweilen oder um das wir uns kümmern sollten“ (S. 443)

Nach einen ersten Besuchen bei sich zu Hause, die Wohnung, die er am 7. Januar 2015 morgens verlassen hatte, denkt er wieder an Proust und sagt sich „Hier verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart miteinander. Es ist die vermischte Zeit. (S. 519, vgl. auch S. 531 f..)

 

Philippe Lançon
> Der Fetzen
Roman
Aus dem Französischen von Nicola Denis
(Orig.: Le Lambeau)
2. Druckaufl. 2019, 551 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-50423-1

Hommage national à Jacques Delors (1925-2023)

Jacques Delors (* 20. Juli 1925 in Paris; † 27. Dezember 2023 in Paris) war von 1979 bis 1981 Mitglied des Europäischen Parlaments, dann war er bis 1984 Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister . Von 1985 bis 1995 hat er als Präsident der Europäischen Kommission den Ausbau und die Vertiefung Europäischen Union maßgeblich vorangetrieben. Am 11. Dezember 1994 enttäuschte er die Franzosen, indem er auf die Präsidentschaftskandidatur verzichtete. Heute hat Frankreich ihn mit einem Staatsakt geehrt:

> Discours du Président de la Républiqe à l’occasion de l’hommage nationale à Jacques Delors. *.pdf

Präsdent Macron sagte u.a. : „Rarement, notre Europe aura tant progressé. Et avec ses équipes, ses compagnons de route, plusieurs des dirigeants ici présents pour lui rendre hommage, et sous le regard de plusieurs dirigeants d’Europe, que je remercie pour leur présence aujourd’hui à nos côtés. Il aura fait avancer comme peu d’autres notre continent. …

Jacques Delors nous a juste passé le relai. Et beaucoup d’entre vous ici avez pris la suite et continué par vos combats, à la tête de nos institutions européennes, de vos gouvernements ou de vos Etats ou dans notre pays à le poursuivre.

Mais ce chemin, son chemin, se poursuit. Un chemin difficile, chemin de crête, qui s’éloigne des facilités et des faux-semblants, toujours en déséquilibre, et qui tient la Nation et l’Europe, la force économique et la justice sociale, le réel et l’idéal ensemble, enfin réconciliés. Oui, tel fut le chemin intranquille de ce grand Français, de cet honnête homme européen.“

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