Nachgefragt: Emmanuel Suard (ARTE) antwortet auf unsere Fragen

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Es geht um Europa: Staatspräsident Emmanuel Macron und Verteidigungsministerin A. Kramp-Karrenbauer

Kürzlich gab eine Wort das andere, Verteidigungsministerin Annette Kramp-Karrenbauer äußerte sich kritisch zu den Europa-Plänen von Staatspräsident Emmanuel Macron, worauf dieser wiederum die Ministerin kritisierte. Um was ging es? Dieser Blogbeitrag sei ein Beispiel dafür, wie man den Sachverhalt in den Dokumenten nachprüfen muss, bevor man den Vorgang kommentiert:

www.politico.eu hatte am 2. November in der Rubkrip „Opinon“ einen Beitrag der Verteidigungsministerin A. Kramp-Karrenbauer > Europe still needs America. Und u. a. festgestellt: „Third, both America and Europe need to fully accept the realities of continued U.S. nuclear deterrence on the European continent.
Illusions of European strategic autonomy must come to an end: Europeans will not be able to replace America’s crucial role as a security provider.
For the U.S., this means that it needs to keep Europe under its nuclear umbrella for the foreseeable future. Germany, for its part, must urgently make the decision to stay inside NATO’s nuclear sharing program and assign the required budgetary and military assets quickly in order to remain a reliable nuclear partner.
This is where the German defense debate will be the toughest. And that’s why, on this topic, we need to stay firmest.
There is no doubt in my mind that America needs Europe. The U.S.’s worth as a global power depends to a significant extent on whether its role as a protector of Europe remains credible.“

In seinem Interview mit le grandontinent.eu, das am 16. November 2020 veröffentlicht wurde: > Die Macron-Doktrin: Ein Gespräch mit dem französischen Staatspräsidenten, wandte sich Macron ausdrücklich gegen die Aussagen von A. Kramp-Karrenbauer: „Wenn man es ohne Umschweife ausdrücken möchte, stellt sich folgende Frage: Wird der Regierungswechsel in den USA dazu führen, dass die EU-Länder diese Ziele weniger konsequent verfolgen? Ich teile beispielsweise ganz und gar nicht die von der deutschen Verteidigungsministerin in einem Gastbeitrag für Politico geäußerte Position. Ich halte das für eine Fehlinterpretation der Geschichte. Zum Glück verfolgt die deutsche Kanzlerin nicht diese Linie, wenn ich es richtig verstanden habe. Aber die Vereinigten Staaten werden uns nur als Verbündete akzeptieren, wenn wir uns selber ernst nehmen, und wenn wir in unserer eigenen Verteidigung souverän sind. Ich denke daher, dass der Regierungswechsel in den USA vielmehr eine Chance ist, in völlig beruhigter und entspannter Weise weiter am unter Verbündeten notwendigen gegenseitigen Verständnis dafür zu arbeiten, dass wir den Aufbau unserer eigenen Autonomie fortsetzen, genau wie es die Vereinigten Staaten und China jeweils für sich auch tun. “

Michaela Wiegel,
> Macron stellt sich gegen Kramp-Karrenbauer – FAZ, 16.11.2020

Mittlerweile hat die Ministerin ihre Auffassung am 17.11.2020 wiederholt und präzisiert > Zweite Grundsatzrede der Verteidigungsministerin A. Kramp-Karrenbauer: „Die Idee einer strategischen Autonomie Europas geht zu weit, wenn sie die Illusion nährt, wir könnten Sicherheit, Stabilität und Wohlstand in Europa ohne die NATO und ohne die USA gewährleisten.
Wenn es aber darum geht, auch eigenständig als Europäer handeln zu können, wo es in unserem gemeinsamen Interesse liegt, dann ist das unser gemeinsames Ziel und entspricht unserem gemeinsamen Verständnis von Souveränität und Handlungsfähigkeit.
Deutschland und Frankreich wollen, dass die Europäer künftig selbstbestimmt und wirkungsvoll agieren können, wenn es darauf ankommt.
Wir wollen, dass Europa für die USA starker Partner auf Augenhöhe ist und kein hilfsbedürftiger Schützling.“

In der Rede an der Sorbonne erklärte Emmanuel Macron am 26. September 2017: > Initiative pour l’Europe – Discours d’Emmanuel Macron pour une Europe souveraine, unie, démocratique – >  Initiative für Europa – Die Rede von Staatspräsident Macron im Wortlaut auf Deutsch: „Auf dem Gebiet der Verteidigung muss unser Ziel darin bestehen, dass Europa, ergänzend zur NATO, selbständig handlungsfähig ist. Der Grundstein für diese Autonomie wurde gelegt, und in den vergangenen Monaten sind hierbei Fortschritte von historischem Ausmaß erzielt worden. Im Juni haben wir die Grundlagen für dieses Europa der Verteidigung geschaffen: eine dauerhafte strukturierte Zusammenarbeit, durch die wir uns stärker engagieren, gemeinsam voranschreiten und uns besser koordinieren können; aber auch einen Europäischen Verteidigungsfonds, um unsere Verteidigungsfähigkeiten und unsere Verteidigungsforschung zu finanzieren. Im Zuge des Austausches mit denjenigen Mitgliedstaaten, die in diese Richtung vorankommen möchten, füllen wir diesen unverzichtbaren Grundstein nun mit Inhalten.“ (Hervorhebung, d. Red.)

Welches Europa? Immer wieder haben wir die mangelnde Reaktion der deutschen Regierung auf die Vorschläge von Präsident Emmanuel Macron für eine Neugründung Europas beklagt. Die Vereinbarung zwischen ihm und Bundeskanzlerin Angela Merkel im vergangenen Juni zur finanziellen Gesundung der EU schien die lang erwartete Antwort Berlins auf ein starkes Europa zu sein: > Emmanuel Macron: “Jour historique pour l’Europe !”-21. Juli 2020 und Auf Einladung von Präsident Emmanuel Macron: Der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Fort de Brégançon – 21. August 2020

In Deutschland herrscht nach wie vor der Grundsatz, die Sicherheit, die die Amerikaner für Europa bieten, könnte ohne sie niemals von Europa alleine garantiert werden. Richtig ist aber auch Präsident Macron in all seinen Reden niemals eine Abkoppelung Europas von den Vereinigten Staaten oder von der NATO gefordert hat, wie Kramp-Karrenbauer anzudeuten scheint, wenn sie die strategische europäische Autonomie als Illusion bezeichnet. Es liegt auf der Hand, dass sie auf die Vorschläge und Forderungen des französischen Präsidenten anspielt, der in allen seinen > Reden über Europa (www.france-blog.info) eine Stärkung der europäischen Souveränität wünschte, die in Berlin immer missverstanden oder gar nicht gehört wurde.

„Souverän mit unserer eigenen Verteidigung“ zu sein, ist die zentrale Forderung von Macrons Vision. Für ihn geht es darum, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu stärken und gleichzeitig mehr Verantwortung für Europa im Interesse unseres Kontinents zu übernehmen. Dies gilt sowohl für die Verteidigung als auch für den Kampf für das Klima, Migrationsfragen und die digitale Technologie. Jeder Ansatz zur Lösung dieser vier großen Probleme erfordert ein starkes und souveränes Europa, das die Souveränität seiner Mitgliedstaaten schützt. Diese Interpretation der Macron-Doktrin gilt auch für die transatlantischen Beziehungen. Nur ein starkes und souveränes Europa kann wirklich zu einer starken NATO beitragen. Eine Unterwerfung durch den Verzicht auf diese starke Autonomie würde allen Lehren zuwiderlaufen, die man aus der Geschichte ziehen könnte. Vergleicht man diese Position nun wieder mit der oben zitierten Grundsatzrede von der Verteidigungsministerin sind eher nur graduelle aber keine grundlegenden Unterschiede zwischen beiden zu erkennen. Vielleicht ist es der begriff der „Souveränität Europas“, der irritiert. Er bedeutet im Sinne Macrons auch keinesfalls eine Aufgabe der Souveränität der Mitgliedsstaaten, im Gegenteil diejenige Europas soll die der Mitgliedsstaaten schützen und fördern. Ein stärkeres Europa mit mehr Selbstbewusstsein, fordert der französische Präsident. Eine Lösung von den USA ist damit keinesfalls beabsichtigt. Man darf konzedieren, dass die Überlegungen in sicherheitspolitischer Hinsicht, die aus Frankreich, der Atommacht kommen, zuweilen anders klingen als aus Berlin.

Et que dit legrandontinent?


Auf unserem Blog:

> Macron, Trump und die NATO – 4. Dezember 2019

> Bundeskanzlerin Merkel, Staatspräsident Macron und die NATO – 25. November  2019

> Emmanuel Macron: Die Nato und Europa – 10. November 2019

> Die Zukunft Europas: Emmanuel Macron und Armin Laschet auf der Sicherheitskonferenz 2020 in München – 17. Februar 2020

> Emmanuel Macron: Discours sur la stratégie de défense et de dissuasion devant les stagiaires de la 27ème promotion de l’Ecole de guerre – 14 . Februar 2020

> Rüstungsexporte. Nachgefragt: Brigadegeneral a.D. Dr. Klaus Wittmann antwortet auf unsere Fragen – 20. Mai  2019

Supporter le reconfinement – den Lockdown überstehen

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> 19. Französische Wochen im Großraum Stuttgart

Mittwoch, 25.11.2020 15 h – online: > Travailler et apprendre avec www.france-blog.info. Workshop für Lehrer*innen

Montag, 7.12.2020 – 18 h 30 – online: Buchvorstellung: Heiner Wittmann, > Sartre, Camus und die Kunst. Die Herausforderung der Freiheit


Lisez: France Inter – „Reconfinement : cinq conseils pour rester optimiste et améliorer son moral “ sur France Inter
www.franceinter.fr/vie-quotidienne/reconfinement-cinq-conseils-pour-rester-optimiste-et-ameliorer-son-moral

Écoutez: Grand bien vous fasse ! – mardi 10 novembre 2020 par Ali Rebeihi
> Comment conserver un bon moral par temps de crise ? – 52 minutes

Il y a cinq ans… à Paris

> Paris, la nuit du 13 au 14 novembre 2015 – 14. November 2015

> Paris et Berlin, 14 novembre 2015 – Éditorial – #NousSommesUnis – 14. November 2015

> Freitag, 20. Juli 2015, #21h20 – 20 . November 2015

https://twitter.com/CBeaune/status/1327152526790176771

> 27 novembre 2015: L’Hommage national – #FiersdelaFrance – 27. November2015

https://twitter.com/_LICRA_/status/1327139471909933057

> 7. Januar 2015: Der Terroranschlag auf Charlie Hebdo. Rappel: Philippe Lançon, Le Lambeau – 6. Januar 2020

Nachgefragt: Die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung. Die Abgeordneten Christophe Arend und Andreas Jung MdB antworten auf unsere Fragen

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Sur notre blog : / Auf unserem Blog:

> La coopération franco-allemande décentralisée suite au Traité d’Aix-la-Chapelle Visions franco-allemandes – 8. Juni 2020

> #TraitedAixlaChapelle Die Unterzeichnung des #AachenerVertrags – 24. Januar  2019:
Konkrete Projekte, die den Aachener Vertrag mit Leben erfüllen sollen:
> Projets prioritaires pour la mise en œuvre du Traité d’Aix-la-Chapelle
> Prioritäre Vorhaben in Umsetzung des Vertrags von Aachen

> Nachgefragt: Der Abgeordnete Christophe Arend (La REM) antwortet auf unsere Fragen – 27. April 2020

> Nachgefragt. Le Président du Groupe d’amitié franco-allemand, le député Christophe Arend répond à nos questions – 25. Juli 2018

Nachgefragt: Hugo Leclerc, Direktor der DenkFabrik antwortet auf unsere Fragen

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11 novembre – Maurice Genevoix (1890-1980) et „Ceux de 14“ entrent au Panthéon

Heute abend, am Tag des Waffenstillstand von 1918, wurden nach der Zeremonie Am Arc de Triompe von heute Morgen, heute Abend die sterblichen Überreste von Maurice Genevoix (1890-1980) in das Pantheón (une pantheónisation) überführt: genauer gesagt, „la panthéonisation de Maurice Genevoix et de „Ceux de 14“ . Aus diesem Anlass erhielten zwei Künstler, der ais Deutschland stammende Bildhauer Anselm Kiefer und der Komponist Pascal Dusapin den Auftrag, Werke zu Ehren der bekannten und unbekannten Toten, Männer und Frauen des Esten Weltkrriegs zu schaffne. In sechs Vitrinen werrden die Werke von Anselm Kiefer zusammen mit einem Musikstück von Pascal Dusapin im Pantéon ausgestellt.

Mit diesem Tweet kündigte Prsident Macron die heutige Zeremonie im Panthéon an :

> Die Rede von Emmanule Macron anlässlich der „Panthéonisation“ von Maurice Genevoix

Cérémonie de commémoration du 102ème anniversaire de l’Armistice de 1918.:

Auf unserem Blog:

> 11 novembre 1918 – 11. November 2015

> Le 9 et le 11 novembre – 30. Oktober 2009

> Präsident Emmanuel Macron hielt am 18.11.2018 im Deutschen Bundestag die Gedenkrede an die Kriegstoten– 18. November 2018

> Die Rede von Präsident Macron am 11. November 2018 am Triumphbogen – 12. November 2018


Wittmann, Der Erste Weltkrieg und die französische Literatur…:[1]:

Zu den Büchern, die 1916 erschienen gehört auch die Kriegserinnerungen Maurice Genevoix (1890-1984) vom August 1914 bis April 1915, die er 1916 unter dem Titel Titel Sous Verdun[2]veröffentlichte. Im gleichen Jahr erschien derBand Nuits de Guerre. Au seuil des guitounes folgte im September 1918. La Boue kam im Februar 1921 und Les Éparges im September 1921. Seine Erinnerungen erschienen nochmal 1949 unter dem Titel Ceux de 14.

Sous Verdun ist mit seinen vielen Einzelheiten, Beobachtungen und Empfindungen mehr als ein Tagebuch, das lediglich die Ereignisse notiert: „Man wirft sich hin, man springt mit einem Satz auf, man rennt. Wir sind direkt unter dem Feuer. Die Kugeln singen nicht mehr; sie sausen direkt über uns, mit einem kurzen wütenden Pfeifen. Sie amüsieren sich nicht mehr; sie arbeiten. Klack! Klack! Da, zwei haben mich an der Schulter berührt. Dieses Geräusch überrascht und bewegt mich: sie scheinen weniger gefährlich zu sein, als wenn sie pfeifen.“[3]

In der gleichen Gegend bei Éparges, wo im April 1915 Louis Pergaud gefallen ist, ‑ sein Tagebuch habe ich bereits erwähnt ‑  berichtet Maurice Genevoix (1890-1980) über den Gegenangriff der Deutschen: „Diese Tage übertreffen an Grausamkeit die Februartage. Im Februar gab es wenig Schlamm, in diesen Tagen ist es ein Meer von Schlamm. Leichtverletzte ertrinken bei dem Versuch, sich zum nächsten Hilfsposten zu retten. (On s’exalte jusqu’à pouvoir tenir.) Man schwärmt dafür, die Stellung halten zu können.“[4]

[1] H. Wittmann, Der Erste Weltkrieg und die französische Literatur, in: H. Beutin, u.a., (Hg.), > „Das Denken der Zukunft muß Kriege unmöglich machen”. Der Krieg in Kunst, Literatur und Wissenschaft, Mössingen-Talheim 2015, S. 57-90.

[2] Maurice, Genevoix, Sous Verdun, Paris 1916. Vgl. N. Jean Norton Cru, Témoins, op. cit., S. 142 ff. Maurice, Genevoix Nuits de Guerre, Paris 1916, id., Au seuil des guitoune, Paris 1918, id., La Boue, Paris 1921, id., Les Éparges, op. cit., id., Ceux de 14,, Paris 1949.

[3] Maurice, Genevoix, Sous Verdun, Paris 1949, S. 29.

[4] Maurice Genevoix, Les Éparges, Paris 1921,  in id., Ceux de 14, Paris 1950, S. 588. Diese Sätze werden von Jean-Pierre Ferrini im Nachwort zu Louis Pergaud, Carnets de guerre suivi de Jean-Pierre Ferrini, Un tombeau pour Louis Pergaud, op. cit., S. 126, zitiert : „L’expression est troublante. S’exalter pour tenir.“


Bibliographie:

Genevoix, Maurice, Sous Verdun, Paris 1916.
— Nuits de Guerre, Paris 1916.
Au seuil des guitoune, Paris 1918.
La Boue, Paris 1921.
Les Éparges, Paris 1921.
Ceux de 14, Paris 1949.

Auf Gallica:

> Hommage à Maurice Genevoix : une jeunesse éclatée : de La Vaux-Marie aux Éparges : août 1914 – avril 1915 / Comité national du souvenir de Verdun, Association nationale pour le souvenir de la bataille de Verdun et la sauvegarde de ses hauts lieux ; [sous la dir. de Gérard Canini], 1980

H. Wittmann, Der Erste Weltkrieg und die französische Literatur, in: H. Beutin, u.a., (Hg.), > „Das Denken der Zukunft muß Kriege unmöglich machen”. Der Krieg in Kunst, Literatur und Wissenschaft, Mössingen-Talheim 2015, S. 57-90.

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Nachgefragt: > > Jean-Noël Jeanneney, La Grande Guerre, si loin, si proche

#Covid19 – les différences entre la France et l’Allemagne et le commentaire de Leo Klimm (Süddeutsche Zeitung)

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> 19. Französische Wochen im Großraum Stuttgart

Mittwoch, 25.11.2020 15 h – online: > Travailler et apprendre avec www.france-blog.info. Workshop für Lehrer*innen


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