Vor 70 Jahren : Der Bruch zwischen Jean-Paul Sartre und Albert Camus

| Deutsch-Französischer Ministerrat am 31. Mai 2021 | Online #Französischlernen I ff.: Die Übersicht | Online unterrichten und lernen | Macron: “Nos sociétés deviennent plus violentes à cause de ces usages.” | Le discours d’Emmanuel Macron: Commémoration du bicentenaire de la mort de Napoléon Ier. | Dossier: Écriture inclusive, ou non exclusive ? | Der Start der Konferenz zur Zukunft Europas | Nochmal: Mobbing in der Schule | Französisch-Online-Lernen in Zeiten der Pandemie | Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Besuch im Élysée-Palast |


Sie waren eigentlich Freunde, hatten gegenseitig ihre Romane wie La nausée und L’étranger rezensiert, hatte zusammen Theater gemacht und doch haben ideologische Gegensätze ihre Freundschaft beendet. Als L’homme révolté 1951 erschien, sollte eine Rezension auch in der von Sartre mitbegründeten Zeitschrift Les Temps modernes erscheinen.(1) Francis Jeanson übernahm diese Aufgabe und schrieb einen Verriss, den Albert Camus ihm, der Zeitschrift und auch dem Direktor Jean-Paul Sartre übelnahm. Camus schrieb an seinen Freund Sarte („Monsieur le Directeur…“), beklagte sich über den Rezensenten, die Renzeion und fühlte sich missverstanden. Sartre veröffentlichte diesen Brief und auch seine Antwort an Cmaus („Mon cher Camus…“) in der nächsten Nummer der Temps modernes, Herablassend äußert er sich, Camus solle L’être et le néant nochmal lesen, das sei aber eine schwierige Lektüre für ihn, er könne ihm antworten, aber er, Sartre, werde dies nicht mehr tun. Dieser Bruch der Freundschaft verletzte Camus noch mehr als die Rezension. Und Sartres Verweis auf ein Buch, sein philosophisches Hauptwerk, das mit dem Streit gar nichts zu tun hatte? Zu einer Zeit, wo Sartre sich der PCF als compagnon de route näherte, um auf sie einzuwirken, eine Vorhaben, das zum Schietern verurteilt war, hatte Cmaus diese Erfahrung schon hinter sich, er wurde 1937 aus der PCF ausgeschlossen. Der Streit spielte sich auf einer politischen und ideologischen Ebene ab, auch auf einer biographischen Ebene. Der Streit berührte Sartres und Camus‘ gemeinsames Eintreten für die Freiheit der Kunst nicht. Noch heute wird, werden beide Namen zusammen genannt, werden zuerst ihre ideologischen Gegensätze und der Bruch ihrer Freundschaft genannt. Ihre Werkteile, die die Kunst betreffen, geraten dabei völlig zu Unrecht in den Hintergrund.

Bibliographie:

Sartre, J.-P., Mon cher Camus, in: Les Temps modernes, Août 1952 (335-353), wiederabgedruckt in: ders., Réponse à Albert Camus, in: Situations, IV, a. a. O. (90-125).

Aronson, R., Camus & Sartre, Amitié et combat, übers. v. D. B. Roche, D. Letellier, Paris 2005: vgl. Wittmann, H. [Rezension]: www.romanistik.info/ronald-aronson-camus-sartre-amitie-et-combat

Jeanson,F., Albert Camus ou l’âme révoltée, in: Les Temps modernes 79, Paris 1952 (2070-2090).
— Pour tout vous dire, in: Les Temps modernes 82, August 1952 (354-383).

Kuhn, Ch.,„Monsieur le Directeur“, „Mon cher Camus“. Die Anatomie eines Bruchs, in: B. Wilczek (Hg.), Paris 1944-1962. Dichter und Denker auf der Straße, Bühl-Moos 1994 (93-102).

Sprintzen, D. A./Hoven, A. van den (Hrsg.) Sartre and Camus. A Historic Con-frontation, New York 2003. – Vgl. Dazu die Rezension: H. Wittmann, Der Streit zwischen Sartre und Camus: www.romanistik.info/der-streit-zwischen-sartre-und-camus

Bakewell, S., Das Café der Existentialisten. Freiheit, Sein und Aprikosencocktails mit Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir, Albert Camus, Martin Heidegger, Edmund Husserl, Karl Jaspers, Maurice Merleau-Ponty und anderen, übers. v. R. Seuß, München 2016,

Alle Quellenangaben s. hier: H. Wittmann, Sartre, Camus und die Kunst. Die Herausforderung der Freiheit. Reihe Dialoghi/Dialogues. Literatur und Kultur Italiens und Frankreichs. Hrsg. v. Dirk Hoeges, Band 18, > Verlag Peter Lang, Berlin, Bern u.a., 2020, S. 191-205.

Anhörung der Bundeskanzlerin Merkel und des französischen Premierministers Castex bei der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung

| Deutsch-Französischer Ministerrat am 31. Mai 2021 | Online #Französischlernen I ff.: Die Übersicht | Online unterrichten und lernen | Macron: “Nos sociétés deviennent plus violentes à cause de ces usages.” | Le discours d’Emmanuel Macron: Commémoration du bicentenaire de la mort de Napoléon Ier. | Dossier: Écriture inclusive, ou non exclusive ? | Der Start der Konferenz zur Zukunft Europas | Nochmal: Mobbing in der Schule | Französisch-Online-Lernen in Zeiten der Pandemie | Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Besuch im Élysée-Palast |


Eine Liste aller deutsch-französischen Organisation, Institutionen und Vereinigungen etc. zu erstellen ist eine langwierige Aufgabe, denn kein anderes Länderpaar in der Welt ist so eng miteinander verbunden. Frankreich und Deutschland haben gemäß des Aachener Vertrags sogar eine gemeinsame parlamentarische Vertretung, eine Parlamentarische Versammlung eingerichtet, die je 50 Abgeordnete aus Frankreich und Deutschland zählt, (vgl. dazu: >Nachgefragt: Die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung. Die Abgeordneten Christophe Arend und Andreas Jung MdB antworten auf unsere Fragen– 12. November 2020) eine Institution, um die viele Staaten in der Welt uns beneiden dürften:

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Bundestages:

Anhörung der Bundeskanzlerin Merkel und des französischen Premierministers Castex bei der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung

Montag, 28. Juni 2021, 10 Uhr / Beginn der Anhörung 11 Uhr
Videokonferenz live auf www.bundestag.de

Kurz vor Ende der Legislaturperiode des Deutschen Bundestages tagt die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung (DFPV) unter der Leitung der beiden Parlamentspräsidenten Wolfgang Schäuble und Richard Ferrand bereits zum sechsten Mal.

Während der Sitzung findet diesmal eine Anhörung der Regierungschefs beider Länder statt: Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Premierminister Jean Castex kommen mit den Parlamentariern beider Länder in einer offenen Fragerunde ins Gespräch (11.00 bis 12.30 Uhr). Schäuble und Ferrand werden mit kurzen Ansprachen in die Anhörung einführen.

Auf der übrigen Tagesordnung (10 bis 11 Uhr und 14 bis 17.15 Uhr) stehen u. a. die Beschlussvorlagen zum Thema „European Green Deal“ und zum Thema „Die Entwicklung unserer Volkswirtschaften durch eine Harmonisierung des deutschen und des französischen Wirtschafts- und Insolvenzrechts unterstützen“. Außerdem soll der Bericht über die deutsch-französische parlamentarische Zusammenarbeit im Jahr 2020 verabschiedet und über die Berichte der Arbeitsgemeinschaften „Außen- und Verteidigungspolitik“ sowie „Migration, Asyl und Integration“ debattiert werden.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Tagesordnung auf www.bundestag.de/dfpv.

Die Versammlung findet in einem Hybridformat statt und wird live im Internet unter www.bundestag.de übertragen.

Startschuss für den Deutsch-Französischen Preis „Beruf und Zukunft“

Die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer (AHK Frankreich), das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) und die Deutsch-Französische Agentur ProTandem rufen den deutsch-französischen Preis „Beruf und Zukunft“ ins Leben, mit dem Ziel, herausragende Initiativen im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung auszuzeichnen.

Muriel Pénicaud, ständige Vertreterin Frankreichs bei der OECD und ehemalige französische Arbeitsministerin, übernimmt die Schirmherrschaft für die erste Ausgabe des Preises, der am 9. November 2021 im Rahmen des 8. Deutsch-Französischen Berufsbildungstages (BBT) verliehen wird.

Der deutsch-französische Preis „Beruf und Zukunft“ wird von drei Institutionen initiiert, die sich im Bereich der beruflichen Bildung engagieren, um jungen Menschen in Frankreich und Deutschland den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Er soll Persönlichkeiten, Institutionen oder Unternehmen in Frankreich und Deutschland auszeichnen, die beispielhafte Initiativen der beruflichen Bildung in den Bereichen Innovation, Kreativität, Chancengleichheit und Inklusion entwickelt haben.

Der Preis richtet sich an

• Auszubildende oder Klassen für die Qualität eines deutsch-französischen Projekts
• Unternehmen für die Qualität ihrer Berufsausbildung
• Bildungseinrichtungen für innovative Bildungsinitiativen
• eine Persönlichkeit oder ein deutsch-französisches Projekt, das im Sinne der Thematik des 8. BBT besonders vorbildlich ist, erhält einen Sonderpreis der Jury

Jeder Gewinner erhält eine finanzielle Zuwendung und eine besondere Unterstützung durch die drei Partnerinstitutionen. Unter dem Vorsitz von Muriel Pénicaud besteht die Jury aus Vertreterinnen und Vertretern deutsch-französischer Institutionen.

Bewerbungsschluss: 26. September 2021
Die Ausschreibungsunterlagen können hier heruntergeladen werden : > www.berufsbildungstag.com

Muriel PÉNICAUD
Ständige Vertreterin Frankreichs bei der OECD und Schirmherrin des deutsch-französischen Preises „Beruf und Zukunft“
„Das Ringen um Kompetenzen ist ein entscheidendes Element, um zukünftig in einer sich rasch verändernden Welt in den Bereichen Technologie, Digitalisierung, Ökologie und Dienstleistungen bestehen zu können. Deutschland und Frankreich teilen diese Überzeugung. Mit Hilfe von beruflicher Bildung können Unternehmen an der Seite von Bildungseinrichtungen dazu beitragen, die Kompetenzen der Zukunft zu entwickeln. Junge Menschen und Mitarbeiter bereiten so ihre Zukunft vor, sowohl in Bezug auf den Zugang zum Arbeitsmarkt als auch zu den besten Arbeitsplätzen, sozialer Gerechtigkeit, beruflichem Aufstieg oder Umschulung. Ausbildung macht den Weg frei.“

Guy MAUGIS
Präsident der AHK Frankreich
„Die Schaffung dieses Preises komplettiert eine breite Palette deutsch-französischer Initiativen im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung, die es bereits seit mehreren Jahren gibt. Diese Auszeichnung zeigt einmal mehr, dass die berufliche Entfaltung der jungen Menschen für uns eine Priorität ist und die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern stärken wird.“

Frédérik STIEFENHOFER
Deutscher Delegierter von ProTandem
„Wir begrüßen diese neue Initiative mit unseren Partnern in einem noch von der Pandemie geprägten Kontext. Dieser Preis wird es ermöglichen, die Qualität vieler Projekte hervorzuheben, was für die Wiederbelebung der Mobilität und des Austauschs zwischen den beiden Ländern unerlässlich ist.“

Anne TALLINEAU
Generalsekretärin DFJW
„Dieser Preis wird herausragende Kooperationsprojekte zwischen französischen und deutschen Bildungs- und Berufsbildungseinrichtungen ins Rampenlicht rücken. Es kann nicht genug betont werden, wie wichtig

La visite du Président de la République Emmanuel Macron à Berlin

Am 18. Juni ist Staatspräsident Emmanuel Macron zu einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Berlin gereist um moit ihr die Sitzung des Europäischen Rates am 4. und 25. Juni, bei dem es um die Außenpolitik aber auch um den Europäischen Stabilitätspakt geht, vorzubereiten: „Emmanuel Macron ist der erste auswärtige Gast, den ich hier im Bundeskanzleramt in diesem Jahr empfange – und ich würde sagen: empfangen kann,“ sagte Frau Merkel. In einer Pressekonferenz nach dem gemeinsamen Treffen äußerten sich beide vor der Presse:

Conférence de presse conjointe du Président Emmanuel Macron et de la Chancelière Angela Merkel Site du Palais de l’Élysée.

Immer aktuell:

> Twittern für die deutsch-französische Kooperation

> Twittern. Frankreich und Deutschland in der EU

> Deutsch-französisches Twittern, aber diesmal aus der Perspektive der Außenministerien

Le Dossier > Quatre ans de travail pour l’Europe Site du Palais de l’Élysée

Auf unserem Blog:

> L’Europe nous protège: Les discours d’Emmanuel Macron sur l’Europe + le bilan (21 juillet 2020)

Bundeskanzlerin Merkel wies in ihrem Beitrag zur Pressekonferenz auf die > Erklärung von Meseberg am 19. Juni 2018, in der das Versprechen Europas für Sicherheit und Wohlstand erneuert wurde. Frau Merkel betonte, die Eurozone sei widerstandsfähiger gemacht worden und es habe Fortschritte bei Migrationsfragen gegeben, auch wenn das Ziel noch nicht erreicht sei : „Das ist die Migrationsfrage, das ist die Frage der Zukunft Libyens, das ist die Frage der Zukunft Syriens“, fügte Frau Merkel hinzu.Bei dem Treffen am 18. Juni gingf es um die Abstimung vor dem Rat am 24. und 25. Juni, bei dem wieder die Außenpolitik in Bezug auf Russland und die Türkei geht, Merkel sprach von der „außenpolitischen Souveränität“, in dem Sinne wir auch Emmanule Macron disen Begriff in seine europapolitischen Reden verwendete: Vgl. > L’Europe nous protège: Les discours d’Emmanuel Macron sur l’Europe + le bilan (21 juillet 2020).

Präsident Macron erinnerte an die letzten Begegnungen mit der Bundeskanzlerien, u. a. > in Merseburg im Juni 2020, auf das der europäische Wiederaufbauplan folgte. Außerdem erinnerte Macron, daran dass auch im Bereich der Verteidigung und Technologie ist eine wichtige Dynamiken entstanden sind.

Macron betonte die deutsch-französische Zusammenarbeit auf europäischer Ebene: „Diese deutsch-französische Zusammenarbeit haben wir auch beim G7- und Nato-Gipfel, die wir gerade erst absolviert haben, wieder gesehen. Gemeinsam wollen wir eine europäische Linie definieren, die kohärent und verantwortungsbewusst ist, was unsere Themen und unsere Werte angeht. Wir wollen das eingliedern in die Zusammenarbeit mit unseren Verbündeten und den großen Wirtschaftsmächten und Demokratien, mit denen wir zusammenarbeiten – aber auch mit den europäischen Präferenzen, die wir eben haben.“ (Die Protokollierung des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Simultandolmetschung)

Nils Minkmar in der SZ

> Deutsch-französisches Verhältnis:Revolution war gestern – Süddeutsche Zeitung, 12. Juni 2021

Unterm Strich zielt Nils Minkmar auf die verpassten Chancen Deutschlands, auf die europapolitischen Vorstellungen Emmanuel Macrons einzugehen und sie gemeinsam weiterzuentwickeln, mit allen Folgen nicht nur für Macron. Immer noch wie gerade erst beim > Deutsch-französischen Ministerrat am 31. Mai 2021 wird die Vertiefung der gemeinsamen Kooperation wieder einmal gemeinsam gefeiert, schaut man genauer hin, gibt es aber immer noch sehr viel zu tun, um nicht nur über das deutsch-französische Verhältnis zu sprechen, sondern um wirklich gemeinsam zu handeln. Und > diese Gemeinsamkeit immer wieder zu erklären und nochmal erklären, wie Alfred Grosser diese Notwendigkeit immer wieder betont.

Präsident Macron hob ausdrücklich sein Einverständnis hinsichtlich der Positionen gegenüber der Türkei und Russlands gesagt worden ist: „Vor allem geht es hierbei natürlich auch um die Interessen von Mitgliedstaaten der Europäischen Union wie Griechenland und Zypern und unsere strategische Position im östlichen Mittelmeer, in Syrien, in Libyen oder auch in der Kaukasusregion… Wir sind uns uns beide bewusst, dass es die Notwendigkeit gibt, gemeinsame Regeln für ein Verhältnis mit Russland zu finden.Der Rat werde, so Macron, auch über die Wiedereröffnung unserer Gesellschaften und unserer Volkswirtschaften nach der Pandemie zu diskutieren. Trotzdem sei weitere Wachsamkeit notwendig.

Emmanuel Macron wie auf gemeinsame Projekte im Bereich der Mikroelektronik, der Raumfahrt, der Mobilität, des Wasserstoffs und der Cloud hin. Gemeinsame Finanzierungsprojekte in Europa sollen strukturiert werden.In den letzten Wochen sei es auch gelungen, Fortschritte bei den gemeinsamen Projekten zu erreichen, vor allem, was FCAS (Future Combat Air System) auch bei unserem gemeinsamen Kampfpanzer der Zukunft.

Auf die Frage eines Journalisten, Frankreich habe sich ja sehr für die autonome Strategie der Europäischen Union und die Souveränität eingesetzt. Fühle sich Frankreich nach dem Amtsantritt von Joe Biden nicht vielleicht etwas isoliert?


Bundeskanzlerin Merkel antwortete: „Ich denke überhaupt nicht daran, dass es jetzt irgendeine Washington-Berlin- oder Washington-Paris-Beziehung gibt, sondern in der Nato gibt es europäische Verbündete. Wir haben eine bestimmte Aufgabe, die auch identisch mit der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist, die sich aber in die Strategie der Nato einfügt. Aus den Gesprächen von G7 und der Nato ist vollkommen klar, dass sich die Vereinigten Staaten von Amerika als eine pazifische und eine atlantische Nation begreifen und angesichts der Stärke Chinas natürlich auch sehr viel stärker im Pazifik gefordert sind, als das vielleicht noch vor 20 Jahren der Fall war. Das bedeutet für uns Europäer, dass wir auch bestimmte Aufgaben und Verantwortungen selbst übernehmen und uns stärker einbringen müssen, deshalb ja auch die Steigerung der Verteidigungsausgaben und die Steigerung der Fähigkeiten. Projekte, die das unterstreichen, sind zum Beispiel FCAS oder auch der Panzer der Zukunft.Insofern sehe ich hier überhaupt keine Gegensätze. Aber ich sehe die absolute Notwendigkeit – das wird, denke ich, von den Vereinigten Staaten von Amerika auch erwartet -, dass wir kohärent handeln, dass wir sagen, welche Aufgabenblöcke wir übernehmen können und welche Beiträge wir leisten können. Dafür müssen wir uns sicherlich noch besser vorbereiten, als wir heute vorbereitet sind.“

Präsident Macron fügte hinzu: „Zum Thema der europäischen Verteidigung und der strategischen Autonomie der Europäischen Union: Ich sehe zumindest, dass es jetzt im gemeinsamen Wortschatz der Europäer angekommen ist. Ich stelle auch fest, dass Präsident Biden selbst öffentlich und auch bei unserem Treffen im Rahmen des Nato-Gipfels anerkannt hat – ich denke, dass das auch ein Grund zur Freude ist -, dass er die Europäische Union auch politisch respektiert und mit uns als Partner zusammenarbeiten will. Es ist uns also gelungen, zu zeigen, dass eine europäische Verteidigung und eine strategische Autonomie der Europäischen Union kein alternatives Projekt zum atlantischen Bündnis sind, sondern dass es eine Komponente dessen ist. Dadurch erkennen die Europäer nämlich an, dass sie einen Teil der Investitionen und natürlich auch einen Teil für ihre gemeinsame Sicherheit vor allem in der Nachbarschaft leisten müssen.

Ich teile also das, was die Bundeskanzlerin eben gesagt hat. Wir müssen uns über dieses amerikanische Engagement freuen. Denn es gelingt uns, eine strategische Arbeit abzuschließen, die wir im Dezember 2019 mit dem neuen Nato-Konzept begonnen haben. Dass wir jetzt einen Partner haben, der erstens engagiert ist und zweitens Interesse an multilateraler Kooperation hat, konnten wir auch beim G7-Gipfel sehen. Ich denke also, das amerikanische Engagement sollte man als etwas Positives sehen. Natürlich geht es auch darum, dass den Europäern bewusst wird, dass ihr Schicksal auch von ihnen selbst abhängt. Dieses Gleichgewicht wird uns stärker machen.

Ein Journalist wollte wissen, ob es wirklich eine gute Idee sei, dass das Endspiel der Europameisterschaft in Großbritannien stattfindet?

Bundeskanzlerin Merkel: „Über das Endspiel kann ich mich angesichts des morgigen zweiten Gruppenspiels der deutschen Mannschaft jetzt noch nicht äußern, “ und gab das Wort an Macron

Emmanuel Macron: „Wir haben uns auch nach dem letzten Spiel ausgetauscht. Es ist richtig: Frankreich hat die Nationalmannschaft in diesem ersten Gruppenspiel geschlagen. Aber das ist eine Mannschaft, vor der wir den größten Respekt haben. Wir haben schon oft genug verloren, um am Beginn dieses Wettbewerbs konzentriert und bescheiden zu bleiben. Wir sind hier also sehr wachsam und wir arbeiten natürlich zusammen, damit die Bedingungen so gut wie möglich sind. Alle Teams und Spieler leben ja in diesen Bubbles, in diesen Blasen. Sie wurden im Vorfeld getestet und isoliert, auch die gesamten Mitarbeiter. Für unsere Teams sind also alle Vorkehrungen getroffen. Die Frage, die sich bis zum Endspiel stellen wird, betrifft natürlich die Fans und die ganzen Rahmenbedingungen.

Deutschland und Frankreich haben bezüglich Großbritannien aufgrund des Auftretens der indischen Variante relativ strenge Regelungen verabschiedet. Ich glaube, wir haben ungefähr das gleiche Verhältnis der sogenannten Deltavariante. Man sagt jetzt nicht mehr diesen früheren Begriff. Diese Deltavariante macht in unseren Ländern circa 6 Prozent aus. Das ist also unter Kontrolle.

Wir sind natürlich sehr aufmerksam für alles, was eingetragen werden konnte. Das heißt, wir fordern nach wie vor einen triftigen Grund, um nach Frankreich zu kommen. Das schränkt die Ankünfte von britischen Staatsangehörigen nach Frankreich schon einmal sehr stark ein. Das ist also sehr stark eingeschränkt. Wir fordern von den Rückkehrern entweder einen PCR-Test oder eine Impfung. Das heißt, es sind wirklich sehr strenge Bedingungen für britische Staatsbürger, um nach Frankreich zu kommen. Für Deutschland gilt ja das Gleiche.“

Bundeskanzlerin Merkel ergänzte u.a.: „Aber ich kann nur sagen: Wir können nicht so tun, als wäre Corona vorbei. Auch wenn an einem solchen Sommerabend das Gefühl ist, da ist nichts mehr, so kann man am Beispiel von Lissabon sehen, wie schnell sich das wieder ändert. Wir haben eben immer noch einen großen Teil nichtgeimpfter Menschen, die keinen vollen Schutz haben. Deshalb, glaube ich, ist weiter Vorsicht notwendig, damit wir einen Sommer vieler Freiheiten, aber noch nicht aller Freiheiten haben. Das gilt insbesondere auch für Großereignisse.Es ist schön, dass zum Beispiel jetzt in München wieder 14 000 Fans im Stadion sein können. Aber wenn ich vollkommen besetzte Stadien in anderen Ländern Europas sehe, dann bin ich ein bisschen skeptisch, ob das jetzt schon die richtige Antwort auf die augenblickliche Situation ist.“

Zitiert nach der Protokollierung des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Simultandolmetschung druch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.

Le Dossier > Quatre ans de travail pour l’Europe Site du Palais de l’Élysée

Sur notre blog:> L’Europe nous protège: Les discours d’Emmanuel Macron sur l’Europe + le bilan (21 juillet 2020)

Laurent Loty parle de Diderot et de Condorcet

| Deutsch-Französischer Ministerrat am 31. Mai 2021 | Online #Französischlernen I ff.: Die Übersicht | Online unterrichten und lernen | Macron: “Nos sociétés deviennent plus violentes à cause de ces usages.” | Le discours d’Emmanuel Macron: Commémoration du bicentenaire de la mort de Napoléon Ier. | Dossier: Écriture inclusive, ou non exclusive ? | Der Start der Konferenz zur Zukunft Europas | Nochmal: Mobbing in der Schule | Französisch-Online-Lernen in Zeiten der Pandemie | Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Besuch im Élysée-Palast |


Anlässlich der Journée internationale de la francophonie, Campus francophone du Collège universitaire de Netanya, session sur la dimension universelle des philosophes français organisée par Gérard Rabinovitch, avec le soutien de l’Ambassade de France en Israël, de l’Institut français, de l’Institut Européen Emmanuel Levinas, diffusion internationale par visioconférence, hat Laurent Loty am 21 März 2021 einen Vortrag mit dem Titel « Diderot et Condorcet humanistes et mélioristes » gehalten.

Unsere Redaktion darf diesen vorzüglichen Vortrag, der durch seine Präzision so beeindruckt, in dem Laurent Loty das Verhältnis von Diderot zu Condorcet skizziert, hier zeigen:

Denis Diderot (1713-1784) war ein französischer Schriftsteller, Übersetzer, Philosoph, Aufklärer, Literatur- und Kunsttheoretiker und einer der wichtigsten Organisatoren und Autoren der Encyclopédie.

> Recherches sur Diderot et sur l’Encyclopédie
https://journals.openedition.org/rde/

Marie Jean Antoine Nicolas Caritat, Marquis de Condorcet (1743-1794) war ein französischer Philosoph, Mathematiker und Politiker der Aufklärung.

> Kurzbiografie und Werkliste der Académie française

Auf unserem Blog:

> Soirée littéraire II: Rétif de la Bretonne – dimanche, 14 février 2021 – 19 h – mit Laurent Loty – 11. Februar 2021

> Nachgefragt: Laurent Loty spricht über Denis Diderot – 24. Juni 2013

> Nachgefragt: Denis Diderot parle de l’Encyclopédie – 15. November 2017

> Denis Diderot : 5.10.1713-31. Juli 1784 – 31. Juli 2015

> Heute vor 230 Jahren: Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte – 26. August 2019

Bibliographie:

Esprit de Diderot. Choix de citation – Laurent Loty et Éric Vanzieleghem, Editions Hermann, Paris 2013.

H. Wittmann: Condrcet und die Französische Revolution, in: Christina Rohwetter, Marita Slavuljica, Heiner Wittmann, (Hrsg.), Literarische Autonomie und intellektuelles Engagement. Der Beitrag der französischen und italienischen Literatur zur europäischen Geschichte, (15.-20. Jh.), Festschrift für Dirk Hoeges zum 60. Geburtstag, Peter Lang, Frankfurt/ M. 2004, S. 91-109.

 

Literaturhaus Stuttgart: Mathias Enard, Das Jahresbankett der Totengräber

Mathias Enard ist am Montag, 14.06.21 / 19.30 Uhr zu Gast im Literaturhaus Stuttgart.

Nach seinen mit dem Prix Goncourt ausgezeichneten Buch „Kompass“ schreibt Mathias Enard in seinem neuen Roman „Das Jahresbankett der Totengräber“ über die Herausforderungen des Landlebens und die Beharrlichkeit der menschlichen Existenz. Für eine Dissertation über das Leben auf dem Land im 21. Jahrhundert zieht der Pariser Anthropologe David aufs Dorf, um Sitten und Bräuche der Landbevölkerung zu beobachten. Die Stille, die ständige Anwesenheit von Tieren aller Art, vor allem aber die überraschende Unangepasstheit sämtlicher Dorfcharaktere ziehen ihn in ihren Bann, und bald ist er viel involvierter in das Landleben, als er es sich je hätte träumen lassen. Doch nie wird er all die weitverzweigten Vorgeschichten kennen, die Mathias Enard in kühner Fahrt durch Raum und Zeit mit komödiantischer Lust erzählt. Holger Fock und Sabine Müller haben „Das Jahresbankett der Totengräber“ übersetzt.

In Zusammenarbeit mit dem Institut français

Lesung und Gespräch
Niklas Bender (Moderation)
Eintritt (Euro): Livestreamticket: 5,-

Das Ticket für den Livestream kann ab Donnerstag 20.5.2021 bis 60 Minuten vor Veranstaltungsbeginn gebucht werden und steht Ihnen dann 72 Stunden zur Verfügung.

Zum Livestream: https://stream.reservix.io/e1668227/

Macron: „Nos sociétés deviennent plus violentes à cause de ces usages.“

Un tweet  de BFMTV cite une prise de position du Président Emmanuel Macron:

1. Regardez cette vidéo 2-3 fois.

2. Résumez en quelques mots les propos du Président la République.

3. Formulez votre point de vue.

Voir aussi: > Harcèlement scolaire : le Président a un message pour les jeunes – 15. November 2019

PONS vous soutient toujours :

1 78 79 80 81 82 560