Rede von Peter Cleiß, dem Schulleiter der Beruflichen Schulen Kehl anlässlich der Adenauer-de Gaulle Preisverleihung am 6.11.2017 in Berlin

Hätten wir Twitter, unseren Pressenachrichtendienst nicht, würde so manches an unserer Einmannredaktion vorbeigehen: Aber so wurden wir eben auf die > Rede von Peter Cleiß aufmerksam, der am 9.11.2016, als ihm der Adenauer-de Gaulle Preis verliehen wurde, seine täglichen Probleme am deutsch-französischen Rhein so zusammenfasste:

„Die Menschen in der Region haben sich an die Grenze gewöhnt, sie haben die Grenze hingenommen. Wenn sie jedoch mit Google Maps von weit aus dem Weltall in Richtung Kehl und Straßburg herunter zoomen, sehen sie ganz lange gar keine Grenze. Es gibt keine Grenze. Es gibt nur etwas, was wir machen. Wir machen die Grenze. Wir machen sie ganz praktisch, indem wir Hemmnisse aufbauen, indem wir Spracherwerb direkt am Rhein separieren – auf der einen Seite Französisch, auf der anderen Seite Deutsch-, indem kulturelle Verschiedenheiten gelebt werden, und und und…“
und
„Heute Abend hätte hier an meiner Stelle auch ein junger Auszubildender unserer Schule sprechen können. Pierre Kurtz, Franzose aus dem nahen Elsass, hat vor drei Jahren an unserer Schule und bei unserem Partnerbetrieb, den Badischen Stahlwerken in Kehl, eine Ausbildung im Bereich Metalltechnik angefangen. Drei Jahre später hat er einen Abschluss gemacht, mit dem er nicht nur Bester unserer Schule war, und auch nicht nur der Beste in Baden-Württemberg. Er hat den besten Abschluss in ganz Deutschland gemacht! Ein junger Franzose, dessen Großeltern zwar noch Elsässisch sprachen, der selbst aber bis zu diesem Zeitpunkt immer nur französisch gesprochen hatte, hat nach drei Jahren an unserer Schule und in den Badischen Stahlwerken diesen hervorragenden Abschluss gemacht. Dieses Beispiel zeigt, was möglich ist.“

Bemerkenswert ist diese Rede, weil sie so ganz praktisch vom aufregenden Abenteuer deutsch-französische Kooperation erzählt. Schnuppern unsere Jugendlichen erst einmal ein bisschen dort hinein, haben sie Lehrer wie Peter Cleiß, die ihnen Türen öffnen, sind sie drin und machen sehr schnell aufregende und vielfältige Erfahrungen. Die deutsch-französische Kooperation ist mehr als ein freundliches: Créatrice d’amitiés. Lesen Sie diese Rede:

> Rede von Peter Cleiß, dem Schulleiter der Beruflichen Schulen Kehl anlässlich der Adenauer-de Gaulle Preisverleihung am 6.11.2017 in Berlin

Berufliche Bildung! Da hätten wir noch was:

> Conférence à Montpellier, 28 février 2017. Emploi : L’accès au premier emploi en France et en Allemagne avec une bibliographie et une sitographie = Wieviel Poetenzial, um die Austauschaktionen von den Grenzregionen auf beide Länder auszudehnen!

Twittern

Auf unserer Twitter-Seite für unseren Blog zu werben:

als Antwort auf

> Nachgefragt: Ulrike Guérot und die Europäische Republik – 19.4.2017

> Haben Sie im Französischunterricht schon mal mit Twitter gearbeitet?

Salon de musique: Sopranistin Sarah Wegener, Götz Payer (Piano), Dorian Kraft (Tuba)

Salon de musique
Freitag, 24. November, 19.30 Uhr, Institut français Stuttgart, Schloßstr. 51, 70174 Stuttgart

Von 1997 bis 2007 veranstaltete das Musik Podium Stuttgart in Kooperation mit dem Institut français die Konzertreihe Les Salons de Musique, die Musikfreunde beider Institutionen zum kulturellen Austausch bei besonderen Musikdarbietungen zusammenbrachte. 2014 ist diese Reihe im Rahmen des Frieder Bernius Musikpreises wiederaufgenommen worden und wird in dieser Saison um ein Sonderkonzert ergänzt: Preisträger haben die Gelegenheit, gemeinsam mit einem etablierten Künstler aufzutreten. In diesem Jahr erwartet die Besucher ein musikalischer Abend mit der Stuttgarter Ausnahmesopranistin Sarah Wegener und dem Pianisten Götz Payer sowie dem Preisträger des „Frieder Bernius Musikpreises 2016“, Dorian Kraft (Tuba).

Eintritt: 15, – /10, – € (mit Empfang), Anmeldung erforderlich unter > info.stuttgart@institutfrancais.de oder Tel. 0711 / 239 25 13

Veranstalter: Musik Podium Stuttgart & Institut français Stuttgart

Glyphosat: Coopération franco-allemande

Ergänzt. 28.11.2018.

Wir hätten auch ein Fragezeichen in die Titelzeile setzen können. Aber die Kooperation ist natürlich gar noch in Frage zu stellen, aber in diesem präzisen Punkt stimmt Deutschland auf einmal für die Lizenzverlängerung für Glyphosat, Frankreich dagegen. Das ist auch ein Hinweis darauf, dass das Landwirtschaftsministerium unter Christian Schmidt sein eigenes Ding gemacht hat. Was könnte jetzt passieren?

> Bundeskanzlerin Angela Merkel (Tweets 17, Folge ich 5, Follower 15,6 Tsd., Gefällt mir 881 – Stand: 28.11.2017) könnte den folgenden Tweet retweeten und sagen, das machen wir auch so:

> Emmanuel Macron: Tweets 5.201, Folge ich 662, Follower 2,36 Mio., Gefällt mir 5, Moments 1 – Stand: 28.11.2017

> Glyphosate : qui a voté pour ? – Libération, 27. Novembre 2017

Hat die Abstimmung zwischen Deutschland und Frankreich nicht funktioniert? Mittlerweile hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Landwirtschaftsminister Christian Schmidt gerügt, weil er die Zustimmung zur Lizenzverlängerung für Glyphisat ohne ihr Wissen erteilt habe.

> Streit um Unkrautvernichter – Süddeutsche Zeitung – 28.11.2017

Auch für Schüler ist dieser Fall Glyphosat interessant, weil hier an einem bestimmten Ereignis nach allen Richtungen sehr viel erklärt und gelernt werden kann. Da gibt es die wirklich schwierigen Fragen, ob das Pestizid Glyphosat wirklich gesundheitsschädlich ist – da streiten sich die Gelehrten, aber an den Besorgnissen vor diesem Pestizid sind möglicherweise begründet. Hat man genügend Grundlagen, um dessen Gefahrenpotential einzuschätzen? Landwirtschaftsminister Christian Schmidt hat sie möglicherweise, sonst hätte er nicht im Namen Deutschlands der Verlängerung um fünf Jahre zustimmen lassen. Und dann ist da noch die Sache mit der verpatzten Abstimmung mit Frankreich. Und die verpatzte Abstimmung innerhalb der geschäftsführenden Regierung, die nun gerade die Geburtswehen der neuen GroKO stört. Und die Reaktionen in Frankreich und Deutschland, über die man sich mit der Lektüre der letzten 20-30 Tweets, siehe hier unten, ein Bild machen kann.

Schon der Titel von LE MONDE von morgen 29. November (Examensfrage: Wann müssen Sie in Paris aufstehen, um die LE MONDE zu kaufen? Gegen 13 h. Und welches Datum hat sie? Datum vom nächsten Tag.) deutet auf Unstimmigkeiten hin:

Reaktionen > En direct : réactions au vote de l’UE en faveur du renouvellement du glyphosate pour cinq ans

> Glyphosat – Wikipedia

> Glyphosate – Wikipédia

Was gilt nun?

Editorial > Glyphosate : le passage en force – LE MONDE, 28 novembre 2017

Schauen wir nach:

Was wird in > Frankreich über Glyphosat und was wird in Deutschland über Glyphosat getwittert?

Beim Nachschlagen raten wir zu PONS:

> Twittern für die deutsch-französische Kooperation

> Haben Sie im Französischunterricht schon mal mit Twitter gearbeitet?

#silenceonlit

french german 

Les 4 447 lettres de Gustave Flaubert en ligne

À Colet Louise, Croisset, 12 juillet 1852 : „Tu ne lis pas assez de bonnes choses. – Un écrivain, comme un prêtre, doit toujours avoir sur sa table de nuit quelque livre sacré.“

À Colet Louise, Croisset, 01 octobre 1852 : „Où est la limite de l’inspiration à la folie, de la stupidité à l’extase ? Ne faut-il pas, pour être artiste, voir tout d’une façon différente à celle des autres hommes ?“

2801 Seiten hatte Jean-Paul Sartre der Frage gewidmet, wie > Gustave Flaubert (1821-1880) sich in die Lage versetzen konnte, einen der wichtigsten Roman des 19. Jahrhunderts zu verfassen: Madame Bovary. Mœurs de Province. Folglich heißt die Studie von Sartre L’Idiot de la famille. La vie de Gustave Flaubert de 1821 à 1857, bis 1857, d.h. das Erscheinungsjahr von Madame Bovary. Sartres Studie ist der Versuch einer Rekonstruktion, wie macht sich ein Individuum zu einem Schriftsteller? ( H.W. > Sartre und die Kunst.Die Porträtstudien von Tintoretto bis Flaubert, Tübingen 1996). Außerdem ist Sartres Studie eine Riesensammlung aller möglichen Ansätze, Literatur zu interpretieren. Er hat sehr genau die Jugendwerke von Flaubert (Un parfum à sentir, 1836, Rêve d’enfer, 1836, Mémoires d’un fou, 1838, Smarh, 1839) gelesen und z. B. auch L’Éducation sentimentale eingehend analysiert. Und die Korrespondenz von Flaubert war für Sartre eine Gelegenheit, mehr über Flaubert zu erfahren, das sei so gewesen, als ob ein Psychiater, einem Patienten auf der Couch zuhören würde, schreibt Sartre im Vorwort seine Flaubert-Studie.

Danielle Girard und Yvan Leclerc haben eine Edition en ligne aller 4447 Briefe von Gustave Flaubert erstellt. An diesem Projekt war die Faculté des lettres de l’université de Rouen et und rund 30 Professoren beteiligt, die an der Transkription der Briefe mitgewirkt haben. Bemerkenswert ist, dass diese Edition schon jetzt als die vollständigste Edition seiner Briefe gelten darf.

Jean-Didier Wagneur, > Flaubert à l’ère numérique – Libération — 24 novembre 2017

> Flaubert Correspondance Edition électronique par Yvan Leclerc et Danielle Girard

> Éditions hypertextes des manuscrits

Auf unserem Blog:

> Gustave Flaubert (1821-1880) – 8. Mai 2017

> Une visite chez Gustave Flaubert – 2. Juni 2009

> La littérature française (II): Gustave Flaubert – 10. September 2007

Wie antwortet Deutschland auf die Vorschläge Macrons?

Ergänzung zu diesem Artikel:

> Merkel demande à Macron d’être patient – Les Échos, 26 novembre 2017


> Twittern. Frankreich und Deutschland in der EU – 20. November 2017

Eigentlich muss die Frage lauten. Wann kann Deutschland endlich die Vorschläge von Staatspräsident Macron bentworten?

Wie soll es mit Europa weitergehen? Frankreich wartet zu Recht auf eine qualifizierte und konstruktive Antwort der deutschen Regierung. Staatspräsident Macron hat seine Vorstellungen ausführlich erläutert > Rappel : Les discours du Président de la République et l’Europe und bat darum, dass seine Vorschläge Anfang 2018 diskutiert werden: > Macron am 26. 9. in der Sorbonne: „Deshalb wünsche ich mir, wenn wir von neuem voranschreiten wollen, dass wir dies über demokratische Konvente machen, die ein integrativer Bestandteil der Neubegründung Europas sind. Wenn wir einmal die einfachen Begriffe für einen Fahrplan definiert haben, der unterstützt wird von den wichtigen Regierungen, die bereit sind, in diese Richtung zu gehen, möchte ich, dass wir im kommenden Jahr über sechs Monate in allen Ländern, die teilnehmen möchten, eine umfangreiche Debatte zu einheitlichen Fragen zur Bestimmung der Prioritäten, Sorgen und Ideen für unseren Fahrplan für das Europa von morgen organisieren. Die Dinge wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen, anstatt am Ende des Weges, gelähmt von Phantasmen und Unverständnis zu fragen, ob ja oder nein, zu unlesbaren Texten, die im Verborgenen verfasst wurden. Organisieren wir also eine offene, freie, transparente und europäische Debatte, um dieses Projekt zu erschaffen, das den Europawahlen 2019 schließlich Inhalte und Herausforderungen bieten wird.“ Initiativen, Visionen, Kreative Ideen, Dialog, Austausch? Berlin schweigt – auch wenn die Kontakte zwischen den Ministerien in Berlin und Paris wie gewohnt intensiv seien mögen. Macron hat viele > Germanisten in der Regierung versammelt, und er wünscht einen Elysee-Vertrag 2.0. Er öffnet weit das Tor zu einer neuen deutsch-französischen Zusammenarbeit. Berlin und Paris könnten zusammen den Anstoß für eine > Neubegründung Europas durch die Kultur geben: > #FRAFRA2017 sollte dafür einen Auftakt bilden. Keines der großen Probleme in Europa kann von einem der Mitgliedsländer alleine gelöst werden: Migration, Digitaler Wandel, Umweltschutz, Verteidigung, Energieversorgung. Von der Reformfreudigkeit und der Entschlossenheit Macrons, wie auch von seinem Ansatz, den > Stellenwert der Kultur in Europa hervorzuheben, sollte die deutsche Regierung etwas lernen. Oder eine künftige neue Regierung könnte sich an diesen Vorschlägen inspirieren und endlich die Visionen mit Frankreich teilen. Nochmal: Macron bittet darum, „dass wir im kommenden Jahr über sechs Monate in allen Ländern, die teilnehmen möchten, eine umfangreiche Debatte zu einheitlichen Fragen zur Bestimmung der Prioritäten, Sorgen und Ideen für unseren Fahrplan für das Europa von morgen organisieren.“ Was haben die Sondierer dazu gesagt?

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