Emmanuel Macron vous met en garde contre le harcèlement

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Ce n’est pas la première fois que le président de la République Emmanuel Macron met les élèves en garde contre le harcèlement. Il a raison d’y insister:

Les tâches pour les élèves

> Methodische Überlegungen)

1. Écoutez une, deux fois les propos du président de la République concernant le harcèlement.

2. Vous pouvez lire aussi l’article sur le site de France-Inter.

3. Écrivez un résumé des propos du président.

voir aussi: Rentrée scolaire : dans une vidéo TikTok, Emmanuel Macron appelle à lutter contre le harcèlement – France-Inter

Voir sur notre blog: Nochmal: Mobbing in der Schule – 30. März 2021

> Harcèlement scolaire : le président de la République a un message pour les jeunes – 15. November 2019

> NON au harcèlement – 5. November 2020

IFRI: Deutschland, die “Zeitenwende” und die Zukunft der NATO

Gerade hat das Institut Français des Relations Internationales IFRI einen Forschungsbericht zum Thema Deutschland, die “Zeitenwende” und die Zukunft der NATO  veröffentlicht. Der Autor ist Detlef Puhl, der bis 2016 als  “Senior Advisor for Strategic Communication” für den Beigeordneten NATO-Generalsekretär für “Neue Sicherheitsherausforderungen”, einer neu geschaffenen Abteilung im Internationalen Stab des atlantischen Bündnisses à Brüssel, beschäftigt war.

> Notes de l’Ifri: Deutschland, die “Zeitenwende” und die Zukunft der NATO Visions franco-allemandes

Das neue strategische Konzept der NATO für die nächsten zehn Jahre wurde durch den Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 in Frage gestellt. Bundeskanzler Olaf Scholz sprach von einer „Zeitenwende“. Jetzt geht es darum, die Folgen des russischen Angriffs und damit Folgen auf die europäische Sicherheitsarchitektur neu zu bewerten. Die EU entwickelt einen „Strategischer Kompass“. Wir dieser der neuen Situation gerecht?

Download:

> Deutschland, die “Zeitenwende” und die Zukunft der NATO

> “L’Allemagne, le changement d’époque et l’avenir de l‘OTAN” (pdf).

Wir zitieren hier die Zusammenfassung: S. 5:

“Die NATO hat ein neues strategisches Konzept erarbeitet, das Orientierung für die nächsten zehn Jahre geben soll. Aber der Angriff Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 verändert alles. Bundeskanzler Scholz spricht von einer „Zeitenwende“. Wird das Konzept den neuen Herausforderungen gerecht? Trotz Einigung auf ein neues Konzept – strategische Dilemmata bleiben: Von Partnerschaft mit Russland ist keine Rede mehr. Aber was folgt daraus? Chinas Ambitionen werden erstmals als Gefahr für unsere Sicherheit definiert. Aber sind sie das nicht vor allem für die USA? Das Aufgabenspektrum der Allianz dehnt sich weiter aus. Wird das Bündnis damit überfordert? Ist verstärkte Kooperation mit der EU die Lösung? Ihr neuer „Strategischer Kompass“ definiert viel weitergehende Ambitionen. Die strategischen Dokumente von NATO und EU sind von begrenztem Wert. Deutschlands Sicherheitspolitik ändert sich radikal. Die Erwartungen an Berlin, das eine Scharnierfunktion in Europa erfüllen könnte, sind groß. Ist das Land dazu bereit? Das ist keineswegs sicher.”

Die Rede von Bundeskanzler Scholz in der Sondersitzung des Bundestages am 27. Februar 2022…


> Regierungserklärung Bundeskanzler Scholz zum Russland-Ukraine-Krieg am 27.02.22 – Phoenix

Die französische Übersetzung publiée par le Grand Continent: (Rappel : > Nachgefragt: le Directeur de la revue Grand Continent Gilles Gressani répond à nos questions)

Auf unserem Blog: Der Krieg in der Ukraine – aus deutsch-französischer Sicht 6. März 2022


… sollte eine Zeitenwende markieren: Der Kanzler kündigte u .a ein Sofortprogramm von 100 Millionen Euro ür die Bundeswehr an. Außerdem solle von nun das mit der NATO 2014 vereinbarte Ziel, 2% des BIP für Verteidigung auszugeben, erfüllt werden. Hat sich der Elan der Bundesregierung seit dieser Rede etwas abgeschwächt? Es wird viel von Waffenlieferungen gesprochen. Teil 2 dieser Liste wurde offenkundig noch nicht “abgearbeitet?” > Militärische Unterstützungsleistungen für die Ukraine – Website der Bundesregierung. Kritiker beobachten die zögerliche Haltung der Bundesregierung: > Der Krieg in der Ukraine, die Offensive der Ukrainer und die Waffenlieferungen: Brigadegeneral a.D. Dr. Klaus Wittmann im Gespräch mit WELT TV

Das Französische Institut für Internationale Beziehungen (Ifri) ist in Frankreich das wichtigste unabhängige Forschungszentrum, das über zentrale internationale Fragen informiert und einen Diskussionsrahmen bietet. Von Thierry de Montbrial im Jahr 1979 gegründet, ist das IFRI als gemeinnütziger Verein anerkannt (Gesetz des Jahres 1901).

Die Reihe „Visions franco-allemandes“ erscheint seit 2003 und widmet sich der vergleichenden Analyse der deutsch-französischen Außen- und Innenpolitik, Wirtschaftspolitik und Gesellschaftsthemen. Die „Visions
franco-allemandes“ bieten kurze wissenschaftliche Analysen mit einer klaren policy-Orientierung. Sie sind wie auch die „Notes du Cerfa“ auf der Internetseite des Cerfa verfügbar, von der die Beiträge ebenfalls kostenlos herunterladen werden können. Das Comité d’études des relations franco-allemandes“, auf Deutsch: Studienkomitee für deutsch-französische Beziehungen wurde 1954 durch ein Regierungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich gegründet.


 

Zum Herunterladen: > Le choc de la réalité : La coalition feu tricolore dans la crise russo-ukrainienne – Notes du Cerfa, n°167, février 2022 – Éric-André Martin. Le jeudi 24 février 2022

Die Prager Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz über Europa

Lange gab es aus Berlin nie eine so richtige Antwort auf die europapolitischen Vorstellungen von Staatspräsident Emmanuel Macron.

> L’Europe nous protège: Les discours d’Emmanuel Macron sur l’Europe

Ja, es schien so, also ob seine Reden unter der Ägide von Angela Merkel gar nicht bis Berlin vordringen konnten. Jetzt hat Bundeskanzler Olaf Scholz sich in der Prager Universität zu seiner Europa-Konzeption geäußert: – Rede des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland Olaf Scholz, MdB, an der Karls-Universität zu Prag (Quelle: Deutsche Botschaft in Prag)

„Wann, wenn nicht jetzt, schaffen wir ein souveränes Europa, das sich in einer multipolaren Welt behaupten kann? Und wer, wenn nicht wir, könnte Europas Werte schützen und verteidigen, im Innern wie nach außen?“, sagte Bundeskanzler Scholz in seiner Rede an der Karls-Universität in Prag. Und der Kanzler sagte auch “Im Kern bedeutet europäische Souveränität doch: dass wir auf allen Feldern eigenständiger werden, dass wir mehr Verantwortung übernehmen für unsere eigene Sicherheit, dass wir noch enger
zusammenarbeiten und zusammenzustehen, um unsere Werte und Interessen weltweit durchzusetzen.” Und unsere Redaktion nimmt etwas vorweg, was wir hier als Aufgabe Schülern stellen, nämlich die Rede von Olaf Scholz it der Rede von Emmanuel Macron vom 27. Juni 2017 in der Sorbonne zu vergleichen: “Allein Europa kann tatsächliche Souveränität gewährleisten, das heißt, die Fähigkeit, in der heutigen Welt zu bestehen, um unsere Werte und unsere Interessen zu verteidigen. Es gilt, eine europäische Souveränität aufzubauen und es besteht eine Notwendigkeit, sie aufzubauen. Warum? Weil das, was unsere Identität ausmacht, was unsere
tiefe Identität prägt, dieses Wertegleichgewicht, dieses Verhältnis zur Freiheit, zu den Menschenrechten, zur Gerechtigkeit ist etwas nie Dagewesenes auf diesem Planeten.” Macrons Vision einer europäischen Souveränität bedeutet keinesfalls eine Schmälerung der der der Mitgliedsstaaten, sondern eine europäische Souveränität, die die der Mitgliedsstaaten stützt und weiterentwickelt.

> Rede Bundeskanzler Scholz an Karls-Universität in Prag

> Rede Bundeskanzler Scholz an Karls-Universität in Prag

Der Vergleich

Les tâches pour les élèves (> Methodische Überlegungen)

1. Lisez > le discours du chancelier Olaf Scholz à Prague sur l’Europe.

2. Lisez le discours du président de la République Emmanuel Macron en Sorbonne prononcé en Sorbonne le 26 septembre 2017.

3. Comparez les visions et les conceptions du chancelier et du président en ce qui concerne l’avenir de l’Europe

Zum Vergleich:

Der Text der Rede in der Sorbonne am 26. September 2017: > Discours d’Emmanuel Macron pour une Europe souveraine – Website des Élyséepalastes

Hier folgt die Rede in deutscher Sprache im Wortlaut:

Initiative für Europa – Die Rede von Staatspräsident Macron im Wortlaut – Website der Französischen Botschaft in Berlin:

“Es liegt an uns und an euch, den einzigen Weg, der unsere Zukunft sichert, zu ebnen, und davon möchte ich heute sprechen. Es ist die Neubegründung eines souveränen, geeinten und demokratischen Europa. Haben wir gemeinsam den Mut, uns diesen Weg zu bahnen. Wie ich den Franzosen gegenüber in jedem Augenblick dazu stand, so sage ich es heute mit ungebrochener Überzeugung: Das Europa, wie wir es kennen, ist zu schwach, zu langsam, zu ineffizient, aber allein Europa kann uns eine Handlungsfähigkeit in der Welt geben angesichts der großen Herausforderungen dieser Zeit.

In einem Wort: Allein Europa kann tatsächliche Souveränität gewährleisten, das heißt, die Fähigkeit, in der heutigen Welt zu bestehen, um unsere Werte und unsere Interessen zu verteidigen. Es gilt, eine europäische Souveränität aufzubauen und es besteht eine Notwendigkeit, sie aufzubauen. Warum? Weil das, was unsere Identität ausmacht, was unsere tiefe Identität prägt, dieses Wertegleichgewicht, dieses Verhältnis zur Freiheit, zu den Menschenrechten, zur Gerechtigkeit ist etwas nie Dagewesenes auf diesem Planeten. Die Treue zur Marktwirtschaft, aber auch die zur sozialen Gerechtigkeit ist ebenso wichtig. Was Europa darstellt, können wir nicht blind übertragen, weder auf die andere Seite des Atlantiks noch auf die Grenzen zu Asien. Es liegt an uns, es zu verteidigen, und es in der Globalisierung aufzubauen.”

Rede in Prag: Scholz plädiert für handlungsfähige EU – Süddeutsche-Zeitung,

La rentrée politique 2022

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Au revoir les vacances, bonjour la rentrée. Die Sommerferien sind fast überall vorbei. Jetzt kehren die Schüler bald in ihre Schulen zurück. Die Ministerrunde in Paris hat ihre Rentrée schon hinter sich: > Gouvernement : un Conseil des ministres de rentrée au ton grave (francetvinfo.fr) Und man kann sich vorstellen, dass angesichts des Ukrainekrieges, der Inflation, der Klimaprobleme, der Versorgungsprobleme mit Energie Staatspräsident Emmanuel Macron, der den Vorsitz im Ministerrat hat, keine wirklich guten Neuigkeiten für seine Minister hatte. Und es war auch eine außergewöhnlicher Rentrée, weil der Präsident zuerst eine Ansprache hielt, die auch im Fernsehen übertragen wurde. Das passiert nur äußerst selten, normalerweise verlässt die Presse den Kabinettssaal, wenn die Sitzung beginnt:

“Grand bouleversement”, “la fin de ce qui pouvait apparaître comme une abondance” / “Große Umwälzung”, “das Ende dessen, was als Überfluss erscheinen konnte”. Das war mehr als ein bloßer Appel. Macron schwört die Franzosen auf einen schwierigen Herbst ein: > Emmanuel Macron appelle le gouvernement à “l’unité” face à “la fin de l’abondance” et “de l’insouciance”

#législatives2022

Les tâches pour les élèves (> Methodische Überlegungen)

1. Regardez la 1ère vidéo et décrivez la situation des propos du président de la République.

2. Regardez la 2e vidéo. Vous la regarderez une deuxième fois et vous prenez des notes. Quels sont les sujets que le président évoque devant ses ministres?

PONS vous soutient toujours :

Macron zitierte die Häufung der Krisen: Ukraine, Klima, Energie, Trockenheit, Waldbrände und er spricht “Es ist eine große Umwälzung, die wir gerade erleben”, und er sagte: “«Der Moment, in dem wir leben, scheint von einer Reihe schwerer Krisen geprägt zu sein (…) und es könnte sein, dass manche unsere Bestimmung als ständige Bewältigung von Krisen oder Notsituationen betrachten. Ich für meinen Teil glaube, dass das, was wir gerade erleben, eher eine grosse Wende oder eine grosse Umwälzung ist.»


25 août 2022: Ouverture de la réunion des recteurs d’académie à la Sorbonne


Angesichts dieser Krisen wollte Macron Zuversicht zu verbreiten: «Ich wünsche mir, dass wir in den kommenden Wochen und Monaten eine sehr starke Einheit der Regierung und der Kräfte der Mehrheit bekräftigen», um «einen Kurs zu verfolgen, der es uns ermöglicht, unsere Souveränität, unsere französische und europäische Unabhängigkeit zu festigen», fügte er hinzu. Angesichts der «Stärkung der autoritärer Regime» rief der Präsident die Minister dazu auf, «ernsthaft», «glaubwürdig» zu sein und nicht der Versuchung der «Demagogie» zu erliegen.

La rentrée 2022

Au revoir les vacances, bonjour la rentrée.
> Partons en France – Reisen wir nach und durch Frankreich

> Sommer 2019: Auf nach Frankreich

> Auf nach Frankreich: Planen mit www.france-voyage.com

> Vacances en France (VI) : Maguelone et Aigues Mortes

> Vacances de Pâques en Alsace : album photo

> Vacances en France (VI) : Montpellier (III)

Ferien in Frankreich (IV): Le Berry

> Préparons les vacances (I) : Partons en Provence

> Für einen Tag nach Paris (geht immer)

> John Locke und seine Didaktik für Französisch

> Enseigner et apprendre avec Twitter

> Nachgefragt: Tele-Tandem

> La Rafle du Vélodrome d’Hiver et à Pithiviers

> Europa – EU

> Europa und die Kultur

> Ein vereintes Europa auf dem Weg zu einer Konföderation

> Fremdsprachen unterrichten

Der #Klimawandel kommt

> Klimawandel. Nachgefragt. Wir fragen Pierre-Yves Le Borgn’

> Twittern für die deutsch-französische Kooperation


> Die Veröffentlichungen unserer Redaktion auf einen Blick

Blogs

Blog von KLett-Cotta Freunde des Instituts français in Stuttgart Sartre-Gesellschaft Hans-Mayer-Gesellschaft www.romanistik.info

Jetzt bist Du dran! Halte eine Rede an die Europäische Jugend

french german 

Auf unserem Blog:

> Fotos vom Staatsakt in Ludwigsburg am 22. September 2012 – 23. September 2012

> > Gemeinsame Pressekonferenz von Staatspräsident Hollande und Bundeskanzlerin Merkel in Ludwigsburg am 22. September 2012 – 23. September 2012

DFJW : Werdet Juniorbotschafter/in 2022/23!

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Unbedingt hier mitmachen und einen tolle Aufgabe bekommen! Jugendbotschafter für das DFJW? Warum? Weil unsere Beziehungen zu Frankreich so eng, so vielfältig und ehrlich gesagt auch so aufregend sind: > Macht doch mal eine Liste aller deutsch-französischen Organisationen…. Mein akademischer Lehrer Alfred Grosser sagt immer: “Erklären, erklären, immer wieder erklären…” und meint damit die Pflege der deutsch-französischen Beziehungen auf allen Ebenen. Nun 4000 Artikel auf diesem Blog sind auch ein Ergebnis seiner Lehre. Vorurteile, na die gibt es immer noch, aber passt mal auf, Eure Freunde werden schon anfangen zu staunen, wenn ihr denen mal erzählt, warum Ihr Euch als Jugendbotschafter bewerben wollt.  Also worauf wartet Ihr noch? Ihr seid schon 18? Dann mal los. Hier entlang: Werdet Juniorbotschafter:in 2022/23!

Die Bewerbungsfrist wurde  verlängert bis zum 14.8.2022.

> Nachgefragt: Juniorbotschafter Patrick Pulsfort – 31. Mai 2016.

John Locke und seine Didaktik für Französisch

Unsere Redaktion hat gerade den jüngst bei Klett-Cotta erschienen Band von John Locke (1632-1704) gelesen und dazu einen > Lesebericht: John Locke, Einige Gedanken über Erziehung – zuerst 1693 erschienen – verfasst.

Aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums der Klett-Gruppe (Ernst Klett Verlag) erscheinen bei Klett-Cotta ab 2022 eine Reihe zeitlos-aktueller Werke der Pädagogik und Erziehungsphilosophie.  Zuerst wurde die Große Didaktik von Johann Amos Comenius (1592-1670) mit dem Untertitel Die vollständige Kunst, alle Menschen alles zu lehren in der Übersetzung von Andreas Flitner bei Klett-Cotta vorgelegt: Lesebericht: Johann Amos Comenius, Große Didaktik. Der Generalherausgeber dieser Reihe ist Jürgen Overhoff (Universität Münster), der hat auch den Band von Comenius herausgegeben hat. Mit ihm hat unsere Redaktion kürzlich gesprochen: Nachgefragt: Jürgen Overhoff, Hrsg., Johann Amos Comenius, Große Didaktik.

Nun ist der zweite Band dieser Reihe erschienen: John Locke, Einige Gedanken über Erziehung übersetzt von Joachim Kalka, den ebenfalls Jürgen Overhoff herausgegeben hat.

Es sind Lockes Bemerkungen zur Fremdsprachendidaktik, die uns hier ganz besonders interessieren. Wir zitieren hier aus unserem Lesebericht:

“Sobald der Zögling seine Muttersprache beherrscht, sollte man daran denken, ihn andere Sprachen zu lehren: Latein oder Französisch? „Doch weil Französisch ein lebende Sprache ist und mehr in der Unterhaltung gebraucht wird, sollte es zuerst erlernt werden…“ (S. 228) Und das geht in ein bis zwei Jahren, danach gehe man zum Lateinischen über. Die §§ 162-175 empfehlen wir allen Lehrplanautoren. Ob Lockes Kritik am Grammatikunterricht berechtigt ist? Wenn heute im 5. oder 6. Jahr Französisch noch immer Grammatikübungen in Form von Lückentexten von Schülern bearbeitet werden, erstaunt es nicht, würde Locke hinzufügen, dass diese Schüler keine Texte schreiben können. Sein Credo: „Sprachen sind nicht auf Regeln oder Kunstfertigkeit aufgebaut, sie sind durch Zufall und den allgemeinen Gebrauch der Menschen entstanden. Und wer sie wohl sprechen will, kennt keine andere Regel als diese, und vertraut auf nichts als sein Gedächtnis und die Gewohnheit, so zu reden wie die, denen man zubilligt, dass sie die Sprache gut sprechen, das heißt mit anderen Worten: auswendig reden.”  Nota bene  nicht Auswendiglernen (S. 238, § 168) Aus dieser Einsicht heraus, besteht Locke ganz modern auf dem Gespräch in der Fremdsprache („Sprachen kann man sich nur durch Lesen und Sprechen aneignen und nicht durch Auswendiglernen von Fetzen aus alten Schriftstellern….“ (S. 249) Hinsichtlich der  Grammatik wiederholt er seine Forderung, die eigene Grammatik müsse gut beherrscht werden: “Es wird sehr viel mehr Lärm um sie gemacht, als notwendig, und es werden die damit geplagt, denen sie gar nichts nützt, ich meine die Kinder in dem Alter, wo sie für gewöhnlich damit konfus gemacht werden in den Schulen.” (S. 239, vgl. auch S. 240) Recht hat, denn wenn Schüler weder bon noch bien bestimmen können, fehlt es auch an deutscher Grammatik. Lockes Zögling soll lernen Geschichten zu erzählen, wozu als Übungsstoff die Fabeln von Äsop sich vorzüglich eignen. (vgl. S. 263)” – und wie soll man nun eine Klassenarbeit bewerten, in der ein Schüler die Grammatiklückentextübungen fehlerfrei ausfüllt, aber im Aufsatzteil (production de texte) fast nichts schreibt, und die Arbeit, in der sein Klassenkamerad die Lücken nicht korrekt ausfüllen kann, aber im Aufsatzteil ganz viel schreibt mit vielen Fehlern,  aber wo die Lust am Ausprobieren der Sprache nur allzu offensichtlich ist. Zu dem hohen Anteil an Grammatikübungen kommt noch eine weitere Hürde: die geringe Wiederholung, die fehlende Übung macht es den Schülern doppelt schwer.

Locke plädiert ganz modern für einen einsprachigen Unterricht und betont, der Knabe möge die Gewohnheit erwerben, “das Französische gut auszusprechen, was umso schwieriger ist, je länger man es aufschiebt.” recht hat er, Deutsch sollte wirklich nur in kurzen Ausnahmesituationen gebraucht werden… in Grammatikstunden wird in der Fachdidaktik im Rahmen der aufgeklärten Einsprachigkeit konzendiert.  Aber Locke spricht sich gegen die Vermittlung komplizierte grammatischer regeln aus. Seine Zöglinge sollen -heute würde man sagen – kontrastiv lernen. Die Grammatik seiner Muttersprache solle er gut beherrschen. Recht hat er, denn was nutzt eine Französischstunde, in der Adverbien und Adjektiven und gar noch deren Steigerungen erklärt wird, wenn die Schüler diese Wortarten noch nicht mal in der deutschen Sprache einordnen können?

Durch “Sprechen und Lesen” (S. 229) soll der Zögling die Fremdsprache lernen, sein Tutor solle nicht vergessen, dass auch jeden tag Englisch (= Texte in seiner Muttersprache) lese. Wieviele Minuten kann ein Schüler im normalen Französischunterricht, sagen wir eine 7. Klasse  mit 14 Schüler/innen, während einer Stunde auf Französisch sprechen? Im optimalen Fall 3 Minuten, die er durch laute Lektüre zu Hause unbedingt ergänzen muss:  Wie oft habt Ihr während der Pandemie einen Lektionstext laut zu hause vorgelesen? Schweigen.

Lockes Plädoyer für Latein wird jeden Lateinlehrer erfreuen: S. 229-239

Zur Grammatik gibt Locke wichtige Hinweise: “Sprachen, die man durch auswendiges Einprägen, Brauch und Gedächtnis lernt, können erst dann in größter Vollkommenheit gesprochen werden, wenn alle Regeln der Grammatik vergessen worden sind. Ich räume ein, dass die Regeln der Grammatik einer Sprache manchmal sehr genau studiert werden sollten, aber nur von einem Erwachsenen, der sich dem Verständnis einer Sprache kritische nähert, was eigentlich nur das Geschäft des erklärten Gelehrten ist.” (S. 234)

Ein Absatz im § 167 (bezüglich des Geschicks und der Kunst des Lehrers, sie an Neues heranzuführen, verdient unsere Aufmerksamkeit: “Das natürliche Temperament der Kinder macht ihren Geist dem Umherschweifen geneigt: Neuheit alleine macht sie aufmerksame..:” S. 235: Methodenwechsel, nicht zu lange Phasen, alles steckt hier drin: “Das große Geschick eines Lehrers liegt darin, die Aufmerksamkeit seiner Schüler zu erlangen und festzuhalten; wenn er diese hat, wird er sicherlich so rasch vorankommen, wie ihn die Fähigkeiten des Schülers mit nehmen…” heute nennt man schülerzentrierter Unterricht.

Unserer Redaktion gefällt das so moderne Plädoyer von Locke zugunsten des bilingualen Unterrichts ganz besonders:

„§ 178 Zur selben Zeit, da es Französisch und Latein lernt, mag man ein Kind, wie gesagt, auch mit Arithmetik, Geographie, Chronologie, Historie beginnen lassen und auch mit Geometrie. Denn wenn es in diesen Fächern auf Französisch oder Lateinisch unterrichtet wird, hat es einmal eine dieser Sprachen zu verstehen begonnen, dann wird es ein Wissen in diesen Fächern bekommen und die Sprache dazu.
Mit Geographie, dächte ich, sollte man beginnen:…“ (S. 253)

Vgl. LIBINGUA ist die Arbeitsgemeinschaft der Lehrkräfte, die Elternvereinigung und der Förderverein der fast 100 Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland.

Frankreich-Blog: 8. Deutsch-französischer Jugendkongress – mit einer Linkliste – 19. September 2019

John Locke
Einige Gedanken über Erziehung
Hrsg. von Jürgen Overhoff
Aus dem Englischen von Joachim Kalka
mit einem Vorwort von Jürgen Overhoff
1. Auflage 2022, 320 Seiten, Broschiert
ISBN: 978-3-608-98633-4

Lesebericht: > Lesebericht: Gerhard Roth, Michael Koop, Schule mit Köpfchen. Erlenntnisse aus der Hirnforschung für den Unterricht nutzen. Mit zahlreichen Beispielen aus der Schulpraxis.

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