Wir gratulieren Alfred Grosser zum 98. Geburtstag

Unsere Redaktion gratuliert Professor Alfred Grosser sehr herzlich zu seinem 98. Geburtstag.

Wir sind uns im Herbst 1976 zum ersten Mal im Institut d’Études politiques in Paris im Rahmen seiner Vorlesung über Deutschland und gleich am nächsten Tag “Introduction à l’étude de la vie politique” begegnet. Alfred Grosser ist Zeitzeuge und Mittler. Immer wieder erklären, den Standpunkt des Anderen zur Kenntnis nehmen, verstehen und vermitteln. Damals hatte ich dieses  Taschenbuch Wider den Strom: Aufklärung als Friedenspolitik, Erste Auflage dieser Ausgabe. München: Deutscher Taschenbuch-Verlag 1976, bei mir, dessen Titelblatt Alfred Grosser bei seiner Rede als Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 1972 zeigte.

1948 gründete er zusammen mit Emmanuel Mounier u.a. unter ihnen Joseph Rovan das > Comité français d’échanges avec l’Allemagne nouvelle und bekommt damit einen entscheidenden Einfluss auf die deutsch-französische Wiederannäherung nach dem Zweiten Weltkrieg.

“Erklären, immer wieder erklären, geduldig erklären…” hat Alfred Grosser uns in seinen Vorlesungen eingeschärft. Die deutsch-französischen Beziehungen, die er seit 1948 als Akteur, Publizist und Hochschulprofessor so nachdrücklich mitgeprägt hat, benötigen auch heute den ständigen Austausch. Aber heute ist das Wunder nach drei blutigen Kriegen längst vollbracht: Kein anderes Staatenpaar in der Welt unterhält so enge, so vielfältige und so freundschaftliche Beziehungen wie Deutschland und Frankreich: Es gibt kein ein anderes Länderpaar auf der Welt, das eine so enge Verflechtung miteinander aufweist, wie Frankreich und Deutschland. Die Schulaufgabe: “Erstellt bis morgen eine Liste der deutsch-französischen Organisationen”, ist von einer Klasse bis morgen nicht lösbar, da müsste man schon eine ziemlich lange Unterrichtsreihe ansetzen, um halbwegs vollständig die gesamte Zahl aller deutsch-französischen Vereinigungen, Städtepartnerschaften, Organisationen, Vereine, Institute und Institutionen, Gremien, Verbände u.s.w. aufzulisten…” > Macht doch mal eine Liste aller deutsch-französischen Organisationen…  – Unser Blog mit seinen 4000 Artikeln zeigt davon nur einen kleinen Ausschnitt. Die Inspiration zu diesem Blog verdankt unsere Redaktion der Erinnerung an die Vorlesungen von Alfred Grosser im Institut d’Etudes Politiques (Sciences Po) in Paris.

Oft haben wir nach den Vorlesungen zusammen gesprochen. Zwei Jahre lange habe ich bei ihm Vorlesungen gehört, u. a. auch die überfüllten Vorträge zu Fragen der aktuellen Politik. Immer wenn er wie soft nach Deutschland reiste, wünschte er auch eine Begegnung in einer Schule, um mit Schülern zu diskutieren: > Diskussionsrunde mit Alfred Grosser im Rückert-Gymnasium, Berlin – 11. Februar 2015.

> Alfred Grosser parle de Notre-Dame de Paris 17. April 2019

Am 3. Juli 2014 hat er im Bundestag gesprochen > Gedenkstunde im Bundestag: 1914-1918 mit Alfred Grosser

Am 1. Januar 2019 erhielt der das Großkreuz der Ehrenlegion. Die Verleihung durch Staatspräsident Emmanuel Macron : > Alfred Grosser : Herzlichen Glückwunsch zum Großkreuz der Ehrenlegion – 25. Juni  2019.

Ing Kolboom hat an das > Interview der Deutschen Welle mit Alfred Grosser, “…mit diesem großen deutsch-französischen Brückenbauer vom 11.11.2018, hundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs” erinnert.

Wir zitieren hier einen Brief (veröffentlicht auf der Website des > Alfred Grosser Schulzentrums in Bad Bergzabern), den Alfred Grosser 1980 an Neusser Gymnasiasten gerichtet hat:

Liebe Neusser Gymnasiasten!

Es antwortet Euch ein glücklicher Mensch, der Euch in ein paar wenigen Sätzen andeuten möchte, wie das so mit der Freude am Leben gekommen ist.

Meine erste „Erfahrung“ war, als kleiner Judensohn in einer Frankfurter Schule von achtjährigen Kameraden so verprügelt zu werden, daß ich ins Krankenhaus mußte. Geistige Spuren sind nicht geblieben – außer der Überzeugung, man muß Verführte aufklären, denn die Schuldigen sind die Verführer. Mit 9 kam ich nach Frankreich und habe mich schnell eingelebt, habe aber dabei nie den Kontakt zur deutschen Sprache und Kultur verloren: Man soll offen sein für jeden geistigen Reichtum, auch wenn im Namen eines Volkes Massenmorde vollbracht werden.

Die grausamen Seiten der Kriegszeit haben mich zweierlei gelehrt. Als ich erfuhr, daß ein Teil meiner Familie in Auschwitz umgekommen war, entdeckte ich, daß ich nie eine Menschengruppe (die Deutschen) für kollektivschuldig halten würde, daß ich aber nach dem Krieg für den Aufbau eines anderen Deutschlands mitverantwortlich sein würde, eben weil ich unter dem verbrecherischen gelitten hatte. Und das Gefühl der Mitverantwortlichkeit, das zum Mitwirken führt, ist beglückend.

Und dann habe ich in Marseille, nach einem Bombenangriff, so viele Leichen und verkrüppelte Menschen gesehen, daß ich seitdem alle Dinge im Vergleich zum Tod und zum Elend sehe. Das Glücklichsein erreicht man auch durch den Vergleich (oft mit schlechtem Gewissen!) mit denen, die weniger haben.

Sich eifersüchtig mit denen zu vergleichen, die mehr haben, macht unglücklich. Übrigens: Neid wie Haß, wie Bitterkeit bedeuten Zeitverlust. Denn es bleibt uns wenig Zeit bis zum Tode – und diese Zeit sollten wir nicht mit unnützen Dingen vergeuden!

In späteren Jahren habe ich dann viel äußeres Glück gehabt – im Berufsleben und im Privatleben. Meine Mutter war zugleich meine Mitarbeiterin in der deutsch-französischen Arbeit bis zu ihrem Tod 1968. Ich habe 1959 eine meiner Doktorandinnen geheiratet (die Dissertation ist nie fertig geworden …), und unser Honigmond ist noch nicht beendet. Unsere vier Söhne (19, 16, 11 und 10 Jahre) bringen Freude und Sorgen (je älter sie werden, desto mehr Sorgen …), aber das Grundelement der Freude ist bis jetzt geblieben, weil der gegenseitige Respekt zusammen mit der Liebe geblieben ist. (Übrigens, was ist Liebe? U.a. daß man sich darauf freut, später zusammen alt werden zu dürfen!)

Ich bin mir meiner Privilegien wohl bewußt: Ich stamme aus einer privilegierten Familie, die Kultur und Selbstsicherheit zu vermitteln hatte. Ich habe einen schönen Beruf – und bin dabei sogar Beamter, d.h. daß ich nicht arbeitslos werden kann. Ich bin gesund, und Frau und Söhne sind unversehrt. Aber es geht auch um eine Grundeinstellung (für die ich wenig kann: sie ist weitgehend angeboren; ich versuche aber doch, sie durch Selbstkontrolle aufrecht zu erhalten): Zufrieden sein, ohne sich zufriedenzugeben, so viel Freude wie möglich zu empfangen und zu geben …

So, nun macht mit dieser Predigt, was ihr wollt …

Herzliche Wünsche für‘s Abitur
Alfred Grosser

Deussen Christiane, Miard-Delacroix Hélène, Mion Frédéric et al., « Hommage à Alfred Grosser à l’occasion de son 90e anniversaire », Allemagne d’aujourd’hui, 2015/2 (N° 212), p. 53-61. DOI : 10.3917/all.212.0053.  > www.cairn.info/revue-allemagne-d-aujourd-hui-2015-2-page-53.htm

Auf unserem Blog:

> Brexit, Europe, Paris et Berlin: Alfred Grosser répond à nos questions – 19. April 2019

> Alfred Grosser parle de Notre-Dame de Paris 17. April 2019

Über sein Leben > Die Freude und der Tod. Eine Lebensbilanz. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2011

> Die deutsch-französischen Beziehungen und die Europapolitik. Ein Gespräch mit Alfred Grosser – 13. September 2013

Strategien zur Förderung der Partnersprache: Förderung der französischen Sprache in Deutschland und Förderung der deutschen Sprache in Frankreich

french german 

| Apprendre avec la radio | ChatGPT – brauchen wir nun eine neue Fachdidaktik für Französisch? | Strategien zur Förderung der Partnersprache: Förderung der französischen Sprache in Deutschland und Förderung der deutschen Sprache in Frankreich | Éditorial: 60 Jahre Élysée-Vertrag. Und wie steht es heute um den Sprachunterricht? | Paris: Le Traité de l’Élysée, 60 ans après. Der Staatsakt in der Sorbonne | Deutsch-Französischer Tag – 22. Januar 2023 – 60 Jahre Élysée-Vertrag |


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Stratégies pour le développement de l’apprentissage de la langue du partenaire

Strategien zur Förderung der Partnersprache

Rezension: Henrik Uterwedde, Frankreich – eine Länderkunde – 2. aktualisierte Auflage

Frankreich ist Deutschlands wichtigster Partner in Europa: > Macht doch mal eine Liste aller deutsch-französischen Organisationen… . Trotz dem gibt es immer wieder Anlass zu Verständnisproblemen oder gar Missverständnisse. Die Akteure des francoallemand müssen immer wieder erklären, geduldig erklären, wie Alfred Grosser seien Rolle als Mittler zwischen Deutschland und Frankreich immer wieder beschreibt.

Diesen Weg schlägt auch das vorliegende Buch ein, indem Henrik Uterwedde -assoziierter Wissenschaftler am Deutsch-Französischen Institut (dfi) in Ludwigsburg; zuvor stellvertretender Direktor am dfi; bis 2013 – er lehrt in den Universitäten Stuttgart und Osnabrück – über die Unterschiede zwischen beiden Ländern aufklärt und Fragen beantwortet: Warum hat Frankreich in vielen Bereichen einen anderen Weg eingeschlagen als Deutschland? Wo liegen die Unterschiede, wo die Gemeinsamkeiten zwischen beiden Ländern? Knapp und präzise vermittelt dieses Buch unentbehrliche Grundlagen, erläutert Zusammenhänge und bietet Erklärungen, um unser Nachbarland und seinen schwierigen Wandel und seine aktuellen Probleme zu verstehen.

Es geht um die historischen Wurzeln der Grande Nation, das Politikmodells in Frankreich einschließlich Regierungssystem, Wahlverhalten und die politische Kultur des Landes. Bemerkenswert ist in Frankreich die besondere Rolle des Staates, die zu manchen Problem im wirtschaftlichen Bereich führt und den sozialen Dialog nicht unbedingt vereinfacht. Uterwedde nennt auch den starken Veränderungsdruck ein, den die europäische Integration und die Globalisierung auf Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ausüben.

Für alle, die sich für Frankreich interessieren, bietet dieser Band eine spannende Lektüre, oft im Kontrast zu Deutschland, gerade um Unterschiede zu erklären, die aber auch wieder erlauben, das eigene Land mit anderen Augen zu sehen. Und in diesem Buch wird auch die Dynamik und die Vielfalt der deutsch-französischen Beziehungen deutlich, ihre Einbettung in die europäische Politik. Aber Frankreich wandelt sich, Umbrüche im Mediensystem, die Reformen der Ära Macron und der tiefgreifende Strukturwandel der französischen Gesellschaft sind nur einige der Beispiele in diesem Band, die belegen, wie spannend die Beschäftigung mit Frankreich ist.

Henrik Uterwedde
Frankreich – eine Länderkunde
2. überarbeitete und aktualisierte Auflage
Leverkusen: Verlag Barbara Budrich
Erscheinungsdatum : 11.07.2022
ISBN: 978-3-8474-2623-3

Paris: Le Traité de l’Élysée, 60 ans après. Der Staatsakt in der Sorbonne.

1963-2019

> Le traité de l`Élysée de 1963

> Der Élysée-Vertrag von 1963

> Le Traité d’Aix-la-Chapelle sur la coopération et l’intégration franco-allemandes (2019)

> Der deutsch-französische Kooperationsvertrag von Aachen (2019)

Schade unsere Redaktion war nicht in Paris an diesem Tag – aber die 4000 Artikelauf unserem Blog belegen eigentlich ganz gut, dass unser Blog ständig die deutsch-französische Kooperation feiert und dokumentiert. Besonders bemerkenswert, dass Bundeskanzler Olaf Scholz eine deutlich positive Antwort auf die europapolitischen Vorstellungen von Emmanuel Macron (2017) gab. Scholz unterstrich die Notwendigkeit für Frankreich und Deutschland, sich für ein souveränes Europa einzusetzen: „Indem wir unsere Kräfte dort bündeln, wo die Nationalstaaten allein an Durchsetzungskraft eingebüßt haben – bei der Sicherung unserer Werte in der Welt, beim Schutz unserer Demokratie gegen autoritäre Kräfte. Aber auch im Wettbewerb um moderne Technologien, bei der Sicherung von Rohstoffen, bei der Energieversorgung oder in der Raumfahrt“, betonte der Kanzler.

Lange hatte Bundeskanzlerin Merkel dazu geschwiegen, kaum etwas zu den europapolitischen Vorstellungen Macrons verlauten lassen, nun hat sich die Lage in Europa so dramatisch gewendet… nun müssten Deutschland und Frankreich die Sorbonne-Rede mit Leben erfüllen, sie ist heute noch aktueller als 2017, und immer noch klingen die Worte von Bundeskanzler Scholz wie eine höfliche Ovation an den Gastgeber, ohne dass die Bundesregierung wirklich im Sinn habe, Macrons Vision mit Leben zu erfüllen. hat man im Aachener Vertrag nicht eine noch stärkere Abstimmung auch auf demGebiet der Außenpolitik vereinbart? fällt darunter nicht auch der Wille zu einem gemeinsamen Vorgehen hinsichtlich der Hilfe für die Ukraine?

Trotz aller Übereinstimmung sind besonders auf den Gebieten der Sicherheitspolitik und der Energie weiterhin unterschiedliche Einschätzungen erkennbar, bei denen sich beide Seiten bemühen, diese eher zu überdecken als gemeinsam zu lösen.

Meinungsverschiedenheiten sind nicht zu übersehen. Aber sie werden gerne überbewertet: Wir hatten nachgefragt:

> Eine Krise zwischen Paris und Berlin? 24. Oktober 2022 – Gespräche mit Hélène Kohl, Korrespondentin in Berlinn und mit Prof. Dr. Henrik Uterwedde, der frühere stellvertetende Leiter des Deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg – www.dfi.de

und > L’énergie des relations franco-allemandes – 27. November 2022

> Deutsch-Französischer Tag – 22. Januar 2023 – 60 Jahre Élysée-Vertrag – 17. Januar 2023

Heute wurde in der Sorbonne in Paris der 60. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags am 22. Januar 2063 gefeiert:

> Traité de l’Élysée, 60 ans après – Site du Palais de l’Èlysée : Eine sehr gelungene historische Darstellung rund um den Élysée-Vertrag.

1 Stunde 19 Minuten im größten Hörsaal der Pariser Universität Sorbonne:

3:40 La Présidente de l’Assemblée nationale et du Bundestag, Yaël Braun-Pivet

16:45 Die Präsidentin des deutschen Bundestages, Bärbel Bas.

31:09 : Bundeskanzler Olaf Scholz

51:23 : Le Président de la République Emmanuel Macron

> Discours du Président de la République – *.pdf

Und Präsident Macron erinnerte an seine Rede über Europa in der Sorbonne, in der mehr als 20 Vorschläge vorgestellt hatte, mit denen Europa reformiert werden soll:

> Initiative pour l’Europe – Discours d’Emmanuel Macron pour une Europe souveraine, unie, démocratique. – 26. September 2017

Staatspräsident Macron  erinnerte auch an die Rede von Olaf Scholz <  Die Prager Rede von Bundeskanzler Olaf Scholz über Europa – 29. August 2022

Emmanuel Macron: „Alors sachez toutes et tous ici aujourd’hui, pouvoir compter sur notre détermination ensemble à continuer à faire de l’amitié entre l’Allemagne et la France l’un des arbres de vie de la souveraineté européenne, sachez que l’un l’autre, nous continuerons de faire avancer ce couple jadis impossible qui est le fruit simplement de la volonté, du courage et de la force et nous le ferons ensemble pour qu’à votre tour, vous, vous puissiez célébrer cette part d’histoire, mais surtout continuer de bâtir la vôtre en ayant tous les choix et la liberté en particulier de choisir votre avenir. C’est notre responsabilité pour vous.“

Emmanuel Macron: „Es sei Ihnen allen versichert, Sie können sich auf unsere gemeinsame Entschlossenheit verlassen, die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich weiterhin zu einem der Lebensadern der europäischen Souveränität zu machen. Sie können sich darauf verlassen, dass wir beide dieses einst unmögliche Paar, das einfach die Frucht des Willens, des Mutes und der Stärke ist, weiter voranbringen werden, und wir werden es gemeinsam tun, damit Sie Ihrerseits diesen Teil der Geschichte feiern können, aber vor allem Ihre eigene Geschichte weiter aufbauen können, indem Sie alle Möglichkeiten und insbesondere die Freiheit haben, Ihre Zukunft zu wählen. Das ist unsere Verantwortung für Sie.“.

> 60 Jahre Élysée-Vertrag: Festakt und Gemeinsame Arbeitssitzung der Parlamente – www.bundestag.de

Beide Regierungen verabschiedeten eine Deutsch-Französische Erklärung in der sie die bilaterale Freundschaft bekräftigten und an die Herausforderungen für die Zukunft Europas erinnerten:

> Deutsch-französische Erklärung – 22. Januar 2023

Gastbeitrag in der FAZ: Emmanuel Macron und Olaf Scholz > Deutschland und Frankreich – Unser Europa für die nächste Generation gestalten

> Die deutsch-französischen Beziehungen Élysée-Vertrag – Zeichen der Freundschaft – www.bundesregierung.de

Zur Erinnerung:Les 14 discours d’Emmanuel Macron sur l’Europe

Die Freiburg-Straßburger HipHop Band Zweierpasch veröffentlicht die 4. Albumsingle “Stil & Style”

Foto: © panorama_pix

Die Freiburg-Straßburger HipHop Band Zweierpasch veröffentlicht mit “Stil & Style” ihre 4. Albumsingle. Die Zwillingsrapper präsentieren sich in treffend stilvollen Outfits zu einem Afrotrap Song, der ab der ersten Sekunde nach vorne geht. Stylekiller mit Manieren und Masterabschluss. Auch ohne Bitches und Bentleys schaffen es die Grenzgänger aus dem deutsch-französischen Grenzgebiet real zu klingen. Nach dem tiefschürfenden Ukraine-Song Sirenen geht es bei “Stil & Style” auf Fatbikes durch die Großstadt. Dann gibt’s feinsten Black-Forest-Gin unter den Hut. Mit einer ebenso elegant-rotschimmernden Echse auf dem Arm. Die deutsch-französischen Lyrics kommen so druckvoll wie der erstklassig produzierte Beat von G!ga Lurgh.

Gedreht haben die Grenzgänger mit Visionstudio (Ortenau) in Strasbourg und Freiburg: In der Elsassmetropole auf der Presqu’île Malraux im Strasbourger Zentrum mit den breitesten Bikes der Stadt. In Freiburg diente als Kulisse der einschlägig bekannte Freiburgs Finest Store von Tony Würmlin, mit dem die Band bereits gemeinsam die 22er Cap designed hat. Mit beim Dreh anwesend war Reptilienexperte Jürgen Eckert von Reptilien und Exoten, der mit seiner Begleitung für das Wohlergehen der Echse Pogona Vitticeps sorgte, die in einigen Szenen im Clip zu sehen ist und ihm zusätzliche Extravaganz verleiht.

„Keine Schubladenmusik“. Der Sound überrascht: Afrotrap und eine reduktionistische Hook, dazu ultra eingängige Strophen – maximal on point und straight nach vorne. Blockparty 2.0. „Der Track ist entstanden nach ablehnenden Feedbacks diverser Radiostationen zu unserer Musik. Das hat uns nen Extrakick gegeben und dazu inspiriert“, so Rapper und Songwriter Felix Neumann. „Die Erwartungen, wie formatiert Musik zu klingen hat sind krass. Wir machen keine Schubladenmusik“, sagt sein Zwillingsbruder Till. Die Zwillinge wollen Kurs halten: „Wir machen Musik, wie wir sie fühlen. Das ist für uns der einzig richtige Weg im harten Musikbusiness.“

Das „Album 22“ wird am 10. März über das renommierte Freiburger Indielabel Jazzhaus Records veröffentlicht. Bis dahin folgen zwei weitere Singles. Die ersten Releases kommen an: Auf Spotify sind Zweierpasch in Playlists wie „Deutsch Rap Klassiker“, „Deutsch Rap 2023“, „Car Music | Drop the Beat“ oder „Bangers Rap Francais“ gelandet.

Ab kommender Woche ist die sechsköpfige HipHop-Band auf Tour: Erst geht’s nach Ostdeutschland dann in die Normandie, nach Versailles und die Bretagne. Große Releaseparty zum Album 22 ist am 31.3. im Jazzhaus Freiburg.

Inofs zur Band: linktr.ee/zweierpasch

Ausschreibung: Was fällt Ihnen zum Sichwort „Empathie“ ein?

Wir suchen nach jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren aus Deutschland und Frankreich, die sich künstlerisch mit dem Thema „Empathie“ auf einer deutsch-französischen Ebene auseinandersetzen. Konkret soll die Vorderseite eines T-Shirts designt werden. Bewerbungsfrist ist der 22. Januar 2023.

Die Ausschreibung richtet sich an Menschen, die sich noch in Ausbildung befinden, am Anfang ihrer Karriere stehen oder einfach so Freude daran haben, sich kreativ zu beschäftigen! Die Umsetzung soll rein bildhaft erfolgen, also ohne den Einsatz von Text. Gestalterisch werden dafür keine Grenzen gesetzt: über Fotografie, Collage, Illustration, Malerei, Grafik kann alles genutzt werden.

Der Hauptgewinn ist eine Reise nach Berlin – inklusiver eigener Vernissage am 24. Februar 2023 und einem zweitägigen Workshop, der sich daran anschließt.

Die Teilnahmebedingungen und alle weiteren Informationen finden Sie unter virtuedo.eu

Bei dem Wettbewerb handelt es sich um eine Kooperation von clever internationale Bildung e. V. und der parkgalerie berlin. Finanziert wird das Projekt von dem DFJW.

“Ihr werft Granaten, wir schreiben Balladen“*: Zweierpasch veröffentlichen Sirenen

Sirenen in Kiew. Ein musikalisches Statement zum Krieg in der Ukraine. Die HipHop-Band Zweierpasch hat am die 3. Single zum Album „22“ veröffentlicht: „Sirenen“ klingt nach Kriegspoesie, Schmerz und Zerbrechlichkeit. Das Video haben die Zwillingsmusiker Felix und Till Neumann mit ihrer Band auf einem Soldatenfriedhof an der deutsch-französischen Grenze gedreht. Am Ende spielt eine erst 15 Jahre alte Ukrainerin an der Geige groß auf.

Die HipHop-Band Zweierpasch schickt mit „Sirenen“ einen düsteren Song an die Welt. Ein metaphorisch-melancholisches Statement zum russischen Wahnsinn in der Ukraine. Mit Autotune-Hook, einem Trapbeat und einem epischen Geigensolo der 15-jährigen Ukrainerin Victoria setzen die lyrischen Grenzgänger ein Statement für den Frieden. Geprägt von den tiefgründigen Lyrics auf Deutsch und Französisch der umtriebigen Zwillingsrapper aus Freiburg und Strasbourg: „Ihr werft mit Granaten, wir schreiben Balladen.“

Das Gänsehautvideo haben sie bei strömendem Regen auf dem Soldatenfriedhof zum 2. Weltkrieg in Kehl in unmittelbarer Nähe zur französischen Grenze gedreht. Filmemacher Sebastian Lucht von den Visual Creators hat den Song mit Licht und Schatten inszeniert. Zu sehen sind auch die Tänzerinnen Kateryna Liednova aus der Ukraine und Julia Jessica Mögel aus Freiburg. In ihren weiß-goldenen Outfits stehen sie auch für die Hoffnung am Ende des Alptraums.

Mit Fackeln laufen die Akteure über die Trauerstätte. Tränen kullern über ihre Wangen. Gitarrist und Produzent Stefan Harth lässt sein Instrument klingen wie eine Sirene. Bassist Michael Holland entlockt dem Synthesizer schiebende Bässe. „Wir haben uns lange gefragt, wie wir den Song in ein würdiges Video bekommen“, sagt Till. „Auch in der Ukraine zu drehen war eine Überlegung.“ Dort sind Zweierpasch 2015 auf Tour gewesen und dem Land dadurch verbunden. „Wir haben weiterhin Freunde im Land und regelmäßig Kontakt“, erzählt Felix. Nur bedingt helfen zu können, macht sie fassungslos.

Eine Antwort ist der Track. Die Band stand vor der Frage, wie viel Optimismus solch ein Video braucht. Am Ende war Konsens: „Es muss düster werden. Schließlich fehlen auch uns die Worte mit Blick Richtung Krieg.“ Die Kritik der Zwillinge geht aber nicht nur an den Kreml: Am Ende kreiden sie zu viele Lügen an (trop de mensonges) – auch in Bezug auf die Rolle der EU und USA. Stehen die wirklich und kompromisslos in jeder Hinsicht für Solidarität und Frieden? Zum Finale spielt die Ukrainerin Victoria Stebliuk ein Geigensolo, das unter die Haut geht. Rapper und Songwriter Felix lässt seine Strophe mit den Worten enden „die Welt bleibt ein Mosaik“. Einer Großmacht spricht er damit die Weltherrschaftsansprüche ab, und Russland den Anspruch auf die Ukraine.

Für den Dreh auf der besonderen Erinnerungsstätte hat die Band eine Genehmigung durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. erhalten.

Songtext / Paroles
Refrain
Die Sirenen singen ihr Lied, locken die Unschuld ins Krisengebiet
und wenn die Geier wieder mal übers Land ziehen, weißt du Bescheid im Osten ist Krieg

Strophe 1
On aurait jamais pensé qu’il le fasse / on aurait jamais dû croire qu’il se casse
on a pas voulu affronter ce crash / on a espéré que le con s’en lasse
putain d’impasse sans sortie / un face-à-face à mort qui
stoppe ce fou qui prépare sa guerre / pendant que le monde a dormi
on se réveille sous le chant des bombes / tous les jours un bain de sang
c’est la grêle mortelle qui tombe / sur des âmes innocentes
tu les entends? ces voix séduisantes / qui nous tirent vers le front
fuck ton Z mec tu finis en prison / je suis un rêveur moi
moi je rêve d’un monde sans armes / moi je rêve d’un monde sans larme
d’un monde où la seule alarme / nous rappelle qu’il faut
se battre pour un monde paisible / ligotez les sirènes, notre amour est invincible<

Refrain
Die Sirenen singen ihr Lied, locken die Unschuld ins Krisengebiet
und wenn die Geier wieder mal übers Land ziehen, weißt du Bescheid im Osten ist Krieg

em>Strophe 2
Panzer auf Posten und Artillerie, Truppen im Osten die Zeichen auf Krieg
Frauen und Kinder fliehen über Liviv, Donner im Donbass, die Gier ist das Gift
Wladimir schickt Zweihunderttausend auf tödlichen Trip
die Hände am Rücken gefesselt mit Strick, die Kugel im Kopf, das Leben erlischt
das Butscha-Massaker die Welt kriegt es mit,
der Diktator tobt, der Kreml sieht rot, Bomben und Blut, doch Widerstand bricht nicht
Sirenen in Kiew, die Flamme erlischt nicht, Tränen in Charkiv die Szenen dramatisch,
tausende Tote die Themen des Tages
der Kampf der Ukraine, im Schlachtfeld alleine, bau Gräber aus Steinen,
ne Stadt aus Ruinen, ein Land aus Rubinen, ein Feld ohne Minen, den Tempel des Friedens,
die Wende der Zeit, kein Terrorregime das Freiheit besiegt
ihr werft mit Granaten wir schreiben Balladen. Die Welt bleibt ein Mosaik

Refrain
Die Sirenen singen ihr Lied, locken die Unschuld ins Krisengebiet
und wenn die Geier wieder mal übers Land ziehen, weißt du Bescheid im Osten ist Krieg

Bridge
C’est pas une guèrre ? mensonge / l’OTAN vous menace ? mensonge
l’Ukraine c’est des nazis, surtout Selenskyj – mensonge
les Etats-Unis un pays de la paix ? ca aussi mensonge, l’UE l’union de la solidarité ? mensonge

Méfie toi des apparences – trop de mensonges / trop de mensonges il y a trop de mensonges
méfie toi des apparences – trop de mensonges / trop de mensonges il y a trop de mensonges

Auf unserem Blog:

> HipHop-Band Zweierpasch : “Solange” die 2. Single des Jubiläumsalbums “22”.

> Ganz Neues von Zweierpasch

> Liberté! 650 Grenzgänger feiern Ecole du Flow mit Zweierpasch in Besançon

> Nachgefragt: Zweierpasch und der 3. HipHop-Wettbewerb für Frankreich und Deutschland – mit Videos von Zweierpasch

L’énergie des relations franco-allemandes

french german 

Les tâches pour nos élèves :

Imaginez-vous que vous faites un stage en France. Votre rédacteur en chef vous demande d’écrire un article sur les relations franco-allemandes: Il vous donne trois liens:

> Eine Krise zwischen Paris und Berlin?

> Renforcer la coopération franco- allemande

> Nachgefragt: Die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung. Die Co-Vorsitzenden Brigitte Klinkert und Nils Schmid antworten auf unsere Fragen

> Climat décarbonisation : Emmanuel Macron répond aux questions

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