Die zweite Ausgabe von „dfi aktuell“ im Jahr 2013

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L’interview : Pierre-Yves Le Borgn’, Député à l’Assemblée Nationale

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„Confrontation. action de rapprocher des choses, de les comparer en les opposant. (Dictionnaire Larousse)“ schreibt Claude Bartolone auf seinem Blog.

Eine Äußerung des Präsidenten der Nationalversammlung, Claude Bartolone in einem Gespräch mit LE MONDE hat zu Diskussionen quer durch alle Medien geführt: > Bartolone : „Nous devons envisager le deuxième temps du quinquennat“

Neu an diesem Vorgang ist, dass die PS als Partei sich offenkundig in die Diskussion um einen Weg aus der Krise einmischt und Bartolones Wort der „confrontation“ als „affrontement démocratique“ interpretiert. Im Grunde genommen dient das Verfahren der gemeinsamen europäischen Sache, nämlich in einem demokratischen Dialog den besten Weg aus der Krise zu finden. Im Zentrum der Kritik an Deutschland steht die Sparpolitik an der Berliner Regierung. Wie so oft, wird hier der beste Weg wohl doch ein Kompromiss sein, kein fauler, aber vermehrte Ausgaben konterkarrieren den Anstrengungen um ausgeglichene Haushalte, genauso wie prinzipielle Sparzwänge jeden Wirtschaftsaufschwung abwürgen können. Der richtige Weg wird in der Mitte liegen, und die Partner beiderseits des Rheins werden in bewährter Weise die Argumente austauschen miteinander konfrontieren, ohne dass ein mögliches Ergebnis unter die parteipolitischen Räder kommt. – Die aktuelle Diskussion in der PS in Frankreich lässt aber auch im Vergleich zu Deutschland eine andere politische Kultur erkennen. Jeder Abgeordnete hat in Frankreich seinen eigenen Wahlkreis, auch der Präsident. Sind in Deutschland die Parteien und besonders die Parteien der Koalition oder die Partei, die die Kanzlerin stellt, disziplinierter im Sinne der Regierungsmacht?

In dem anfangs zitierten LE MONDE – Gespräch fragten Hélène Bekmezian und Bastien Bonnefous Claude Bartolone nach dem, was François Hollande die „tension amicale“ („freunaschaftliche Spannung“) mit Deutschland bezeichnet. Bartolone antwortet, so nennt es der Präsident, für ihn sei es ganz einfach eine Spannung („la tension tout court“) und wenn es nötig ist die Konfrontation („et, s’il le faut, la confrontation.“) Er will damit seine Sorge vor dem Erstarken des rechten Populismus in Italien oder auch in Frankreich ausdrücken. Die Sparpolitik („la rigueur“) könne seiner Ansicht nach die schöne Idee von Europa scheitern lassen, statt sie zu retten. Für die Franzosen solle der 21. April 2002 – damals kam Le Pen in die Stichwahl um das Präsidentenamt – keine Erinnerung sondern eine Beunruhigung für die Zukunft sein.

Der Leitartikel von > Ne tirez pas sur Angela Merkel – LE MONDE, 27.04.2013 erinnert daran, dass „confrontation et confrontation“ gebe. Es gebe zwei französische Bedeutungen dieses Wortes, einml bedutet es, „mettre des personnes en présence pour comparer leurs idées“, und dann gebe es den englische Bedeutung , die „affrontement“ bedeutet.

Das Gespräch mit dem Präsident der Nationalversammlung, Claude Bartolone, das LE MONDE am 25. April veröffentlicht hat, enthält das Wort „confrontation“ in Bezug auf Deutschland. Der Leitartikel in LE MONDE zitiert einen Text, den die Sozialistische Partei am Freitag 26. April 2013 – als Projekt – veröffentlicht habe und das – so Le MODNE – jede Doppeldeutigkeit im Sprachgebrauch von Claude Bartolone beseitige. In dem Text werde jetzt von einem „affrontement démocratique“ mit Deutschland gesprochen.

> Le PS dénonce „l’intransigeance égoïste de la chancelière Merkel“ – LE MONDE 26.4.2013

Es handelt sich also um ein Positionspapier für eine interne Diskussion innerhalb der PS, dessen Vorabpublikation – auch als Versuchsballon, vielleicht nicht so klug ist.

Schauen wir mal nach, was Claude Bartolone bloggt: > Tempête dans un verre d’eau schreibt Claude Bartolone auf seinem > Blog. Er rückt die Interpretation des Wortes „confrontation“ zurecht und fügt hinzu: „C’est pour cela que je ne confonds pas l’amitié franco-allemande avec la complicité politique que nous aurions avec Angela Merkel. Elle non plus, d’ailleurs. Lorsqu’elle soutenait publiquement le candidat Sarkozy contre François Hollande lors de la dernière élection présidentielle, personne ne l’accusait de mettre en péril l’amitié franco-allemande.

Alors qu’il soit permis de parler à celles et ceux qui veulent que l’Europe aille de l’avant.“

Voir aussi:

> Bartolone répond sur son blog : „Une tempête dans un verre d’eau“ – Le Monde.fr, 28.04.2013

Ergänzung zu diesem Artikel:

Der Abgeordnete > Pierre-Yves Le Borgn‘ (PS) schreibt un missverständlich auf Facebook: „Débattre avec l’Allemagne a du sens. Vouloir l’affronter n’en a strictement aucun. Je suis affligé par les propos à l’emporte-pièce entendus ici et là ces derniers jours. La réponse à leur apporter, c’est le discours du Premier Ministre Jean-Marc Ayrault le 22 février dernier à Hambourg. Un discours lucide, courageux et ambitieux.“

> Le Premier ministre invité d’honneur du dîner de la Saint-Matthieu à Hambourg – Consulat général de la France à Hambourg

> Relations franco-allemandes : Jean-Louis Borloo contre les „dérives germanophobes“
Le Monde.fr | 29.04.2013

Jean-Louis Borloo a, der Vorsizende der Union des démocrates et indépendants hat am 29. April je einen Brief an den Staatspräsidenten – ihn fordert er auf, sich zu äußern – und einen anderen an die Bundeskanzlerin geschrieben, bei der er seine Entschuldigung zum Ausdruck bringt :“Aussi, je tiens solennellement à vous présenter nos excuses pour de telles prises de position.“

Macht Bildung!
Nachgefragt: Ulrich Commerçon, Minister für Bildung und Kultur

Ulrich Commerçon ist Minsiter für Bildung und Erziehng im Kabinett II von > Annegret Kramp-Karrenbauer. Er stammt aus Homburg/Saar Ausbildung und hat Slawistik, Politik, Philosophie und Neueren Geschichte studiert.

Am vergangenen Freitag hatten wir eine Gelegenheit, Herrn Minister Commerçcon in seinem Ministerium einige Fragen zu stellen.

Wir haben ihn nach dem Programm seines Ministeriums für die Feierlichkeiten rund um den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags gefragt. Minister Commerçon hat von einer „Frankreich-Strategie“ seines Ministeriums gesprochen: Was möchte er damit erreichen? Er spricht von individueller Mehrsprachigkeit an den Schulen im Saarland. Was meint er damit? Sein Ministerium will Kooperationen im Vorschul-, Schul- und Ausbildungsbereich verstärken. Was wird unternommen? Außerdem erwähnt Minister Commerçon Auf- und Ausbau binationaler Qualifizierungs- und Weiterqualifizierungsmaßnahmen für Berufe im Erziehungs- und Bildungsbereich. Welche Initiativen gibt es zu diesem Thema? – Minister Commerçon erwähnte auch die erfolgreiche Arbeit mit dem deutsch-französischen Geschichtsbuch.

Außerdem haben wir auch gefragt: > Herr Minister, Ihr Blog im Internet trägt die Überschrift Macht Bildung! An wen richtet sich dieser Aufruf? Wir wollten auch wissen: Welche Bedeutung haben die sozialen Medien für die Politik?

> Ulrich Commerçon – Twitter

Politik- ganz nach dran:

oder

> http://www.macht-bildung.de/

> Ministerium für Bildung und Kultur | Saarland.de

Damit ist das Saarland auf diesem Blog mit drei interviewten Mitgliedern der Landesregierung allen anderen Bundesländern voraus.

OFAJ : eParticipation : A vos marques, prêts, participez ! /
DFJW: ePartizipation: Auf die Plätze, fertig, los!

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„SaarLorLüx“ am 15. April 2013 um 18.50 Uhr im SR Fernsehen

Nicht verpassen! SaarLorLüx SR Fernsehen

· Arbeit: Jobs auf der anderen Seite der Grenze

In Kehl hat das erste deutsch-französische Arbeitsamt eröffnet. Es ist spezialisiert auf die Vermittlung von Jobs auf der anderen Seite der Grenze. I Interview: Frédérique Genton, Personal- und Unternehmensberaterin

· Sport: Fußball-Liebe kennt keine Grenzen

Seit 1998 besteht eine Fan-Freundschaft zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem AS Nancy. Die Lothringer spielen zurzeit in der ersten französischen Liga, die Saarländer sind drittklassig. Trotzdem feuern regelmäßig Nancy-Fans den FCS im Stadion an – nicht nur im Ludwigspark, sondern auch bei Auswärtsspielen.

· Ausflug: Frühlingsaktivitäten an der Mosel

Der Frühling beginnt bei uns immer zuerst an der Mosel, da ist es meist am wärmsten.Die Ausflugsschiffe fahren, und auch die Wanderer und Radler bevölkern wieder das Moselufer. „SaarLorLüx“ zeigt besonders schöne Mosel-Landschaften, radelnde ‚Römer’ und gibt Ausflugstipps.

· Übernachtung: Historisches Ambiente in Straßburg

Das „La Célestine“ in Straßburg liegt mitten im historischen Stadtzentrum, nicht weit vom ehemaligen Straßburger Hafen.

Moderation: Susanne Gebhardt

N.B. Wiederholung am 20.04.13 um 17 Uhr

Doch verpasst? > SaarLorLüx SR Fernsehen

Gilbert Ziebura (1924-2013)

Gilbert Ziebura ist am 21. Februar 2013 in Braunschweig gestorben. Er war Politikwissenschaftler. Wir sind uns regelmäßig bei den Jahrestreffen deutscher Sozialwissenschaftler für die Frankreichforschung im Deutsch-französischen Institut in Ludwigsburg begegnet. 1970 veröffentlichte er seine Studie Die deutsch-französischen Beziehungen seit 1945 : Mythen und Realitäten, die in einer überarbeiteten und aktualisierten Neuausgabe bei Neske in Stuttgart 1997 wieder aufgelegt wurde.

Anfang dieses Jahres ist in eine französische Übersetzung seines Buches erschienen:
Gilbert Ziebura, Les relations franco-allemandes dans une Europe divisée. Mythes et réalités. Presses universitaires de Bordeaux, 2013, 412 pages, broché, 26€, ISBN 978-2-86781-1-823-3.


> IN MEMORIAM GILBERT ZIEBURA (1924–2013)
Ein persönlicher Nachruf auf den Nestor der westdeutschen Frankreichforschung
von Ingo Kolboom


Klappentext: „Peu de pays ont connu une histoire aussi conflictuelle que la France et l’Allemagne. Aussi la réconciliation fut-elle longue et difficile. Pourtant, les anciens « ennemis héréditaires » sont si bien parvenus à surmonter le passé que leur « modèle » de réconciliation est aujourd’hui étudié et envié partout dans le monde. Gilbert Ziebura retrace l’histoire de ce processus, de Potsdam (1945) à Maastricht (1992), en analysant le rôle des différents « couples » emblématiques qui se sont succédé au cours de cette période : Adenauer-Schuman, de Gaulle-Adenauer, Schmidt-Giscard d’Estaing et Mitterrand-Kohl. Il démontre que la réconciliation n’est jamais allée de soi, qu’elle a été le fruit de compromis permanents et de la volonté de dépasser les clivages d’autrefois, mais qu’elle s’est aussi inscrite dans un contexte international marqué par la guerre froide et la construction européenne qui ne laissait d’autre choix aux Français et aux Allemands que de s’entendre. Il met en lumière les divergences d’intérêts qui se cachaient derrière le discours de l’amitié, divergences qui ont toujours existé et qui n’ont pas disparu aujourd’hui, alors que l’Union européenne traverse la crise la plus grave depuis sa création. G. Ziebura analyse la relation franco-allemande dans sa dimension européenne et transatlantique, mais aussi dans sa dimension politique, économique et sociale – condition indispensable pour comprendre les enjeux actuels de la relation entre Paris et Berlin.

In seinem > Vorwort, das jetzt auch als als ein Nachruf gelesen werden muss, schreibt Ingo Kolboom:

„Mais il n’a pas seulement été un véritable maître d’oeuvre de la recherche ouest-allemande sur la France ; il fut aussi un professeur qui a formé toute une génération de jeunes scientifiques. Cette « école Ziebura » a engendré de nombreux enseignants-chercheurs qui ont eu à leur tour des étudiants, devenus par la suite des experts, des professeurs et des chercheurs… Ainsi, pour la première fois depuis la République de Weimar, la recherche sur la France en Allemagne fédérale se développait de façon sérieuse, d’un point de vue scientifique, tout en ouvrant nombre de pistes nouvelles. Les recueils d’études publiés en hommage à G. Ziebura (ce que les Allemands appellent une Festschrift), à l’occasion de son 65e anniversaire, témoignent de l’importance que ses collègues, étudiants et amis accordent à son œuvre et à l’homme qu’il est, lui qui a toujours respecté l’indépendance de ses « disciples » et dont l’engouement pour la « dispute scientifique » a également suscité le respect. Alfred Grosser, qui était loin d’être toujours d’accord avec G. Ziebura, dont il ne partageait pas la critique permanente du « manque de résultats », écrit ainsi : « Parfois on souhaiterait accepter l’idée que le “refus de se contenter”, si nécessaire, n’exclut pas systématiquement la possibilité d’être content. Ce qui importe avant tout, c’est cette exigence permanente, basée sur une approche éthique qui, entre autres, a suscité la sympathie et l’admiration des auteurs qui ont accepté de participer à cet ouvrage en hommage à Gilbert Ziebura (1). » (S. 15)

(1) Cf. A. Grosser, « Gilbert Ziebura », in H. Elsenhans, G. Junne, G. Kiersch et B. Pollmann (dir.), Frankreich – Europa –Weltpolitik. Festschrift für Gilbert Ziebura, Opladen, Westdeutscher Verlag, 1989, p. 17-21 (21). (Texte allemand original : « Manchmal möchte man mehr Einsicht in die Tatsache haben, dass das notwendige Sich-nicht- Zufriedengeben keineswegs ein Zufriedensein ausschließt. Das Wesentliche jedoch ist dieses ständige, ethisch begründete Fordern. Nicht nur das, doch vor allem dies hat Gilbert Ziebura die Zuneigung und Bewunderung eingebracht, die alle Autoren dieser Festschrift veranlasst haben, an der Ehrung teilzunehmen. »)

> Ingo Kolboom, L’œuvre de Gilbert Ziebura : une « pépinière » académique dans le domaine de la recherche allemande sur la France

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