Lesebericht: Autorenkollektiv, Interpol Lyon-Leipzig

Ein Autorenkollektiv hat die vier Krimis > Interpol Lyon-Leipzig verfasst. Diesmal weder eine Autorin noch ein Autor, sondern acht Schulklassen aus Frankreich und Deutschland haben zusammen vier Krimis geschrieben.

Hier stellen wir das Krimiprojekt vor: > Acht Schulklassen aus Frankreich und Deutschland schreiben Krimis

Autoren, die schreiben, stellen so auch immer ihren Horizont vor, ihre Gedanken, ihre Wünsche, ihre Sorgen… Schülerinnen und Schülern geht es nicht anders. Erinnerungen an die deutsche Revolution, die Missetaten der STASI und dann immer wieder der Wechsel vom Französischen zum Deutschen, aber auch ganz subtile Perspektivwechsel, die durch die Personen, ihre Lebensgeschichten und die Orte, wo sie sich aufhalten, ausgelöst werden. Nach einigen Seiten, die die Flucht von Leipzig nach Lyon erzählen, ist der Leser schon drin in deutsch-französischer Geschichte mit ihren unterschiedlichen Erlebniswelten. Nein, diese vier Geschichten resümieren wir hier nicht. Nein, wir erzählen hier nicht, worüber das fast 100-köpfige Autorenkollektiv geschrieben hat, wir streifen nur, wie sie das gemacht haben und wir versuchen hier zu berichten, wie diese Krimis wirken. Eben ein Lesebericht. Keine Rezension.

1. La fête des lumières / Zwischenfall auf dem Lichterfest: raconte une histoire entre Leipzig et Lyon. Rückblenden wie in einem modernen Krimi und die Beschreibungen der Orte und Tatorte versenkt die Geschichte in einem spannenden Schwarzweiß, das fahle, der Hinterhof, die beiden Opfer. Wer schon mal an einer Jugendbegnung des OFAJ/DFJW teilgenommen hat, kennt das, deutsch-französisches Stimmengewirr, man versteht sich perfekt. Neugierde stell sich ein. Sprachliche Missverständnisse, die unter Lachen aufgeklärt werden. Die einen auf Französisch, die anderen auf Deutsch, oder durcheinander. Eine bemerkenswerte Anzahl von Toten und ein Kommissar, der 1 und 1 zusammenzählen kann. Deutsche und Franzosen erzählen hier deutsche Schicksale, die tragisch in Frankreich enden.

2. L’intrigue sur Guignol / Auf den Spuren des Guignols ist nicht weniger aufregend. Wieder wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Der Täter, der Kommissar, der Inspektor. Wenn die deutschen Schüler nicht weiterkommen springen die französischen Kollegen ein oder umgekehrt. Was treibt die Geschichte voran, die Umstände, die Ermittlungsversuche der Kripo? Wiederum ist es nicht ganz egal, ob auf Deutsch und Französisch geschrieben wird. Beim genauen Lesen kann man vielleicht aufschlussreiche Entdeckungen, wie hier die Geschichte konstruiert worden ist. Lesen… wie das Autorenkollektiv ein Krimi-Autor wird.

3. Le dernier hôte sur la péniche / Der letzte Gast an Bord fängt rapide an, wie ein Tatort. Schon der erste Tote. Erwürgt. Dann noch zwei. Man reist zwischen Lyon und Leipzig, und die Reisen gehen nicht immer gut aus. Deutsch, dann wird ermittelt, dann wieder Französisch. Das Autorenkollektiv hat hier protokolliert, wie es gearbeitet hat. Und gerade die Kurzform dieser Krimis ist hervorragend dazu geeignet, beim genauen Lesen herauszufinden, wie hier die Intrige, die Spannung und schließlich die Lösung des Falls aufgebaut und vorangetrieben werden.

4. Sur les traces de M. Paimpol / Das Geheimnis des M. Paimpol soll auch hier ein Geheimnis bleiben, nein, wir werden es nicht verraten. Diesmal steht ein in seiner Karriere gestrauchelter Kommissar am Anfang der Geschichte, der im Hausflur M. Paimpol begegnet. Merkwürdigkeiten, M. Paimpol. Was tut er? Und die Geschichte begann in Delitzsch und in Lyon gleichermaßen. Noch eine verzwickte Story, die zum aufmerksamen Lesen zwingt. Auch sehr gut als Übung geeignet. Fasst doch bitte mal die Geschichte kurz zusammen. Auf Deutsch oder Französisch. Knapp aber präzise. Wie war das mit M. Paimpol und welche Rolle spielte der Kommiassar?

Der FN und die Kritik an Macrons Europa-Rede

Der FN hat die Rede von Emmanuel Macron > Initiative pour l’Europe – Discours d’Emmanuel Macron pour une Europe souveraine, unie, démocratique. – 26. September 2017 nicht gelesen oder will aufgrund ihrer FN-Ideologie auch nicht verstehen, was Macron unter einem „souveränen Europa“ versteht:

> Pour Macron, la refondation de l’Union européenne passe par la déconstruction de la France – Communiqué de presse du FN

Das ist wirklich Ansichtssache. Der FN schreibt „Fidèle à cette doxa fédéraliste qui veut que la construction de l’Union européenne se fonde sur la destruction des nations, le président de la République a ravi tous ceux qui entendent dépouiller un peu plus la France de ses prérogatives et de sa liberté de décider souverainement de son avenir.“

Durch eine Wiederholung wird die Kritik des FN auch nicht einsichtiger: „L’objectif est clair, le dessein précis : priver les nations de leur souveraineté pour les priver de leur puissance. Ce discours s’inscrit en cela dans la droite ligne des politiques suivies par ses prédécesseurs de gauche comme de droite visant à accélérer l’inféodation de la France à une Union européenne technocratique, fédéraliste et résolument anti-démocratique.“

> Die Rede von Emmanuel Macron über Europa – 7. September 2017:
„Face à ce monde-là et chacun de ces risques nouveaux, face au risque des crises économiques et financières que nous avons subies, que vous avez subies il y a maintenant près de dix ans en votre cœur, quelle est la bonne protection ? Les Nations seules ? Allons, ces gens-là sont-ils raisonnables ? Veulent-ils encore mentir au peuple ? Non, les nations ont un poids ! Elles décident démocratiquement ! Mais oui ! La bonne échelle est l’échelle européenne ! Notre souveraineté européenne est ce qui nous permettra d’avoir des champions du numérique, de construire une économie forte, et faire une puissance économique dans ce monde qui change. Et non pas subir la loi des plus grands qui sont américains et demain chinois, mais qui ne sont pas les nôtres.“

> François Mitterrand im Europaparlament, 17. Januar 1995

Initiative pour l’Europe – Discours d’Emmanuel Macron pour une Europe souveraine, unie, démocratique.

C’est tout un système: > Rappel : Les discours du Président de la République et l’Europe


Voir aussi: Die Rede von Emmanuel Macron in Griechenland über Europa – 7. September 2017 –mit deutschem Wortlaut

> Europas Mehrsprachigkeit ist ein großer Trumpf – 28. September 2017


Hier berichten wir über die Rede, die Präsident Emmanuel Macron heute, am 26.9.2017, im Großen Hörsaal der Sorbonne in Paris gehalten hat: „Je suis venu vous parler d’Europe…“ et il poursuit: „La seule voie qui assure notre avenir, c’est la refondation d’une Europe souveraine, unie et démocratique.“In seiner Rede Une Europe souveraine hat er „Les six clés de la souveraineté européenne“ vorgestellt. Von der Öffnung der französischen Armee für andere EU-Soldaten bis zum gemeinsamen Eurozonen-Haushalt bis zur Neuorientierung der Fremdsprachenausbildung stehen rund 25 Vorschläge in seiner Rede: s. hier unten.

Für die Euro-Zone wünscht sich Macron ein gemeinsames Budget und einen gemeinsamen Finanzminister. Mit großer Sorge wird Macron nach Berlin schauen, wo sich möglicherweise eine Jamaika-Koalition mit der FDP bilden wird. Die FDP sagt in ihrem > Programm zum Thema EURO, finanzielle Hilfen an EU-Staaten reduzieren und sie an Reformen als Bedingung knüpfen. Gemeinsame Anleihen sind ein rotes Tuch für die FDP, um eine gemeinsame Finanzierung anderer weniger starke Staaten durch den den deutschen Steuerzahler zu verhindern. Die Groko hätte in diesem Punkt Macron sicher bessere Aussichten beschert. Natürlich dreht sich alles ums Geld und die EURO-Reform ist auch in Macrons Rede ein zentraler Gedanke. Wird er davon etwas aufgeben müssen? es ist noch viel zu früh, eine Kompromisslinie ist da nicht in Sicht, erstmal müssen alle die über 2 Stunden lange Rede des Präsidenten in allen Einzelheiten lesen und analysieren.

Dabei wird sich zeigen, dass der Grundgedanke der Rede, die Souveränität in Europa die vorgeschlagenen Reformen nicht vom EURO her denkt, sondern sich drauf beruft, was Europa ideengeschichtlich zu bieten hat. Es geht jetzt darum, den „esprit“ dieser Rede zu verstehen, danach kommen dann die einzelnen Maßnahmen dran, die ja im übrigen keineswegs las punktuelle Sammlung zu verstehen sind, sondern erst in ihrem Gesamtzusammenhang dieser Initiative #InitiativeEurope ihre besondere Bedeutung verleihen.

Christopher Ziedler, > Pläne für EU-Reform. Macron braucht eine Antwort – Stttgarter-Zeitung, 27. September 2017

Macron erklärt in seiner Rede: „Notre fragmentation n’est que superficielle. Elle est en fait notre meilleure chance. Et au lieu de déplorer le foisonnement de nos langues, nous devons en faire un atout ! L’Europe doit être cet espace où chaque étudiant devra parler au moins deux langues européennes d’ici 2024.“

Für eventuelle Kritiker hat Macron auch etwas:

„Nous faisons les réformes, nous transformons notre pays mais nous le faisons aussi avec une ambition européenne. Moi je n’ai pas de ligne rouge, je n’ai que des horizons.“

Der Text der Rede: > Discours d’Emmanuel Macron pour une Europe souveraine – Website des Élyséepalastes

Hier folgt die Rede in deutscher Sprache im Wortlaut:

Initiative für Europa – Die Rede von Staatspräsident Macron im Wortlaut – Website der Französischen Botschaft in Berlin

Wenn Macron von der Einheit Europas spricht denkt er an die deutsch-französischen Beziehungen:

„C’est au fond la question de l’unité qui est ici posée. Cette unité européenne de la réconciliation franco‑allemande à la réunification entre l’Est et l’Ouest, c’est notre plus belle réussite et notre atout le plus précieux. Aussi, à côté de ces six batailles pour la souveraineté, c’est la bataille pour l’unité que je veux conduire. Nous n’aurons pas d’Europe forte et souveraine si elle n’est pas unie, tenue en elle‑même, cohérente. Perdre cette unité c’est prendre le risque de revenir à nos déchirements mortifères et à l’hégémonie destructrice. Assurer l’unité sans chercher l’uniformité, voilà notre défi.“

„Im Grunde genommen stellt sich hier die Frage der Einheit. Diese europäische Einheit von der deutsch-französischen Aussöhnung bis zur Wiedervereinigung von Ost und West, ist unser schönster Erfolg und unser wertvollster Trumpf. Neben den 6 Punkten (er sagt Kämpfe) zugunsten der Souveränität, ist es den Kampf um die Einheit, den ich führen möchte. Wir werden kein starkes und souveränes Europa haben, wenn wir nicht geeint sind und ein kohärentes ganzes bilden. Diese Einheit zu verlieren bedeutet das Risiko unserer mörderischen Verwüstungen und der zerstörende Hegemonie in Kauf zu nehmen. Die Einheit ohne die Uniformität zu suchen, das ist die Herausforderung, die sich uns stellt.“

Vgl. François Mitterrand im Europaparlament, 17. Januar 1995

„Aussi je propose en premier lieu à l’Allemagne un partenariat nouveau. Nous ne serons pas d’accord sur tout, ou pas tout de suite, mais nous discuterons de tout. À ceux qui disent que la tâche est impossible, je réponds : vous vous êtes habitués à la résignation, pas moi. À ceux qui disent que c’est trop dur, je dis : pensez à Robert SCHUMAN, cinq ans après une guerre dont le sang séchait à peine. Sur tous les sujets que j’ai évoqués, nous pouvons donner une impulsion franco-allemande décisive et concrète. Pourquoi ne pas commencer ensemble l’Agence de l’innovation de rupture, lancer un programme commun d’intelligence artificielle qui ferait de l’Europe le moteur de la croissance mondiale ? Pourquoi ne pas se donner d’ici à 2024 l’objectif d’intégrer totalement nos marchés en appliquant les mêmes règles à nos entreprises, du droit des affaires au droit des faillites ?

Cet esprit pionnier et concret, c’est celui du Traité de l’Élysée. Alors, travaillons et consignons ces engagements communs dans un nouveau traité de coopération que nous pourrons signer ensemble pour le 55e anniversaire du traité fondateur le 22 janvier 2018. Refaisons un Traité de l’Élysée le 22 janvier prochain.“

„An erster Stelle schlage ich Deutschland eine neue Partnerschaft vor. Wir werden nicht über alles einig sein oder nicht sofort, aber wir werden über alles diskutieren. Denen, die sagen, dass die Aufgabe unmöglich sein wird, antworte ich : Ihr habt Euch für die Resignation entschieden, ich nicht. Denen, die sage, das ist zu schwer, sage ich ich: denkt an Robert Schuman, fünf Jahre nach dem Krieg dessen Blut noch nicht getrocknet war. Zu allen Themen, die ich hier genannt habe, können wir eine entscheidende und konkrete deutsch-französische Initiative vorlegen. Warum nicht zusammen mit der Agentur der Erneuerung beginnen, ein Programm für die Künstliche Intelligenz schaffen, dass Europa zum Motor des Weltwachstums machen würde? Warum geben wir uns nicht das Jahr 2024 als Ziel, unsere Märkte vollständig zu integrieren wobei wir unseren Unternehmen dieselben Regeln geben: vom Unternehmensrecht bis zum Konkursrecht.

Dieser konkrete Pioniergeist, das ist der des Elyseevertrages. Also, arbeiten wir an diesen neuen Engagements und legen sie in einem neuen Kooperationsvertrag vor, den wir zusammen am 55. Jahrestag der Unterzeichnung des Elyseevertrags am 22. Januar 2018 unterzeichnen werden. Machen wir am nächsten 22. Januar einen Elyseevertrag.“ (vorläufige Übersetzung, H.W.)

Artikel auf unserem Blog zum Elyseevertrag:

> Hannover: Die Rede von Pierre-Yves Le Borgn‘ zum Deutsch-französischen Tag 2017 – 24. Januar 2017

> 22. Januar 2017 Deutsch-französischer Tag: Wir feiern die Unterzeichnung des Élysée-Vertrags – 23. Januar 2017

> Der Elysée-Vertrag von 22. Januar 1963 (I) – 18. Juli 2012

> Der Elysée-Vertrag – Website des Deutsch-französischen Insituts in Ludwigsburg

Emmanuel Mcron: „Les six clés de la souveraineté européenne“:

> Europe – Initiative du Président de la République pour une Europe souveraine, unie et démocratique (26.09.17) – Website von France-Diplomatie
à suivre

Was passiert gerade? > #InitiativeEurope

> @RPFranceUE

Auszug:

Was passiert gerade? Mit dem > #InitiativeEurope wird schon intensiv auf Twitter über die Initiative Macrons diskutiert. Unsere Vorschläge, wie Schüler/innen die Rede Macrons diese Tweets analysieren könnten, folgen hier bald:

Die Nummerierung der Vorschläge ist von uns, H. W.:

Analysons le discours du Président de la République sur l’Europe :
1. Ecrivez un petit article en citant quelques réformes que le Président propose à l’Europe.
2. Choisissez une ou deux heures et comptez quelles réformes sont les plus citées?
3. Cherchez dans le discours du Président ce qu’il dit sur la souveraineté de l’Europe.
4. Qu’est-ce que le Président dit sur les réfugiés ?
5. Qu’est-ce que le Président dit sur les realtions franco-allemandes ?
6. Qui est-ce qui critique l’initative du Président?
7. Commment réagissent les Allemands ?


> Pons hilft immer.

Die folgende Zusammenfassung ersetzt nicht die Lektüre der ganzen Rede, weil alle Vorschläge aufeinanderaufbauen und Macron keineswegs nur nur diese Vorschläge aufzählt, sondern sie alle in einen Zusammenhang stellt und sie begründet:

Emmanuel Macron stellt in seiner Rede Une Europe souveraine mit „Les six clés de la souveraineté européenne“ rund 25 Vorschläge für eine souveränes Europa vor:

Wir fassen hier die wichtigsten Vorschläge zusammen: (> „Les six clés de la souveraineté européenne“:> Europe – Initiative du Président de la République pour une Europe souveraine, unie et démocratique (26.09.17) – Website von France-Diplomatie) mit einer (provisorischen):

Der Twitter Account von Emmanuel Macron >>>

1. Une Europe qui garantit la sécurité dans toutes ses dimensions
1. l’Europe doit se doter d’une force commune d’intervention – eine gemeinsame europäische Eingreiftruppe
2. d’un budget de défense commun et – ein gemeinsames Verteidigungsbudget
3. d’une doctrine commune pour agir. – eine gemeinsame Handlungsdoktrin
4. un Fonds européen de défense, – einen europäischen Verteidigungsfonds
5. la coopération structurée permanente et – eine gemeinsame permanente Kooperation
6. une initiative européenne d’intervention qui permette de mieux intégrer nos forces armées à toutes les étapes.

7. „Dans la lutte contre le terrorisme, l’Europe doit assurer le rapprochement de nos capacités de renseignement en créant une Académie européenne du renseignement.“ – eine Europäische Geheimdienst-Akademie

8. „La sécurité doit être assurée, ensemble, dans toutes ses dimensions : il faut doter l’Europe d’une force commune de protection civile.“ – Einrichtung eines europäischen Zivilschutzes

2. Une Europe qui répond au défi migratoire“

9. „créer un espace commun des frontières, de l’asile et des migrations, pour maîtriser efficacement nos frontières, accueillir dignement les réfugiés, les intégrer réellement et renvoyer rapidement ceux qui ne sont pas éligibles au droit d’asile.“ – Zusammengefasst: gemeinsamer Grenzschutz, würdiger Empfang der Flüchtlinge, sie wirklich zu integrieren, aber auch diejenigen, die kein Asyl erhalten wirklich ausweisen

10. „Nous devons créer un Office européen de l’asile, qui accélère et harmonise nos procédures ; – >Europäische Asylbehörde
11. mettre en place des fichiers interconnectés et des documents d’identité biométriques sécurisés ; – Europäische Auskunftsdatei mit biometrischen Informationen
12. établir progressivement une police des frontières européenne qui garantisse une gestion rigoureuse des frontières et assure le retour de ceux qui ne peuvent pas rester ; – Entwicklung einer europäischen Grenzpolizei, Rückführung derjenigen, die nicht bleiben knnen
13. financer un large programme européen de formation et d’intégration pour les réfugiés. – Entwicklung eines europäischen Ausbildungs- und Integrationsprogramms für Flüchtlinge

3. Une Europe tournée vers l’Afrique et la Méditerranée

14. „L’Europe doit avoir une politique extérieure centrée sur quelques priorités : d’abord la Méditerranée et l’Afrique.“ – Eine europäische Außenpolitik für das Mittelmeer und Afrika

15. Elle doit développer un nouveau partenariat avec l’Afrique, fondé sur l’éducation, la santé, la transition énergétique. – Neue Partnerschaft mit Afrika: Erziehung, Gesundheit, Wandel der Energieversorgung

4. Une Europe modèle du développement durable

16. L’Europe doit être le chef de file d’une transition écologique efficace et équitable. – Europa muss Ökologische Wandel vorantreiben

17. Elle doit favoriser les investissements dans cette transition (transport, logement, industrie, agriculture…) en donnant un juste prix au carbone : par un prix minimum significatif à l’intérieur de ses frontières ; par une taxe carbone européenne aux frontières pour assurer l’équité entre ses producteurs et leurs concurrents.

18. L’Europe doit mettre en place un programme industriel de soutien aux véhicules propres et aux infrastructures nécessaires (bornes de recharge…).

19. Elle doit assurer sa souveraineté alimentaire, en réformant la politique agricole commune et en mettant en place une force commune de contrôle qui assure la sécurité alimentaire des Européens. – Neue Landwirtschaftspolitik

5. Une Europe de l’innovation et de la régulation adaptées au monde numérique

Vgl. auf unserem Blog alle > Artikel über den Conseil national du Numérique CNNum

20. L’Europe doit mener et non subir cette transformation, en promouvant dans la mondialisation son modèle combinant innovation et régulation. – Digitaler Wandel: Innovation und Regulierung

21. Elle doit se doter d’une Agence pour l’innovation de rupture, finançant en commun des champs de recherche nouveaux, comme l’intelligence artificielle, ou inexplorés. – Europa muss eine Agentur für den digitalen Wandel begründen

Dazu auf unserem Blog: > Künftig gemeinsam und digital: Deutsch-französische Kommission für Digitaltechnik DFKFD – Das war nicht nur ein Aprilscherz am 1. April 2016 > Des projets franco-allemands non encore realisés ou …

22. Elle doit assurer l’équité et la confiance dans la transformation numérique, en repensant ses systèmes fiscaux (taxation des entreprises numériques) et en régulant les grandes plateformes. – Anpassung der Steuersysteme und der großen Internet-Plattformen

6. Une Europe puissance économique et monétaire

23. Nous devons faire de la zone euro le cœur de la puissance économique de l’Europe dans le monde. – Die Euro-Zone muss das Herz der Wirtschaftskraft Europas in der Welt werden.

24. En complément des réformes nationales, elle doit se doter des instruments qui en feront une zone de croissance et de stabilité, notamment un budget qui permette de financer des investissements communs et d’assurer la stabilisation face aux chocs économiques. – Als Ergänzung der nationalen Reformen muss Europa sich die Instrumente schaffen, die Wachstum und Sicherheit garantieren.

à suivre

Nachgefragt: Notes de brouillard : Une interview avec Michel Sicard à Auvers-sur-Oise

A l’occasion de l’exposition Notes de brouillard de Mojgan Moslehi et de Michel Sicard dans la > Galerie d’art contemporain à Auvers-sur-Oise, www.france-blog.info a pu poser des questions à Michel Sicard:

Michel Sicard et Mojgan Moslehi forment un duo d’artistes contemporains qui vit et travaille à Paris. Ils ont exposé beaucoup en Europe, dans des galeries et des musées, et souvent en Asie, à Harbin (Chine), Nankin, Pékin, Séoul, Busan, Daegeon…

L’exposition À Auvers-sur-Oise s’appelle « Notes de brouillard» et l’annonce pour cette exposition dit: Elle „capte à la fois les êtres dans leur rythme originel, cette petite musique qui est l’essence même de chaque corps individué, et leur probable dilution partielle dans l’univers, happés vers d’autres trajectoires par lesquelles ils se multiplient et s’effacent.“

Voilà le point de départ. Je voudrais avec vos, retrouver ces idées en regardant vos oeuvres. vois parlez di „rythme originel“ de „l’Essence de chaque corps individué“ et de leur probable dilution partielle dams l’univers“? s’agit-il du fameux „universel singulier“ de Sartre? Et les choses se compliquent, il y a d’autres trajectoires qui s’y ajoutent“, multiplication et effacement à la fois ?

Comment travaillez-vous ? Vous commencez un collage, un dessein, un tableau en lui donnant une forme et vous développez l’interprétation de votre oeuvre, ou est-ce que l’oeuvre naît selon une forme préconçue ? Donnez vous un corps à une certaine idée artistique… ?

Je n’ose pas dire qu’il s’agit d’un jeu avec les matériaux, je devais dire, vous la transformez? Comment travaillez-vous le matériel, changer de forme pour arriver à un changement de la substance?

S’agit-des instantanées ?

> www.sicard-moslehi.com

> www.michel-sicard.fr

> www.france-blog.info/sartre-sicard-wittmann

La Commission consultative des droits de l’homme CNCDH

french german 

La filière numérique et le marché du travail

Alle Politiker sprechen von der Digitalisierung. Und die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze? Jetzt bietet > France-Stratégie eine interessante Studie zum Download an > Vision prospective partagée des emplois et des compétences. La filière numérique.

Für so manchen Studenten oder auch Praktikanten ist die Lektüre dieses Berichts eine wahre Fundgrube an Ideen. Welche Berufe gibt es im Bereich der Informatik, welche Perspektiven?

Rezension: Édouard Philippe, Des hommes qui lisent

> Frankreich #FRAFRA2017 ist das Gastland bei der Frankfurter Buchmesse #fbm17


Über die Lektüren unserer Politiker wissen wir im allgemeinen nicht sehr viel. Manchmal wird der ein oder andere Autor genannt, aber eher nur mal nebenbei. Als der Bürgermeister von Le Havre sich 2011 daran begab, einen Essai über eine öffentliche Politik zugunsten des Lesens zu verfassen und 2017 sich zum 6. Mal das Festival zugunsten der Literatur Le goût des autres veranstaltet wurde…,

… konnte er sich wahrscheinlich noch nicht so richtig vorstellen, dass er zu dem Zeitpunkt, wenn sein Buch erscheinen würde, seit wenigen Wochen > Premierminister sein würde und sein Amtssitz das Palais de Matignon sein würde:

Édouard Philippe erzählt in > Des hommes qui lisent, wie er zum Lesen gekommen ist, welche Bücher ihn ganz besonders geprägt haben, die Beziehungen zu seinem Vater, wie er in Le Havre ein Literaturfestival gegründet hat, wie er von der Linken zur Rechten gekommen ist und wie er zusammen mit Gilles Boyer zu schreiben begonnen hat: > Histoire de la vérité, Paris: Flammarion 2007 et > Dans l’ombre, Paris, JCLattès 2011. Sein Buch enthält auch eine Art Ästhetik des Buches, wie man damit umgeht, wie man es verschenkt, es nicht verleiht und überhaupt, was es vermitteln kann.

Lire, das heißt man braucht ein „déclic“, damit es losgeht: > La littérature française (III) : Lire des textes intégraux – 16. September 2007: „Kennt Ihr das? Ihr lest eine Geschichte. Das ist wie Schokoladeessen, man kann die Schokolade einfach nicht in ihrem Papier lassen. Selbst der letzte Krümmel muß verschwinden. Wenn ihr ein bisschen traurig seid, die letzte Zeile der Geschichte zu schnell erreicht zu haben, dann ist es passiert, das Lesevirus hat Euch im Griff.“ Bei Édouard Philippe gab es kein Fernsehen zu Hause: Tenir les enfants loin de la nourrice médiatique et de l’abrutissement qu’elle peut provoquer constituait un objectif pédagogique.“ Va dire à Sparte von Roderick Milton war der délic für Édouard Philippe: „Depuis Sparte, j’aime lire et je peux dire que je suis le produit des livres que j’ai lus.“ (S. 16) Und er erinnert an Anatole France, der eine Bibliothek eine „Cité des livres“ nannte, „Derrière cette expression, il y a une autre idée essentielle, c’est que la lecture n’est pas seulement une question individuelle. Elle est un objectif collectif, et fait légitiment partie des politiques publiques.“ (S. 18) Lesen ist Teilhabe am politischen Geschehen, das Lesen fördern wird ein ganz wesentliches Anliegen des Bürgermeisters Philippe von Le Havre (2010-2017) werden.

„Ne bougez pas madame, il y en a un autre“,
sagte Paulette 1946 zur Großmutter von Édouard Philippe als sein Vater von geboren wurde. Dieser wiederholte diesen Satz, immer dann wenn etwas Besonderes um die Familie herum passierte. (S. 33). Vielleicht hat Oncle Édouard aus den Faux-monnayeurs von André Gide seine Eltern zu dem Namen Édouard inspiriert.

Am 10. Mai 1981 als das Fernsehen François Mitterrand als künftigen Präsidenten anzeigte,
haben die zwanzig Personen um Édouard DAS Ereignis lautstark begrüsst. Er hat dann später die Biographien von Jean Lacouture gelesen, die dieser Léon Blum und Pierre Mendès-France gwidmet hat. Man merkt schon leichte Absetzbewgungen: „Le paradoxe de la gauche française“, die sich auf Blum und Mendès berief, ohne sich noch so richtig an ihnen zu inspirieren. Ihr Drama nennt er, so Philippe, von Mitterrand „homme de sinuosités et d’ambiguïtés et moderne incarnation du Prince florentin“, womit er den Prinzen von Machaivelli meint. In Sciences Po entdeckt Philippe François Goguel, La Politique des partis sous la Troisième République, einen Klassiker, der ihm die Entwicklung der Parteienstrukturen verdeutlicht.

„… La littérature est parfois plus fine à expliquer la politique que les meilleurs stratèges.“ (S. 53) Nur manchmal? Die Lektüreempfehlung von Philippe Édoaurd: Fables choisies, mises en vers par M. de la Fontaine. Da steht alles drin, was man zum politischen Geschäft wissen muss: Lesebericht: Guide pratique pour enseigner les classiques. Les fables de La Fontaine -17. April 2014 von H. Wittmann – Philippe unterstützt Alain Juppé, den Bürgermeister von Bordeaux, und erklärt in diesem Kapitel, wie er die politische Seite wechselte und zwischen 1993 und 1997 zu den Rechten kam: S. 55-77. Friedrich Hayek, La Route de la servitude und sein Liberalismus gefiel ihm. Und dann traf Philippe auf Raoul Girardet (mein Lehrer in > Sciences Po 1977/78) mit dem Buch L’idée coloniale en France : de 1871 à 1962.

Livres nomades: 2010 wurde Philippe Bürgermeister von Le Havre und leitete eine Politik der Lesekultur ein: „une grande politique de la lecture“, an der sich andere Städte unbedingt auch orientieren sollten. Lesen, das wurde für Philippe zu einer politischen Strategie: 80 Lesepunkte, Handbibliotheken, wo man Bücher entnehmen konnten und sie in der Stadt zirkuliere lassen durfte, waren das Gebot der Stunde. Und ein Riesenerfolg.

Edmond Rostand: Cyrano de Bergerac oder wie Literatur das Leben verändern kann: S. 91-98. Und dann Victor Hugo: Les Misérables, S. 99-104. Und Philippe berichtet, wie sein 10-jähriger Sohn um die Ecke und rief „Faust, c’est vachement bien!“ Und dann lernt Philippe > Guillaume Gallienne kennen. Laut vorlesen. Das ist es. Dabei fällt mir ein: > Vorgelesen: Zwei schwarze Jäger – 31. August 2009. Und er erinnert sich an die Lektüren, das Vorlesen ganzer Passagen von L’Étranger von > Albert Camus. Schwierige oder problematische Autoren wie Céline, Voyage au bout de la nuit kommen hier auch vor. Genie und Schatten, das muss man verstehen: „Parce qu’il faut faire le pari, lectuer, mon frère (das ist Baudelaire, „mon semblable, mon frère“, H.W.), qu’avec la lecure viendra l’intelligence, et la distance, et que la liberté de lire et de connaître produiront, in fine, plus de bien que l’ignorance. C’est un pari, sur la liberté et sur l’homme.“ (S. 137) Stimmt. Jean-Paul Sartre und Albert Camus haben beide > die enge Verbindung zwischen Freiheit und Kunst betont.



Kein Wunder, dass Philippe, wie oben erwähnt, auch zum Schreiben kam. „Lire“ und „Ecrire“ sind die beiden Kapitel von Sartres Les mots. Philippe weiß: „Être écrivain en France, ce n’est pas sortir un bouquin, c’est créer une œuvre.“ (S. 162) Ach ja, da war noch die Orthographie, die nicht gerade sein Steckenperd war. Als Elikia M’Bokolo in Sciences, sein Seminarleiter, ihn darauf hinwies, dass es nicht anginge, als Schüler in Sciences Po die Rechtschreibregeln nicht genauso zu respektiere, wie es Millionen andere Frankophone auch machten, hat sich Philippe endlich drangesetzt, dieses Problem ein für alle Mal zu lösen.

Mit 26 kam Philippe in den > Conseil d’État: „…j’avais chosi le Conseil essentiellement parce que’on y était très libre…“ (S. 170). Allerdings merkte er schnell, dass die Conseillers dort eine begrenzten Humor hatten, was die Exaktheit der Schriftsätze anging. (vgl. S. 172)

Bücher verschenken
, darum geht es im Kapitel 12. Der Bürgermeister von Deauville, > Philippe Augier kann das besonders gut. Jeder seiner Gäste findet immer in seiner Serviette ein für ihn bestimmtes Buch. Und die Unterhaltung kann beginnen. François Mitterrand verschenkte auch Bücher, z. B. > Belle du Seigneur von Albert Cohen. Welche Absicht die Dame wohl vermutete, als sie dieses Buch bekam? Aber es gibt auch Grenzen bei er Bücherzirkulation. Philippe verleiht grundsätzlich kein Buch, denn dann ist es nämlich weg. (vgl. S. 192). Philippe wundert sich auch: „Pourtant, et étonnamment, je ne me souviens pas avoir jamais lu une histoire d’amitié ou de relation fondée sur les livres et sur le don ou l’échange des livres.“ Ob ich dem Premierminister widersprechen darf? Meine Freundschaft mit Michel Sicard gründet sich auf alle Bücher, die > Jean-Paul Sartre geschrieben hat, auf alles was Sartre über die > Kunst und die Freiheit und was wir beide über ihn geschrieben haben miteinander und über ihn gesprochen haben: > www.france-blog.info/sartre-sicard-wittmann. Die Bücher waren es, wie die Lehre von > Alfred Grosser und seine rund vierzig Bücher, die meinen Blog inspiriert haben: Immer wieder erklären, die deutsch-französischen Beziehungen geduldig erklären.

> Alfred Grosser hat Geburtstag – 1. Februar 2017

In das Buch über das Dritte Reich, das er mir in Sciences Po in die Hand drückte, steht die Widmung: „Pour H.W., en souvenir d’une réflexion commune, A.G.: „Offrir un livre, c’est transmettre une partie de soi“, (S. 201) nennt Édouard Philippe das. Und diese intellektuelle Beziehung mit A. Grosser gibt es nun schon seit Oktober 1977, als ich zum ersten Mal in seiner Vorlesung saß: > Alfred Grosser auf langer Reise nach Duisburg, Bonn, Köln… und Stuttgart – 31. Mai 2017. Dieses Jahr haben wir uns schon dreimal getroffen. Oder mein Freund Laurent Loty, der so perfekt das Werk von Diderot erklären kann: > Nachgefragt: Laurent Loty spricht über Denis Diderot – 24. Juni 2013. Auch eine Freundschaft, die auf Büchern, Austausch, Lesen, Diskutieren, Leidenschaft gegründet ist.

Die Neuen Medien, mit ihrer „tyrannie de l’immédiat“ sind Philippe nur zu gut bekannt. Immer das Auge auf dem Smartphone, um keine Meldung zu veroassen? Aber er hätte dafür etwas, was noch viel besser ist: „… la lecture est une respiration. Elle est tout à la dois une sortie du monde, et une façaon d’y entrer plus fort. Elle est à la foi un ralentissement et une accumulation.“ (S. 211) und „Lire, c’est prendre la distance, acquérir une vision, se constituer tout au long de la vie.“ (S. 213)

Bibliographie der gelesenen und noch zu lesenden Bücher: S. 219-246.

Das > Renouveau der deutsch-französischen Beziehungen könnte sich nun also auch auf den Sprach- und damit auf den Literaturunterricht in beiderseits des Rheins beziehen.

> 284 Artikel zur Literatur auf unserem Blog

Édouard Philippe
> Des hommes qui lisent
EAN : 9782709661430
Essais et documents
Paris: JCLattès 2017
150 pages

1 190 191 192 193 194 560