Wie gebildet müssen künftige Französischlehrer sein?

Romanistentag Sektion V.1:

Armin Volker Wernsing (Krefeld)
Wie gebildet müssen künftige Französischlehrer sein?

Im Tagungsreader steht:
„In Zeiten, in denen durch Rendite legitimierte Systeme eine weltweit krachende Pleite hingelegt haben, ist es vielleicht angebracht, die Weisheit der Kosten-Nutzen-Rechner, Standardisierer und Output-Fetischisten in Bildungs-Systemen in leise Zweifel zu ziehen. «Boens fut li siecles al tens anciënur», nein, dieses (Alexius-) Lied soll hier nicht gesungen werden, schon weil es einem Französischlehrer so wenig nützlich ist und daher entfallen kann. Dafür bekommt man dann Lehrer, die Molière für den Propagandisten von liberté, égalité, fraternité halten und ihren Schülern nicht erklären können, warum sie eigentlich Französisch lernen sollten; flott ausgebildete Lehramtsanwärter, welche die Texte ihrer Schüler nicht verstehen und fehlerhaft korrigieren, weil sie nie um Verständnis gerungen haben und auch die Sprache nur dürftig beherrschen, von Landeskunde gar nicht zu reden. Eine inhaltsleere Mittelmäßigkeit ist das beste Rezept, das Wahlfach Französisch an die Wand zu fahren. Jenseits aller Nostalgie: Wer seinen Schülern nichts zu sagen hat, sollte nicht versuchen, das auf Französisch zu tun, auch nicht mit viel didaktischem Aufwand. Ein anregender und von den Schülern angenommener Französischunterricht ist Persönlichkeitsbildung – das Studium dazu sollte es ebenfalls sein.“

A. Wernsing berichtet von seinen Erlebnissen beim 11. Sprachenturnier in Bad Wildbad, 24.-27.2009, in deren Verlauf er Schülerinnen und Schüler mit exzellenten Sprachkenntnissen kennengelernt hat.

Aber der Kontrast zwischen den Literaturkenntnissen 1963 und den Kenntnissen der heutigen Französischschüler heute könnte gar nicht größer sein. Es besteht der Verdacht, dass die aktuellen „Standards“ an diese Kenntnisse angepasst worden ist. Kompetenzen müssen aber mit Inhalten definiert werden. Dabei darf aber die Persönlichkeitsbildung nicht vernachlässigt werden. Der Trend zum Zentralabitur steht einer solchen Anforderung entgegegen. In diesem Zusammenhang erwähnte A. Wernsing auch eine „Entmündigung des Lehrers“. Die neue Schule wird mit den „“Pseudo-Kompetenzen“ bald zusammenbrechen.

Wie gebildet müssen künftige Französischlehrer sein? Die Antwort ist einfach: Schüler müssen die Gelegenheit bekommen, sich wieder über kompliziertere Gegenstände äußern zu können, meinte A. Wernsing und zeigte einen frei gehaltenen Vortag einer Schülerin des Jahrgangs 13.1. an der RWTH über das „fait divers“, der mit einer Betrachtung über Stendhal schloss. „Schwerer, aber interessanter“, erklärte A. Wernsing. Ein Referat vor fremdem Publikum einen Vortrag halten, diese Fähigkeit nützt in vielen Berufen, und das kann im Französischunterricht gelehrt werden. Die Folge: Die Leistungskurse boomen wieder am > Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium in Krefeld. Die Schule hat 7 neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt und die Schule ist um 300 Schüler gewachsen.

Wie werden Französischlehrer ausgebildet?

Heute morgen:
Sektion V. 1: Romanistik – Schnittstelle zwischen Universität und Schule
DIe Sektion wird von Sandra Schmidt (Osnabrück) geleitet.

Wolfgang Pütz (Köln)
Vom Bildungs- zum Ausbildungskonzept – Die Vorbereitung auf das Lehren von Französisch zwischen der Humboldt’schen Universität und der Universität nach dem Bolognaprozess

Im Tagungsreader steht zu diesem Vortrag:
„Im Zuge einer konzertierten Bildungsreform der internationalen europäischen Gemeinschaft verändern sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts auch in Deutschland die Studiengänge in einer Weise, die einem historischen Paradigmenwechsel entspricht. Die Auswirkungen dieser Umgestaltung markieren für die Befürworter eines traditionellen Bildungskonzepts die „Zerstörung der deutschen Universität“, während andere die Auffassung vertreten, dass Humboldts Universität heute der Vergangenheit angehört. Der Beitrag bezieht innerhalb dieser Kontroverse Position für eine Profilierung der didaktischen Theoriebildung und zugleich für eine Stärkung der praxisorientierten Ausbildung von Fremdsprachenlehrern.“

Die Lehrerausbildung muss sich mehr auf die Behebung der sprachlichen Defizite der Studierende konzentrieren. Ausserdem müssen mehr methodische Kenntnisse vermittelt werden. Romanisten sollen mit klaren nachweisbaren Profilen ihr Studium beenden.

W. Pütz wies auf die schlechten Aussichten für die Einstellung von Französischlehrern in NRW ab 2010 hin.

Der Romanistentag in Bonn

Am Sonntag, 27. 9. 2009 wurde der XXXI. Romanistentag eröffnet:

Bigband der Universität Bonn unter der Leitung von Oliver Pospiech: Bright Eye
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Grußwort des Rektors der Universität Bonn
Magnifizenz Prof. Dr. Jürgen Fohrmann
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Grußwort des Dekans der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn
Spektabilität Prof. Dr. Günther Schulz
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Grußwort des Ersten Vorsitzenden des Deutschen Anglistenverbands
Prof. Dr. Klaus Stierstorfer
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Eröffnungsrede des Ersten Vorsitzenden des Deutschen Romanistenverbands Prof. Dr. Paul Geyer: „Romanistik als Idee“
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Bigband der Universität Bonn: Speak Low
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Festrede von Jürgen Kaube, Ressortleiter für die „Geisteswissenschaften“ der FAZ: „Die Geisteswissenschaften und ihr Publikum“
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Bigband der Universität Bonn: Sea Spray
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Verleihung der Elise-Richter-Preise
Vorstellung der preisgekrönten Arbeiten
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Bigband der Universität Bonn: Belly Roll
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Empfang im Fest- und Senatssaal

Der Romanistentag dauert bis zum 1.10.2009.

> www.romanistentag.de

Klett-Schülerwettbewerb 2009/2010 „La vie en BD“

Der Ernst Klett Verlag ruft zum großen Wettbewerb „La vie en BD“ auf. Lehrerinnen und Lehrer, die das Thema im Unterricht behandeln, können die Arbeiten ihrer Schülerinnen und Schüler einreichen. Eine Jury aus Zeichnern, Schriftstellern und Fachdidaktikern wählt daraus die fünf schönsten Comics aus.

Der Schriftsteller Azouz Begag und Andreas Nieweler, Vorsitzender der Vereinigung der Französischlehrer und -lehrerinnen in Nordrhein-Westfalen, sind Mitglieder der Jury bei „La vie en BD“. Außerdem dabei sind Uta Grasse, Französischlehrerin und Schulbuchautorin, François Davot, Zeichner der Französischlehrwerke bei Klett, und Inge Rein-Sparenberg, Mitglied der Französisch-Sektion der Klett Akademie für Fremdsprachendidaktik.

Mitmachen und gewinnen

Teilnehmen können alle BDs, die eine Geschichte aus dem im Unterricht verwendeten Französisch-Lehrwerk oder einer im Unterricht behandelten Lektüre darstellen. Der Wettbewerb ist für alle Schularten und Lernniveaus offen. Teilnahmeschluss ist der 15. Januar 2010.

Auf den besten jungen Zeichner oder die beste junge Zeichnerin wartet eine Reise ins Centre Belge de la Bande Dessinée nach Brüssel. Die Plätze 2-5 werden mit Sachpreisen im Gesamtwert von 250 Euro belohnt. Die Plätze 6-25 erhalten einen Trostpreis.

Die besten fünf Comics sind auf der didacta 2010 in Köln am Stand des Ernst Klett Verlags zu sehen. Die betreuenden Lehrkräfte der besten fünf BDs im Wettbewerb erhalten freien Eintritt für einen Messetag ihrer Wahl.

Die genauen Teilnahmebedingungen, einen Überblick über die BDs in den Lehrwerken bei Klett und ein Interview mit dem französischen Comic-Zeichner Eric Dérian finden Sie im Internet unter > www.klett.de/bd.

9. November 1989: Der Mauerfall in Berlin

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Französischunterricht:
Sind Klassenzimmer Web 2.0 freie Zonen?

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Französisch lernen – was sonst?

Französisch lernenDieser ganze Blog ist eine Sammlung von bald 1000 Gründen – in Form von Beiträgen-, Französisch zu lernen. Einige Beiträge zählen gesondert wichtige > Argumente für Französisch auf. Abgesehen von der Literatur, der Politik und der Kultur unseres Nachbarlandes ist die französische Sprache für deutsche Schüler auch eine Art Arbeitsversicherung, das Euch beim Streben nach etwas mehr Sicherheit entgegenkommen müsste. Von 10 Bewerbern für alle möglichen Berufe kann vielleicht einer Französisch. Und das ist immer ein besonderes Plus.

Französisch ist einfacher als Englisch. Das sei nur all denen gesagt, die immer noch daran glauben, dass > ein viel dickeres Wörterbuch einfacher zu bewältigen sei als > ein nur halb so umfangreiches Wörterbuch. Aber, zugegeben, das ist auch irgendwie eine Ansichtssache und wird nie abschließend geklärt werden.

Aber. Wer Französisch kann wird mit Leichtigkeit die Websites des UMP, der PS, der Verts und des MoDem mit den Websites der CDU, der SPD, FDP und den Grünen vergleichen können. Mein Aufgabenblatt würde in etwa so aussehen: Notieren Sie einige Eigenschaften von > Web 2.0 (127 Beiträge auf diesem Blog). In Kurzform: Web 2.0 bezeichnet das Mitmach-Internet. Überall, wo man auf einer Website etwas zu einem Artikel beitragen kann, ihn bewerten, anderen Empfehlen oder gar selbst Inhalte einstellen kann, handelt es sich um Web 2.0, das Mitmachinternet oder neudeutsch Partizipation. Zum Beispiel finde ich schon lange, dass der Französischunterricht viel mehr „2.0“ sein müsste: > Französischunterricht 1.0 => 2.0.

So und jetzt schlagt mal Eurem Lehrer vor, die Bundestagswahlen mal auf diese Weise vorzubereiten:

Welche Partei bietet auf der Startseite ihrer ganzen Website mehr Web 2.0 Elemente als die anderen Parteien? Erstaunlich nicht? In Deutschland – ich nehme Euer Ergebnis ein bisschen vorweg – sind Web 2.0 Elemente ein wenig versteckter als auf den Seiten der Parteien in Frankreich. Manchmal muss man auf der Website ein bisschen buddeln, oder weitere Seiten aufrufen, um Mitmachseiten zu finden. Der Blog beim Team der CDU ist etwas versteckt und zum Kommentieren muss man sich erst anmelden. Wieviele Blogs gibt es bei der SPD und bei der PS? Wenn Ihr Euch ein bisschen für die Politik interessiert, werdet Ihr mit solchen Vergleichen sehr schnell merken, wie gut Ihr Eure Französischkenntnisse anwenden könnt. Offenkundig können viele Mitarbeiter in den Internet-Redaktionen unserer Parteien kein Französisch, sonst hätten sie vor dem Wahlkampf kräftig dazulernen können. Das Internet ist nicht wahlentscheidend, aber einige %-Punkte sind eben doch wichtig für den Sieger. Wieso ist Französisch notwendig? Ganz einfach, um unseren wichtigsten europäischen Partner besser kennenzulernen. Noch ein paar Tipps: Macht mal eine Liste, was für Arten von Wahlen es in Frankreich und welche es in Deutschland gibt. Wieviele Abgeordnete es in der Nationalversammung gibt und wieviele Wahlkreise es gibt. Der direkte Vergleich mit Deutschland wird Euch einige erhebliche Unterschiede zeigen, über die es sich lohnt nachzudenken. Kann man aber nur, wenn man Französisch kann. Und das können offensichtlich auch nicht viele unserer Politiker.

Kommen wir zum Fazit. Lernt Französisch, beobachtet die Französische Politik unter all ihren Aspekten, die Websites der Regierungen in Berlin und Paris sind auch interessante Vergleichsobjekte. Danach macht Ihr in den Sommer- oder Semesterferien ein Praktikum bei einem Landtags- oder Bundestagsabgeordneten und zeigt denen, wo’s – besonders bei der Kommunikation mit den Wählern – lang geht – mit Euren Französischkentnissen und ein bisschen Web 2.0. Und lest weiter diesen Blog, dann kriegt ihr bestimmt was von meiner Passion für die französische Sprache, Kultur und Literatur ab.

> Blogs in Frankreich und Deutschland

> Motivation – oder das Interesse für den Französischunterricht wecken

> Lernen Sie Französisch, bevor es vielleicht zu spät ist.

Die Vereinigung deutsch-französischer Gesellschaften für Europa – www.Vdfg.de hat zusammen mit Klett einen Flyer > Französisch lernen – was sonst? veröffentlicht. (*.pdf)

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