home

Archiv für die Kategorie 'Literatur'

Hélène Grémillon: Le Confident

Mittwoch, 21. März 2012

Wieder einmal unterwegs mit dem >transportablen Fernsehstudio. Ankommen, aufbauen und schon geht es los. Life mit dem ein oder anderen Versprecher. Diesmal im Institut français de Stuttgart:

Hélène Gremillon vient du Poitou. Elle a étudié les lettres elle s’est engagée dans la publicité et dans la production comme scénariste-réalisatrice. Son premier roman Le Confident est sortie en août 2010 chez Plon. En Allemagne, la traduction de son livre vient de paraître Das geheime Prinzip der Liebe (Hoffmann und Campe, 2012).

Hélène Grémillon und Catherine Aubert gestern abend bei der > Lesung im Institut français in Stuttgart.

Le roman commence avec une étrange lettre. 1975, Camille attend un enfant. Après la mort accidentelle de sa mère, des lettres anonymes arrivent chez Camille. Il y plusieurs narrateurs et une longue historie qui se déroule en 1939. – Comment faire une interview en faisant attention que l’auteur ne raconte pas trop de son roman, pour que vous gardiez tout suspense? La lecture de son roman révèle changement rapide des points de vues. On y retrouve du cinéma? Hélène Grémillon aparticipé à plusieurs films et courts métrages dont « La blague » en 2006. Ma question: Le cinéma et les lettres, pour elle, ils vont ensemble ?

Il y a de la psychologie dans son roman. Quel est son personnage le plus psychologisé? – le mot n’existe pas. Et bien sûr la dernière question: Qui devrait lire votre livre ?

Hélène Grémillon, Le confident, Paris : Plon, 2010

Hélène Grémillon, Le confident
Lesung im Institut français de Stuttgart

Montag, 19. März 2012

Di 20. MÄRZ 19:30 Uhr
Institut français Stuttgart, Diemershaldenstr. 11, 70184 Stuttgart
Hélène Grémillon, Le confident, dt., Das geheime Prinzip der Liebe, Hoffman und Campe, 2012.
Im Rahmen der internationalen Woche der französischen Sprache 2012

Im Gespräch mit Catherine Aubert. In frz. Sprache. Eintritt frei

Nach ihrem Literatur- und Geschichtsstudium begann Hélène Grémillon als Journalistin und Regisseurin. Sie realisierte mehrere Kurzfilme den Videoclip zum Song „La jupe en laine“ bevor sie mit 32 Jahren ihren ersten Roman „Le Confident“ veröffentlichte.

Zum Inhalt des Romans:

Nachdem dem Unfalltod ihrer Mutter findet Camille rätselhafte Briefe von einem Unbekannten, der die Geschichte der jungen Malerin Annie und ihrer wohlhabenden Gönnerin, die seit langem vergeblich versucht, schwanger zu werden, erzählt. Aus Dankbarkeit erklärt sich Annie bereit, ein Kind für sie zu empfangen und zur Welt zu bringen. Irgendwann ist Annie dann spurlos verschwunden. Allmählich wird Camille verstehen, wieviel diese Briefe mit ihr zu tun haben. Der Aufbau des Romans und die Spannung, die er durch seine aussergewöhnliche Erzähltechnik haben ihn in Frankreich zu einem großen Erfolg gemacht.

Wir sehen und im > Institut français, n’est-ce pas?

Mit der freundlichen Unterstützung der Freunde des Intitut français Stuttgart

Stuttgart: Jean-Paul Sartre, Das Spiel ist aus

Mittwoch, 29. Februar 2012

Das Spiel ist aus im Schauspielhaus Stuttgart,
Oberer Schloßgarten 6, 70173 Stuttgart
Vom 2.03.2012 bis 30.03.2012

“Das Spiel ist aus” erzählt von einer tragischen Liebesgeschichte und ist ein faszinierendes Gedankenspiel: Pierre, ein junger Revolutionär, wird von einem Polizeispitzel ermordet. Zur gleichen Zeit wird Eve, Gattin eines hohen Polizeibeamten, von ihrem Mann vergiftet. Erst im Totenreich lernen Pierre und Eve sich kennen – und verlieben sich ineinander.

In Stuttgart: > Jean-Paul Sartre, Das Spiel ist aus

Schuspielhaus, Stuttgart: Sartre, Das Spiel ist aus

> Gespräch zwischen dem Dramaturgen Christian Holtzhauer und dem Regisseur Sebastian Baumgarten

H. Wittmann: > Sartre und die Kunst

Devons-nous retourner à la nature?
Un entretien avec Jean-Jacques Rousseau

Dienstag, 21. Februar 2012

french german 

Écrire et dessiner une bande dessinée:
Isabelle Darras et Yuio

Freitag, 17. Februar 2012

french german 

ARTE, SWR 2 et l’Office franco-allemand pour la jeunesse vous invitent à un dialogue poétique !

Freitag, 17. Februar 2012

french german 

Das Ende des Flanierens im Internet
oder die “Tyrannei des Sozialen”

Freitag, 10. Februar 2012
Zum Anklicken: Die Themen auf diesem Blog

Mit der “Tyrannei des Sozialen” bezeichnet Evgeny Morozov die Vereinnahmung durch die sozialen Netzwerke, man könnte auch gleich fragen, ob es die “kollektive Intelligenz” wirklich gibt, ob Kollektiv und Intelligenz sich wirklich reimen, oder ob unsere Aufmerksamkeit im Internet nicht ständig für die Werbung und den Konsum mehr oder weniger schamlos missbraucht wird. Evgeny Morozov erinnert an seine Modemgeräusche beim Aufrufen der ersten Websites. Das waren noch Zeiten. Das Modem, der kleine weiße Kasten mit der Telefonleitung, und dann war der PC das erste Mal online. Langsam bauten sich die Seiten auf und gaben den Blick auf die Cyberwelt frei. Und man konnte klicken, Hyperlinks oder einfach Links aussuchen und die Reise begann. Surfen hieß Links anklicken, seinen Assoziationen freien Lauf zu lassen, mal wieder zurückgehen, oder ganz neue Seiten entdecken, immer im Abgleich mit seinen eigenen Interessen, immer bereit, den eigenen Horizont zu erweitern. Jeden Tag neue Websites entdecken. 1996 hatte meine Seite “Romanistik im Internet” über 4500 Websites für die Studenten gesammelt. Als Katalog natürlich der heutigen Sucheingabe > Romanistik überlegen, weil das heutige Suchergebnis Ordnungskriterien folgt, die der Fragenden nicht kennt. Die Anordnung ist x-beliebig könnte alphabetisch, nach Größe der Website, nach ihrem Alter oder nach der Anzahl ihrer Farben erfolgen, ein Sinn ist nicht erkennbar, er wird den Suchenden nicht nur systematisch, er wird ihnen ganz einfach abgewöhnt oder vorenthalten.

Mit dem Bild Pariser Straßenszene des Impressionisten > Gustave Caillebotte (1848-1894), das aber eigentlich > Rue de Paris, temps de pluie (1877, 212 cm x 276 cm) heißt und im Art Institute in Chicago hängt, beginnt der Spiegel in der Rubrik Netzkultur die Übersetzung eines Beitrags von > Evgeny Morozov aus der > New York Times – Sunday Review > Der Tod des Cyberflaneurs (DER SPIEGEL, 9.2.2012): “Das Spazierengehen, das Flanieren im Netz stirbt einen langsamen Tod. Schuld sind Facebook und Google. Effizienzversessenheit und die Tyrannei des Sozialen machen dem Cyberflaneur den Garaus,” so beginnt Evgeny Morozov.

Der Flâneur erscheint schon im 19. Jahrhundert. Ohne ein bestimmtes Ziel durchstreift er die Stadt. Inkognito – und nicht mit einem Namensschild über dem Bauch, wie heute in den sozialen Netzwerken:

“Flaneur” in: Wikipedia: “Mit Edgar Allan Poes Erzählung Der Mann in der Menge (1840, H.W. – Der Mann in der Menge -) fand der Flaneur seinen Eingang in die Literatur.” Hm, nicht ganz richtig:

Dumersan, Brazier, Gabriel, La journée d’un flâneur, comédie en quatre actes, melée de couplets, réprésentée pour la première fois, sur le Théâtre des variétés le 3 novembre 1827, Paris 1827, S. 4:

Mit einem Klick auf das Zitat kann man das Buch bei Google-Books aufschlagen.

S. 8:

S. 35:

Der Flâneur kommt noch früher (1801 gibt Google Books an, stimmt aber nicht – die bibliographischen Angaben sind oft falsch bei Google-Books- beliebig mal so mal so, eingescannt sagt der PC-Spezialist, falsch sagt der Fachmann) vor: H. F., Courrier du Montréal, > Echo de la lecture paroissale, Vol IV, Nr. 9. Montréal – Bas-Canada 1862, S. 195:

Auguste de Lacroix, > Le Flâneur, in: Les Français peints par eux-mêmes: encyclopédie morale du 19e siècle, 3. Bd., Paris, 1841, S. 68-72, hier S. 69:

> Charles Baudelaire (1821-1867) hat den > Flâneur in > Le peintre de la vie moderne beschrieben:

Später hat > Walter Benjamin (1892-1940) den > Flaneur in seinem Passagenwerk (Vgl. W. Benjamin, Gesammelte Schriften. hg. v. R. Tiedemann, H. Schweppenhäuser. Frankfurt am Main 1972–1999: Band V/1: Das Passagen-Werk, S. 1–654., Band V/2: Das Passagen-Werk, S. 655–1350.) ausführlich vorgestellt.

Der Flaneur kann mit dem ersten Surfer, Internet-Wellenreiter, verglichen werden. Sich treiben lassen, wie oben angedeutet, seinen Assoziationen klickend freien Lauf lassen. Liest man den oben zitierten Artikel von Evgeny Morozov und sein Diktum von der Tyrannei des Sozialen wird schnell klar, was er meint. Alles begann damit, oder der Anfang vom Ende war der Wunsch eines Kollegen, eine Website so zu bauen, möglichst keine Links in die Welt des Internets, um die Besucher möglichst lange auf der Website zu halten.


< Auguste de Lacroix, > Le Flâneur, loc. cit., S. 65.

Links zu anderen Websites waren verpönt. SO sehr viel hat sich daran nicht geändert, viele Website-Autoren versuchen alles, um in Google ganz oben zu erscheinen und konzentrieren sich auf alle technischen Probleme auf SEO statt auf relevante Inhalte. Und heute haben es die großen krakenartige Fangarme von Google, Facebook – vgl. die > Kritik an Facebook – , Twitter und Co. geschafft, dass die meisten Internet-Teilnehmer auf die Frage, welche Seiten benutzen Sie regelmäßig nur eine kleine Zahl von Websites nennen. Man hat seine Gewohnheiten im Internet, das Surfen, das Cyberflanieren wird uns von den > sozialen Netzwerken, die so sozial nun wirklich nicht sind, abgewöhnt. Evgeny Morozovs Artikel ist sehr lesenswert, weil er auch klar und präzise die heutigen Missstände aufdeckt: “Facebook will ein Internet schaffen, in dem Filmesehen, Musikhören, Bücherlesen und sogar das Surfen im Web nicht nur öffentlich, sondern sozial und kollaborativ geschehen.” Das ist nichts anderes als die Vereinnahmung des Einzelnen durch Facebook, alle FB-Teilnehmer undifferenziert und inflationär zu “Freunden” machen. Die vielen Regeln, mit denen FB das soziale Miteinander bestimmen will, haben mit dem wirklichen Leben, mit dem anonymen Flanieren in der Großstadt nichts zu tun. Jede Art von mobilem Zugang verstärkt die Bindung an die eigene Facebook-Seite, auf der man jeden Tag aufs neue die Zahl der Freunde checken kann kann, gut dass FB so viele Funktionen hat, die alle zu verwalten.

Auf oder > in Facebook hat unser Frankreich-Blog auch eine Seite. Wie hoch ist der Aufwand im Verhältnis zum Ergebnis für das Frankreich-Blog? Das hält allenfalls so gerade eben die Waage, mehr aber auch nicht. Das Schreiben auf dieser FB-Seite erhöht den Inhalt für FB, gibt einen Teil meiner Aufmerksamkeit – die Währung des Internets – als Bezahlung an FB. Und die Besucher dieser Seite sehen sehen dort immer nur 30-40 % die wirklich unseren Blog betreffen, die anderen 60-70% sind Werbung für alles andere, mit dem FB immer mehr Geld verdient oder Aufmerksamkeit einheischt. Der schleichenden Vereinnahmung durch FB sind so kaum Grenzen gesetzt.

Bibliographie

Charles Baudelaire, > Le peintre de la vie moderne.
Dumersan, Brazier, Gabriel, La journée d’un flâneur, comédie en quatre actes, melée de couplets, réprésentée pour la première fois, sur le Théâtre des variétés le 3 novembre 1827, Paris 1827.
H. F., Courrier du Montréal, > Echo de la lecture paroissale, Vol IV, Nr. 9. Montréal – Bas-Canada 1862.
Jules Noriac, > Journal d’un Flâneur, Paris 1865.
Auguste de Lacroix, > Le Flâneur, in: Les Français peints par eux-mêmes: encyclopédie morale du 19e siècle, 3. Bd., Paris, 1841, S. 68-72.

Peut-on encore exister sans Internet?
Oder kann man ohne das Internet studieren?

Mittwoch, 8. Februar 2012

french german 

Der Weihnachts-Wunschzettel zum Ausdrucken

Freitag, 9. Dezember 2011

Das Warten auf das Christkind verbringt man oft mit einem Gang durch die City, dann landet man in einem Buchladen, streift durch die Regale, mustert die Buchrücken, und guckt unschlüssig über die Büchertische. Was würde wohl den Liebsten gefallen? Ein Blick in den Katalog von Klett-Cotta, da gibt es auch Bücher, die vor einigen Jahren erscheinen sind, und die, wie das Buch von Marc Bloch zu meinen Lieblingsbüchern zählen. Die Idee des Wunschzettels als PDF zum herunterladen, stammt vom Klett-Cotta-Blog, wo es einen > Wunschzettel für Geschichte und einen > Wunschzettel für Literatur gibt. Die folgenden hier kurz angezeigten und für den Gabentisch vorgeschlagenen Bücher, stehen auf dem > PDF-Wunschzettel, hier zum Herunterladen.

Die drei Bände von > Fernand Braudel über > Frankreich sind eine Einführung und ein Reiseführer zu allen Aspekten Frankreichs zugleich: Band 1. Raum und Geschichte. Die Einleitung von Michael Jeismann trägt den Titel: Die Identitätsgeschichte Frankreichs als europäische Chance. Band 2: Die Menschen und die Dinge, Band 3: Die Dinge und die Menschen. “Man kann sich keinen besseren Reiseführer wünschen als Braudel,” hat Michael Jeismann in der F.A.Z. geschrieben. Braudel will die Vielfalt Frankreich so weit wie möglich erklären. Ganz gelingen kann das nicht. Aber die Themen der drei Bände zeigen, wie vielfältig unser Nachbarland ist. – Fernand Braudel (1902-1985) übernahm 1946 Herausgeberschaft der Zeitschrift »Annales« und galt als führender Kopf der »Nouvelle Histoire«.

Fernand Braudel > Frankreich
Mit einem neuen Vorwort von Michael Jeismann, aus dem Französischen von Peter Schöttler (Bd.1), Siglinde Summerer / Gerda Kurz (Bd.2/3) (Orig.: L’identité de la France)
1. Aufl. 2009, 1202 Seiten, drei Bände, kartoniert im Schuber, ca. 120 Abb.
ISBN: 978-3-608-94644-4


Unter den Neuerscheinungen dieses Herbstes steht auch die ergänzte Neuauflage des von Frédéric Delouche herausgegebenen Bandes > Das europäische Geschichtsbuch. Ein echtes europäisches Geschichtsbuch, das von fünfzehn Historikern aus dreizehn Ländern Europas verfasst worden ist. Sie haben eine Geschichte des alten und neuen Europas verfasst und so Leitlinien für das 21. Jahrhundert entwickelt. Der Band ist prima dafür geeignet, ein Überblickswissen über Europa zu erwerben. Wunderbar illustriert. Gerade richtig für den Gabentisch.

Frédéric Delouche herausgegebenen Bandes > Das europäische Geschichtsbuch
1. Aufl. 2011, 464 Seiten, gebunden, großzügiges Sonderformat (22,0 x 27,0 cm), innen durchgängig vierfarbiger Druck, ca. 250 bis 300 Abbildungen, ca. 40 bis 50 Karten, ISBN: 978-3-608-94650-5


Olivier Adam, hat > Gegenwinde ein sehr schönes und nachdenklich machnedes Buch verfasst. Wie kann das Leben weitergehen, wenn der Mensch, den man am allermeisten liebt, plötzlich spurlos verschwunden ist? Olivier Adam erzählt eine intensive und ergreifende Familiengeschichte, von Verlust und dem unbeirrbaren Glauben an das Unmögliche. Paul Anderen ist mit seinem neunjährigen Sohn und der siebenjährigen Tochter allein – von seiner Frau fehlt jede Spur. Die Restfamilie zieht aus der Stadt an die bretonische Küste, wo Paul aufgewachsen ist und wo er Arbeit in der Fahrschule seines Bruders findet. In der rauen, sturmgepeitschten Landschaft versuchen sie, ein neues Leben zu beginnen. Aber irgendwie kommt doch noch raus, wo die Mutter steckt…

Olivier Adam, > Gegenwinde
Roman, aus dem Französischen von Andrea Spingler (Orig.: Des vents contraires)
1. Aufl. 2011, 270 Seiten, ISBN: 978-3-608-93887-6


Die Gesamtausgabe der > Werke Jean Amérys bringt nun zum ersten Mal in geschlossener Form alle wichtigen Werke und Schriften, darunter auch das bisher unpublizierte, frühe Romanfragment »Die Schiffbrüchigen«. Hinzu kommen eigene Bände mit Briefwechseln und Rezeptionszeugnissen. Michael Rutschky schrieb in der Frankfurter Rundschau, 28./29.6.2008: ” [...] Die Zukunft wird Jean Améry zu den Gründungsvätern der Bundesrepublik zählen.« Jean Améry gehörte zu den wichtigsten Intellektuellen der sechziger und siebziger Jahre. Seine Essays sind in ihrer Bedeutung vielleicht nur mit den Schriften Hannah Arendts und Theodor W. Adornos zu vergleichen. Als Reflexion über die Existenz im Vernichtungslager stehen sie vermutlich Primo Levis Büchern am nächsten. Zugleich jedoch hat Améry wie kaum ein anderer Intellektueller die deutsche Öffentlichkeit mit französischen Denkern und Schriftstellern wie Jean-Paul Sartre bekanntgemacht und konfrontiert. – Die Jean Améry-> > Werkausgabe zum günstigen Komplettpreis (statt 316,- EUR bei Bezug einzelner Bände).

Die 9 Bände sind auch einzeln erhältlich:
Band 1: Die Schiffbrüchigen. Lefeu oder Der Abbruch
Band 2: Jenseits von Schuld und Sühne. Unmeisterliche Wanderjahre. Örtlichkeiten
Band 3: Über das Altern. Revolte und Resignation. Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod
Band 4: Charles Bovary, Landarzt. Portrait eines einfachen Mannes
Band 5: Aufsätze zur Literatur und zum Film
Band 6: Aufsätze zur Philosophie
Band 7: Aufsätze zur Politik und Zeitgeschichte
Band 8: Briefe
Band 9: Materialien

> Jean Améry, Werke, Band 1-9 19. Mai 2008 von Heiner Wittmann

Jean Améry, > Werke
1. Aufl. 2008, 6219 Seiten, alle Bände gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-93838-8



Im Katalog von Klett-Cotta steht noch das Buch von Marc Bloch, das 2002
Historisches Buch des Jahres gewesen ist. Der französische Historiker Marc Bloch, Mitbegründer der Annales-Schule, war eines der Opfer von Klaus Barbie. Er wurde am 16. Juni 1944 von der Gestapo erschossen. In seinem Nachlaß fand sich ein unvollendetes methodologisches Werk, > Apologie der Geschichtswissenschaft oder Der Beruf des Historikers – die Erstausgabe trug noch den Untertitel »Wie und warum ein Historiker arbeitet«. Mit dieser von Etienne Bloch, dem Sohn des Verfassers, besorgten Neuausgabe liegt nun erstmals der vollständige und authentische Text dieses epochalen Werks der modernen Geschichtswissenschaft vor. Blochs Buch ist auch heute noch ein Meisterwerk der Geschichtstheorie. Es bietet wertvolle Einblicke in das Selbstverständnis und die Denkweisen modernen Geschichtsforschung, in die Ziele, aber auch Grenzen historischer Erkenntnis, in die Methodik und nicht zuletzt auch in die Ethik dieser »Wissenschaft in Bewegung«.

Marc Bloch
> Apologie der Geschichtswissenschaft oder Der Beruf des Historikers
Aus d. Franz. v. Wolfram Bayer, mit Annotationen und e. Nachwort v. Peter Schöttler (Original: Apologie pour l’histoire ou métier d’historien)
2. Aufl. 2008, 280 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-608-94170-8


Jacques Attali hat eine wunderbare Biographie über > Blaise Pascal
verfasst, den man stets und ständig neu entdecken kann. “… Es macht den Reiz dieser Biographie eines Genies aus, dass Jacques Attali dem verborgenen ich Blaise Pascals auf die Spur kommen wollte, ohne seine verschiedenen Identitäten, seine “unendlich schillernde und verführerische Persönlichkeit” zu verleugnen,” schrieb Manfred Geier (Süddeutsche Zeitung, 21.11.2006) und Kurt Flasch schrieb in der FAZ am 4.10. 2006: “[...] Es ist das größte Verdienst der vorliegenden Biographie, daß sie die Vielseitigkeit Pascals vor Augen führt: Er war nicht nur ein Genie; in ihm steckten sechs Genies, meist gleichzeitig [...]” Blaise Pascal (1623-1662) war ein Wunderkind und das größte Genie Frankreichs: ein rastloser, nervöser Querdenker, ein zweifelnder und verzweifelnder Christ. Seine Erkenntnisse in Mathematik und Philosophie waren bahnbrechend, und unsterblich sind seine Gedanken über Würde und Elend des menschlichen Daseins. Ohne fremde Hilfe leitete das 13jährige Wunderkind Blaise Pascal die Grundlagen der Geometrie und Mathematik ab, entwarf als junger Mann die der Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik. Pascal ist der erste, der die Dramatik, den Glanz und das Elend menschlichen Daseins hellsichtig, virtuos und vollendet formuliert hat – ein Genie für das 21. Jahrhundert.

Jacques Attali
> Blaise Pascal
Aus dem Französischen von Hans Peter Schmidt (Orig.: Blaise Pascal ou le génie français, Librairie Arthème Fayard, Paris)
2. Aufl. 2007, 486 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen, 16 Seiten Tafelteil mit 8 farbigen Abb., 16 s/w-Abb., Personenregister
ISBN: 978-3-608-94335-1


Noch ein Buch für den Gabentisch: Ludwig IX. (1214-1270), der erste und einzige heiliggesprochene König Frankreichs ist neben > Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen (1194-1250) die herausragende Herrschergestalt des 13. Jahrhunderts. Ludwig wird zur nationalen und mythischen Identifikationsfigur der Franzosen wie sein kaiserlicher Gegenspieler für die Deutschen. Jacques Le Goff, zeigt in seiner Biographie > Ludwig der Heilige den König als Heiligen, Kreuzfahrer und Friedensstifter und entfaltet das Bild seines Jahrhunderts. Le Goff erzählt die Herkunft des Königs, eine Geburt 1214, der frühe Tod des Vaters, die Bedeutung des Großvaters, die Regentschaft seiner Mutter, Blanka von Kastilien, die Heirat mit Margarete von Provence und der erste Kreuzzug (1248-1254). Der König gerät in Gefangenschaft und kommt durch die Zahlung eines Lösegeldes frei. Schließlich kehrt er nach dem Tod der Mutter in das damalige Frankreich zurück, regiert und reformiert sein Königreich und stirbt 1270 vor Tunis während eines zweiten, gescheiterten Kreuzzuges.

Jacques Le Goff, > Ludwig der Heilige
Aus dem Franz. von Grete Osterwald Leinen, Fadenheftung, 3 Lesebändchen, eingelassenes Titelschild, mit farb. Tafelteil, mehrere Stammtafeln und Karten, Schuber (Original: Saint Louis. Gallimard, Paris, 1996)
1050 Seiten, ISBN: 978-3-608-91834-2


Don und Petie Kladstrup berichten in > Wein und Kriegüber Bordeaux, Champagner und die Schlacht um Frankreichs größten Reichtum. Das Buch stand m Dezember 2002 auf der Spiegel-Bestsellerliste. Im Juni 1940 kapituliert Frankreich. Die deutsche Besatzung beginnt auf ausdrücklichen Befehl Hitlers, die wertvollsten Weine, Champagner und andere Spirituosen nach Deutschland zu transportieren. Ganz so funktionierte das nicht. Dieses unbekannte Kapitel der jüngsten Geschichte handelt vom Mut und der Phantasie der Franzosen, ihre wertvollsten Weine vor der deutschen Besatzung zu retten: Eisenbahner ließen ganze Züge mit Weinlieferungen im Nichts verschwinden. »La Tour d’Argent«, das Pariser Luxus-Restaurant, mauerte im Mai 1940 sofort 20 000 Flaschen ein. Leider wurden trotzdem 80 000 Flaschen beschlagnahmt und abtransportiert. Die beiden Autoren haben Winzer und Widerstandskämpfer veranlasst, ihre Geschichte authentisch, ungeschminkt, phantasievoll und mutig zu erzählen.

Don und Petie Kladstrup
> Wein und Krieg
Aus d. Amerik. von Dietmar Zimmer (Orig.: Wine and war)
7. Aufl. 2007, 380 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 30 s/w-Duplex-Abbildungen, Wein- und Sachregister
ISBN: 978-3-608-93511-0


Wilfried N’Sondé était l’invité du Carolus-Magnus-Gymnasium d’Aix-la-Chapelle

Montag, 28. November 2011

Vendredi 25 novembre Wilfried N’Sondé était l’invité du Carolus-Magnus-Gymnasium d’Aix-la-Chapelle sur l’invitation de Nina Bücker, professeur de francais très engagée dans son établissement dans le domaine des échanges franco-allemands. Wilfried N’Sondé a lu des extraits de son livre paru chez Klett verlag “Septembre d’Or” qui raconte l’expérience du regroupement familial vécu par un enfant du Sénégal qui part retrouver son père à Paris.

L’an passé, la classe 9b de Nina Bücker avait réalisé une mise en scène audio trés réussie de “Septembre d’Or” et avait ainsi attiré l’attention de l’auteur et du Klett Verlag sur leur lycée, ce qui avait été le point de départ de ce projet: faire venir l’auteur à Aix-la-Chapelle. (Projet financé par Les Editions Klett.)

Mis à part le fait que Wilfried N’Sondé a quitté le Congo et non le Sénégal à l’âge de 5 ans pour gagner la banlieue parisienne, ce livre témoigne par certaines impressions autobiographiques de la difficulté de s’intégrer dans un pays étranger, même si l’on en parle la langue.

Photos: (c) Nina Bücker, 2011.

Nos archives: > N’Sondé liest aus Septembre d’Or

Véronique Taquin, Un roman du réseau

Mittwoch, 29. Juni 2011

La littérature en Web 2.0, c’est collaborer à la naissance d’un texte, soit par des commentaires, soit par des messages Twitter ou des comptes rendus sur un blog. Laurent Loty en a inventé une forme inédite au vrai sens du terme d’une autre forme participative.

Oui, Mediapart est payant, (cela restera-t-il vrai? w.) mais je voudrais surtout attirer votre ettention sur le caractére Web 2.0 que Laurent Loty vous propose : Il organise à partir du vendredi 1er juillet l’édition, sur le journal en ligne Mediapart, d’un roman intitulé Un roman du réseau, de Véronique Taquin. Le texte sera diffusé et commenté, au fur et à mesure de sa publication, chaque vendredi durant les deux mois de l’été. Ce devrait être des commentaires très libres (quelques lignes, des images, etc.), mais l’expérience d’interprétation collective se poursuivra peut-être après l’été sous la forme d’articles sur l’ensemble du roman.

Un roman du réseau est un texte dense et énigmatique, sur l’imaginaire contemporain, qui devrait intéresser des lecteurs prêts à s’engouffrer dans les profondeurs du psychisme humain et à lire, en même temps, une représentation de la construction des identités par l’enchevêtrement des imaginaires en réseau. L’histoire est d’abord celle d’individus qui s’envoient des récits de vie sur un site, les réécrivent et les réinterprètent avant de se rencontrer physiquement. L’expérience promet des mises en abyme vertigineuses, à l’intérieur du texte, mais aussi du fait de l’invitation à le commenter sur Internet.

> Le texte (ainsi qu’un entretien écrit, une présentation et une vidéo) est en accès libre.

> Tous les abonnés peuvent le commenter (cet été à 9€ pour les 3 mois)

> Un site sur les oeuvres de Véronique Taquin, qui présente cette aventure
> http://lejeudetaquin.free.fr/Odds.htm.

Sorbonne, Paris 2011
Le Colloque du Groupe d’Etudes Sartriennes

Dienstag, 14. Juni 2011

french german 

Pourquoi doit-on apprendre le français ? ou
La littérature peut-elle exister sans la politique?

Mittwoch, 27. April 2011

french german 

Lesebericht:
Alfred Grosser, Die Freude und der Tod. Eine Lebensbilanz

Freitag, 15. April 2011

Grosser, LebensbilanzAlfred Grosser, Politikwissenschaftler und Germanist, Franzose deutscher Abstammung, Jahrgang 1925, war von 1956 bis 1992 Professor am Institut d’Études Politiques in Paris. Autor von mehr als 30 Büchern, darunter Au nom de quoi ? A la recherche d’une éthique politique, (Paris : Seuil 1969), Deutschlandbilanz. Geschichte Deutschlands seit 1945, (München: Hanser 1974), Wider den Strom. Aufklärung als Friedenspolitik (München: Hanser 1975) und Von Auschwitz nach Jerusalem. Über Deutschland und Israel, (Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2009).

Jetzt hat Alfred Grosser, der Mittler und Reformpädagoge, wie er sich zu recht gerne selber nennt, seine Lebensbilanz vorgelegt: Die Freude und der Tod. Eine Lebensbilanz (Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 2011). Es ist eine Autobiographie, die aber neben den Kapiteln über die Emigration seiner Familie im Dezember 1933 nach Frankreich, seinen akademischen Werdegang, über seine Mutter, seine Frau und seine Familie seine persönlichen Grundsätze zu den Themen “Politik erklären und betreiben” und “Geld, Macht und Opfer” enthält. Grosser hat seine Lehre und seine Bücher immer an einer Ethik orientiert, die für ihn auch “ein Minimum an Kohärenz und Handeln” (S. 22) bedeutet. Und seine Gewährsleute heißen > Montaigne, Erasmus und eben auch Camus. Bei Camus fand er nach der Befreiung im August 1944 in der Widerstandszeitung Combat die Leitartikel von Camus mit der “Verbindung von Politik und Moral”, die er später vermisst hat. Camus’ Worte “Solidaire et solitaire” (die Jonas – in Jonas, ou l’artiste au travail – auf die leere Leinwand schreibt) haben Grosser immer beeindruckt. Solidarität mit allen Schwachen und Leidenden und die Unabhängigkeit, soweit das irgendwie möglich ist, auch wenn sein Einzelgängertum manchmal einigen unbequem ist.

Zu Grossers Werten gehört in erster Linie die Wahrheit, Suche nach der Wahrheit, die er auch die “ständige Selbstbefragung”, (S. 27) nennt und die Überzeugung, es gibt immer mehrere Ursachen, sein Misstrauen gegenüber den Theorien und seine Vorliebe für den Vergleich. Seinen Studenten hat er immer wieder daran erinnert, dass man die richtigen Fragen stellen muss, sich nie mit einer vermeintlichen Wahrheit zufriedengeben darf. Als Moralpädgoge will er aufklären, auch wenn er zugibt, dass man sich manchmal zuerst durchsetzen muss, um anschließend die Analyse (und die Predigt) nachzuholen. (vgl. S. 41) Was macht er? Ein Politologe erklärt hinterher, wieso das Geschehene gesehen ist (S. 97). Er hat Lust am Widerspruch, auch an der Provokation, die aber beim näheren Hinsehen, die Betroffenen – zum Beispiel Peter Sloterdijk, weil er über alle Köpfe hinwegredet – oft selber verschuldet haben. Zu seinen Werten gehört die Freiheit, “die ständige Selbstbefreiung von Vorurteilen und Gebundenheiten” (S. 264). Als Werte nennt Grosser, der für sich einen “atheistische Humanismus” in Anspruch nimmt und auch das “Verständnis und Mitempfinden für das Leiden Anderer” (S. 265).

Als Politikwissenschaftler hat er seinen Studenten beigebracht, dass es immer zwei Seiten der Realität gibt, die die man mit Vernunft sieht und die, die geglaubt wird. Also muss man gegen Mythen und falsche Überzeugungen kämpfen. Um was geht es und wie kann man Politik definieren? Grossers Antwort lautet: “Die Politik ist die Gesamtheit aller Ziele und der Mittel, die sich eine menschliche Gemeinschaft gibt, um zu versuchen, die Zukunft zu meistern.” (S. 49) Aufklären, analysieren, deuten und geduldig erklären, Aufgaben, die er mit Leidenschaft und vielen Beispielen seiner Tätigkeit als Mittler erläutert. Wann darf man was zugunsten der Menschenrechte sagen? Man kann nicht immer alles überall sagen. Das musste auch Bernard Kouchner lernen, der als Intellektueller sich anders als der Außenminister Kouchner äußerte. (S. 84) Als Grosser in Ankara zu einem Vortrag eingeladen wird, bittet ihn der französische Botschafter, die Worte “Armenier” und “Kurden” nicht zu erwähnen. Darauf ging Grosser gerne ein und sagte in seiner Rede: “Sie müssen wissen, dass die Europäische Gemeinschaft ein Gebiet ist, wo jeder von den Verbrechen der anderen sprachen darf und von den eigenen Verbrechen sprechen soll.” Grosser hat auch immer wieder über die deutsche Geschichte geschrieben und auch mit Kritik nicht gespart: Er zeigt sich überzeugt, dass Deutschland sich seit 1945 schwertut mit der nationalsozialistischen Vergangenheit: Und in Bezug auf die Shoah, schreibt Grosser: Wie ich es in meinem Buch Von Auschwitz nach Jerusalem. Über Deutschland und Israel versucht habe darzustellen, geht man zu weit und lässt sich immer wieder von der israelischen Regierung beeindrucken, sich sozusagen als Geisel des Verbrechens behandeln.” (S. 65)

Grosser hat “Hochachtung für alle, die Leid anderer verhindern” (S. 66). Seine Anmerkungen zur Bürgergesellschaft enthalten Lob und Anerkennung für alle “go-between Menschen”. Mit Kritik spart er nicht Das Deutsch-französische Jugendwerk DFJW gehörte bis 2005 zur Bürgergesellschaft. Nach der Reform seiner Struktur ist es auf eine zwischenstaatliche Einrichtung reduziert worden, die nur noch festlegen kann, “welchen Teilen der Bürgergesellschaft Unterstützung gewährt werden soll.” (S. 138)

Spannend ist das Kapitel, in dem Grosser sein Verhältnis als Journalist und Publizist zu den Medien (S. 122-137) als Autor, Mitarbeiter und Kritiker beschreibt. Aus seinen Anmerkungen zu den Medien kann man viel über deren Beurteilung lernen. Die Kapitel über den Sport und die Kultur enthalten wieder biographische Anmerkungen, in denen Grosser seine Vorlieben und Erinnerungen beschreibt. Seine kulturelle Heimat ist Frankreich. Er hält gerne Reden, und glaubt, dass sein Rolle manchmal von der eines Schauspielers oder gar eines Predigers auch nicht weit entfernt ist. Er nennt sich einen bibelfesten Nichtgläubigen (S. 203) und gibt zu erkennen, dass ihn die Verbindung von Moral und Christentum immer interessiert und begleitet hat. An seiner Überzeugung “es gibt keinen Gott” kann nicht gerüttelt werden. In der Tat seine Bibelkenntnisse sind beeindruckend und verleiten zum Nachlesen. Zum Beispiel das Lukas-Evangelium: “‘Selig, ihr Armen … Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. selig, die jetzt weint, denn ihr werdet lachen.’ Andererseits: ‘Weh euch, die ihr reich seid, denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten. Weh euch, die ihr jetzt satt seid, denn ihr werdet hungern.’ Fazit (das ist immer noch der Text von A. Grosser:) Im Jenseits wird es euch gutgehen, und die Reichen werden bestraft – also haltet euch nur ruhig und versucht nicht, eure Lage mit Rebellion zu verändern.” (S. 264)

Alfred Grosser ist ein Mittler zwischen Frankreich und Deutschland, obwohl er “NIE” (S. 259) über deutsch-französische Beziehungen geschrieben hat, und dennoch gehört er zu den wichtigsten Stimmen im deutsch-franzöissichen Dialog, auch wenn er an Joseph Rovan (J. Rovan bin ich oft zusammen > Ernst Weisenfeld bei den Treffen des Arbeitskreises deutscher Frankreichreichforscher vom DFI in Ludwigsburg begegnet.) und den Jesuitenpater Jean du Rivau erinnert. Grosser hat über Frankreich geschrieben, über Deutschland, außerdem über die Außenpolitik und über Internationale Beziehungen (Les Occidentaux. Les pays d’Europe et les Etats-Uni depuis la guerre, Paris: Fayard 1978, dt. Das Bündnis, München, Hanser 1978). Die Rolle als Mittler zwischen Universität und Lehramt (S. 256) ist ihm nicht minder wichtig.

“Mein Leben hat den Sinn, den ich ihm gebe,” (s. 271) und der Wunsch, “nach einer Moral zu handeln und handeln lassen” resümieren sein Credo. Es gibt in der Geschichte und der Politik vielfältige Gründe für das menschliche Handeln. Auch in der politischen Analyse gibt es nicht die eine Wahrheit. Man kann versuchen, sich ihr anzunähern. Jeder andere Versuch, sie für sich zu reklamieren, ist immer zum Scheitern verurteilt. Genügt es doch, die täglichen Nachrichten anzusehen. Die Liste der Behauptungen, die uns jeden Tag als unverrückbare Wahrheiten verkaufen, ist immer recht lang. Obwohl deren Halbwertszeit oft sehr gering ist. Was dagegen hilft? Genau lesen, auch mal zwischen den Zeilen lesen, was in den Politikerreden nicht steht, die Beweggründe, mit denen dies oder jenes gesagt wird, berücksichtigen und sich gegen jeden Versuch einer Vereinnahmung wehren.

> Alfred Grosser wird heute 85 Jahre alt, 1. Februar 2010
> Ein Gespräch mit Alfred Grosser, 19. Juni 2008

 

Download

Das Frankreich-Blog auf

France-blog.info auf Facebokk

Follow FranceBlogInfo on Twitter