John Locke und seine Didaktik für Französisch

Unsere Redaktion hat gerade den jüngst bei Klett-Cotta erschienen Band von John Locke (1632-1704) gelesen und dazu einen > Lesebericht: John Locke, Einige Gedanken über Erziehung – zuerst 1693 erschienen – verfasst.

Aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums der Klett-Gruppe (Ernst Klett Verlag) erscheinen bei Klett-Cotta ab 2022 eine Reihe zeitlos-aktueller Werke der Pädagogik und Erziehungsphilosophie.  Zuerst wurde die Große Didaktik von Johann Amos Comenius (1592-1670) mit dem Untertitel Die vollständige Kunst, alle Menschen alles zu lehren in der Übersetzung von Andreas Flitner bei Klett-Cotta vorgelegt: Lesebericht: Johann Amos Comenius, Große Didaktik. Der Generalherausgeber dieser Reihe ist Jürgen Overhoff (Universität Münster), der hat auch den Band von Comenius herausgegeben hat. Mit ihm hat unsere Redaktion kürzlich gesprochen: Nachgefragt: Jürgen Overhoff, Hrsg., Johann Amos Comenius, Große Didaktik.

Nun ist der zweite Band dieser Reihe erschienen: John Locke, Einige Gedanken über Erziehung übersetzt von Joachim Kalka, den ebenfalls Jürgen Overhoff herausgegeben hat.

Es sind Lockes Bemerkungen zur Fremdsprachendidaktik, die uns hier ganz besonders interessieren. Wir zitieren hier aus unserem Lesebericht:

„Sobald der Zögling seine Muttersprache beherrscht, sollte man daran denken, ihn andere Sprachen zu lehren: Latein oder Französisch? „Doch weil Französisch ein lebende Sprache ist und mehr in der Unterhaltung gebraucht wird, sollte es zuerst erlernt werden…“ (S. 228) Und das geht in ein bis zwei Jahren, danach gehe man zum Lateinischen über. Die §§ 162-175 empfehlen wir allen Lehrplanautoren. Ob Lockes Kritik am Grammatikunterricht berechtigt ist? Wenn heute im 5. oder 6. Jahr Französisch noch immer Grammatikübungen in Form von Lückentexten von Schülern bearbeitet werden, erstaunt es nicht, würde Locke hinzufügen, dass diese Schüler keine Texte schreiben können. Sein Credo: „Sprachen sind nicht auf Regeln oder Kunstfertigkeit aufgebaut, sie sind durch Zufall und den allgemeinen Gebrauch der Menschen entstanden. Und wer sie wohl sprechen will, kennt keine andere Regel als diese, und vertraut auf nichts als sein Gedächtnis und die Gewohnheit, so zu reden wie die, denen man zubilligt, dass sie die Sprache gut sprechen, das heißt mit anderen Worten: auswendig reden.“  Nota bene  nicht Auswendiglernen (S. 238, § 168) Aus dieser Einsicht heraus, besteht Locke ganz modern auf dem Gespräch in der Fremdsprache („Sprachen kann man sich nur durch Lesen und Sprechen aneignen und nicht durch Auswendiglernen von Fetzen aus alten Schriftstellern….“ (S. 249) Hinsichtlich der  Grammatik wiederholt er seine Forderung, die eigene Grammatik müsse gut beherrscht werden: „Es wird sehr viel mehr Lärm um sie gemacht, als notwendig, und es werden die damit geplagt, denen sie gar nichts nützt, ich meine die Kinder in dem Alter, wo sie für gewöhnlich damit konfus gemacht werden in den Schulen.“ (S. 239, vgl. auch S. 240) Recht hat, denn wenn Schüler weder bon noch bien bestimmen können, fehlt es auch an deutscher Grammatik. Lockes Zögling soll lernen Geschichten zu erzählen, wozu als Übungsstoff die Fabeln von Äsop sich vorzüglich eignen. (vgl. S. 263)“ – und wie soll man nun eine Klassenarbeit bewerten, in der ein Schüler die Grammatiklückentextübungen fehlerfrei ausfüllt, aber im Aufsatzteil (production de texte) fast nichts schreibt, und die Arbeit, in der sein Klassenkamerad die Lücken nicht korrekt ausfüllen kann, aber im Aufsatzteil ganz viel schreibt mit vielen Fehlern,  aber wo die Lust am Ausprobieren der Sprache nur allzu offensichtlich ist. Zu dem hohen Anteil an Grammatikübungen kommt noch eine weitere Hürde: die geringe Wiederholung, die fehlende Übung macht es den Schülern doppelt schwer.

Locke plädiert ganz modern für einen einsprachigen Unterricht und betont, der Knabe möge die Gewohnheit erwerben, „das Französische gut auszusprechen, was umso schwieriger ist, je länger man es aufschiebt.“ recht hat er, Deutsch sollte wirklich nur in kurzen Ausnahmesituationen gebraucht werden… in Grammatikstunden wird in der Fachdidaktik im Rahmen der aufgeklärten Einsprachigkeit konzendiert.  Aber Locke spricht sich gegen die Vermittlung komplizierte grammatischer regeln aus. Seine Zöglinge sollen -heute würde man sagen – kontrastiv lernen. Die Grammatik seiner Muttersprache solle er gut beherrschen. Recht hat er, denn was nutzt eine Französischstunde, in der Adverbien und Adjektiven und gar noch deren Steigerungen erklärt wird, wenn die Schüler diese Wortarten noch nicht mal in der deutschen Sprache einordnen können?

Durch „Sprechen und Lesen“ (S. 229) soll der Zögling die Fremdsprache lernen, sein Tutor solle nicht vergessen, dass auch jeden tag Englisch (= Texte in seiner Muttersprache) lese. Wieviele Minuten kann ein Schüler im normalen Französischunterricht, sagen wir eine 7. Klasse  mit 14 Schüler/innen, während einer Stunde auf Französisch sprechen? Im optimalen Fall 3 Minuten, die er durch laute Lektüre zu Hause unbedingt ergänzen muss:  Wie oft habt Ihr während der Pandemie einen Lektionstext laut zu hause vorgelesen? Schweigen.

Lockes Plädoyer für Latein wird jeden Lateinlehrer erfreuen: S. 229-239

Zur Grammatik gibt Locke wichtige Hinweise: „Sprachen, die man durch auswendiges Einprägen, Brauch und Gedächtnis lernt, können erst dann in größter Vollkommenheit gesprochen werden, wenn alle Regeln der Grammatik vergessen worden sind. Ich räume ein, dass die Regeln der Grammatik einer Sprache manchmal sehr genau studiert werden sollten, aber nur von einem Erwachsenen, der sich dem Verständnis einer Sprache kritische nähert, was eigentlich nur das Geschäft des erklärten Gelehrten ist.“ (S. 234)

Ein Absatz im § 167 (bezüglich des Geschicks und der Kunst des Lehrers, sie an Neues heranzuführen, verdient unsere Aufmerksamkeit: „Das natürliche Temperament der Kinder macht ihren Geist dem Umherschweifen geneigt: Neuheit alleine macht sie aufmerksame..:“ S. 235: Methodenwechsel, nicht zu lange Phasen, alles steckt hier drin: „Das große Geschick eines Lehrers liegt darin, die Aufmerksamkeit seiner Schüler zu erlangen und festzuhalten; wenn er diese hat, wird er sicherlich so rasch vorankommen, wie ihn die Fähigkeiten des Schülers mit nehmen…“ heute nennt man schülerzentrierter Unterricht.

Unserer Redaktion gefällt das so moderne Plädoyer von Locke zugunsten des bilingualen Unterrichts ganz besonders:

„§ 178 Zur selben Zeit, da es Französisch und Latein lernt, mag man ein Kind, wie gesagt, auch mit Arithmetik, Geographie, Chronologie, Historie beginnen lassen und auch mit Geometrie. Denn wenn es in diesen Fächern auf Französisch oder Lateinisch unterrichtet wird, hat es einmal eine dieser Sprachen zu verstehen begonnen, dann wird es ein Wissen in diesen Fächern bekommen und die Sprache dazu.
Mit Geographie, dächte ich, sollte man beginnen:…“ (S. 253)

Vgl. LIBINGUA ist die Arbeitsgemeinschaft der Lehrkräfte, die Elternvereinigung und der Förderverein der fast 100 Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland.

Frankreich-Blog: 8. Deutsch-französischer Jugendkongress – mit einer Linkliste – 19. September 2019

John Locke
Einige Gedanken über Erziehung
Hrsg. von Jürgen Overhoff
Aus dem Englischen von Joachim Kalka
mit einem Vorwort von Jürgen Overhoff
1. Auflage 2022, 320 Seiten, Broschiert
ISBN: 978-3-608-98633-4

Lesebericht: > Lesebericht: Gerhard Roth, Michael Koop, Schule mit Köpfchen. Erlenntnisse aus der Hirnforschung für den Unterricht nutzen. Mit zahlreichen Beispielen aus der Schulpraxis.

Conférence sur la « Diversité linguistique et langue française au sein de l’Union européenne »

french german 

Mit Sprachen entdeckt man neue Welten. Es ist ganz und gar unverständlich, wieso der Französischunterricht bei uns und der Deutschunterricht in Frankreich so stark zurückgehen: > Macht doch mal eine Liste aller deutsch-französischen Organisationen… An Initiativen aller Art mangelt es wirklich nicht: > DFJW : Werdet Juniorbotschafter/in 2022/23! oder > TeleTandem. Mit Unterstützung des DFJW/OFAJ: Deutsch-französische Schulprojekte digital. Siehe auch:> 222 Argumente für Französisch.

> Michaela Wiegel: Ungeliebter Französischunterricht – und was können/müssen wir tun? – 24. März 2019

La langue française

> Präsident Macron : Lancement de la stratégie internationale pour la langue française et le plurilinguisme

In Pau fand am 15. März 2022 die Conférence sur la diversité linguistique et la langue française au sein de l’Union européenne statt. Grundlage dieser Konferenz war der von Christian Lequesne koordinierte Bericht> Rapport du groupe de personnalités indépendantes « Diversité linguistique et langue française dans les institutions européennes »  (Download) Petit bémol : Das Wort „littérature“ kommt in diesem Bericht nicht vor.

Warum muss Englisch in der EU so vorherrschend sein? Die Autoren des Berichts sprechen sich für eine Verstärkung der Mehrsprachigkeit aus. Und sie unterstreichen die Notwendigkeit des Unterrichts von zwei Fremdsprachen in der Sekundarstufe: „Pour prendre la mesure des efforts qui resteraient à accomplir pour assurer l’apprentissage de deux langues vivantes pour chaque jeune Européen, le rapport Eurydice35 est une source précieuse.“ (S. 97) In Frankreich ist die LV2 Pflicht, in Deutschland können die Schüler/innen die LV2 – also oft Französisch – nach der 10. Klasse abwählen: > Der Brief an alle Schülerinnen und Schüler. Französisch-Leistungskurs bis zum Abitur. Unsere Redaktion hätte in diesem Bericht sehr gerne noch mehr Vorschläge für eine viel nachhaltigere Werbung zugunsten der Nachbarsprache in deutschen und französischen Schulen gelesen. Gerade wird in Deutschland wieder einmal über ein soziales Jahr diskutiert: Es könnte auch ein europäisches soziales Jahr geben oder am besten gleich eine Ausweitung des Programm Brigitte Sauzay vom DFJW/OFAJ auf die EU.

> « Diversité linguistique et langue française au sein de l’Union européenne » : Une détermination politique partagée, une administration engagée – Assemblée parlementaire de la francophonie

Vgl. auch Jürgen Trabant, Macron löst Europa die Zunge, FAZ, 9.06.2022.

Conférence sur la « Diversité linguistique et langue française au sein de l’Union européenne » 

Zur Erinnerung:

> Initiative pour l’Europe – Discours d’Emmanuel Macron pour une Europe souveraine, unie, démocratique. – 26. September 2017:

Le CNL appelle à un quart d’heure de lecture national, le 10 mars 2022 à 10h

„Ce qu’on veut, comme on veut, où on veut : le 10 mars à 10h, le quart d’heure de lecture national donne un rendez-vous de lecture simultané partout en France.“ > #10marjelis : et vous? Les outils pour participer

Wie wärs, wenn alle unsere Schüler/innen die in Deutschland Französisch lernen bei dieser Veranstaltung mit machen würden?

> hier wird erklärt, wie dieses Projekt organisiert wird… von Euch.

Der Hashtag lautet > #10marsjelis

Et qu’est-ce que nos élèves peuvent lire ?

> Nachgefragt. Anne-Sophie Guirlet-Klotz: Lire une lecture française en temps de confinement
23. April 2020

> NEU. Der Blog von Ernst Klett Sprachen : > Lesen fürs Leben

> Reihen der Französisch-Lektüren bei Klett Sprachen

> Autoren der Französisch-Lektüren bei Klett Sprachen

> Themen der Französisch-Lektüren bei Klett Sprachen

Ausstellungseröffnung: Ecole du Flow im Centre Culturel Francais Freiburg

| #Presidentielle2022 – Lehrerfortbildung in Baden-Württemberg: Die Präsidentschaftswahl in Frankreich 2022 | Lernen für DELF | La jeunesse de 18 à 24 ans | Discours du Président Emmanuel Macron devant le Parlement européen. | Lektor/innen für FranceMobil/mobiklasse.de gescucht | Deutsch-französischer Tag: 22. Januar 2022 | 1ère et 2e année : Vive la dictée |


Im dritten Jahr der > École du Flow gibt es erstmals eine Ausstellung zum größten deutsch-französischen HipHop-Kreativwettbewerb. Im Centre Culturel Français Freiburg sind die Arbeiten der jungen Künstler zu sehen: preisgekrönte Musikvideos, Lieder mit Ohrwurmgarantie sowie aufrüttelnde Plakate, Poster und Graffiti-Wände zu den Themen Europa, Nachhaltigkeit und Freiheit.

Am Donnerstag, 10.2.2022, eröffnet Zweierpasch wir die Ausstellung zur Ecole du Flow im Centre Culturel Francais Freiburg. Ab 18.15 Uhr gibt es einen digitalen Rundgang als Instagram Live mit Zweierpasch. Ab 19 Uhr ist eine Vor-Ort-Vernissage – auch mit Lehrer Odilon Semprey aus Vesoul, der erzählen wird, wie seine Gruppe den Wettbewerb gewonnen hat. Angeboten wird die Ecole du Flow seit 2019 vom Centre Culturel Français Freiburg, dem Klett Verlag und Zweierpasch.
Zweierpasch zeigt Musikvideos, Lieder, Graffiti, Poster, Fotos und Collagen. Außerdem gibt es ein interaktives Gewinnspiel.

Sie sind alle herzlich eingeladen – digital oder in Präsenz:

> Vernissage I Ecole du Flow – grenzüberschreitend kreativ

Seit 2019 nehmen  jährlich bis zu 1000 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Frankreichan der Ecole du Flowteil. Sie erarbeiten im Unterricht zweisprachige Raptexte und können damit die Bühne entern. Die besten Gruppen stehen beim Finale im Rampenlicht: Sie präsentieren ihren Beitrag vor Publikum. Außerdem spielt die HipHop-Band Zweierpasch ein Konzert für alle Teilnehmer. Die Sieger des Wettbewerbs gewinnen einen Workshop an ihrer Schule mit den Rap-Poeten Felix und Till von Zweierpasch. Die Zwillinge kommen ins Klassenzimmer, um gemeinsam mit den Nachwuchskünstler*innen auf zwei Sprachen zu rappen.

Auf unserem Blog:

>Nachgefragt: Zweierpasch und der 3. HipHop-Wettbewerb für Frankreich und Deutschland – mit Videos von Zweierpasch – 12. Novembee 2022

Arbeiten und lernen mit Twitter im Französischunterricht: Tweetlines auf dem Blog (WORDPRESS) einbauen

| > Twittern für die deutsch-französische Kooperation | Den Französischunterricht stärken: 222 Argumente für Französisch | Arbeiten im Französischunterricht: Suchen und Lernen mit Twitter |   |


N. B. Beim Stand der Dinge sollte man im Source-code der tweetlines – von denen nur noch 10 angezeigt werden – „data-chrome=“nofooter““ weglassen, damit nach den 10 Tweets in der Timeline „View more in Twitter”: angezeigt wird.

Mit Twitter wird kaum im Französischunterricht gearbeitet. Dafür gibt es viele verschiedene Gründe, vom Datenschutz bis zu fehlenden Accounts der Schüler/innen. Aber für den Unterricht mit der Unterstützung von Twitter braucht man keinen Account. Man kann Twitter wie eine riesige Datenbank nutzen, um Informationen über sehr viele Themen zu erhalten, die sich für den Unterricht eigenen. Inhalte lassen sich in Twitter durch eine Suchfunktion erschließen, aber auch durch eine > Erweiterte Suche, in der man ganz gezielt nach Inhalten, nach Daten und nach Sprachen suchen kann.

Unserer Redaktion wird immer mal wieder gefragt, wie geht das… eine Tweetline auf dem Blog einbauen: Ganz einfach. Wir zeigen hier den Sourcecode, wie wir hier die Tweetline in einen Blogartikel (WORDPRESS) einbauen:

<div class=“rechts“><a class=“twitter-timeline“ href=“https://twitter.com/francebloginfo?ref_src=twsrc%5Etfw“ data-height=“400″ data-width=“245″ data-link-color=“#820bbb“ data-border-color=“#a80000″>Tweets by @francebloginfo</a> <script async src=“https://platform.twitter.com/widgets.js“ charset=“utf-8″></script></div>

Nur „france-bloginfo“ muss gegen einen anderen Accountnamen ausgetauscht werden….

Sie müssen dises Code nur kopieren, und ihn im Textmodus in WORDPRESS einbauen, und dabei den Namen des Twitteraccounts ändern. Außerdem können Sie die Höhe und die Breite des Kastens verändern.Zusätzlich bekommt sie noch eine Klammer mit DIC, damit der Kasten mit der Tweetline recht angeordnet wird und de Text links davon angeordnet wird. Man kann auch zwei Tweetlines nebeneinander stellen, wie in diesem Artikel: > Twittern für die deutsch-französische Kooperation: Dann sieht der Code dafür so aus.

<div class=“links“><a class=“twitter-timeline“ href=“https://twitter.com/AllemagneDiplo?ref_src=twsrc%5Etfw“ data-width=“250″ data-height=“380″ data-link-color=“#820bbb“>Tweets by AllemagneDiplo</a> <script async src=“https://platform.twitter.com/widgets.js“ charset=“utf-8″></script></div>
<a class=“twitter-timeline“ href=“https://twitter.com/FranzBotschaft?ref_src=twsrc%5Etfw“ data-width=“250″ data-height=“380″ data-link-color=“#820bbb“>Tweets by FranzBotschaft</a> <script async src=“https://platform.twitter.com/widgets.js“ charset=“utf-8″></script>

nur „AllemagneDiplo“ bzw. „FranzBotschaft“  müssen gegen andere Accountnamen ausgetauscht werden

Das ist praktisch, weil man zwei Tweetlines nebeneinander stellen kann und die Schüler auffordern kann, deren Inhalte zu vergleichen.

Nich einfacher ist es, einen einzelnen Tweet in den Blog-Artikel einzubauen. Man klicke mit der rechten Maustats auf das Datum des Tweets, speichere den darunterliegenden Link – Hier: https://twitter.com/EmmanuelMacron/status/1490729332880379907 – und setze ihn mit PASTE im Textmodus in den Blogartikel und schon wird der Tweet mit allen Twitterfunktionen im Blogartikel angezeigt. das ist besonders praktisch, wenn so Bilder und Videos zitiert werden sollen:

Auf unserem Blog:

> Französisch-deutsches Twittern über den Aachener Vertrag: #AachenerVertrag – #TraitédAixlaChapelle – 18. Januar 2019

> Haben Sie im Französischunterricht schon mal mit Twitter gearbeitet? – 5. Oktober 2017

Der guten Ordnung halber muss noch darauf hingewiesen werden, dass der Einsatz von Twitter auf dem Blog auch im Datenschutz (DSGVO) geregelt sein sollte.

> Twitter für Webseiten – Informationen zu Anzeigen und zum Datenschutz

> DSGVO-konformer Umgang mit Social Media – Universität München

> Twitter-Hinweise – Hinweise des LfDI zur Twitter-Nutzung– Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Baden-Württemberg

Es gibt auch die Möglichkeit, dem Besucher der Website die Wahl zu überlassen, ob die eingebettete Sozial-Meia-Information angezeigt/übertragen werden soll:

> Embed Privacy: Datenschutz beim Einbetten von externen Medien

> Plugin Embed privacy

Bruno Le Maire und Rainer-Maria Rilke

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Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire hat kürzlich in einer Rede eine Passage aus dem Roman von „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigg“ von Rainer Maria Rilke vorgelesen. Auf Deutsch:

> Déclaration de M. Bruno Le Maire, ministre de l’économie, des finances et de la relance, sur la littérature étrangère, à Paris le 15 décembre 2021

Les questions pour les élèves :

1. Résumez trois aspects principaux de la littérature étrangère présentés par le ministre Bruno Le Maire.

2. Vous faites une liste avec les auteurs et leurs œuvres évoqués par Bruno Le Maire dans son discours.

3. Pourquoi pense Le Maire qu‘on ne lit jamais la littérature étrangère? Pourquoi cite-t-il Umberto Eco ?

4. Expliquez en quelques phrases, pourquoi le ministre cite ce passage précis de Rilke ?

5. Faites une recherche et expliquez l‘expression le „goût de l‘universel“.

6. Résumez le discours de Bruno Le Maire en trois/quatre phrases.

Die frankophone Gemeinschaft feiert ihre Großgrammatik

Ein Gastbeitrag von Dirk Siepmann: Im Jahr 2014 griff der britisch-amerikanische Linguist Geoffrey Pullum zu einer drastischen Analogie, um die zeitgenössische Aufbereitung der (englischen) Grammatik für die Schule, die Universität und die Allgemeinheit zu charakterisieren: sie sei in einem Zustand, der dem eines Biologieunterrichts ähnele, der Darwin und alles, was nach ihm kam, außer acht ließe. Gleiches ließe sich wohl – trotz aller Sprachverliebtheit der Frankophonen – für die französische Grammatik sagen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich unter dem Einfluss von Schule, Académie française und Bon Usage in den Köpfen der meisten Sprecher eine recht rigide, am Vorbild der „besten Autoren“ orientierte Vorstellung von richtigem und falschem Sprachgebrauch festgesetzt hat.

Die GGF wird am 19. November an der Sorbonne vorgestellt; Interessierte können der Veranstaltung nach Anmeldung auch im Internet beiwohnen: http://www.llf.cnrs.fr/fr/node/6900.

Dieses Bild zu korrigieren und das Gegenwartsfranzösische für ein breites Publikum in der ganzen Vielfalt seiner Usancen zu erschließen ist das Hauptanliegen der zwei Herausgeberinnen und 57 Autoren der Grande Grammaire du Français. Allein aufgrund der Datenlage, d.h. der vorhandenen Sprachkorpora, liegt der Schwerpunkt dabei zwar weiterhin auf dem Französisch Frankreichs, aber schon die breite Beteiligung nicht-französischer Autoren aus frankophonen Ländern oder solchen mit großer romanistischer Tradition wie Schweden – leider glänzt die deutsche Romanistik durch Abwesenheit – unterstreicht die internationale Ausrichtung des Werks. Mit einem Umfang von über 2600 Seiten, weit mehr als vergleichbare Werke, und einer Erstauflage von 15000 gedruckten Exemplaren ist die GGF für den Verlag Actes Sud durchaus ein unternehmerisches Wagnis, zumal gleichzeitig elektronische Versionen und eine öffentlich zugängliche Website erscheinen. Mit letzteren ist ein besonderes Novum verbunden: 2000 der 30000 Beispiele kann man sich auch zu Gehör bringen.

Selbst eine flüchtige Überschau lässt erkennen, dass der GGF zumindest didaktisch ein großer Wurf gelungen ist. Bereits die Einleitung bietet einen prägnanten, wohldurchdachten und eingängig formulierten Überblick über terminologische Neuerungen, wesentliche Erkenntnisse und Schlüsselpositionen der französistischen Grammatikschreibung. Dabei werden Abweichungen von der traditionellen Terminologie klar benannt und erläutert sowie in Tabellenform mit vorgängigen Bezeichnungen abgeglichen.

Ebenso zu begrüßen ist die umfangreiche Berücksichtigung der Alltagssprache. Ein Beispiel, an das sich jeder noch aus dem Französischunterricht erinnern mag, ist die Verneinung. Hier bezieht die GGF eindeutig Stellung, indem sie Sätze wie „je ne t’avais pas vu“ (ich hatte dich nicht gesehen) als „gekünstelt“ bezeichnet und darauf hinweist, dass im heutigen Umgangsfranzösisch das Adverb „pas“ zur Verneinung genügt. Erstmals werden auch sämtliche Möglichkeiten der Satzbildung in der Sprechsprache systematisch in den Blick genommen.

Überhaupt steht die sprachliche Variation im Zentrum der Betrachtung, und zwar sowohl geographisch in Hinblick auf die Regionen Frankreichs und andere frankophone Länder als auch in Bezug auf unterschiedliche Sprachstile und Gruppensprachen. Diese begrüßenswerte Entwicklung und die Kategorisierung der Beispiele nach verschiedenen Graden der Akzeptabilität wird mit erheblichen Auswirkungen auf die schulische und universitäre Lehre des Französischen verbunden sein, die sich bisher stark an der Pariser Norm orientierte. In sprachwissenschaftlicher Hinsicht stellt sich andererseits die Frage, ob eine moderne Grammatik überhaupt noch introspektive Urteile von Linguisten oder anderen Sprechern einbeziehen sollte. So enthält selbst die GGF Fehleinschätzungen, die durch eine konsequentere Datenbasierung hätten vermieden werden können. So heißt es z.B., dass Adjektivphrasen nicht als Subjekt fungieren können, was durch einfache authentische Beispiele wie „plus petit n’existe pas“ (etwas Kleineres gibt es nicht) widerlegt wird. Fragwürdig ist auch, ob eine Grammatik, die den Sprachgebrauch von 1950 bis heute beschreibt, noch als „synchron“ bezeichnet werden kann. Es handelt es sich eher um eine kurze Diachronie, während derer z.B. die Sprache der Geistes- und Sozialwissenschaften erhebliche Veränderungen erfahren hat. Nicht nur in diesem Punkt mag die lange Entwicklungszeit (2002 bis heute) der GGF sich negativ ausgewirkt haben, fällt doch in diesen Zeitraum das Aufblühen einer weniger von der Syntax als von deren untrennbarer Verbindung mit dem Wortschatz (ferner auch mit Aussprache, Gestik und Mimik) geprägten Ausrichtung der Grammatikforschung, der sogenannten Konstruktionsgrammatik. In der GGF findet diese nur vereinzelt ihren Niederschlag, indem z.B. jene Verben aufgezählt werden, die hörbar eine Angleichung ihres Partizip Perfekts an ein vorangehendes direktes Objekt aufweisen (z.B. la photo que j’ai mise sur Facebook).

Trotz dieser kleinen ombres au tableau besticht die GGF durch ihre akribische Aufbereitung der einschlägigen Forschungsliteratur für eine breite Leserschaft, zu der auch deutsche Romanisten und Französischlehrer gehören sollten. Wer in Zukunft behaupten will, ein Kenner der französischen Sprache zu sein, wird an diesem monumentalen Werk nicht vorbeikommen. Der Germanistik schließlich mag sie Ansporn sein, endlich Vergleichbares zu leisten.

Die GGF wird am 19. November an der Sorbonne vorgestellt; Interessierte können der Veranstaltung nach Anmeldung auch im Internet beiwohnen: http://www.llf.cnrs.fr/fr/node/6900.

Dirk Siepmann ist Fremdsprachendidaktiker, Grammatikautor und Betreiber des YouTube-Kanals „Französisch für Profis“.

Nachgefragt: Zweierpasch und der 3. HipHop-Wettbewerb für Frankreich und Deutschland – mit Videos von Zweierpasch

Kürzlich berichteten wir hier auf unserem Blog über den 3. HipHop-Wettbewerb für Frankreich und Deutschland, den Till und Felix Neumann (Zweipasch) ausgeschrieben haben

Heute haben wir Till Neumann in unser TV-Studio online eingeladen und ihn nach dem Hip-Hop-Wettbewerb befragt:

Seit wann gibt es Zweierpasch? Euer Hauptengagement ist die Sprachvermittlung, die Förderung der Nachbarsprache, mehr Französisch bei uns, mehr Deutsch in Frankreich. Gibt es denn keine hinreichende offizielle Sprachförderung? Wir fördert ihr Internationale Begegnungen? Vor allem mit Musik!

Wann habt Ihr Euch die École de Flow ausgedacht? Die École de Flow ist wirklich eine Schule? Ihr macht keinesfalls nur Musik mit und für die Schülerinnen und Schüler: „Zweierpasch rappen mit jungen Menschen zu Geschichte, Politik, Umwelt und Europa.“ steht auf Eurer Website. Ihr bringt Politik für Europa durch Musik in die Schulen, wie geht das?

Der größte HipHop-Wettbewerb für Frankreich und Deutschland ist zum dritten Mal gestartet. Rund 800 SchülerInnen aus Deutschland und Frankreich sind bereits angemeldet. Bei der Ecole du Flow können junge Menschen einen zweisprachigen Song schreiben, beim Finale in Besançon vor 1000 Leuten performen und ein Coaching mit der HipHop-Band Zweierpasch gewinnen.

Klett Verlag, Multicore e.V., Freiburgs Partnerstadt Besançon und Zweierpasch. „Wir wollen mehr HipHop in den Unterricht bringen. Flow, Reime und Beats sind Motivationsbooster“, sagt Projektleiter und Rapper Till Neumann. Besançons Bürgermeisterin Anne Vignot fügt hinzu: „Das Kulturevent zeigt die Bedeutung von Austausch und deutsch-französischen Projekten – sprachlich, musikalisch, kreativ und solidarisch.“

Zweierpasch – Zwischen den Stühlen (Akustik-Piano-Version | Jazzhaus Freiburg):

Zweierpasch – La Vida (feat El Flecha Negra):

Erklärungen von Zweierpach:
> ZWEIERPASCH TALK: La Vida. Kulturstopp. Coronakrise (mit Tatani/El Flecha Negra aus Oberreinhalle)

Wer unterstützt Euch?

Die École de Flow hat bisher schon zweimal stattgefunden? Könnt Ihr kurz den Ablauf erklären?

Bis wann kann man sich noch zur École de Flow anmelden?

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