Bundeskanzlerin Merkel, Staatspräsident Macron und die NATO

Aktuell:

> Emmanuel Macron: Discours sur la stratégie de défense et de dissuasion devant les stagiaires de la 27ème promotion de l’Ecole de guerre – 13. Februar 2020

Aktualisiert am 25.11.2019, nachdem unsere Redaktion bei der Bundesregierung nachgefragt hat.

Im deutsch-französischen Verhältnis knirscht es seit längerem – Sand im Getriebe oder normale mehr oder weniger laute Betriebsgeräusche? – seit die Bundesregierung zögerlich auf die europapolitischen Vorschläge von Macron antwortet, bzw. nicht antwortet. Nun hat das Interview von Präsident Macron in The Economist vom 7. 11.2019 für neuen Zwist gesorgt:

Auf unserem Blog:

> Emmanuel Macron: Die Nato und Europa – 10. November 2019

> Macron und Europa

> Auf Deutsch: Rede von Staatspräsident Emmanuel Macron anlässlich der Verleihung des Karlspreises – 22. Mai  2018.

> Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht vor dem Europäischen Parlament in Straßburg – 13. November 2018

Am 23.11.2019 berichtete Steven Erlanger in der New York Times von einem Streit zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Emmanuel Macron, bei dem die Bundeskanzlerin sich beim Präsidenten beklagt habe: > Merkel and Macron Publicly Clash Over NATO. Merkel habe gesagt, so Steven Erlanger: „“I understand your desire for disruptive politics,” Ms. Merkel said. “But I’m tired of picking up the pieces. Over and over, I have to glue together the cups you have broken so that we can then sit down and have a cup of tea together.”“ – Muss man das als Streit ganz hoch hängen? Klingt aber auch versöhnlich, weil gleich das Teetrinken kommt? Aber der Hintergrund ist ernster Natur. Wir erinnern uns an Gespräche mit unseren französischen Freunden, die ihrer Sorge, Berlin verpasse durch das Abwarten vor allem in Bezug auf > die europapolitischen Vorschläge von Macron eine große Chance, Ausdruck verliehen. Eine Verstimmung der Bundeskanzlerin ist spürbar, die mehrere Ursachen haben kann: Verärgerung über die Initiativen Macrons, fehlende gewohnte Absprachen vor Verlautbarungen, Vorpreschen des Präsidenten in Sachen > Europa u. v. m. oder eine Art von Selbstärger, weil Berlin Probleme und Schwierigkeiten, hat, Macron zu folgen: s. > Brexit, Europe, Paris et Berlin: Alfred Grosser répond à nos questions – 19. April 2019) – Wie auch immer dieser Sachverhalt ist eine Aufforderung, die Aussagen in den Medien kritisch zur Kenntnis zu nehmen und ganz besonders in den sozialen Netzwerken äußerst kritisch zu lesen, weil dort oft Bewertungen schnell vorgenommen werden, ohne dass der Sachverhalt geklärt ist. So eben mit dem „Hirntod“, (so Zeit online, die einen > Tweet schickt, der sich beim Angucken mit den Hashtags > #merkel #macron #nato #hirntod beim flücjhtigen Leser festsetzt) ein Begriff der schnell mit dem Ende der NATO verbunden wurde, was, wie festgestellt, Macron nicht gemeint hat. LE POINT spricht in einem > Tweet gar davon „Les relations entre Angela Merkel et Emmanuel Macron se détériorent…

Sut oder Streit? Sir haben bei der Bundesregierung nachgefragt: Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, hat heute in der Bundespressekonferenz auf Nachfragen der Journalisten gesagt:

„Ich kann Ihnen aber so viel sagen: In der Erinnerung der Bundeskanzlerin an diesen Abend gab es weder Klage noch Wut oder Streit. Was es gab, war eine wunderbare Runde, in der es im Wesentlichen um die Ereignisse und die Entscheidungen von vor 30 Jahren hin zur deutschen Einheit ging.
Daneben ging es auch um die oft unterschiedlichen politischen Herangehensweisen Deutschlands und Frankreichs an Themen und Herausforderungen sowie um die Tatsache, dass wir stets gemeinsame Lösungen suchen und finden. Das war Inhalt und Geist dieses Abendessens. Dabei erst wie’s daraufhin, dass dieses Gespräch als. Vertraulich behandelt werde und es darüber keine Auskunft geben. gleichwohl habe er versucht, den „Geist und den Inhalt dieses Abendessens“ eben darzustellen. Zum Thema Nato, so Seinert, „habe die Bundeskanzlerin ja mit Blick auf das Interview des französischen Präsidenten das Ihre dazu gesagt, nämlich dass sie das anders ausdrücken würde und dass sie, wie sie meiner Erinnerung nach sagte, einen solchen Rundumschlag nicht für notwendig gehalten hätte.“

Zum “Rundumschlag“ fügte Seibert hinzu: „Ich habe über die gute, enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Bundeskanzlerin mit dem französischen Präsidenten jetzt nichts weiter zu sagen. Frankreich ist unser wichtigster Partner und Freund in Europa, und dementsprechend gestaltet sich die Zusammenarbeit. Das macht uns nicht zu Ländern, die gleich sind, und darin liegt auch der Reiz.“
Auf die Nachfrage eines Journalisten, ob die Bundeskanzlerin die Auffassung des französischen Präsident teile, Europa könne sich selber verteidigen, sagte Seinert: „Auch die Bundeskanzlerin hat ja in der Vergangenheit häufiger darüber gesprochen, dass es für Europa richtig und angezeigt ist, zu seiner eigenen Verteidigung, zu seiner eigenen Sicherheit mehr beizutragen – aber nicht anstelle der Nato, sondern innerhalb ihres Nato-Engagements und nicht, um das Nato-Engagement sozusagen zu ersetzen.
Die Nato muss sich – das haben wir hier ja auch neulich schon gehabt – immer sich verändernden Bedingungen anpassen, und das hat sie über die Jahrzehnte als ein starkes Bündnis auch geschafft. So ist immer wieder ein neuer Diskussionsprozess in der Nato nötig. Der Außenminister hat dazu gerade einen Vorschlag gemacht – der richtig ist und der auch die Unterstützung der Bundeskanzlerin hat -, um die Nato an die Entwicklungen im Sicherheitsumfeld anzupassen. Dabei werden die Meinungen und die Haltungen aller Verbündeten, natürlich auch Frankreichs, in die Diskussion einfließen.“

Man muss viele Kommentare lesen, um sich ein Bild zu machen:

> Aufgaben:

Quand est-ce Président Macron a parlé d’une mort cérébrale de l’OTAN? Citez > sa phrase exacte et tenz compte du contexte de cet avis.

Une rapide recherche: Qu’est-ce que l’OTAN? La date de sa fondation, ses membres. Qu’est-ce que l’article 5?

Pourquoi les propos du Président Macron ont-ils irrité les membres de l’Alliance?

Une petite recherche: Choisissez deux journaux en France et deux journaux en Allemagne. Qu‘est-ce qu’ils pensent des propos de Macron?

Et les réactions du monde politique? Vous choisissez quelques tweets… plus ou moins représentatifs.

Et, d’aprés vous, quel est le résultat de ce débat?

Vous avez déjà compris, la prochaine fois, notre rédaction vous donne tout simplement un sujet et vous pourriez formuler les questions et bien sûr les réponses vous-mêmes.

Was ist passiert? Präsident Macron hatte in einem Interview mit The Economist die NATO als „hirntod“ bezeichnet: Vgl. dazu auf unserem Blog: >Emmanuel Macron: Die Nato und Europa – 10. November  2019.Die Bundeskanzlerin hatte diese Bezeichnung umgehend zurückgewiesen und sich dann, wie Steven Erlanger berichtet, bei einem Diner in Berlin anlässlich des 30. Geburtstages des Mauerfalls angeblich erregt oder wütend (> „Ich bin es leid“: Als sie Macron zur Rede stellt, wird Merkel ungewöhnlich wütend – Fokus 24.11.2019) gegenüber Macron geäußert. Macrons Kritik bezog sich in erster Linie auf den Angriff der Türkei im Norden Syriens und meinte damit, dass das Bündnis nicht in der Lage gewesen sei, dies zu verhindern. Mehrmals betonte der französische Präsident, die „Interopérabilité“ der NATO funktioniere. Sein Wort vom „Hirntod“ hat bei der Regierungen der Mitgliedsstaaten der NATO offenkundig zu erheblichen Irritationen geführt. Gegenüber Merkel, soll Macron geantwortet haben, dass er nicht nach London zum NATO-Treffen fahren und so tun könne,  als ob die USA und die Türkei die gemeinsamen Interessen in Syrien gewahrt hätten: „Mr. Macron defended himself, saying that he could not simply go to a NATO meeting in London in early December and pretend that the United States and Turkey had behaved in the collective interest in Syria.“ Macron geht es um eine Überprüfung der NATO-Strategie, er hat nicht behauptet, dass die NATO am Ende sei.

Und was sagt Berlin? Im hier zitierten FOCUS-Arikel vom 24.11. 2019 wird am Schluss eine Aussage aus dem Auswärtigen Amt zitiert: „‚Nach Macrons Wortmeldung und nach dem unabgestimmten Handeln der Amerikaner und Türken in Syrien ist für Minister Maas offensichtlich, dass eine solche Diskussion um die großen strategischen Linien akut fehlt und geführt werden muss‘, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. ‚Wir hören auch von Partnern, unter anderem Frankreich, dass dort ähnlich gedacht wird.’“ Wenn dem so ist, klingt die Nachricht über den Streit zwischen Macron und Merkel wieder ganz anders: Wir sehen das auch so, kommt aus Berlin, die Strategie der NATO muss überdacht werden.

Es ist nicht einfach, den Stand der Dinge festzustellen:

> macron mort cérébrale OTAN – Twitter – > Macron, Hirntod, NATO – Twitter

Jetzt könnte man die Tweest zu diesem Thema in Deutschland und Frankreich zählen und gucken, in welchem Land sich wer, Politiker, Institutionen, Medien oder Privatleute zu diesem Thema äußern.

> Arbeiten im Französischunterricht: Suchen und Lernen mit Twitter – 4. Oktober 2019

Die Kritik an der NATO von Bundesaußenminister Heiko Maas klingt ähnlich wie die von Präsident Macron:

Lehrerfortbildung in Rheinland-Pfalz

> Schule und Internet: Une didactique nouvelle à un monde nouveau – 10. Dezember 2014 von H. Wittmann


Unsere Redaktion freut sich über Interesse an unserem Blog. Rheinland-Pfalz ist ganz vorn mit dabei. Das Pädagogische Landesinstitut hat unsere Redaktion in diesem Herbst schon zum dritten Mal zur Durchführung einer Lehrerfortbildung eingeladen. Wir freuen uns über das Interesse an unserem Engagement, das wie in der Konzeption zu diesem Blog vorgestellt, sich hauptsächlich darauf bezieht, Schüler/innen Aspekte unseres Nachbarlandes und der Deutsch-französischen Beziehungen zu zeigen, die zuweilen im Französischunterricht ein wenig zu kurz kommen könnten:

> Michaela Wiegel: Ungeliebter Französischunterricht – und was können/müssen wir tun? – 24. März 2019

> Ein Hilferuf. Wie steht es um das Fach Französisch? – 26. September 2019

> Unser Twitter-Handbuch zum Französischunterricht

Lehrerfortbildung:

Dienstag, 26.11.2019, 09.30 –16.30 Uhr
> Interkulturelles Lernen ganz aktuell im Französischunterricht
Website des Pädagogischen Landesinstituts
Pädagogisches Landesinstitut Rheinland-Pfalz
Butenschönstraße 26, 7346 Speyer
Veranstaltungsnummer: 19160Fr088
29.10.2019 > Anmeldung
Ansprechpartnerin Sabine.Paffenholz@pl.rlp.de

Dozent: Dr. Heiner Wittmann

> Interkulturelles Lernen: Bibliographie

> Deutsch-französische Beziehungen: Suchen im Internet – Linklisten

> 2019: Wichtige Themen auf unserem Blog – 20. November 2019

Fremdsprachen: Aktuelle Fort-und Weiterbildungsveranstaltungen Februar bis Juni 2019 – S. 13


https://twitter.com/FranceBlogInfo/status/1099799802391478272


> Die Veröffentlichungen unserer Redaktion auf einen Blick

Blogs

Blog von KLett-Cotta Freunde des Instituts français in Stuttgart Sartre-Gesellschaft Hans-Mayer-Gesellschaft www.romanistik.info

Archiv:

Montag, 21.10.2019 09.30 –16.30 Uhr
Veranstaltungsnummer: 19160Fr008

> Interkulturelles Lernen ganz aktuell im Französischunterricht – Website des Pädagogischen Landesinstituts
Pädagogisches Landesinstitut Rheinland-Pfalz
Steinkaut 35, 5543 Bad Kreuznach

Immer aktuell auf unserem Blog:

> Twittern für die deutsch-französische Kooperation

> Twittern. Frankreich und Deutschland in der EU

> Deutsch-französisches Twittern, aber diesmal aus der Perspektive der Außenministerien

Montag, 11.11.2019, 09.30–16.30 Uhr 

Veranstaltungsnummer: 19160Fr007


> Erinnerungskultur im Französischunterricht – Website des Pädagogischen Landesinstituts
Hofstraße 257c, 56077 Koblenz
Dozent: Dr. Heiner Wittmann
1.11.2019 > Anmeldung
Ansprechpartnerin Sabine.Paffenholz@pl.rlp.de

> Bibliographie et sitographie zur Erinnerungskultur

Auf unserem Blog- Auswahl:

> Deutschland-Frankreich : Asymmetrie der Erinnerungskulturen 30. Juli 2014 von H. Wittmann

> Der Erste Weltkrieg und die Erinnerungskultur. Ein Interview mit Nicolas Offenstadt: “Der Historiker muss sich das Staunen bewahren können…” – 3. Dezember 2014

> Die Demonstrationen gegen den Antisemitismus am 19.2.2019 in Paris und überall in Frankreich – 19. Februar 2019

> Antisemitismus. Die Schändung des Friedhofs in Quatzenheim – 19. Februar 2019

> Le Camp des milles à Aix-en-Provence– 22. Mai 2019

> Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Frankreich ist 2018 um 74% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen– 19. Februar 2019

> Claude Lanzmann (1925-2018) – 6. Juli 2018

> La CNCDH a publié son 27e rapport sur la lutte contre le racisme sous toutes ses formes – 13. April 2018

> Nachgefragt. CNCDH: Le rapport sur la lutte contre le racisme, l’antisémitisme et la xénophobie – 6. Mai 2016

Institut français : „Kann man gegen Polarisierung anprogrammieren?“

Donnerstag 21.11. | 19:00 Uhr | Institut français Stuttgart | Schlossstr. 51, 70174 Stuttgart | Eintritt frei | Dt.

 In den Reihen „Digitale Utopie?“ und  „Politik der Digitalisierung“.

 Zu den oft kritisierten Effekten digitaler Öffentlichkeit gehört die Polarisierung in sogenannten Echo-Kammern. Nicht nur bewusste Entscheidungen, auch auf Gewinn programmierte Algorithmen setzen vor, was vermutlich gefallen wird: Die eigene Meinung. Anatol Itten hat zu diesen Prozessen geforscht und in Amsterdam eine NGO gegründet, die sich zum Ziel gesetzt hat, gegen die Polarisierung anzuprogrammieren. Kann uns aus den Fallstricken der Digitalisierung nur eine andere Digitalisierung befreien? Was bedeutet dies für die politischen Optionen innerhalb der EU?

Anatol Itten, Politikwissenschaftler und Geschäftsführer des neu gegründeten Disrupted Societies Institute in Amsterdam, promovierte an der Universität Luzern, arbeitete am Bundesumweltministerium für die UN Klimakonferenz und als Gastwissenschaftler der Universität Amsterdam. Er ist Autor von „Overcoming Social Division” und publizierte vielfach zum Thema Streitschlichtung und Bürgerdialog.

Eine Veranstaltung des IZKT der Universität Stuttgart und des Institut français Stuttgart.

Die Reihe „Digitale Utopie?“ wird gefördert von: Alleo, Robert Bosch Stiftung, Dr. Karl und Elisabeth Eisele Stiftung, Freunde des Institut français Stuttgart, IF Deutschland, Klett Stiftung, Berthold Leibinger Stiftung.

Institut français, Stuttgart: Die Reise des Marcel Grob

„Die Geschichte der ‚Malgré Nous‘, die von den Nazis zwangsrekrutiert wurden, ist nach den Worten des Autors „jenseits des Elsass wenig bekannt“. Collin hat einen Beitrag geleistet, dass sich dies ändert.“ Albrecht Meier, Der Tagesspiegel

Marcel Grob, ein alter Mann von 83 Jahren, steht am 11. Oktober 2009 vor einem Untersuchungsrichter, um sich für sein Leben zu verantworten. Vor allem für den 28. Juni 1944, den Tag, an dem er mit 17 Jahren der Waffen-SS beitrat, wie 10.000 andere Elsässer auch. Aber tat er dies freiwillig, oder blieb ihm schlicht keine Wahl? Für die Beantwortung dieser alles entscheidenden Frage muss Marcel Grob eine Reise zurück in die Vergangenheit antreten, tief in die schmerzhaften Erinnerungen an seine Zeit als Soldat im Italienfeldzug, die ihn auch nach Marzabotto führte, zu einem der grauenhaftesten Massaker des Zweiten Weltkriegs…

Philippe Collin und Sébastien Goethals erzählen die auf historischen Tatsachen basierende Geschichte eines französischen Jungen, der sich im Nachhinein fragen, fragen lassen muss, ob er nun ein Opfer des Naziregimes war. Oder vielmehr ein Kriegsverbrecher. Die Graphic Novel wird durch einen historischen Anhang ergänzt.

In Frankreich hielt sich „Die Reise des Marcel Grob“ mehrere Wochen auf der Bestsellerliste und wurde inzwischen mehr als 100.000 Mal verkauft. Die deutsche Übersetzung von Harald Sachse erschien mit freundlicher Unterstützung des Institut français Deutschland.

Moderation: Marc Blancher

Um Anmeldung wird gebeten unter: info.stuttgart@institutfrancais.de oder 0711 239 25 13

Eine Veranstaltung des Institut français Stuttgart in Kooperation mit dem IF Deutschland.

 

Dazu:  > Bibliographie zur Erinnerungskultur auf unserem Blog

Bildungsministerium in Saarbrücken: Verleihung des Prix de la chanson à l’école

Zum Vergrößern bitte klicken.

Am Montag, 18.11.2019, gab es im Bildungsministerium in Saarbrücken die Verleihung des Prix de la chanson à l’école.
Von links der Generalkonsulin Frankreichs Madame Catherine Robinet und der neuen Bildungsministerin Frau Christine Streichert-Clivot:

1. Preis Grundschulen: 1.000 Euro

Drei Klassen der Grundschule Elversberg haben gemeinsam das Lied „On écrit sur les murs les noms de ceux qu’on aime“ erarbeitet, dazu eine Choreographie entwickelt und auf Video aufgenommen.

1. Preis Grundschulen: 1.000 Euro

In Anlehnung an die in ganz Frankreich am 21. Juni durchgeführte „Fête de la musique“ haben ALLE Klassen der Grundschule Dreiländereck Perl einen musikalischen Tag mit unterschiedlichen Beiträgen vorbereitet und präsentiert.

3. Preis Grundschulen: 500 Euro

Die Klasse 1.2 der Grundschule Bous hat keinen Französischunterricht, aber die Musiklehrerin hat die Schüler/innen motivieren können, das Lied „Bonjour mon ami“ zu lernen und es als Video für den Wettbewerb eingereicht.

1. Preis Weiterführende Schulen: 1.000 Euro

Die Klasse 6.2 der GemS am Warndtwald (Überherrn) hat einen „Après-midi de la chanson française“ mit unterschiedlichen musikalischen Aspekten veranstalten. Bei der Präsentation waren die Eltern der Schüler/innen, Lehrer/innen und die Schulleitung eingeladen. Tanzen, Singen, Pantomime, Rappen, Interviews, Essen und Trinken à la française …

1. Preis Weiterführende Schulen: 1.000 Euro

In der Klasse 7b des Homburger Saarpfalz-Gymnasiums wurden fünf Gruppen gebildet. Alle haben sich mit unterschiedlichen französischen Chansons befasst und dabei verschiedene wichtige Themen bearbeitet: Mein Leben, unsere Umwelt, Mobbing …

3. Preis Weiterführende Schulen: 500 Euro

Die Klasse 7d des Illtal-Gymnasiums hat fächerübergreifend im Französisch- und Musikunterricht verschiedene Chansons erarbeitet. Zum Abschluss des Projekts gab es den gemeinsamen Besuch des Konzerts von Liz van Deuq beim Saarländischen Rundfunks – ein Angebot von „La chanson à l’école“.

Sonderpreise:

Die Theater AG der Saarbrücker Willi-Graf Realschule hat speziell für den Wettbewerb Chansons ins Programm genommen und dazu eine kleine in Paris spielende Geschichte geschrieben und auf Video aufgenommen – 100 Euro.

Die Klasse 6b des St. Ingberter Albertus-Magnus Gymnasiums hat das Chanson „Un meilleur monde“ erarbeitet und als praktische Umsetzung des Titels an einem Wandertag im Stadtpark Müll eingesammelt – 100 Euro.

Gemeinsamer Sonderpreis : für die Klasse 3d der GS Dreiländereck Perl und deren Partnerschule Ecole Elémentaire d’Apach für einen Text zum Lied „Pirouette cacahouète“ über den Schüleraustausch: geschrieben und auf Video gesungen – 300 Euro.

Sonderpreis Rheinland-Pfalz

Die aus Luxemburg stammende und am Gymnasium Stefan-Andres in Schweich unterrichtende Kollegin hat bereits zum vierten Mal Klassen zur Teilnahme am Wettbewerb begeistern können, dieses Mal mit dem Chanson „Plus tard“. Im Vorjahr hatte sie sogar grenzüberschreitend mit einer Klasse aus Metz teilgenommen – 250 Euro.

Henrik Uterwedde, Die deutsch-französischen Beziehungen. Eine Einführung

Der langjährige Mitarbeiter und stellvertretende Direktor des Deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg Henrik Uterwedde hat mit dem reichen Schatz seiner Kenntnisse und Erfahrungen eine Einführung mit dem Titel > Die deutsch-französischen Beziehungen verfasst, die jetzt im Verlag Barbara Budrich erschienen ist. Ein kurzer Abriss der „Geschichte einer spannungsreichen Nachbarschaft“ führt von den Anfängen über die Kriege bis zum Deutsch-französischen Vertrag von 1963. Die beiden Kernstaaten in Europa verfügen über bemerkenswerte Gemeinsamkeiten aber auch erstaunliche Unterschiede. „Europa als Ausgangshorizont und Zielhorizont“ hat der Kooperation der beiden Partner einen neuen Rahmen für gegeben, auch wenn das Gleichgewicht zuweilen prekär erscheint. Viel ist in den letzten Jahren über den deutsch-französischen Motor geschrieben worden. Gibt es ihn und was kann er leisten? fragt Uterwedde. Allen wichtigen Domänen wird ein Kapitel gewidmet: Wirtschaft, Euro, Gesellschaft, Kultur, Bildung und Wissenschaft.

Rappel: > Nachgefragt: Henrik Uterwedde antwortet auf unsere Fragen zu den Gelben Westen, Grand Débat National und Aachener Vertrag – 26.  Februar 2019

Der Band enthält mehr als eine Landeskunde, denn der Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland kommt nicht zu kurz: Bsd. im 2. Kapitel „Warum Deutschland und Frankreich?“, in dem der Autor die gegenseitigen Erwartungen und Bilder, Perzeptionen, wie man in der Politikwissenschaft sagt, Revue passieren lässt. Beide Staaten brauchen einander, wenn auch zuweilen aus unterschiedlichen Gründen.

Die vielen Aufforderungen, Französisch zu lernen, verhallen zuweilen, weil manchen Schülern die Gründe dafür nicht so einsichtig sind. Hier bekommen auch sie das notwendige Hintergrundwissen, um nach der Lektüre der ersten drei Kapitel schon zu ahnen, dass Frankreich kein so normaler Nachbar ist, sondern dass die Aussöhnung ein Wunder ist, dass beide Staaten keineswegs nur schöne bilaterale Beziehungen pflegen, sondern dass ihre Kooperation immer besser wird, je mehr sich beide Staaten zugunsten Europas engagieren:  > Macron und Europa.

Kein Staat kann heute die großen Probleme wie Migration , Digitalisierung, Sicherheit und Klimawandel auch nur in Ansätzen für sich alleine lösen. Frankreich und Deutschland können das zusammen alleine auch nicht, aber ihre so intensive Kooperation auf  allen Politikfeldern ist geeignet, die Kooperation in Europa voranzutreiben: Kapitel 3: Europa – Ausgangsort und Zielhorizont. Unsere Redaktion meint, wer Französisch lernt bereite sich nicht nur für Reisen in frankophone Länder vor, sondern er bereitet sich auch auf das Mitmischen in Europa vor.

Beeindruckend ist das dichte Netz an Kontakten, die permanente Zusammenarbeit (Kompromisse, S. 69) zwischen den Ministerien der Länder, in Berlin mit denen in Paris, die 2300 Städtepartnerschaften, der intensive Jugend- und Schüleraustausch mit Hilfe des Deutsch-französischen Jugendwerks (DFW), die Initiativen der Deutsch-französischen Hochschule und…   > Deutsch-französische Kooperationen: Unsere Bookmarks– 16. Mai 2019. –  Die enge Verflechtung in wirtschaftlicher Hinsicht ist ganz bestimmt manchem Sprachabwähler nicht bekannt, denn wenn er um seine Zukunft besorgt ist, müsste er selbstredend bei Französisch  bleiben und Spanisch als Arbeitsgemeinschaft weiterführen.

Hört beim Euro und beim Geld die Freundschaft auf? Aber die Stärke der Europäischen Wirtschafts – und Währungsunion ist trotz mancher umfahrenen Klippen ein Erfolgsmodell. Der Weg war lang, die Kompromisse mühsam (S. 93-110). Der Erfolg gibt dieser Union Recht.

Viele bibliographische Angaben mit Internet-Quellen ergänzen den Band.

Siehe auch : Daniela Witzki, > „Tragfähige europäische Kompromisse zu erarbeiten ist alles andere als selbstverständlich.“ – 5 Fragen an Henrik Uterwedde – 19. November 2019.

Relire, écouter : Gustave Flaubert, Madame Bovary. Mœurs de province

> « Madame Bovary, c’est moi »

1857 erschien der Roman Emma Bovary. Mœurs de province von Gustave Flaubert (1821-1880). Wie konnte ein Autor sich in die Lage versetzen, so ein spannendes Buch über die Sitten in der Provinz zu schreiben? Ein Buch, verfasst mit den modernsten Schreibtechniken, die viele Stilmittel des heutigen Kinos schon wie selbstverständlich benutzen: Als Emma Bovary mit ihrem Liebhaber oben am offenen Balkon sitzt und unten immer wieder Bruchstücke der Ansprache beim Landwirtschaftsfest zu hören sind. Oder ihr nackter Arm, der aus der Kutsche herausragt und die Schnipsel eines Briefes verstreut, während die Kutsche mit ihr und ihrem Liebhaber über Berg und Tal und durch Hohlweg holpert. Und dann ihr armer gelinkter Ehemann: Jean Améry (1912-1978), > Charles Bovary, Landarzt. Porträt eines einfachen Mannes, Stuttgart: Klett-Cotta 3/1997: „In diesem Dialog mit einer literarischen Figur, dem Ehemann der »Madame Bovary« von Flaubert, geht es Améry um die soziale und ästhetische Ehrenrettung des verkannten Individuums, des bürgerlichen Subjekts. Es ist eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Sartres Flaubert-Interpretation, wie sie in dem Monumentalwerk »Der Idiot der Familie « entwickelt wird – ja mehr noch: Es ist der Versuch der endgültigen Loslösung vom bewunderten intellektuellen Vorbild,“ steht auf der Website von Klett-Cotta.

> La littérature française (II): Gustave Flaubert – 10. September 2007

Jetzt kann man die Aufnahme von Flauberts Madame Bovary in 10 Episoden bei France-Culture hören:

France Culture : > „Madame Bovary“ de Gustave Flaubert

> Aperçu Apple Podcasts

Entdecken Sie > Gustave Flaubert auf France-Culture.

Gustave Flaubert
> Madame Bovary, Stuttgart: Ernst Klett Sprachen.
255 Seiten
ISBN 978-3-12-597362-6

Also nochmal die Frage, wie hat Flaubert es geschafft, diesen Roman zu vollenden, der ihn so viele Anstrengungen gekostet hat? Schon 2009 ist unsere Redaktion dieser Frage nachgegangen und hat Gustave Flaubert besucht und nachgefragt: > Une visite chez Gustave Flaubert. Vgl. dazu Flaubert, > Correspondance – Universität von Rouen. Seit den 50 er Jahren hat > Jean-Paul Sartre (1905-1980) sich Gedanken gemacht, welche Strategie Flaubert entwickelt hat, um so ein erfolgreiches Buch zu verfassen: Aus diesen Überlegungen entstanden aus der Feder von Sartre drei Bände (ein unveröffentlichter und auch unvollständiger Band kam aus seinen Nachlass noch dazu) mit 2801 Seiten, an derem Ende Sartre feststellt, nun habe man alle Instrumente in der Hand, um eine Interpretation von Madame Bovary beginnen zu können.

In der Tat, Sartre, L’Idiot de la famille. La vie de Gustave Flaubert ist ein beeindruckendes Feuerwerk an literarischen Interpretationen jeder Art, es vereint dialektische Ansätze mit psychoanalytischen  Verfahren und präsentiert eine spannende Interpretation der Jugendschriften von Flaubert, untersucht, wie Flaubert seine nervösen Anfälle überwindet, und überhaupt, wie es ihm gelingen konnten, den modernen Roman zu schrieben, der, wie Sartre später in einem Interview sagt, am Kreuzungspunkt all unserer literarischen Problem von heute steht. Vgl. dazu H. Wittmann, > Sartre und die Kunst, Tübingen 1996 und > Michel Sicard parle de Jean-Paul Sartre (I/II) – 11. März 2015.

Das Frédéric Zeitoun Trio zu Gast im Studio Eins

Frédéric Zeitoun en concert – „Duos en solitaire“. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Rendez Vous Chanson live!“ ist am Mittwoch, 11. Dezember, das Frédéric Zeitoun Trio zu Gast im Studio Eins des Funkhauses Halberg.

Termin: 11.12.2019 – 20.00 Uhr

SR 2 KulturRadio sendet das Konzert live von 20.04 bis 22.30 Uhr

> Rendez Vous Chanson live: Das Frédéric Zeitoun Trio

Karten gibt’s im Vorverkauf im Musikhaus Knopp, bei www.proticket.de und an der Abendkasse.

Frédéric Zeitoun präsentiert sein Programm „Duos en solitaire“ zum ersten Mal in Deutschland!

Auf so erfolgreichen Album „Duos en solitaire“ singt Autor, Komponist und Musikjournalist im Duett mit Kollegen, wie Michel Fugain, Yves Duteil, Sansévérino oder Charles Aznavour. Sein neues Programm hat auf dem großen Musikfestival „les francofolies“ in la Rochelle, in Pariser Sälen genauso wie außerhalb der Seine Metropole präsentiert. Und immer begeistert er mit seinen beiden Musikern Bruno Bongarçon (Gitarre) und Marc Berthoumieux (Akkordeon) das Publikum.

Bereits als Jugendlicher hat Zeitoun sich intensiv mit dem Französischen Chanson beschäftigt und eigene Texte geschrieben. Seit 1998 präsentiert er regelmäßig eine Chanson- und Konzertrubrik beim Französischen TV Sender France 2, er hat mehrere Sachbücher zum Thema Chanson veröffentlicht.

Im Konzert, das von den SR-Chansonexperten Susanne Wachs und Gerd Heger präsentiert wird, erzählt Zeitoun natürlich auch von seiner Arbeit und seinen Begegnungen im Chanson.

1 121 122 123 124 125 560