Die Verleihung des Deutsch-Französischen Journalistenpreises (DFJP)

Zum 35. Mal ist am Abend der Deutsch-Französische Journalistenpreis (DFJP) verliehen worden. Die Auszeichnung 2018 erfolgte im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin in den Kategorien Textbeitrag, Multimedia, Video, Audio und Nachwuchs. Zudem erhielt der Soziologe und Philosoph > Prof. Dr. Jürgen Habermas den Großen Deutsch-Französischen Medienpreis für sein Lebenswerk und sein Engagement für ein demokratisch verfasstes Europa.

In den journalistischen Kategorien wurden ausgezeichnet:

Kategorie Audio: Adèle Humbert und Emilie Denètre für „Les Petits Revenants“, BoxSons

Kategorie Video: Karine Comazzi und Patrice Brugère für „Les Klarsfeld, chasseurs de ténèbres“, France 2

Kategorie Textbeitrag: Stephan Maus für „Zwei Brüder“, Stern Crime

Kategorie Multimedia: Annika Joeres, Simon Jockers, Jade Lindgaard, Donatien Huet und Felix Michel für „Steigende Meere“, Correctiv/ Mediapart.fr/ Tageswoche

Kategorie Nachwuchspreis (gestiftet vom Deutsch-Französischen Jugendwerk): Anika Maldacker für „Der Kampf gegen das Vergessen“, Badische Zeitung

Durch die Veranstaltung führte die deutsch-französische Journalistin Susanne Freitag-Carteron.

Deutsch-Französischer Journalistenpreis (DFJP) 2018 verliehen
Großer Deutsch-Französischer Medienpreis an Prof. Dr. Jürgen Habermas

Berlin, Paris und Saarbrücken, den 4. Juli 2018 (DFJP) – Der Philosoph und Soziologe Prof. Dr. Jürgen Habermas ist am Abend mit dem Großen Deutsch- Französischen Medienpreis ausgezeichnet worden. Die Veranstalter würdigten damit das Lebenswerk und das Engagement des Gelehrten für ein demokratisch verfasstes Europa. Die Zeremonie erfolgte im Rahmen der Verleihung des Deutsch-Französischen Journalistenpreises (DFJP), der in diesem Jahr sein 35-jähriges Bestehen feiert.

In seiner Rede vor über 400 Gästen hob Habermas hervor, Europa brauche mehr Solidarität, die auf gegenseitigem Vertrauen basiere und nicht von vorne herein vor allem ökonomisch konditioniert sei: „Ich kann mir nicht erklären, warum die deutsche Regierung glaubt, die Partner zur Gemeinsamkeit in Fragen der für uns wichtigen Flüchtlings-, Außen- und Außenhandelspolitik gewinnen zu können, während sie gleichzeitig in der zentralen Überlebensfrage des politischen Ausbaus der Eurozone mauert.“ Zugleich lobte Habermas die Vorschläge des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron, der das Ziel verfolgt, die europäische Währungsunion zu einer politischen Union auszubauen. „Ihn zeichnet der Mut zu einer gestaltenden Politik aus“, so der Philosoph, und daran fehle es derzeit in den übrigen Mitgliedsstaaten. Habermas wörtlich: „Der (grassierende) Rechtspopulismus verdankt sich in erster Linie der verbreiteten Wahrnehmung der Betroffenen, dass der EU der politische Wille fehlt, handlungsfähig zu werden. […]

https://twitter.com/SRaktuell/status/1014557730630234112

Stattdessen versinken die politischen Eliten im Sog eines kleinmütigen, demoskopisch gesteuerten Opportunismus kurzfristiger Machterhaltung.“ Der Philosoph und Soziologe, der zu den wichtigsten Denkern der Moderne gehört, forderte die Politik auf, angesichts der weltweiten Herausforderungen ihre Wähler nicht normativ zu unterfordern, „da es die solidaritätsbereiten Mehrheiten als eine ‚fleet in being’ längst gibt.“ Europa befinde sich historisch betrachtet in einem Lernprozess, wie er bei der Herausbildung des Nationalstaats im 19. Jahrhundert schon einmal stattgefunden habe. Nur seien die Herausforderungen heute andere. „Heute werden die nationalen Bevölkerungen von politisch unbeherrschten, funktionalen Imperativen eines weltweiten, von unregulierten Finanzmärkten angetriebenen Kapitalismus überwältigt. Darauf kann der erschrockene Rückzug hinter nationale Grenzen nicht die richtige Antwort sein.“ Das Neue an der jetzigen Situation sei deshalb, dass sie bei vielen Menschen zunehmend ein Gespür für die Schwelle zu supra-nationalem Handeln erzeuge, das von Bürgern verlange, sich vor ihrer Stimmabgabe über Grenzen hinweg in die Lage des jeweils anderen zu versetzen. Habermas ging darüber hinaus mit wenigen Worten auch auf die aktuelle Regierungskrise in Deutschland und den von der CSU in Bayern angezettelten Streit über die deutsche Flüchtlingspolitik ein. „Der Schwarze Peter liegt bei der Sorte von Europafreunden, die sich ihre tatsächlich gehegten Vorbehalte gegenüber einem solidarisch handelnden Europa nicht eingestehen“, so Habermas.

Bundesaußenminister Heiko Maas, der die Laudatio hielt, würdigte den Preisträger als einen „der größten Intellektuellen unserer Zeit, der den Weg der Bundesrepublik Deutschland von Anfang an als ‚spiritus rector‘ begleitet und an allen entscheidenden Weggabelungen durch sein Wort und sein Argument geleitet hat“. Habermas Debattenbeiträge in den letzten sieben Jahrzehnten seien „durch Realitätssinn und Pragmatismus gehärtete Handlungsmaximen – gerade auch für uns Politiker […]. Deutschland, Frankreich und Europa haben Habermas‘ avantgardistischen Spürsinn für Relevanzen gerade heute bitter nötig“, so Bundesminister Maas.

Für eine Überraschung in der Zeremonie sorgte ein Brief des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron, der dem Medienpreisträger von den Veranstaltern überreicht wurde. Darin bezeichnet Macron den Philosophen als unermüdlichen Aufklärer. „In einer Zeit, in der Europa zu zerreißen droht und viele Länder sich auf sich selbst besinnen und die nationalen Egoismen sich wieder verschärfen, ist Ihre Stimme wichtiger und kostbarer als jemals zuvor“, so Macron zu Habermas. Um ein Auseinanderbrechen des Kontinents zu verhindern, müssten endlich konkrete und vor allem wirksame Antworten auf die aktuellen Herausforderungen gegeben werden. Als Beispiele nannte Macron die Flüchtlingskrise, den Schutz der Umwelt, die Digitalisierung und eine gemeinsame Verteidigungspolitik.

Haben sie etwas verpasst? Die meist aufgerufenen Artikel im Monat Juni 2018.

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Zurück zur Politik – Die Zukunft unserer EU

Le #francoallemand:

Unsere Artikel, die sich sekündlich selbst aktualisieren:

> Twittern für die deutsch-französische Kooperation

> Twittern. Frankreich und Deutschland in der EU

„Zurück zur Politik“, jede/r weiß sofort, was gemeint ist. Innenminister Seehofer (CSU) bleibt uns erhalten, nachdem er der Kanzlerin den Willen der CSU mit Ultimaten, Drohungen, Rücktrittsdrohungen und Bloßstellungen aufgezwungen hat. In gewissem Sinn hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nachgegeben, auch wenn alle Zugeständnisse ihrerseits erstmal, bei genauerer Betrachtung, nur Absichtserklärungen sind, weil fast jeder Punkt zunächst von Horst Seehofer mit den EU-Nachbarn verhandelt werden muss, bevor Fakten existieren. Entscheidungen sind es nicht, die getroffenen Vereinbarungen sind Teil eines Prozesses, der wenn er geschickt, kraftvoll und konsequent zu den notwendigen Reformen der EU führt, durch Erfolge, tragfähige Zukunftsperspektiven am besten dazu geeignet ist, die AfD und die anderen Rechtspopulisten in Europa in Schach zu halten. Nicht ihren unsinnigen Forderungen nachlaufen, sondern die EU zum Wohle der Bürger/innen gestalten, das ist das Gebot der Stunde.

| > Mit Rechten reden | > Nachgefragt: Daniel-Pascal Zorn, Logik für Demokraten |

https://twitter.com/EmmanuelMacron/status/1012347841434603521

https://twitter.com/spdbt/status/1014054950840799232

Die Fraktionsgemeinschaft CDU/CSU ist schwer angeschlagen, vor allem weil ein kleines Problem inmitten so vieler anderer Themen, Stichwort Meseberg: > Emmanuel Macron und Angela Merkel und das Treffen in Meseberg schon gereicht hat, die Regierung an den Abgrund zu führen. Wenn wir alle Punkte der Meseberger Erklärung durchlesen, darf man sich fragen, ob und wann die Berliner Regierung einen Punkt ausführen kann, ohne ein grollendes Donnerwetter aus München zu erleben.

> Transitzentren und Schleierfahndung 2. Juli 2018 – Website der CDU/CSU

> CDU und CSU: Vereinbarung zur besseren Ordnung, Steuerung und Verhinderung der Sekundärmigration – Website der CDU – 2.7.2018

> Alerte sur les droits des migrants – Mercredi 20 Juin 2018 – site de la CNCDH

Und dabei gibt es neben der Meseberger Erklärung noch so viele andere Themen, die dringend auf eine Lösung warten. Frankreichs Präsident Macron hat eine für Frankreich beispiellos mutige Reformpolitik ins Werk gesetzt, die die bundesdeutsche Politik in den Schatten stellt und die in Gefahr gerät, weiterhin nur zu reagieren anstatt zu regieren.

> Macron : six réformes sociales en 18 mois – Les Échos – 29 mai 2018

> Découvrez toutes les actions et les réformes du Gouvernement. – Website der französischen Regierung

> Podiumsdiskussion: Manuela Wiegel und Frédéric Petit mit einer Ansprache von Staatsminister Michael Rot u.a. zum neuen Èlysée-Vertrag (SPD)

Hier können wir viel lernen: > Unterricht mit digitalen Medien in Frankreich
à suivre

> Migrants: Le président Emmanuel Macron et son message à Bruxelles – 24. Juni 2018

> Ministre Bruno Le Maire spricht in Berlin auf Deutsch – 11. Juni 2018

Vor fünfzig Jahren: > Mai 68 in Paris: Revolution oder nur eine Revolte?

> Europa: Bundeskanzlerin Merkel antwortet auf Präsident Macron – 5. Juni 2018

> Rappel : Les discours du Président de la République et l’Europe

https://twitter.com/CNCDH/status/1013686017965154304

https://twitter.com/CNCDH/status/1013491059316412419

Hommage solennel de la Nation à Simone Veil

Am Sonntag, 1. Juli 2018, ist die Politikerin und Überlebende des Holaucaust – ihre Eltern und ihr Bruder wurden in Auschwitz ermordet – Simone Veil im Panthéon beigesetzt worden. Sie ist die fünfte Frau, die ihre letzte Ruhestätte im Panthéon – an der Seite Ihres 2013 verstorbenen Mannes Antoine – findet.

Staatspräsident Präsident Emmanuel Macron würdigte in einer bewegenden Ansprache das Lebenswerk von Simone Veil, ihren Einsatz für Frauenrechte, für Aussöhnung und vor allem zugunsten der europäischen Einigung nach 1945.

Auf unserem Blog > Simone Veil – 1927-2017

> 1927-2017. C’était Simone Veil – Website der französischen Regierung:
“ Figure emblématique du combat des femmes, elle a occupé au sein de l’administration comme en politique des postes jusque-là inaccessibles aux femmes : première femme secrétaire du Conseil supérieur de la Magistrature (CSM), première femme à siéger au conseil d’administration de l’ORTF (1972), première femme présidente du premier Parlement européen élu au suffrage universel (1979), première femme ministre d’État (1993). Membre du Conseil constitutionnel de 1998 à 2007, elle a également été en 2008 la sixième femme à être élue à l’Académie française et à entrer sous la Coupole en mars 2010, occupant à la suite de Paul Claudel, Pierre Loti et Pierre Messmer le fauteuil numéro 13, qui fut aussi celui de Jean Racine.“

Unter ihr als Gesundheitsministerin wurde das Gesetz mit dem Recht zum Schwangerschaftsabbruch verabschiedet. > TEXTE – Le discours de Simone Veil en 1974 à l’Assemblée nationale

1979 wurde sie erste Präsidentin des EU-Parlaments.

> DISCOURS DE MADAME SIMONE VEIL Présidente de la Fondation pour la Mémoire de la Shoah Cérémonie du Panthéon en hommage aux Justes de France
18 janvier 2007

> Réponse au discours de réception de Mme Simone Veil – Académie française – Le 18 mars 2010

https://twitter.com/AssembleeNat/status/1013332069563461636

> Une Vie, Simone Veil (13 juillet 1927-30 juin 2017) – Cercle d’étude de la Déportation et de la Shoah

https://twitter.com/EmmanuelMacron/status/1013380464944582656

https://twitter.com/eduscol_HG/status/1011507684854714369

Podiumsdiskussion: Manuela Wiegel und Frédéric Petit

AM 28. Juni fand im Ordenssaal des Ludwigsburger Schlosses auf Einladung des Deutsch-französischen Instituts eine Podiumsdiskussion zum Thema Deutschland und Frankreich in Europa statt.

Staatsminister Michael Roth (SPD) war per Video zugeschaltet und nahm in seinen Grußwort vor allem Bezug auf die anstehende Revision des > Elysée-Vertrags und bat um einen rege Diskussion zu diesem Projekt. Man spürte ihm an, dass jetzt besonders nach der > Meseberger Erklärung (lang, aber wichtig und lesenswert) man nicht mehr nur auf den deutsch-französischen Motor horchen soll, läuft er oder stottert er? Jetzt ist das nicht mehr ein Gefährt in einem Verbund von sechs Staaten, jetzt müsse, um im Bild zu bleiben, ein riesiger LKW in einer Gemeinschaft von 28 Staaten gesteuert werden. Das Bild zeigt, wie sich die Grundbedingungen der deutsch-französischen Beziehungen seit 1963 fundamental geändert haben:

Mit freundlicher Genehmigung von Staatsminister Michael Roth zeigen wir hier das Video seiner Ansprache in Ludwigsburg:

Manuela Wiegel, Prof. Dr. Frank Baasner, Direktor des DFI, Frédéric Petit, Député des Français à l’étranger

Manuela Wiegel, Korrespondentin der FAZ in Paris, hat kürzlich ein Buch über EMmanuel Macron herausgegeben > Emmanuel Macron. Ein Visionär für Europa – eine Herausforderung für Deutschland, Europa-Union Verlag: Wien u.a., 2018. Der Untertitel ihres Buches durfte auch als Titel für diese Podiumsdiskussion versanden werden. Frankreich unternimmt unter Macron Reformen, auf die in Deutschland gewartet wurde, nun kann es auch in Berlin kein weiteres Abwarten mehr geben. Mit der > Meseberger Erklärung, die vor allem auf die Vorschläge Macrons in seiner > Rede in der Sorbonne am 26. September 2017 eingeht, hat Berlin nun eine Antwort vorgelegt.

Die vielen germanophonen Mitglieder in der Regierung und im Umfeld des Präsidenten > Le Renouveau de la coopération franco-allemande (I) – 18. Mai 2017. Michaela Wiegel erinnerte auch an Bücher, auf die der Präsident sich immer wieder bezieht > Was liest Emmanuel Macron? Und was macht er daraus? – 17. Oktober 2017.

> Frédéric Petit ist von den Französinnen und Franzosen in 17 europäischen Staaten als ihr Abgeordneter in die Nationalversammlung entsandt worden. Er wohnt in Warschau, sein Wahlkreisbüro ist in München. Warum haben wir eigentlich keine Abgeordneten für die Deutschen im Ausland? Petit bestätigte die starke Deutschland-Orientierung des französischen Präsidenten und gab den Wunsch zu erkennen, dass diese Chance jetzt genutzt werden müsse. Er nannte auch das Beispiel der Verteidigung, wo es jetzt neue europäischen Initiativen aufgrund der Vorschläge von Macron gebe.

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EU-Gipfel: Einigung über die Migranten (mit oder ohne ?)

Unsere Redaktion sammelt noch Informationen. Es ist noch zu früh die Einigung von letzter Nacht zu bewerten. Überhaupt muss man wohl verstehen, dass Beschlüsse in unserer EU immer nur Etappen sind, und keine endgültigen Entscheidungen; in diesem Sinne ist Gipelarbeit in Prozess, ein Training in gemeinsamer Wertearbeit, bei dem alle Mitgliedsstaaten eingebunden sind, alle den gleichen Respekt genießen und die gleiche Solidarität üben sollten. Und warum ist das manchmal so schwer? Woran das liegt? An der Konstruktion der EU mit 28 Mitgliedsstaaten, von denen einige oder viele einige Grundbegriffe wie Solidarität und Wertegemeinschaft immer etwas anders nach seinen eigenen Wertvorstellungen interpretieren? Es wird immer dann so kompliziert, wenn einzelne Gruppen, Parteien oder Staaten ihre nationalistischen Partikularinteressen durchsetzen wollen. Populisten versuchen jeden Gedanken einer möglichen Einigung sowieso zu verdrängen, bei ihrer Fundamentalopposition kennen sie nichts anderes als den Wunsch, die EU müsse verschwinden. Nationalismus? Schließung der Grenzen, Stacheldraht, Ende von Schengen, Zerstörung des freien Marktes?, das Ende der Freizügigkeit zugunsten der EU-Bürger/innen? So hatte de Gaulle seinen Spruch vom Europa der Vaterländer wahrlich nicht verstanden wissen wollen, das muss auch die Partei ganz rechts außen vom Präsidenten aus gesehen des Bundestages auch irgendwie mal begreifen. Wird sie wahrscheinlich nicht. Und wir dürfen uns von ihr den Wunsch nach der Festung Europa nicht diktieren lassen. > Mit Rechten reden.
Emmanuel Macron sieht den Durchbruch:

und meine 12er und 13er würden jetzt die Aufgabe bekommen, die entsprechenden Tweets aller anderen Gipfelteilnehmer zu suchen, zu lesen und zu kommentieren, um herauszufinden, welches Bild sich nun nach dem Gipfel ergibt. Vielleicht kämen sie dann auf die Idee, auch der Bundeskanzlerin die Einrichtung eines Twitter-Kontos vorzuschlagen, dann könnten manche Äußerungen aus Bayern im Vorfeld abgefangen und entschärft werden: Und man könnte noch besser sehen, wer wen retweetet, liked oder auch nicht retweetet.

So twittert die CDU die Aussagen von Bundeskanzlerin Merkel:

So reiste der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte nach Brüssel:

Es ist ja auch was dran, weil unsere EU Italien mit der massiven Ankunft von Flüchtlingen alleingelassen hat. Die Quittung haben wir bekommen.

Gestern twitterte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz:

Was ist „illegale Migration“? Das ist die Gretchenfrage! Da würde unsere Redaktion doch gerne mal nachfragen. Sind Migranten, die in höchster Not für Leib und Leben Schutz und Asyl suchen, illegal? Oder meint Bundeskanzler Kurz nur Migranten, die bessere wirtschaftliche Bedingungen suchen, sie seien illegal? Wie auch immer, „illegale Migranten“ setzt, dass Migranten illegal seien. Wer sagt das noch? Da könnte man mal mit Twitter suchen, um nachzusehen, in welcher Nachbarschaft sich der Bundeskanzler so äußert. (> À propos des réfugiés et des immigrants : Un glossaire terminologique Conseil canadien pour les réfugiés – ausdrucken und nachlesen, wie hier „illegale Einwanderer“ als Begriff interpretiert wird.) Oder werden mit „illegale Migranten“ diejenigen gemeint, die in einem Land registriert worden sind, und die nach dem Willen der CSU und der Bundeskanzlerin nicht weiterreisen dürfen, also diejenigen, die nach Horst Seehofer zum „Asyltourismus“ gehören?


> Inhalt: Fragen und Antworten: Flucht, Migration, Integration

Suchen wir mal auf dieser Seite nach > „illegale Migranten“.

Dazu auf unserem Blog:

Nachgefragt: La Commission nationale consultative des Droits de l’Homme nous répond – 16. Dezember 2017 von H. Wittmann

> Schutzformen auf der Wesbite des Bundeswamtes für Migration und Flüchtlinge


Wahrscheinlich ist das Problem der Migranten deshalb so kompliziert, weil jeder einzelne Migrant seine eigene ganz persönliche Geschichte hat und er auf der Suche nach Schutz, Geborgenheit und Freiheit so gerne nach Europa kommen möchte, und jeder von ihnen einen ganz unterschiedlichen Status hat, von der Flucht vor Krieg und Bürgerkrieg, vor politischer ganz persönlicher Verfolgung, vor Tortur. Manche sprechen von Illegalen… aber es doch schon die Angst und die Verzweiflung, und Schleuser und Schlepper die die Menschen in ein überfülltes Schlauchboot drängen. Unsere EU muss die Grundsätze unseres friedlichen und freien Zusammenlebens in Konfliktregionen viel besser exportieren. Europa in eine Festung verwandeln kann nicht der richtige Weg sein.

Worum geht es?

Unterricht mit digitalen Medien in Frankreich

Das > Centre pour l’éducation aux médias et à l’information CLEMI („opérateur du ministère de l’Éducation nationale“) ist ein Angebot des > Réseau CANOPÉ („Opérateur public présent sur l’ensemble du territoire, Réseau Canopé joue un rôle décisif dans la refondation de l’école en intervenant dans cinq domaines clés : pédagogie ; numérique éducatif ; éducation et citoyenneté ; arts, culture t patrimoine ; documentation.“) hat seit 30 Jahren besondere Expertise im Bereich der „éducation aux médias et à l’information (ÉMI)“. Jetzt hat CLEMI eine Broschüre zum Lernen mit digitalen Medien herausgegeben: > Médias et Information. On apprend.

Im Vorwort dieser Broschüre erinnert der Erziehungsminister Jean-Michel Blanquer an die an die Rede von Präsident Macron vom 4. Januar 2018: > Discours du Président de la République Emmanuel Macron à l’occasion des vœux à la presse : „Nous avons d’ailleurs collectivement, progressivement, subrepticement laissé s’installer cette confusion. Par une fascination pour une horizontalité absolue, nous avons considéré que 1toutes les paroles pouvaient en effet se valoir et que la régulation était forcément suspecte d’un choix. Or, ce n’est pas le cas, toutes les paroles ne se valent pas et des plateformes, des fils Twitter, des sites entiers inventent des rumeurs et des fausses nouvelles qui prennent rang aux côtés des vraies.“ Es geht also um eine Medienerziehung, eine Erziehung zur kritischen Nutzung der Internetangebote. Nicht jeder Information glauben und lernen, die Spreu vom Weizen zu trennen.

> Französischlernen mit www.france-blog.info

Der Erziehungsminister fasst seine Absichten knapp zusammen: “ Donner aux élèves la possibilité d’exercer leur esprit critique, c’est leur permettre de prendre plaisir à s’informer et de prendre goût à la presse et aux médias.“ Damit stellt sich die Frage, ob der Zugang zur Presse für Schüler über das Internet erfolgen soll, oder ob der Weg von der gedruckten Zeitung zum Internet nicht vielleicht erfolgversprechender ist. Für meine Schüler/innen wäre der zweite Weg günstiger, denn erst wenn man den Aufbau einer Zeitung wirklich verstanden hat, kann man sich an die Internet-Präsentation von Meldungen begeben, wie denn sonst sollten Schüler Meldungen, Kommentare und Glossen unterscheiden können? Womit wir wieder bei der grundsätzlichen Frage wären, ab wann dürfen Schüler/innen an den PC? Wenn sie eine PC-Führerschein besitzen. Und der besteht aus zwei bis drei Seiten langen Aufsatz, in dem ein Sachverhalt präzise ohen viel Streichungen und Korrekturen dargestellt wird > Ecrivez-vous à la main ou tapez-vous au clavier ? Schreiben Sie mit der Hand oder der Tastatur – 24. August 2017. Verfolgt man einen solchen Ansatz, werden die Schüler/innen viel mehr Gewinn aus ihrer Arbeit mit dem POC ziehen: >  Twittern für die deutsch-französische Kooperation

Das Inhaltsverzeichns, S. 5, zeigt die das ganze Themenspektrum der Broschüre Brochures > „Médias & information, on apprend !“: Hier werden alle Aspekte der Informationsvermittlung und -bewertung im schulischen Rahmen detailliert vorgestellt und erläutert.

Par Virgini Esassoon, Responsable du pôle Labo, CLEMI beschreibt in ihrem Beitrag L’ÉMI : une urgence éducative face aux nouvelles (S.12) die heutige Situation der Schüler/innen: „Chaque foyer français compte en moyenne 6 écrans. Le temps que les jeunes enfants passent sur Internet a plus que doublé ces cinq dernières années. Entre un et six ans, ils passent en moyenne 4h37 sur Internet chaque semaine en 2017, contre 2h10 en 2012. Ce chiffre s’élève à 6h10 pour les enfants de 7 à 12 ans et à 15h11 pour les 13-19 ans.“

„Faire participer sa classe à la SPME“, („Semaine de la presse et des médias dans l’école“) lautete die Übeschrift des Beitrags von Anne Lechaudel, professeure des écoles, coordonnatrice du CLEMI, académie de Paris (1er degré), S. 14f. :“Mon conseil Ne pas se montrer trop ambitieux, faire des choses simples. La Semaine de la presse et des médias dans l’école ne doit pas se limiter à une semaine. On peut très bien s’inscrire afin de recevoir les journaux et les exploiter plus tard… Les journaux et magazines peuvent être utilisés de multiples façons et dans différentes disciplines. L’éducation aux médias et à l’information est avant tout un enseignement transversal.“

Viele weitere praktische Unterrichtsvorschläge für den Einsatz von digitalen Medien werden hier vorgestellt.
Eine Liste der Ressources, S. 48, ergänzt diese Broschüre.

> #didacta 2018 – Lehren, lernen mit digitalen Medien – 21. Februar 2018

> Lernen mit digitalen Medien im Französischunterricht – 11. Februar  2018

> Lesebericht: Lutz Küster (Hrsg.), Individualisierung im Französischunterricht mit digitalen Medien – 30. August 2017

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