La lettre de l’Ambassadrice de France en Allemagne @amdescotes à tous les enseignants de français d’Allemagne

Aus Anlass des Internationalen Tages der Französischlehrer hat Ihre Exzellenz, die Botschafterin der Französischen Republik in Deutschland an allen Französischlehrer/innen ein Brief geschickt:

Auf unserem Blog:

> Die Botschafterin Frankreichs in Deutschland S. E. Madame Anne-Marie Descôtes antwortet auf unsere Fragen – 22. Dezember 2017

Voltaire-Programm 20 Jahre Festakt live

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Nachgefragt: Emmanuel Suard (ARTE) antwortet auf unsere Fragen

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Es geht um Europa: Staatspräsident Emmanuel Macron und Verteidigungsministerin A. Kramp-Karrenbauer

Kürzlich gab eine Wort das andere, Verteidigungsministerin Annette Kramp-Karrenbauer äußerte sich kritisch zu den Europa-Plänen von Staatspräsident Emmanuel Macron, worauf dieser wiederum die Ministerin kritisierte. Um was ging es? Dieser Blogbeitrag sei ein Beispiel dafür, wie man den Sachverhalt in den Dokumenten nachprüfen muss, bevor man den Vorgang kommentiert:

www.politico.eu hatte am 2. November in der Rubkrip „Opinon“ einen Beitrag der Verteidigungsministerin A. Kramp-Karrenbauer > Europe still needs America. Und u. a. festgestellt: „Third, both America and Europe need to fully accept the realities of continued U.S. nuclear deterrence on the European continent.
Illusions of European strategic autonomy must come to an end: Europeans will not be able to replace America’s crucial role as a security provider.
For the U.S., this means that it needs to keep Europe under its nuclear umbrella for the foreseeable future. Germany, for its part, must urgently make the decision to stay inside NATO’s nuclear sharing program and assign the required budgetary and military assets quickly in order to remain a reliable nuclear partner.
This is where the German defense debate will be the toughest. And that’s why, on this topic, we need to stay firmest.
There is no doubt in my mind that America needs Europe. The U.S.’s worth as a global power depends to a significant extent on whether its role as a protector of Europe remains credible.“

In seinem Interview mit le grandontinent.eu, das am 16. November 2020 veröffentlicht wurde: > Die Macron-Doktrin: Ein Gespräch mit dem französischen Staatspräsidenten, wandte sich Macron ausdrücklich gegen die Aussagen von A. Kramp-Karrenbauer: „Wenn man es ohne Umschweife ausdrücken möchte, stellt sich folgende Frage: Wird der Regierungswechsel in den USA dazu führen, dass die EU-Länder diese Ziele weniger konsequent verfolgen? Ich teile beispielsweise ganz und gar nicht die von der deutschen Verteidigungsministerin in einem Gastbeitrag für Politico geäußerte Position. Ich halte das für eine Fehlinterpretation der Geschichte. Zum Glück verfolgt die deutsche Kanzlerin nicht diese Linie, wenn ich es richtig verstanden habe. Aber die Vereinigten Staaten werden uns nur als Verbündete akzeptieren, wenn wir uns selber ernst nehmen, und wenn wir in unserer eigenen Verteidigung souverän sind. Ich denke daher, dass der Regierungswechsel in den USA vielmehr eine Chance ist, in völlig beruhigter und entspannter Weise weiter am unter Verbündeten notwendigen gegenseitigen Verständnis dafür zu arbeiten, dass wir den Aufbau unserer eigenen Autonomie fortsetzen, genau wie es die Vereinigten Staaten und China jeweils für sich auch tun. “

Michaela Wiegel,
> Macron stellt sich gegen Kramp-Karrenbauer – FAZ, 16.11.2020

Mittlerweile hat die Ministerin ihre Auffassung am 17.11.2020 wiederholt und präzisiert > Zweite Grundsatzrede der Verteidigungsministerin A. Kramp-Karrenbauer: „Die Idee einer strategischen Autonomie Europas geht zu weit, wenn sie die Illusion nährt, wir könnten Sicherheit, Stabilität und Wohlstand in Europa ohne die NATO und ohne die USA gewährleisten.
Wenn es aber darum geht, auch eigenständig als Europäer handeln zu können, wo es in unserem gemeinsamen Interesse liegt, dann ist das unser gemeinsames Ziel und entspricht unserem gemeinsamen Verständnis von Souveränität und Handlungsfähigkeit.
Deutschland und Frankreich wollen, dass die Europäer künftig selbstbestimmt und wirkungsvoll agieren können, wenn es darauf ankommt.
Wir wollen, dass Europa für die USA starker Partner auf Augenhöhe ist und kein hilfsbedürftiger Schützling.“

In der Rede an der Sorbonne erklärte Emmanuel Macron am 26. September 2017: > Initiative pour l’Europe – Discours d’Emmanuel Macron pour une Europe souveraine, unie, démocratique – >  Initiative für Europa – Die Rede von Staatspräsident Macron im Wortlaut auf Deutsch: „Auf dem Gebiet der Verteidigung muss unser Ziel darin bestehen, dass Europa, ergänzend zur NATO, selbständig handlungsfähig ist. Der Grundstein für diese Autonomie wurde gelegt, und in den vergangenen Monaten sind hierbei Fortschritte von historischem Ausmaß erzielt worden. Im Juni haben wir die Grundlagen für dieses Europa der Verteidigung geschaffen: eine dauerhafte strukturierte Zusammenarbeit, durch die wir uns stärker engagieren, gemeinsam voranschreiten und uns besser koordinieren können; aber auch einen Europäischen Verteidigungsfonds, um unsere Verteidigungsfähigkeiten und unsere Verteidigungsforschung zu finanzieren. Im Zuge des Austausches mit denjenigen Mitgliedstaaten, die in diese Richtung vorankommen möchten, füllen wir diesen unverzichtbaren Grundstein nun mit Inhalten.“ (Hervorhebung, d. Red.)

Welches Europa? Immer wieder haben wir die mangelnde Reaktion der deutschen Regierung auf die Vorschläge von Präsident Emmanuel Macron für eine Neugründung Europas beklagt. Die Vereinbarung zwischen ihm und Bundeskanzlerin Angela Merkel im vergangenen Juni zur finanziellen Gesundung der EU schien die lang erwartete Antwort Berlins auf ein starkes Europa zu sein: > Emmanuel Macron: “Jour historique pour l’Europe !”-21. Juli 2020 und Auf Einladung von Präsident Emmanuel Macron: Der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel im Fort de Brégançon – 21. August 2020

In Deutschland herrscht nach wie vor der Grundsatz, die Sicherheit, die die Amerikaner für Europa bieten, könnte ohne sie niemals von Europa alleine garantiert werden. Richtig ist aber auch Präsident Macron in all seinen Reden niemals eine Abkoppelung Europas von den Vereinigten Staaten oder von der NATO gefordert hat, wie Kramp-Karrenbauer anzudeuten scheint, wenn sie die strategische europäische Autonomie als Illusion bezeichnet. Es liegt auf der Hand, dass sie auf die Vorschläge und Forderungen des französischen Präsidenten anspielt, der in allen seinen > Reden über Europa (www.france-blog.info) eine Stärkung der europäischen Souveränität wünschte, die in Berlin immer missverstanden oder gar nicht gehört wurde.

„Souverän mit unserer eigenen Verteidigung“ zu sein, ist die zentrale Forderung von Macrons Vision. Für ihn geht es darum, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu stärken und gleichzeitig mehr Verantwortung für Europa im Interesse unseres Kontinents zu übernehmen. Dies gilt sowohl für die Verteidigung als auch für den Kampf für das Klima, Migrationsfragen und die digitale Technologie. Jeder Ansatz zur Lösung dieser vier großen Probleme erfordert ein starkes und souveränes Europa, das die Souveränität seiner Mitgliedstaaten schützt. Diese Interpretation der Macron-Doktrin gilt auch für die transatlantischen Beziehungen. Nur ein starkes und souveränes Europa kann wirklich zu einer starken NATO beitragen. Eine Unterwerfung durch den Verzicht auf diese starke Autonomie würde allen Lehren zuwiderlaufen, die man aus der Geschichte ziehen könnte. Vergleicht man diese Position nun wieder mit der oben zitierten Grundsatzrede von der Verteidigungsministerin sind eher nur graduelle aber keine grundlegenden Unterschiede zwischen beiden zu erkennen. Vielleicht ist es der begriff der „Souveränität Europas“, der irritiert. Er bedeutet im Sinne Macrons auch keinesfalls eine Aufgabe der Souveränität der Mitgliedsstaaten, im Gegenteil diejenige Europas soll die der Mitgliedsstaaten schützen und fördern. Ein stärkeres Europa mit mehr Selbstbewusstsein, fordert der französische Präsident. Eine Lösung von den USA ist damit keinesfalls beabsichtigt. Man darf konzedieren, dass die Überlegungen in sicherheitspolitischer Hinsicht, die aus Frankreich, der Atommacht kommen, zuweilen anders klingen als aus Berlin.

Et que dit legrandontinent?


Auf unserem Blog:

> Macron, Trump und die NATO – 4. Dezember 2019

> Bundeskanzlerin Merkel, Staatspräsident Macron und die NATO – 25. November  2019

> Emmanuel Macron: Die Nato und Europa – 10. November 2019

> Die Zukunft Europas: Emmanuel Macron und Armin Laschet auf der Sicherheitskonferenz 2020 in München – 17. Februar 2020

> Emmanuel Macron: Discours sur la stratégie de défense et de dissuasion devant les stagiaires de la 27ème promotion de l’Ecole de guerre – 14 . Februar 2020

> Rüstungsexporte. Nachgefragt: Brigadegeneral a.D. Dr. Klaus Wittmann antwortet auf unsere Fragen – 20. Mai  2019

Nachgefragt: Die Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung. Die Abgeordneten Christophe Arend und Andreas Jung MdB antworten auf unsere Fragen

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Sur notre blog : / Auf unserem Blog:

> La coopération franco-allemande décentralisée suite au Traité d’Aix-la-Chapelle Visions franco-allemandes – 8. Juni 2020

> #TraitedAixlaChapelle Die Unterzeichnung des #AachenerVertrags – 24. Januar  2019:
Konkrete Projekte, die den Aachener Vertrag mit Leben erfüllen sollen:
> Projets prioritaires pour la mise en œuvre du Traité d’Aix-la-Chapelle
> Prioritäre Vorhaben in Umsetzung des Vertrags von Aachen

> Nachgefragt: Der Abgeordnete Christophe Arend (La REM) antwortet auf unsere Fragen – 27. April 2020

> Nachgefragt. Le Président du Groupe d’amitié franco-allemand, le député Christophe Arend répond à nos questions – 25. Juli 2018

Nachgefragt: Hugo Leclerc, Direktor der DenkFabrik antwortet auf unsere Fragen

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#Covid19 – les différences entre la France et l’Allemagne et le commentaire de Leo Klimm (Süddeutsche Zeitung)

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Version française/allemande

Aktuell: > Unterrichten mit www.france-blog.infoDas Attentat in Notre-Dame de l’Assomption in Nizza | Interview du Président Emmanuel Macron à Al Jazeera |> #confinement2Hommage national à #SamuelPaty#CoronaVirus: Couvre-feu en France und die Maßnahmen in DeutschlandAlbert Camus, Die Pest | > #CoronaVirus  mit Aufgaben | Schüleraustausch virtuell mit dem DFJW |


> 19. Französische Wochen im Großraum Stuttgart

Mittwoch, 25.11.2020 15 h – online: > Travailler et apprendre avec www.france-blog.info. Workshop für Lehrer*innen


Ausschreibung: Konrad-Adenauer-Europapreis für Facharbeiten in franzoesischer Sprache

Konrad Adenauer setzte sich in seinem gesamten politischen Leben entschieden für einen
Zusammenschluss der europäischen Staaten ein. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er zu
einem der Gründerväter des vereinten Europas. Die deutsch-französischen Beziehungen machte er
dabei zu einem Angelpunkt seiner Politik.

Anlässlich des 70. Jahrestags des Schuman-Plans als Geburtsstunde der europäischen Integration
schrieb die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus 2019 erstmals gemeinsam mit dem Institut français
Bonn, dem Büro für Sprach- und Bildungszusammenarbeit und dem Büro für Hochschulkooperation
der französischen Botschaft einen Konrad-Adenauer-Europapreis für Facharbeiten in französischer
Sprache aus. In diesem Schuljahr 2020/21 geht der Preis in die nächste Runde!


Auf unserem Blog:
> Nachgefragt: 9 mai 1950. Etienne Deschamps répond à nos questions

> Am 9. Mai ist Europatag – 5. Mai 2020


Der Preis soll Schülerinnen und Schüler zur Beschäftigung mit Europa einladen und die französische
Sprachkompetenz fördern. Prämiert werden die drei besten Arbeiten mit Geldpreisen von 250, 150
und 100 EUR. Eingereicht werden können Arbeiten, die

– als Facharbeiten der Jahrgangsstufe Q1 eines Gymnasiums oder Klasse 12 einer Gesamtschule
im Bundesland Nordrhein-Westfalen entstanden sind,
– im aktuellen Schuljahr 2020/2021 geschrieben werden,
– in französischer Sprache verfasst sind,
– sich mit einem Thema des Lebens in einem frankophonen Land, der deutsch-französischen
Beziehungen oder der europäischen Integration in historischer, politischer, wirtschaftlicher
oder kultureller Hinsicht befassen,
– mindestens mit 10 Punkten bewertet wurden.

Einsendeschluss ist der 9. Mai 2021.
Über die Teilnahmebedingungen informiert die Website > www.adenauerhaus.de. Für Rückfragen und
weitere Informationen steht Ihnen gerne Frau Dr. Steidle vom Team des Adenauerhauses zur
Verfügung: Tel. 02224/921-302 bzw. > museumspaedagogik@adenauerhaus.de

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